Mythen über Gold

Kritikpunkte und falsche Argumente gegen Gold

Mit der Einführung des Kredit-Geldes haben die herrschenden Politiker und Banker erkannt, dass sie mit Hilfe der Notenpresse quasi ohne Kosten endlos Papier-Geld herstellen konnten. Für die Politiker war dies ein „Geschenk Gottes“, da sie fast ohne Rücksicht auf die Finanzierbarkeit ihrer Ausgaben Kriege führen und andere Wohltaten an ihr Volk verteilen konnten.Die großen Kriege des letzten Jahrhunderts konnten nur mit der Aufgabe des Gold-Standards geführt werden. Ansonsten wären sie wohl nach wenigen Monaten nicht mehr finanzierbar gewesen und man hätte in einem System des Gold-Standards die Kampfhandlungen aus Geldmangel abbrechen müssen. Für viele Fürsten, Könige und Kaiser der vorangegangenen Jahrhunderte war die Geld-Beschaffung das schwierigste Problem, um Kriege führen zu können.

Mit der Einführung des Kredit-Geldsystems sind Banker und Politiker eine Allianz eingegangen: Die Banker erzeugen Geld aus dem Nichts, damit die Politiker ihre Wohltaten ohne Steuererhöhungen an ihr Wahlvolk verteilen können. Und die Banker können mit dieser Macht über das Geld immer größere Teile der Real-Wirtschaft unter ihre Kontrolle bringen.

In dieser Konstellation ist es nicht verwunderlich, wenn Gold als natürlicher Feind der Politiker und Banker in der Öffentlichkeit verunglimpft wird. Nachfolgend setzen wir uns mit den häufigsten angeführten Argumenten gegen Gold auseinander.

 

Mythos 1: Gold erwirtschaftet keine Zinsen

Dieses Argument ist vordergründig richtig. Allerdings ist das Zins-System ein Baustein, ohne den ein Kredit-Geldsystem, wie wir es heute haben, nicht existieren kann. Alles Geld, das in unserem Geld-System erzeugt (d.h. verliehen) wird, muss Zinsen erwirtschaften. Das System ist also auf stetige Expansion ausgelegt, bei der die Zinsen für „altes Geld“ mit neuer Verschuldung (d.h. Erzeugung) von „geschöpftem“ Geld finanziert werden muss. Wird dieser Kreislauf unterbrochen (sogenannte „Kredit-Deflation“), dann kollabiert das System.

Waren-Geld wie Gold benötigt keine Zinsen. Das System ist in sich stabil – sowohl bei einer Ausweitung der Geldmenge („Inflation“) als auch bei einer Kontraktion („Deflation“). In Wirklichkeit kann es eine Deflation im Gold-Geldsystem nicht geben, da Gold-Geld nicht vernichtet werden kann. Ganz im Gegensatz zu Kredit-Geld, wie wir seit September 2008 beobachten konnten --- das Geld ist wirklich verloren und hat nicht nur seinen Besitzer gewechselt.

Gold braucht also keinen Zins, um zu überleben.

Dass der angebliche Zinsvorteil des Kredit-Geldsystems eine reine Luftnummer ist, kann man daran erkennen, dass die Wert- und Kaufkrafterhaltung des Goldes die Preissteigerung des Kredit-Geldsystems deutlich überkompensiert.

So hat beispielsweise die Kaufkraft des US-Dollars seit der endgültigen Auflösung der Goldbindung im Jahre 1971 mehr als 80 Prozent an Wert verloren. Ein Waren-Korb, den man im Jahr 1980 mit einer Unze Gold erworben konnte, kann man heute noch mit derselben Unze Gold erwerben. Dagegen muss man heute mehr als 2.300 US-Dollar dafür bezahlen, während im Jahr 1980 nur 800 US-Dollar bezahlt werden mussten.

Das bestätigt die Kaufkraft-Erhaltfunktion des Goldes eindrucksvoll. Die im Kredit-Geldsystem „verdienten“ Zinsen sind nur eine Ablass-Zahlung gegen den im Papier-Geldsystem eingebauten Wertverlust des Geldes. Wenn man Glück hat, dann kompensieren die Zinsen den Wertverlust.

Mythos 2: Ein Investment in Gold ist spekulativ

Einer Studie von Lawrence und Colin zufolge (Quelle: „Why is Gold different from other Assets ? An Empirical Investigation“, World Gold Council, 2003) korreliert Gold nicht mit anderen Asset-Klassen wie beispielsweise Aktien.
Im Gegensatz zu Aktien, Anleihen aber auch Rohstoffen unterliegt Gold keinem Liquiditäts-Risiko, weil es eben an keine Versprechungen gebunden ist. Gold kann nur auf seinen inneren Wert fallen, der bei seinen Produktions-Kosten liegt.

Die Volatilität des Gold-Preises wird durch Eingriffe der Zentralbanken nebst ihren unterstützenden Geschäfts- und Investmentbanken künstlich hervorgerufen. Diese als „Gold Kartell“ bezeichneten Parteien haben ein Interesse daran, den Gold-Preis gegenüber ihrem Kredit-Geld unter Kontrolle zu halten. Mit dieser Strategie soll die massive Umschichtung von Vermögen aus dem Kredit-Geldsystem in Gold verhindert werden.

Die zum Teil erheblichen Preis-Schwankungen von Gold haben ihre Ursache also nicht in einer Spekulation der Marktteilnehmer, sondern sind vielmehr in den gezielten Eingriffen des „Gold Kartells“ zu suchen.

