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Bericht für den 9. März 2010 Gold & Gesellschaft: Der Euro-Betrug Der Stern
des Euros befindet sich weiter im Sinkflug – nun fällt auch DER SPIEGEL
über die gemeinsame Währung her. Unter dem Titel Kultur des Tricksens fällt man ein
vernichtendes Urteil: Der Euro ist unter Beschuss wie nie zuvor, er ist angreifbar
geworden, weil sich die Versprechen, auf denen er gegründet wurde, als Lügen
erwiesen. Um die Gemeinschaftswährung zukunftssicher zu machen, müssen die
grundlegenden Konstruktionsfehler beseitigt werden. Wie kann
bei einem grundlegenden Konstruktionsfehler und einem auf Lügen basiertem
Versprechen dieses System noch zukunftssicher gestaltet werden – das
klingt nach einem Widerspruch in sich. Ist es
auch. Auch wenn sich das Autoren-Team am Schluss des Berichtes darauf versteift
hat, eine Lösung für die Rettung der Gemeinschafts-Währung gefunden zu haben.
Die Passagen wirken im Zusammenhang mit dem vorher gesagten nicht als
überzeugendes Argument für den Euro. Aber
zurück zu dem SPIEGEL-Bericht: Dieser ist nicht deshalb so interessant, weil dort
neue Informationen dargestellt werden. Denn ein Großteil der Argumente und
Beweggründe wurde die letzten Tage, Wochen und Monate bereits an dieser Stelle
vorgestellt. Wichtig ist, dass sich nun auch einer der intellektuellen
Presse-Meinungsführer dieser Argumentation anschließt. Im
Einzelnen umfasst dies folgende Punkte: 1.
Die Bösen sitzen nicht in den Zentralen der
Hedge-Fonds und Investment-Banken. Nein, es sind die Politiker in den
Regierungskanzleien in Athen, Madrid, Berlin oder Brüssel, die den Euro dazu
genutzt haben, mit Tricks und Fälschungen jahrelang auf Kosten anderer zu
leben. Oder absichtsvoll wegzuschauen. 2.
Der Euro ist nach seiner Einführung von der
Stabilitäts-Verpflichtung und einer Verpflichtung zur soliden Finanzpolitik
augenblicklich zu einer Schuldengemeinschaft mutiert. Der SPIEGEL sagt, dass
der Euro auf nichts anderes gegründet sei, als auf Lügen. 3.
Die EZB-Politik des Ankaufs aller Arten von
Staatspapieren machte ein intra-Euro Carry Trade Geschäft zu einer lukrativen
Anlageform insbesondere für die französischen und deutschen Banken. Diese
kauften griechische Staatspapiere mit einer Realverzinsung von fünf bis sechs
Prozent und ließen sie von der EZB mit einem Zinssatz von ein Prozent monetarisieren.
Den Zinsgewinn, so dachten die Banken, könnten sie für ihre Boni und Aktionäre
risikolos einstreichen. Dieser todsichere Deal zum Gelddrucken wird nun zur
Bedrohung insbesondere für die französischen Banken. 4.
Der Druck auf die europäischen Regierungen,
Griechenland unter die Arme zu greifen, kommt nicht von den Politikern selbst,
sondern von den Banken, die sich mit diesen Carry Trade Geschäften verzockt
haben. 5.
Der Aktionismus von Joe Ackermann von der Deutschen
Bank war rein darauf begründet, die offene Flanke seines Konzerns durch
staatliche Garantien abzusichern. Soviel Intelligenz hatten die deutschen
Politiker schon, dieses Ansinnen zu durchschauen und abzulehnen. 6.
Ein Rettungspaket aus Krediten und Garantien für
Griechenland schlummert in den Schreibtisch-Schubladen der EU-Länder. Das
Abrufen dieser Hilfezahlungen wäre für die Bundesregierung wohl der GAU
gewesen. Nicht dass damit die No-Bailout-Klausel des Artikels 125 des Vertrages
über die Arbeitsweise der EU ad absurdum geführt würde. Nein, Deutschland würde
damit in einer Schicksalsgemeinschaft zum ewigen Zahlmeister der anderen
Staaten. 7.
