|
Bericht für den 21. April 2010 Gold & Gesellschaft: Währungsreform oder Währungsumstellung? Die
Zeichen verdichten sich, dass der Euro auseinanderbrechen wird. In Deutschland
deutet eine Reihe von Indizien darauf hin, dass wir demnächst mit einer Umstellung
auf eine neue Währung rechnen müssen. Obwohl
sich die Griechenland-Situation täglich verschlimmert und die Geldmengen, die
für eine temporäre Rettung des Landes erforderlich wären, immer astronomischere
Größenordnungen erreichen – inzwischen spricht schon selbst der
Bundesbank-Präsident Axel Weber von einem Volumen von 80 Milliarden Euro
– liegt Europa lethargisch unter einer Aschewolke. In
Deutschland wäre eine solche Rettungsaktion vor der für die Zukunft der
Regierung Angela Merkel entscheidenden Wahl in NRW ein politischer Selbstmord.
Auch der Finanzminister, bislang der Wortführer der Retter der Eurozone, ist
schwer erkrankt abgetaucht. Man möchte das Thema aussitzen, weil man bereits
einen ganz anderen Plan in petto hat: Einen deutschen Ausstieg aus dem Euro. Auch
Frankreich möchte anscheinend nicht länger die Nachteile des Euros für die
Konkurrenz-Fähigkeit seiner Wirtschaft ertragen. Auch hier verdichten sich die
Anzeichen, die auf eine Währungs-Umstellung hindeuten. Frankreich kann und wird
nach einem Abschied Deutschlands aus dem Euro-Raum nicht die Zahlerrolle für
die abgewirtschafteten Südstaaten spielen. Wie
müssen wir uns nun eine solche Währungsumstellung beispielsweise auf eine DM2
vorstellen? Zuerst muss man sich die Frage stellen, ob eine Währungsreform oder
eine reine Währungsumstellung geplant ist. Eine Währungsumstellung würde zwar
wieder eine nationale Währung mit einer souveränen Notenbank etablieren, aber
bestehende Euro-Guthaben, Euro-Schulden, Löhne, Gehälter, Renten und Sozialleistungen
würden in einem festen Verhältnis umgetauscht. Bei einer Währungsumstellung
gäbe es (national) erst einmal keine Gewinner und Verlierer. Aber eine
solche Umstellung löst auch nicht unsere derzeitigen Probleme: Im Bankensystem
mit schlummernden Risiken von wahrscheinlich über hundert Milliarden Euro, die mit der plötzlich auftretenden Krise im Bereich
gewerblicher Immobilien noch den Turbo zugeschaltet hat. Oder die ausufernde
Staatsverschuldung mit keiner realistischen Aussicht auf einen einigermaßen
ausgeglichenen Staatshaushalt. Noch lassen sich die Bundesanleihen an den
Märkten ohne Probleme platzieren – aber wie lange noch? Hinzu kommt der
ausufernde Sozialstaat, der nicht nur die arbeitende Mittelschicht
stranguliert, sondern den Staat für zukünftige Aufgaben handlungsunfähig macht.
Was passiert mit den Renten, die egal ob gesetzlich oder privat nicht mehr
zahlbar sein werden? Kommen
wir nun zu der Alternative, einer Währungsreform, wie man im
Verniedlichungs-Deutsch einen solchen schweren Eingriff in bestehende
Eigentumsverhältnisse auch bezeichnen mag. Denn die Einführung der DM im Rahmen
der Währungsreform von 1948 ging mit einer Reihe von drakonischen Maßnahmen
einher. Die Bürger waren damals jedoch froh, den Zweiten Weltkrieg überlebt zu
haben und ausreichend Essen zum späteren Überleben. Damals
wurden Guthaben im Verhältnis von 10 zu 0,65 abgewertet. Das heißt aus 100
alten Reichsmark wurden 6,50 DM. Verbindlichkeiten (Schulden) wurden im
Verhältnis 10 zu 1 abgewertet. Laufende Zahlungen wie Löhne und Mieten wurden
eins zu eins umgerechnet. Öffentliche Anleihen an Privatpersonen wurden wertlos
– der Staat hat sich auf diese Weise entschulden
können. Wer
dachte, sich bei der Umstellung im Rahmen der Abwertung persönlich entschulden zu können, wurde
enttäuscht. Zwar wurden beispielsweise Hypothekenschulden im Verhältnis von 10
zu 1 abgewertet, das heißt aus einer Grundschuld von 100.000 RM wurden nun
10.000 DM, aber das Lastenausgleichsgesetz von 1952 führte eine
Hypothekengewinnabgabe und eine Kreditgewinnabgabe als Zwangsabgabe an den
Staat für solche Fälle ein. So wurden zwar aus den 100.000 RM Schulden nur noch
10.000 DM der finanzierenden Bank,
aber die Kreditgewinnabgabe belastete das Objekt nun mit zusätzlich 90.000 DM,
die als Zwangshypothek eingetragen wurden. Über einen Zeitraum von 30 Jahren
war diese Schuld an den Staat zu tilgen. Ähnlich erging es anderen Schuldnern. Für die
bestehenden Vermögen, beispielsweise ein Haus ohne eine Hypothekenbelastung
wurde im Rahmen der Vermögensabgabe eine 50 prozentige
Enteignung durchgeführt. Auch diese Schuld musste über 30 Jahre getilgt werden,
da es sich ja im Allgemeinen um Sachwerte handelte. Wir
fassen zusammen: Eine Währungsreform so wie in Deutschland nach dem Zweiten
Weltkrieg durchgeführt, führte praktisch zur kompletten Enteignung aller
Besitzer von Geldvermögen. Sei es nun in Form von Lebens- und privaten
