|
Bericht für den 19. April 2010 Gold & Gesellschaft: Geplanter Systemabbruch? Die WELT
am SONNTAG (WaS) zählt sicherlich nicht zu den
reißerischen Zeitungen des deutschen Blätterwaldes. Aber letzte Woche hat man
schon in einem Nebenbericht zum Thema Immobilien die Warnung lesen können, dass
der Staat im Fall eines Falles sich an den Eigentümern gesundstoßen könnte. Dieses
Wochenende wurden die Warnungen verstärkt. Den Teil Immobilien titelt die Aussage Hinter Mauern
wittert der Staat noch Geld. Versehen mit der dringenden Warnung: Immobilien bieten
keinen sicheren Inflationsschutz. Bereits früher hätten Regierungen in
Krisenzeiten die Grundsteuern erhöht. Der Grund dafür ist simpel, sagt Just:
Immobilien können nicht ins Ausland flüchten. Und sie können anders als
Arbeitsplätze, bei denen das Einkommen besteuert wird, nicht einfach
abgeschafft werden. Noch
spricht man nur von Grundsteuern. Aber wenn man zwischen den Zeilen liest, dann
wird man bei einem Eigentümeranteil von lediglich 43 Prozent in Deutschland zu
dem Schluss kommen, dass die Grundsteuer gar kein geeignetes Instrument ist,
das Steueraufkommen kräftig auszuweiten. Deutschland ist ein Volk von Mietern
mit einer starken Lobby. Denn jede Erhöhung der Grundsteuer erhöht auch die
Mieten von 57 Prozent der Wähler. Und die stöhnen sowieso schon über steigende
Heizkosten und öffentliche Abgaben. In anderen Ländern kann der Staat rigider
vorgehen, denn dort sind es zum großen Teil Eigentümer – obwohl das
Objekt dort praktisch der finanzierenden Bank gehört – die hier betroffen
sind. Die
versteckte Nachricht in diesem Bericht ist klar: Es geht hier um eine geplante
Substanzbesteuerung von Immobilien – und die Substanz kann eben weder ins
Ausland flüchten noch abgeschafft werden. Und das
vor dem Hintergrund der Riesenverluste eines Immobilienfonds von Morgan
Stanley, gefolgt von einem praktischen Totalverlust eines ähnlichen Fonds von
Goldman Sachs. Zuletzt musste die Deutsche Bank einen ihrer Immobilienfonds mit
Notkrediten vor dem Zusammenbruch retten. Bei den Gewerbeimmobilien scheint
sich eine Sprengkraft von mehreren hundert Megatonnen zu entladen. Die WaS fragt zudem im einem groß aufgemachten Bericht im
Wirtschafts-Teil: Kommt die D-Mark zurück? Dabei wird nicht die im
Rahmen der Wiedervereinigung mit der Mark der DDR verwässerte DM-Banknote
gezeigt, die uns das Wiedervereinigungs-Pärchen Kohl/Waigel eingebrockt hat,
sondern groß der alte 100 DM-Schein aus dem Jahr 1980 präsentiert:
Unterzeichnet von dem Bundesbank-Präsidenten Pöhl und seinem Vize Schlesinger.
Dieser Schein stand seinerzeit für Wohlstand, Kaufkraft und Solidität. Mit dem
Euro haben wir heute genau das Gegenteil. Die
Griechenland-Krise verstärkt sich weiter – knapp 7,7 Prozent beträgt
inzwischen der Realzinssatz der 10-jährigen Staatsanleihen. Und keiner
berichtet darüber. Die Politik ist gefangen in der Aschewolke, die ein
isländischer Vulkan über Europa verbreitet. Ruhe vor dem Sturm nennt man so
etwas. Unklar
ist auch, warum die US Security and Exchange
Commission (SEC) plötzlich auf Goldman Sachs losgeht, nur weil GS die deutsche
IKB um $150 Millionen und die britische RBS um $840 Millionen zu Gunsten des Hedge Fonds von Paulson
erleichtert hat. Dabei saß doch GS über ihren ex-CEO
Hank Paulson – seinerzeit US-Finanzminister -
mit der SEC zusammen in den Sitzungen der Presidents Working Group of Financial Markets (das sogenannte PPT) und
haben die Manipulation der Finanz-Märkte gemeinsam geplant. Dabei hat das Bankster-Kartell um Goldman Sachs und JP Morgan bereits so
viel Schaden durch Betrug angerichtet, dass man deren Vorstände bei
Verurteilung wohl die nächsten Millionen Jahre hinter Gitter stecken müsste. Warum
berichtet wieder die WELT am SONNTAG in ihrem Finanzteil über die Staaten-Krise
und zeigt dabei eine Notstandküche im Berlin des Jahres 1931? Nachdem
man auf Immobilien eingeprügelt hat, die Staats-Pleite beschworen und eine DM2
in Aussicht gestellt hat, werden dann Vorsorge-Versicherungen platt gemacht.
