Bericht für den 5. März 2010

 

Gold & Gesellschaft: Griechische Verhältnisse – überall !

 

Goldman Sachs hilft der griechischen Regierung bei der Verschleierung der wahren Finanzlage. Die lokalen Statistik-Behörden fälschen schon sein Jahren die Zahlen, damit die Eurokraten in Brüssel den Anschein von einer heilen Finanzwelt im Euro vermittelt bekommen. Solche oder ähnliche Nachrichten hören wir jetzt fast jeden Tag. Und jeder regt sich über so viel kriminelle Energie auf und fragt, wie das eigentlich passieren konnte.

 

Welches verlogene Pack, das hier nach der haltet den Dieb Methode seine eigene Manipulation hinter dem Mantel der moralischen Überlegenheit verdecken will.

 

Beispiel Goldman Sachs & Co: Diese Form der Bilanzkosmetik ist in Europa nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Da sind neben Goldman Sachs dann beispielsweise auch JP Morgan für Italien aktiv. Aber auch Deutschland ist hier nicht viel besser – das die Kosten der deutschen Einheit, beispielsweise die Lasten der Treuhand in sogenannte Schattenhaushalte ausgegliedert hat. Wahrscheinlich hat man innerhalb der Regierung und der Ministerien genügend Kriminelle, so dass man diese nicht noch von den international operierenden Investment-Banken hinzukaufen musste. Macht das die Situation besser? Natürlich nicht.

 

Der heutige US-Jobreport zeigt auch wieder einmal auf, wie man schlechte Nachrichten als gute verkaufen kann. Man erwartet einfach eine stärkere Abnahme der Arbeitsplätze – und ist dann hocherfreut, dass es doch nicht so schlimm gekommen ist. Gleichzeitig reduziert man statistisch die Bemessungsgrundlage für die Ermittlung der arbeitenden Bevölkerung. Da verschwinden dann plötzlich neben den Jobs auch die Arbeitslosen aus der Statistik. Und prompt kann man die Arbeitslosen-Quote bei unter 10 Prozent halten.

 

Der Lehrmeister war wohl hier Deutschland. Die Sozialpolitiker und Gutmenschen aller vier linken im Bundestag vertretenen Parteien versichern uns heilig, dass die nicht als Arbeitlose gezählten Hartz-IV Empfänger im arbeitsfähigen Alter durchgängig arbeitswillig seien. Würde man diese jedoch in die offizielle Arbeitslosen-Statistik einfließen lassen, dann hätten wir wohl eher zehn Millionen Arbeitslose anstatt den offiziell knapp 3,5 Millionen. Trotzdem wird uns jeden Monat – auch gestützt durch die Systemmedien und die Systempresse – eine um den Faktor drei geschönte Zahl präsentiert. Es macht sich einfach nicht gut, eine reale Arbeitslosen-Quote von 20 bis 25 Prozent zu berichten, die den Bürger an die schlimmsten Depressionen des vergangenen Jahrhunderts erinnern würde.

 

Neben dieser grobschlächtigen Manipulation gibt es noch die Kosmetik im Bereich der Zurechnung von bestimmten Arbeitssuchenden zur Statistik. So werden beispielsweise Arbeiter und Arbeitnehmer, welche die Option eines privaten Arbeitsvermittlers ziehen, ganz auf der Arbeitslosen-Statistik entfernt. Oder die älteren Bürger, die weiterhin Arbeit suchen und nach einem Zeitraum von 12 Monaten aus der Statistik verschwinden.

 

Welches Land hätte dann überhaupt die Euro-Kriterien erfüllt? Wahrscheinlich nur Luxemburg.

 

Was zieht die deutsche Bevölkerung nun für eine Lehre: Dass die Griechen die gemeinen Manipulatoren sind, die uns in diese Krise gebracht haben. Der Betrug der deutschen Regierung an ihrem Volk bleibt dagegen unbeachtet. Man spielt sogar mit den Bailout-Plänen den starken Mann, der angeblich noch ausreichend Reserven hätte, um die Griechen zu retten.

