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Bericht für den 20. April 2010 Gold & Gesellschaft: Geschäftstüchtige Goldmänner Letzten
Freitag wurden die Aktien-Märkte wegen der Nachricht einer Klage des US Security and Exchange Commission (SEC) gegen Goldman Sachs
geschockt. In der Folge fielen viele Finanz-Aktien ins bodenlose –
Goldman Sachs verlor sogar zweistellig. Goldman
Sachs gilt als das gerissenste Raubtier des
US-Finanzimperiums. Immer wieder hat es diese Investmentbank geschafft, seine
Klientel-Beziehungen zu seinem größtmöglichen Vorteil auszunutzen. Vielfach
vertrat GS bei bestimmten Transaktionen gleich mehrere am Geschäft beteiligte
Parteien und hatte so den Vorteil eines allumfassenden Überblicks. Somit konnte
die Eigenhandels-Sparte dieses Unternehmens effektiv Aktien kaufen beziehungsweise
shorten. Die Beratungs-Leistung verkümmerte so immer
mehr zu einem Business Enabler für weitergehende
Geschäfte. Nachdem
die Futtergründe im Investmentbanking-Geschäft leer
gejagt waren, musste man sich nun neue Futtertröge suchen. Dabei schien sich der
stark wachsende Markt an strukturierten Finanz-Produkten als ein lukratives
Geschäftsfeld zu entwickeln. Dort wurden aus einer Vielzahl verbriefter
Hypotheken-Forderungen – Mortgage Backed Securities (MBS) - wie bei
der Wurst-Herstellung neue Finanzmarkt-Instrumente wie beispielsweise Collateralized Debt Obligations (CDO) generiert. Diese Produkte landeten dann
in ausgelagerten Sondergesellschaften, sogenannten Structured
Investment Vehicles (SIV), die in Firmen neben den
Bilanzen der Banken und anderer Finanz-Institute etabliert wurden. Die SIVs bildeten ein Schattenbanken-System, das praktisch
keiner Regulierung unterlag. So gab es für SIVs beispielsweise
kein Vorschriften zur Hinterlegung der Ausleihungen mit Eigenkapital.
Fatalerweise war es auch den Notenbanken im Rahmen ihrer Geldmengen-Steuerung
und Zinspolitik unmöglich, das Treiben in dem Schattenbanken-System zu regeln. Dieses
Schattenbanken-System wurde im Jahr 2008 als Folge des Zusammenbruchs von Bear Stearns und der folgenden
Lehman-Pleite praktisch vollständig ausgelöscht. Die Assets
der Positionen der SIVs wurden in die Banken-Bilanzen
übernommen, dort zum Teil abgeschrieben und die Staaten und Notenbanken haben
mit Zahlungen in Höhe mehrerer $1.000 Milliarden versucht, die aufgerissenen
Löcher notdürftig zu stopfen. Die Klage
der SEC gegen Goldman Sachs eröffnet dem Beobachter nun einen Einblick, wie
geschäftstüchtig die Goldmänner wirklich waren. Goldman
Sachs wollte ein neues CDO-Produkt mit dem Namen
ABACUS auflegen, dessen Performance sich an MBS-Papieren
des Subprime-Marktes orientieren sollte. Das erfolgte Anfang des Jahres 2007,
wo im Subprime-Bereich bereits die ersten Stress-Erscheinungen
sichtbar wurden. Der Paulson Hedge Fond wollte diese
Probleme im Subprime-Bereich zu seinem Vorteil ausnutzen, indem Paulson die dem CDO-Produkt
zugrundeliegenden MBS-Papiere shorten
wollte. Dazu kaufte Paulson mit Hilfe von Goldman
Sachs Credit Default Swap (CDS) Papiere auf das MBS-Portfolio. Würde es zu einem Kreditereignis bei diesen
Papieren kommen, das heißt könnten die Subprime Hypotheken-Sklaven ihre
Zahlungen nicht mehr erbringen, so würden die CDS Papiere zur Auszahlung des
Nennbetrages des MBS-Portfolios anstehen. Paulson kaufte die CDS also nicht, um sein MBS-Portfolio zu versichern, sondern wollte lediglich die
Versicherungs-Prämie kassieren. Das
Problem ist nun, dass Goldman Sachs das CDS Geschäft mit Paulson
einfädelte, aber den Investoren in das auf Basis dieses MBS-Portfolios
entwickelte CDO-Produkt dies nicht mitteilte. Nach
