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Bericht für den 4. Mai 2010 Gold & Gesellschaft: Wir schützen das Ersparte unserer Bürger Die
gestrige ARD Propaganda-Sendung zur Euro-Krise wird als zeithistorisches
Dokument wohl Einzug in die Geschichtsbücher folgender Generationen finden. Ebenso
das bemerkenswerte Zitat unserer Bundeskanzlerin: Wir
schützen das Ersparte unserer Bürger. Solche
Zitate haben wir in der Vergangenheit schon häufig gesehen. Beispielsweise
von Walter Ulbricht kurz vor dem Bau der Berliner Mauer – obwohl er gar
nicht konkret zu diesem Thema befragt wurde: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.
Auch Angela Merkel wurde in dem Interview gar nicht zu der Sicherheit der
deutschen Spareinlagen befragt. Warum lässt sie sich dann, wie Ulbricht seinerzeit
zu einer solchen Aussage hinreißen. Oder man
erinnere sich an den Fall der Praktikantin im Weißen Haus, wo Bill Clinton
verlautbaren ließ: I did not
have sexual relations with that woman. Und wie
begründete der damalige U.S. Vizepräsident Dick Cheney den amerikanischen Überfall
auf den Irak: There is no doubt
that Saddam Hussein now has
weapons of mass destruction. Wie
pflegte doch Bertold Brecht zu sagen: Wenn die Oberen vom Frieden reden, weiß das gemeine Volk,
dass es Krieg gibt. Planen die Politiker also bei analoger Anwendung
dieser Regel, den Bürgern ihre Ersparnisse wegzunehmen. Oder sind die
Ersparnisse wegen der Griechenland-Krise nun plötzlich verloren – und man
bereitet den Bürger auf den Verlust medienwirksam vor. Wir
wissen es (noch) nicht. Aber jedem sollte nach dieser Verlautbarung endgültig
klar sein, dass die Politik genau das Gegenteil von dem vorhat, was offiziell
verkündet wird. Fakt ist,
dass ein Großteil der Ersparnisse in Form von Einlagen bei Versicherungen,
privaten Rentenversicherungs-Trägern und Banken in vielfältiger Form in Anlagen
geflossen sind, die diesen Namen eigentlich nicht verdienen. Zuerst waren es
US-Immobilien der Kategorie Subprime, die in den Bilanzen diverser deutscher
Geldinstitute als Anlage-Klassen auftauchten. Dann infizierte dieser Virus auch
angeblich sichere Anlagen wie Geldmarkt-Fonds, wo sich dann plötzlich wenig
liquide Forderungen wie Kreditkarten-Schulden der US-Verbraucher wiederfanden.
Und nun werden die angeblich sichersten Anlageformen wie Staats-Anleihen von dieser
Krankheit befallen. Allen
Anlage-Klassen ist gemeinsam, dass sie der insbesondere in den angelsächsischen
Ländern jahrzehntelang praktizierten Blasen-Ökonomie dienten. Dieses
Wirtschafts-System hat sich darauf versteift, die Kräfte des Arbeitsmarktes von
der Industrie in eine überdehnte Dienstleistungs-Wirtschaft zu überführen, die zunehmens auf die innere Befriedigung des
gesellschaftlichen Konsums ausgerichtet war. Hinzu wurde eine Finanz-Industrie
geschaffen, die mit ihrer Kreativität Lebensstandard verteilen konnte, wo es
eigentlich gar nichts zu verteilen gab. Denn
dieser Lebensstandard sind die verkonsumierten Ersparnisse der
Volkswirtschaften, die wie Deutschland, China und Japan als verlängerte
Werkbank und Produzenten-Staaten für die Blasen-Ökonomien bereitstanden und
immer noch stehen. Sie haben sicherlich auch schon gelesen, dass die
Vereinigten Staaten die Waren aus China mit frisch gedrucktem Geld bezahlen.