 

Eine Ausgeburt dieses Größenwahnsinns ist nun der Plan unseres Finanzministers Scheuble, ein europäisches Pendant zum Internationalen Währungsfond (IWF) zu schaffen, damit man in der heiligen Euro-Zone nur nicht den Gang nach Kanossa antreten muss. Denn der IWF vergibt seine Hilfszahlungen nur unter besonders strengen Auflagen an die betroffenen Länder. Was Scheuble aber wieder einmal schaffen möchte, ist eine europäische Superbehörde, die fern sämtlicher demokratischer Legitimität von den Regierungschefs nach eigenen Gutdünken für ihre eigene politische Agenda missbraucht werden kann. Der Stabilitäts-Pakt, mit dem den Deutschen ihre DM abgerungen wurde, wäre dann endgültig nur noch eine Farce. Ein von den Eurokraten beliebig anzapfbarer Fond – und schon sind die letzten Elemente einer relativ unabhängigen Notenbank-Politik, wie wir sie zu Zeiten der DM erleben durften, endgültig Geschichte. Der französische Etatismus – in Wirklichkeit eine sozialistische Wirtschaftsordnung mit marktwirtschaftlichem Anstrich – hätte dann wohl endgültig gesiegt.

 

Es gibt kein Grund einer deutschen Überlegenheit gegenüber den griechischen Verhältnissen.   

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

Es hätte heute schlimmer laufen können. Der lang erwartete Report vom US-Arbeitsmarkt für den Monat Februar 2010 kam um 14:30 Uhr MEZ, das heißt zehn Minuten nach Öffnung des Handels an der COMEX heraus. Und der Report war – wie sollte es anders auch sein – eine positive Überraschung. Obwohl weiterhin Arbeitsplätze verloren gehen.

 

Dabei ist die US-Industrie wegen der fehlenden Kündigungsschutz-Gesetze immer sehr flexibel beim Aufbau (hire) und dem Abbau (fire) von Arbeitsplätzen. Entweder die Industrie beziehungsweise die Dienstleistungs-Branche ist noch abwartend mit der Einstellung neuer Mitarbeiter. Oder der verbreitete Wirtschaftsaufschwung ist eine Fata Morgana.

 

Jedenfalls hat der Rückgang der Beschäftigung im Februar um 36.000 Stellen bei einer Arbeitslosen-Quote von 9,7 Prozent nicht zu dem erwarteten Abverkauf der Gold-Kartell Banken beim Gold geführt.

 

Auch von der Front des Währungspaares US-Dollar / Euro kamen heute keine wesentlichen Impulse. Der Euro war gegenüber dem US-Dollar stabil. Der US-Dollarindex (USDX) gab heute nur marginal auf 80,5 nach. Das ist überhaupt nichts verglichen mit den Sprüngen von zum Teil fast einem ganzen Punkt, die wir die letzen Tage erleben durften. Da wurde wohl wieder einmal kräftig zwischen den Notenbanken mit Devisen-Swap-Geschäften der Markt manipuliert. Die monetäre Viererbande (FED, EZB, BoJ, BoE) in voller Aktion.

 

Beim Gold tat sich heute nicht viel – aber auch nicht nach oben. Zu konditioniert sind die pawlowschen Goldinvestoren-Hunde schon, dass sie bereits ohne konkrete Aktionen des Gold-Kartells vor weiteren Aktionen zurückschrecken.

 

Der A.M. Fix kam mit $1.135,00 (EUR 834,99) und der P.M. Fix mit $1.135,00 (EUR 836,53) zustande. Im Vergleich zum Donnerstag praktisch keine Veränderung.

 

Auch zum Ende des Handels an der COMEX tat sich im Preis nicht viel: $1.134,80 lautete der Schlusskurs.

 

Das einzig Markante heute war der Anstieg der Renditen der 10-jährigen Treasury Notes auf 3,7 Prozent.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.135,00

(€834,99)

$1.136,25

(€831,02)

- $1,25

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.135,00

(€836,53)

$1.134,50

(€831,75)

+ $0,50

COMEX Schlusskurs

$1.134,80

$1.132,50

+ $2,30

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

80,5

80,6

- 0,1

Renditen 10-jährige Treasuries

3,7 %

3,6 %

+ 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

21,8

22,4

- 0,6

 

Über Ziemanns Gold News

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Er ist erreichbar unter: ziemann@bullionaer.de

 

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