außen vermarktete Goldman Sachs also das CDO-Produkt
und verkaufte gleichzeitig Ausfall-Versicherungen (CDS) gegen das
zugrundeliegende Hypotheken-Portfolio. Hätten
die Investoren von diesem CDS-Geschäft erfahren,
hätten sie wohl nicht das CDO-Produkt von Goldman
Sachs gekauft. Nachdem
dann das Kreditereignis für das MBS-Portfolio
eintrat, verloren die beiden Hauptinvestoren in die CDOs,
die deutsche IKB und die niederländische ABN AMRO – die später von der
Royal Bank of Scotland (RBS) übernommen wurde – insgesamt eine Milliarden
US-Dollar. Die IKB verlor dabei praktisch ihr komplettes Investment über $150
Millionen, während die RBS ihr Engagement mit einer Zahlung von $840,9
Millionen an Goldman Sachs beendete. Paulson konnte aus diesem Geschäft einen Gewinn von einer
Milliarde Dollar erzielen, wobei er zwecks Anbahnung dieses Geschäfts $15 Millionen
investierte, die wohl an Goldman Sachs geflossen sind. Goldman
Sachs konnte bei dieser Transaktion gar nicht verlieren, denn die Zahlungen aus
dem CDS-Geschäft mit Paulson
waren durch die Einnahmen aus dem CDO-Geschäft mit
der IKB und RBS voll gedeckt. Denn die gezahlten Gelder wären dann vollständig
bei Goldman Sachs geblieben. Hätte sich der Immobilien-Markt seinerzeit
positiver entwickelt, so wäre es zu den Zahlungen an Paulson
nicht gekommen. Auf der
anderen Seite hat Goldman von beiden Geschäfts-Partners die Provisionen für die
Geschäfte kassiert. Interessant
ist, wie der beteiligte Goldman Sachs Mitarbeiter Fabrice Tourre
sein vermarktetes CDO-Produkt selbst bewertete. Die
SEC zitiert in ihrer Klageschrift aus zwei Emails von Tourre
an Freunde beziehungsweise Kollegen: More and more levarage in the system. The whole building
is about to collapse anytime now ... Only potential survivor, the fabulous
Fab standing in the middle of all these complex, highly leveraged, exotic trades he created without necessarily understanding all of the implications of those monstruosities!!! In einer
zweiten EMail heißt es: the cdo biz is
dead we dont
have a lot of time left. Neben der
unglaublichen Selbstüberschätzung dieses Goldmänners
zeigt sich die kriminelle Energie, die in dieser Firma steckt: Man hilft
jemanden aktiv, gegen das eigene Produkt zu wetten und verschweigt dies seinen
Kunden und versucht ein Produkt an den Mann zu bekommen, das nach eigener
Einschätzung bereits todgeweiht ist. Es bleibt
zu hoffen, dass Goldman Sachs neben der Begleichung des Schadens an die IKB und
RBS – die Geldzahlungen würden dann an die deutschen und britischen
Steuerzahler zurückfließen, die beide Banken seinerzeit vor dem Untergang
gerettet hatten - zu einer zweistelligen Milliarden-Strafe verurteilt wird. Am
besten in der Größenordnung, die für GS finanziell nicht tragbar wäre, so dass
es zu einer Zwangs-Liquidierung dieses Oberbetrügers der Wall Street käme. Das
amerikanische Justizsystem ist durchaus in der Lage, ein solches Exempel zu
statuieren. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die
Griechenland-Bonds fallen, während deren Real-Zinsen weiter steigen.
Die 10-jährigen Papiere stiegen heute bis zum Handelsschluss auf 7,9 Prozent.
Der Internationale Währungsfond (IWF) versucht derzeit eine Lösung zu
erarbeiten, die bei einem Haircut der Investoren
trotzdem ein Kreditereignis vermeiden will. Dieses Kreditereignis würde nämlich
die Auszahlung der auf die Bonds abgeschlossenen Credit Default Swaps (CDS) auslösen. Das möchte man verhindern. Gold
tendierte heute früh im asiatischen Handel praktisch unverändert gegenüber dem
gestrigen Schlussstand. Erst mit Beginn des Londoner Handels kam vermehrt
Kauflaune auf, die das gelbe Metall um über fünf Dollar steigen ließ. Der A.M.