Altersversicherungen, Bargeld oder Geld auf Konten. Schuldner konnten sich
nicht ihrer Verbindlichkeiten entledigen, sondern mussten ein Großteil ihrer
Schuldlast nun an den Staat zahlen. Vermögens-Besitzer, das inkludiert auch
Besitzer von Aktien, wurden mit einer einmaligen Abgabe in Höhe von 50 Prozent
teilenteignet. Der Staat konnte sich auf einem Schlag seiner Schulden entledigen
und sich über 30 Jahre laufende Einnahmen aus dem Lastenausgleichsgesetz
sichern. Natürlich
wäre eine solche Währungsreform im höchsten Maße unpopulär. Aber ich glaube
nicht, dass es zu Aufständen oder gefährlichen Exzessen gegen die politische
Klasse kommen würde. Denn die heutigen Schuld-Sklaven bleiben auch nach der
Währungsreform Schuld-Sklaven - derjenige, der sich mit diesem Schicksal
bereits heute abgefunden hat, wird sich auch in Zukunft damit abfinden. Und auf
die wenigen Vermögenden wird die Politik keine Rücksicht nehmen. Die mittellose
Meute wird diese Reform sogar als sozial gerecht feiern – bis sie dann
selbst merken, dass auch ihre üppigen Zahlungen vom Staat stark eingeschränkt
werden. Wenn die Politik die Gruppen geschickt gegeneinander ausspielt, dann kann
sogar ein Gemeinschaftsgefühl von wir-haben-ja-alle-verloren
entstehen. Ansätze
dieser mentalen Vorbereitung kann ich zwar heute schon beobachten. Aber das
reicht meines Erachtens noch nicht für eine erfolgreiche Durchführung einer wirklichen
Währungsreform aus. Mein Tip: Die versuchen es erst einmal mit einer
Währungsumstellung, werden im Rahmen dieser Umstellung aber schnell feststellen, dass eine Währungsreform notwendig werden wird. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Und
täglich grüßt das (griechische) Murmeltier: Die 10-jährigen
Griechenland-Anleihen sind heute auf bis zu 8,3 Prozent gestiegen. Zum Schluss
des Handels konnten sich die Papiere wieder etwas auf 8,1 Prozent
stabilisieren. Griechenland hat den point of no return
bereits überschritten. Eine Rettung ist jetzt nur noch im Rahmen eines
geregelten Konkurs-Verfahrens möglich. Staatshilfen
von anderen EU-Ländern oder des IWF werden hier das Ruder nicht mehr umreißen
können. Kein
Wunder also, dass der Euro weiterhin unter Druck steht. Nach
einem Bericht der CommodityOnline erwarten 93 Prozent
der weltweit befragten Investoren, das der Goldpreis sinken würde. Diese Umfrage
umfasste immerhin 21.600 Befragte. Gold als Blase oder Investment, in das
Massen gegangen sind – Fehlanzeige. Genau das Gegenteil ist der Fall. Da haben
sich Jon Nadler & Co so stark bemüht, ein
negatives Ressentiment gegen Gold zu schaffen, und trotzdem steigt der Preis
stetig. Wenn die befragten 93 Prozent dann nach stetig steigenden Preisen
selbst einsteigen wollen, werden wir einen richtig kräftigen Anstieg sehen, der
Gold über die Marke von $1.200 treiben wird. Deshalb wird die Marke von $1.160
so heftig von dem Gold-Kartell verteidigt. Die
Negativ-Stimmung scheint auch heute wieder die verbleibenden 7 Prozent der
Investoren, die wohl weiter mit steigenden Preisen rechnen, dazu animiert zu
haben, Gold zu kaufen. Nach anfänglich unveränderten Kursen setze das gelbe
Metall zwei Stunden vor Ende des Handels an der COMEX zu einer Rallye an, die
es bis über die Marke von $1.150 trieb. In Euro sehen wir inzwischen wieder
Kurse signifikant jenseits der Marke von EUR 850, was in Praxis zu Markt-Preisen der bekannten 1 Unzen-Münzen oberhalb der Marke von EUR 900
führt. Manche
behaupten, die Zeiten billigen Goldes seien vorbei. Dabei bildet der Goldpreis
nur den Anstieg der Eigenkapital-Geldmenge M1 nach, die weiterhin mit
zweistelligen Zuwachsraten durch die Notenbanken aufgebläht wird. Dieses Geld
kann auch nicht durch die üblichen Geldmengen-Steuerungsmechanismen wie bei dem
Kreditgeld (M3 – M1) abgeschöpft werden, so dass der Goldpreis auf
soliden Füßen steht. Gold bleibt also weiterhin relativ billig. Und hier ist
natürlich nicht die Sicherungsfunktion gegen eine Vermögensenteignung im Rahmen
einer Währungsreform berücksichtigt. In diesem Falle wären Preise von EUR
10.000 und mehr pro Feinunze gerechtfertigt. Sowohl
A.M. Fix mit $1.143,75 (EUR 851,00) als auch P.M. Fix mit $1.143,00 (EUR
853,30) waren heute praktisch unverändert im Vergleich zu gestern. Der
Superstar der vier Edelmetalle bleibt weiterhin Palladium, das heute um $15
zulegen konnte. Und das bei einer Preisbasis von $550 pro Feinunze. Der
US-Dollarindex tendierte mit einem Plus von 0,2 Punkten wegen des schwächeren
Dollars stärker. Gleichzeitig sanken die Renditen der 10-jährigen Treasuries auf 3,7 Prozent, so dass der von mir ermittelte
Quotient aus beiden Werten kräftig auf 21,9 anstieg. Das Dollarsystem zeigt
sich aus Sicht dieser Parameter stabil. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2010 |
||||||||||||||||||||||||||||||||