Mythos 3: In einer Deflation ist Gold ein schlechtes Investment

In einem Kredit-Geldsystem, wie wir es heute haben, muss Geld Zinsen erwirtschaften. Das heißt die Geldmenge muss kontinuierlich wachsen, da die Zinsen für das bisher ausgegebene Kredit-Geld nur durch neuen Kredit (d.h. weitere Verschuldung) bezahlt werden können. Eine Deflation im Kredit-Geldsystem ist deshalb nicht möglich, weil die für das System erforderlichen Zinszahlungen sonst nicht mehr geleistet werden können.

Unter Deflation wird fälschlicherweise heutzutage eine Verringerung des Preis-Niveaus von Gütern (Lebensmittel, Dienstleistungen, Rohstoffe etc) gegenüber dem Kredit-Geld verstanden. Wird in einem Kredit-Geldsystem die zum Warenaustausch zur Verfügung stehende Geld-Menge knapp, dann sinken die Preise der Güter. Das kann z.B. dadurch passieren, dass das eigene Haus oder die besitzten Aktien an Wert verloren haben. Wurden Haus und Aktien auf Kredit finanziert und ist der Wert dieser Assets nun niedriger als der Kredit, dann wird Kredit-Geld vernichtet.

Mit der Lehman Brothers Krise im September 2008 wurde eine Situation ausgelöst, wo Kredit-Geld knapp wurde. Die Gold-Preisentwicklung des Jahres 2008 hat jedoch gezeigt, dass Gold trotz der Knappheit des Kredit-Geldes indifferent gegen die Deflation ist. Im Jahre 2008 hat Gold einen Höchstand von $1.000 erreicht, während Gold an keinem Tag des Jahres 2008 das Niveau von $700 unterschritten hat. Wobei Gold schon vor der Bear Stearns Krise auf einem Niveau von unter $900 tendiert hat.

Im Vergleich dazu hat Silber im Jahre 2008 mit $21 seinen Höchststand und mit $9 seinen Tiefstand, Platin bei $2.300 bzw $780, Palladium bei $600 bzw $170 und Rhodium bei $10.000 bzw $1.000 gehabt.

Der Unterschied zwischen Gold und anderen Assets liegt in der Art und Weise, wie diese Assets bezahlt wurden. Die anderen Assets waren in großem Maße mit Kredit-Geld finanziert, was plötzlich knapp wurde und deshalb zum massiven Abverkauf der Positionen geführt hat.

Auf der anderen Seite wurde Gold nur wenig auf Kredit finanziert. Eine Partei, die Kredit-Geld für seine Leistung erhält und damit Gold kauft, besitzt eben kein Kredit-Geld mehr. Sondern für ihn ist dieses Geld Eigenkapital-Geld. Egal, ob nun das Kreditgeld-System zusammenbricht oder nicht, kann man dieser Partei sein Geld nicht mehr „wegnehmen“. Deshalb ist diese Partei auch nicht gezwungen, sein Gold zu verkaufen.

Gold steigt deshalb auch in einer Deflations-Phase gegenüber den anderen Assets (Aktien, Rohstoffe, Waren/Dienstleistungen) und kann sich gegenüber dem (knapp gewordenen) Papier-Geld behaupten. Da das Kredit-Geldsystem nur mit massiven Gelddrucken vor einer Implosion gerettet werden kann, schützt Gold das Vermögen vor der sich dann anschließenden Inflation.

Mythos 4: Gold steigt nur wenn der Dollar fällt und ist deshalb für Euro-Investoren uninteressant

Die Korrelation zwischen Goldpreis und US-Dollar im Vergleich zum Euro konnten wir wirklich im Zeitraum der Jahre 2000 bis 2005 feststellen. Während Gold von unter $300 auf über $450 gestiegen ist, verharrte es in einer Bandbreite von EUR 300 bis EUR 350.

Erst der Durchbruch der Marke von EUR 350 im Jahr 2005 hat zu einem nachhaltigen Anstieg des Gold-Preises in Euro gerechnet geführt. Bis zum heutigen Zeitpunkt hat sich der Preis von Gold in Euro in etwa verdoppelt (unterhalb von EUR 700), während sich der US-Dollar in etwa auch verdoppelt hat.

Dass ein Gold-Investment im Euro-Raum uninteressant sei, lässt sich seit dem Jahr 2005 also nicht nachweisen. Vielmehr ist das Gegenteil wahr: Gold steigt in ähnlicher Größenordnung auch in anderen wichtigen Währungen neben dem US-Dollar.

 

Mythos 5: Gold ist bereits zu teuer

Das Merkmal von Gold ist die Kaufkraft-Erhaltung. Um die Frage beantworten zu können, ob Gold nun tendenziell zu teuer sei, muss man die Kaufkraft des US-Dollars heute mit der Kaufkraft vor einigen Jahren in Beziehung setzten.

Würde man die vom BLS offiziell ausgewiesene Inflationsrate ansetzen, dann würde heute eine Unze Gold auf Basis des Höchstandes des Jahres 1980 ca 2.300 Dollar kosten. Unabhängige Analysten wie John Williams auf seiner Seite http://www.shadowstats.com bezweifeln die offiziell ausgewiesenen Inflationszahlen des BLS und gehen von wesentlich höheren Inflationsraten seit Mitte der 80er Jahre aus. Würde man diese Zahlen als Grundlage der Berechnung nehmen, dann müsste wohl der heute Gold-Preis im Bereich $7.000 bis $10.000 liegen.

Gold ist eher als spottbillig zu bezeichnen und nähert sich erst bei einem Preis von $5.000 der Marke an, wo es vielleicht zu teuer wird.


Zurück
Parse Time: 0.234s