Fix kam mit $1.142,50 (EUR 845,04) zustande und konnte heute $15 von seinem
gestrigen Absturz wieder wettmachen. Zum
frühen Nachmittag inklusiv der ersten Stunde des Handels an der New Yorker
COMEX veränderte sich der Kurs des Goldes nicht wesentlich. Zum P.M. Fix sprang
er dann aber plötzlich auf $1.147 hoch. Der P.M. Fix mit $1.144,75 (EUR 850,23)
war dabei wohl die bestimmende Maßgröße. $1.147
war heute das höchste der Gefühle. Gold wurde dann wieder unter die Marke von
$1.140 gedrückt und beendete den COMEX-Handel mit
$1.138,50. Das
Schwester-Edelmetall Silber stieg heute etwas stärker an als Gold. Platin
konnte knapp 1,2 Prozent zulegen und der erneute Showstar war Palladium mit
einem Anstieg von 2,4 Prozent. Wenn man
die Preisentwicklung der vier Metalle über die letzten Jahre betrachtet, dann
wird man folgendes feststellen: Gold
steigt seit Mitte 2005 um durchschnittlich $150 pro Jahr. Im Anfangsjahr
entsprach das noch einer jährlichen Steigerung um 30 Prozent. Wenn man nun
jedoch die Marke von $1.100 für dieses Jahr ansetzt, dann beträgt der Anstieg
nur noch 14 Prozent (wenn Gold sich entsprechend dieses Musters
weiterentwickeln sollte). Silber
begann seinen linearen Anstieg im Oktober 2008. Mit einem Preisanstieg von
$7,50 pro Jahr ergibt sich für das Anfangsjahr eine jährliche Steigerung von 80
Prozent. In der gleichen
Liga wie Silber spielt Platin. Seit Oktober steigt auch dieses Metall linear um
$600 pro Jahr. Das entspricht für das Anfangsjahr einer jährlichen Steigerung
von 75 Prozent – also in derselben Größenordnung wie Silber. Der
einzige Ausreißer in dieser Gruppe ist Palladium. Auch dieses Metall steigt
seit Oktober 2008 kräftig an. Aber im ersten halben Jahr betrug der Anstieg
lediglich $75, im zweiten halben Jahr bereits $100 und im dritten halben Jahr
bis April 2010 dann $125. Wenn sich die exponentielle Anstiegsreihe fortsetzen
sollte, dann sollte bis Oktober 2010 das Metall um weitere $150 ansteigen. Ich
möchte betonen, dass dies lediglich Beobachtungen des Kursverlaufs sind. Ein
deflationärer Schock wie im Sommer/Herbst 2008 kann die weißen Edelmetalle
wieder im Kurs stark sinken lassen. Während Gold sich praktisch als
deflationsstabil erwies und nach einem zeitweisen
Rückgang (bedingt durch kräftige Interventionen der Notenbanken) seinen Anstieg
unbeeindruckt fortsetzen konnte. Der
Nachteil von Platin für den Privat-Investor ist, dass man 19 Prozent
Umsatzsteuer zahlen muss. Während für die gängigen Silbermünzen lediglich 7 Prozent
Umsatzsteuer fällig werden. Das führt zu der kuriosen Situation, dass der 15kg
Silberbarren umgerechnet auf die Feinunze Silber sogar noch teurer ist als eine
500er-Packung mit Silbermünzen. Silberbarren in Deutschland zu kaufen macht
deshalb für Privat-Investoren praktisch keinen Sinn. Wer auf
den Palladium-Zug aufspringen möchte, sieht sich mit zwei Problemen
konfrontiert: Erstens sind wieder wie bei Silberbarren und Platin 19 Prozent
Umsatzsteuer fällig. Hinzu kommen bei den wenigen Händlern, die
Palladiumprodukte führen, geradezu unverschämte Aufschläge, die vielfach über
zehn Prozent des Spot-Preises liegen. Obwohl dieses Metall auch nicht schwerer
zu verarbeiten ist als Gold. Zur Erinnerung: Bei Gold liegen die Aufschläge zum
Spot-Preis bei Investment-Münzen bei ungefähr fünf Prozent. Hier lohnt sich
Geiz überhaupt nicht, da selbst 1kg-Barren mit einem Aufschlag von drei Prozent
versehen sind. Beim Verkauf liegen jedoch die Ankaufspreise unter Spot, da die
Barren wieder eingeschmolzen werden und nicht wie Investment-Münzen direkt
weiterverkauft werden können. Die Ankaufspreise bei Münzen liegen bei einem
Teil der Händler sogar noch über dem Gold Spotmarkt-Preis, weil diese nicht
eingeschmolzen werden müssen und direkt weiterverkauft werden. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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