Unter dem Titel Das
falsche Versprechen kommt man zu dem Schluss: Hohe Gewinne für das Alter bleiben ein
Wunschtraum. Das sind
zu viele Einzelnachrichten, die uns plötzlich geballt vorgesetzt werden.
Entweder wir sehen in kurzer Zeit einen geplanten Systemabbruch, der mit diesen
Nachrichten vorbereitet wird. Oder es handelt sich um eine Verkettung von
Ereignissen, die zeigt, dass das System nicht mehr unter Kontrolle gehalten
werden kann. Wir
können uns auf turbulente Wochen und Monate einstellen. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Heute
früh schien sich die Abwärtsbewegung vom Freitag fortzusetzen. Gold war erneut
einige Dollar niedriger bei stärkerem US-Dollar im Vergleich zum
Wochenschluss-Kurs. Öl stand wegen der Ankündigung der OPEC-Staaten unter
Druck, die Förderung ausweiten zu wollen. Die Vereinigten Staaten haben wohl
den Druck auf die Marionetten-Staaten am Persischen Golf ausgeweitet. Wie
letzte Woche schon angedeutet: Ein steigender Goldpreis schmerzt nicht, aber
ein steigender Ölpreis. Das hat
am Vormittag im Übrigen die beiden weißen Edelmetalle Platin und Palladium
stark mit nach unten gerissen. Der Druck
auf Gold nahm dann erst im Londoner Vormittags-Handel zu. Dann aber kräftig.
Gold erreichte kurz vor dem A.M. Fix mit $1.124 seinen Tages-Tiefstand. Der
A.M. Fix kam ebenfalls schwach mit $1.127,50 (EUR 838,91) zustande. Ein Verlust
von $30 im Vergleich zum A.M. Fix des letzten Freitags. Zum
frühen Nachmittag konnte sich Gold dann aber wieder erholen. Zum COMEX-Start stand das gelbe Metall wieder bei $1.130. Mit
dem sich nähernden P.M. Fix wurden die Kursausschläge erratischer, aber Gold
tendierte eher nordwärts. Der P.M. Fix mit $1.136,25 (EUR 844,36) war dann
vergleichsweise stabil. Gold verlor im Vergleich zum P.M. Fix vom letzten
Freitag trotzdem noch $15. Das
Niveau des P.M. Fixes konnte bis zum Schluss des Handels an der COMEX nicht
gehalten werden. Der letzte Kurs lautete $1.134,50 und damit zwei Dollar
niedriger als am Freitag. So wie der Tag heute startete, sind Gold und die
anderen Edelmetalle noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Platin,
Silber und Palladium beendeten den Tag sogar ganz leicht im Plus. Der
US-Dollarindex (USDX) gewann heute 0,2 Punkte nach einem zwischenzeitlichen
Anstieg um fast 0,5 Punkte auf 81,0. Die Renditen der 10-jährigen Treasuries verharrten bei 3,8 Prozent. Sicherlich
hat der kräftige Goldpreis-Rückgang vom letzten Freitag eine Reihe von Shorts
angezogen, die heute versucht haben, mit dem fallenden Markt Trading-Gewinne zu
erzielen. Das schien nicht gelungen zu sein. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2010 |
||||||||||||||||||||||||||||||||