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Bericht für den 24. Mai 2010 Gold & Gesellschaft: Verlorene Siege Welch ein
Spektakel hat man uns die letzte Woche vorgeführt. Ein Deflations-Shock
mit dem massiven Absturz von Platin, Palladium, Silber und Öl. Allerdings sind auch
die Aktien mit abgestürzt. Und die US-Staatanleihen sind derzeit so gefragt wie
seit vielen Monaten nicht. Der Euro – eine plötzliche Qualitätswährung,
so wollte man es den Märkten erzählen. Das kräftig
gedrückte Gold konnte heute wieder kräftig zulegen. In US-Dollar gerechnet zwar
nicht soviel, weil der Euro wieder kräftig gesunken ist. Ich hatte ja vor ein
paar Tagen schon geschrieben, dass der Euro lediglich am Geld-Tropf der
Notenbanken hängt. Beispiel:
Der Londoner P.M. Fix – Euro-Gold plus EUR 22 (+ 2,3 Prozent). Das gelbe
Metall ist jetzt nur noch 40 Euro von der 1.000 Euro-Marke entfernt. Die
Drückungs-Aktion der letzten Woche war so vorhersehbar, dass ich mich selbst
dazu verleiten ließ, am Montag früh (als Gold noch bei $1.240 stand) Put-Optionsscheine
auf Gold zu kaufen ($1.150 Put, fällig 25.06.2010,
Kaufpreis 0,69 Euro). Bei Options-Scheinen riskiert man ja nicht seine
Gold-Bestände, sondern nur den zum Kauf eingesetzten Geld-Betrag. Aber Vorsicht
vor Empfehlungen von sogenannten Experten, sein Gold mit Put-Optionen
vor einem kräftigen Verfall des Gold-Preises abzusichern. So lautet zwar der o.g. $1.150 Put Optionsschein auf
0,1 Unzen Gold. Aber mit einem Verfall des Goldpreises um beispielsweise $50 pro Unze steigt trotzdem nicht der
Optionsschein um $5 im Wert. Das wäre aber notwendig, um den Preisverfall des
physischen Goldes mit dem Optionsschein ausgleichen zu können. Man muss
vielmehr auf die Kennziffer Delta
des jeweiligen Scheins achten. Ist diese Eins oder nahe bei Eins,
dann kann man sich wirklich mit dem Schein gegen ein Kursverfall absichern. Im
Falle des von mir gekauften Papiers lag das Delta aber nur bei 0,16 (zum
Kaufzeitpunkt – zum Verkaufszeitpunkt war es höher, denn der Schein war näher am Strike-Punkt).
Das heißt von dem Preisverfall des Goldes konnte man nur einen Wertzuwachs des
Optionsscheines von 16 Prozent des verlorenen Goldwertes erzielen. Man hätte
sich also mehr als sechs Mal so viele Put-Optionsscheine
des obigen Typs besorgen müssen, um den Wertverfall des Goldes der letzten
Woche ausgleichen zu können. Woran
liegt das: Die $1.150-Scheine waren zum Zeitpunkt des Kaufs mit $90 aus dem
Geld. Das heißt sie haben erst dann einen inneren Wert, wenn Gold unter die
Marke von $1.150 fällt. Nun könnte man argumentieren, dass sich das Delta immer
schneller dem Idealwert von Eins annähern würde, je
näher Gold an den Strike-Preis von $1.150 rückt. Das
stimmt auch. Aber Options-Scheine, die bereits im Geld sind oder kurz
davorstehen, sind natürlich auch vom Preis her viel
höher bewertet. Der o.g. Optionsschein mit einem $1.250
Strike-Preis hätte beispielsweise EUR 4,50 gekostet
(anstatt EUR 0,69 des $1.150 Puts). Der ist die Woche
auch dann nur um 50 Prozent gestiegen. Man hätte natürlich bis zum 25.06.2010
warten können, ob Gold nicht doch noch kräftig
absinken würde. Aber die Wahrscheinlichkeit schien relativ gering.
Wahrscheinlich werden beide Put-Scheine zum
25.06.2010 ihren kompletten Wert verlieren, weil Gold
dann über $1.250 stehen wird. Zurück zu
den Aktionen des Gold-Kartells: Am Donnerstag war dann absehbar, dass die Aktion der Notenbanken langsam ins Leere laufen
würde. Das war der Zeitpunkt, Kasse zu machen (Verkaufpreis 1,71 Euro). Ein
Plus von knapp 150 Prozent innerhalb von vier Handelstagen. Dem
Kartell sei Dank. Zu keinem
Zeitpunkt der letzten Woche hatte ich Zweifel gehabt, dass das gehaltene
physische Gold in Gefahr wäre. Das wollen uns nämlich eine
Reihe von Systemmedien derzeit erzählen. Viel besser: Das Gold behalten
und sich die Drückungs-Aktionen des Kartells in Form von Spekulations-Gewinnen
auszahlen lassen. Die Krönung: Das so erworbene Papiergeld zum Kauf von neuem
Gold investieren. Je mehr Marktteilnehmer dies kapieren und entsprechend
handeln, desto stärker werden die Aktionen der Notenbanken ins Leere laufen. Man hat
letzte Woche zwar einen Sieg errungen, aber der Krieg ist längst für den Euro
und auch für die anderen Papier-Währungen verloren. Da kann man auch noch
soviel Propaganda und Verleumdung, wie kürzlich im SPIEGEL gegen den Autor von
hartgeld.com, Walter Eichelburg, verbreiten wie man
will. Verlorene
Siege. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Der Euro
stand am heutigen Pfingstmontag wieder unter Druck. Gegenüber dem US-Dollar ist
die europäische Währung um bis zu 1,6 Prozent gesunken, bis sie sich doch
wieder leicht erholen konnte. Beim Gold
ging es, nimmt man einmal die Phase vom Londoner A.M.
Fix bis zum Start des Handels an der COMEX aus, heute stetig bergauf. Der A.M.
Fix mit $1.183,75 (EUR 953,25) war noch gegenüber dem Stand am letzten Freitag
unverändert. Zum P.M. Fix mit $1.187,00 (EUR 959,81) betrug
der Anstieg dann bereits sieben Dollar. Und zum COMEX-Schluss
legte Gold mit $1.194,00 achtzehn Dollar gegenüber dem Stand am Ende der Woche
zu. Auch die
weißen Edelmetalle konnten von dem positiven Marktklima profitieren –
hier insbesondere Palladium. Der
US-Dollar Index gewann 0,8 Punkte auf 86,2. Die Renditen der 10-jährigen
Treasury Notes notierten mit einem Stand von 3,2 Prozent unverändert. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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