Selbst das Argument, dass die Aufgabe der Deutschen
Mark der Preis des damaligen französischen Präsidenten Mitterand für die
deutsche Wiedervereinigung war, findet sich in dem SPIEGEL-Bericht wieder. Ich
hatte in meinem Bericht vom 11. September 2009 darüber berichtet (Wiedervereinigung_kostete_Deutschen_die_D-Mark) Niemand
soll behaupten, man hätte ihn nicht vorher gewarnt. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Warum
sehen wir diese Woche einen verstärkten Druck auf den Goldpreis, wurde ich
gefragt. Weil die US-Treasury diese Woche eine rekordverdächtige Menge von
insgesamt $210 Milliarden an Staatsanleihen am Markt platzieren will. Davon
sind allein $74 Milliarden länger laufende Treasury Notes, darunter die für das
langfristige Zinsniveau als Benchmark dienenden 10-jährigen und 30-jährigen
Notes. In den letzten Tagen sind die Realzinsen der 10-jährigen Treasury Notes
auf 3,7 Prozent und höher gestiegen. Das ist eine Entwicklung, welche die
US-Regierung auf alle Fälle verhindern muss. Die
heutige Methode der Drückung aller in Konkurrenz zu den geldigen Treasuries
stehenden Assets lautete (wieder einmal) Drückung an den Devisen-Märkten. Das
Währungs-Paar Dollar/Euro erscheint dafür nicht besonders geeignet, weil die
EZB mit dem Euro derzeit schon genug Probleme hat. Da kann man nicht dem
US-Dollar wegen einer riesigen Treasury-Auktion noch zur Hilfe eilen, ohne dass
die Spannungen sich weiter verschärfen. Also hat
man sich auf das Währungs-Paar US-Dollar/Yen eingeschossen. Wenn man sich die
heutige Entwicklung an den Devisen-Märkten anschaut, dann steigt der US-Dollar
gegen alle anderen Währungen um bis zu 0,8 Prozent. Bloß gegenüber dem Yen
fällt der US-Dollar um 0,7 Prozent. Das
Währungs-Paar Euro/Yen ist dadurch heute um 1,3 Prozent gefallen. Noch am
Freitag ist der Euro gegenüber dem Yen um 1,7 Prozent gestiegen. Zur
Erinnerung: Am Freitag haussierten die Asset-Märkte bis auf Gold, das wegen der
Arbeitsmarktzahlen durch das Gold-Kartell unter Kontrolle gehalten wurde. Der
heutige starke Anstieg des Yen löste einen Rückgang von Platin um $23, von
Palladium um $15 und von Silber um 33 Cent aus. Gold gab um $10 nach. Ein Narr,
wer diesen Zusammenhang nicht sieht. Und es ist wohl offensichtlich, warum
diese kleine kontrollierte Deflation der Assets herbeigeführt wird: Man will
die Treasury-Käufer bei der Stange halten. Gold
folgte dem heutigen Tag der Entwicklung des Devisen-Marktes, insbesondere des
Verhältnisses vom Euro zum Yen: Starker Yen gleich schwache Asset-Preise und
schwacher Yen gleich starke Asset-Preise. Der Druck
begann sich gestern Abend schon im späten Access Handel aufzubauen. Der
asiatische Markt tendierte ebenfalls leichter. Mit dem beginnenden Londoner
Vormittags-Handel verstärkte sich die Abwärtsentwicklung beim Gold. Zum A.M.
Fix stand das gelbe Metall bereits bei $1.120,00 (EUR 824,32) um $14 niedriger
als noch vor 24 Stunden. Kurz nach
dieser Marke ging es weiter bergab in Richtung von $1.115. Das war auch die
Marke, mit der Gold im New Yorker COMEX-Handel startete. Die Anfangsdrückung
dort drückte Gold noch auf unter $1.110. Diese Marke hielt jedoch und zum P.M.
Fix stand Gold wieder bei $1.115,75 (EUR 821,43). Eine
Stunde nach Schluss des Londoner Handels konnte sich auch Gold mit den wieder
nachgebenden Devisen-Kursen stabilisieren. Mit $1.122,10 zum COMEX-Schluss
stand Gold nur noch drei Dollar niedriger als gestern zur gleichen Zeit. Der
US-Dollarindex hat seine anfänglichen Gewinne, die ihn auf über 80,8 Punkte
hochgetrieben haben, wieder zum großen Teil abgegeben. Es verblieb ein magerer
Tagesgewinn von 0,1 Punkten. Die Treasury-Renditen blieben erwartungsgemäß
stabil. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich
publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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