Das klingt auf den ersten Blick nicht so dramatisch, da oberflächlich
betrachtet keiner geschädigt wird. Aber diese Dollar-Überschüsse sind
letztendlich die Yuan-Sparguthaben der Chinesen. Die
Finanz-Industrie hat mit ihrer Blasen-Ökonomie Werte bei Häusern und anderen Asset-Klassen erschaffen, die eigentlich gar nicht
vorhanden sind. Was nutzt es dem deutschen Sparer, wenn sein Geld in britischen
Konsum geflossen ist und bilanztechnisch seine Forderungen durch eine Hypothek
an einem völlig überbewerteten Haus aus der viktorianischen Zeit gedeckt sind.
Richtig – gar nichts, es sei denn, es findet sich ein
Nachfolge-Schuldner, mit dessen Geld der bisherige Sparer ausgezahlt werden
kann und der von nun an selbst die Hypothek an der Backe hat. Das System Madoff, ein Schneeballsystem, bei dem Zinsen und Tilgungen
nur aus neu zufließenden Kundengeldern beglichen werden, lässt schön grüßen. Damit
dieses ungesunde System nicht auf zehn oder maximal zwanzig Prozent seines
realen Wertes kollabiert, werden seit dem Jahr 2007 verschiedene
Rettungsmaßnahmen ergriffen, welche das Blasen-Ökonomiemodell künstlich am
Leben erhalten. Und den Glauben der Sparer, dass ihre Einlagen sicher seien. Denn auch
die Staaten, die ihre Industrie und Infrastruktur auf den Export ausgerichtet
haben, haben natürlich kein Interesse daran, dass die besonders aufnahmefähigen
Märkte der Blasen-Ökonomie plötzlich kollabieren. Ein Verlust von vielen
Arbeitsplätzen mit inneren Unruhen wäre sonst die Konsequenz. Dieses
Verhalten fördert die Fehlallokation von Ressourcen gerade in den fleißigen
Ländern mit ihren besonders aktiven Sparern. Bricht das Modell der
Blasen-Ökonomie zusammen, dann werden auch die Industrien in den Lieferländern
wertlos. Man kann nicht von einem Tag auf den anderen von einer
exportorientierten Wirtschaft auf eine rein dem Binnenmarkt ausgelegte
Volkswirtschaft umschalten. Und so
spielt man das Spiel wie bei siamesischen Zwillingen weiter, wohl wissend dass
man sich nicht einfach aus dem gemeinsamen Körper mit den Konsum-Staaten wie
die Vereinigten Staaten, Großbritannien und auch Griechenland verabschieden
kann. Was
möchte ich damit sagen: Die nationale Politik ist gar nicht in der Lage, unsere
Ersparnisse zu schützen. Denn sie wird keinen auf der Welt finden, der anstelle
der deutschen Sparer in die Schuldner-Verträge mit US-Subprime Hypotheken,
UK-Kreditkartenschulden und dem griechischen Verschwender-Staat eintritt. Eine
mächtige Zäsur steht uns bevor. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die
Einschläge im Euro-Raum werden immer größer. Kaum schien Griechenland zumindest
auf dem Papier gerettet, da wird an den Märkten bereits darüber spekuliert,
dass auch Spanien einen Bailout braucht. Es wurde
eine Zahl von EUR 280 Milliarden genannt. Nicht dass die europäische
Solidarität durch immer mehr Staaten aufgeweicht wird, die nicht zahlen können
beziehungsweise nicht zahlen wollen. Nun wollen diese Staaten nun ihrerseits
Geld haben. Frei nach der Devise: Wenn einer gerettet wird, dann kann man dem
nächsten nicht die Hilfe versagen. Die
10-jährigen griechischen Staatsanleihen stiegen in der Folge wieder stark um
0,9 Prozent auf 9,4 Prozent an, während die 2-jährigen Titel mit einem Anstieg
von 3,5 Prozent auf 13,8 Prozent wieder regelrecht explodiert sind. Die Märkte
antizipieren, dass es zu keinem Geldfluss an Griechenland kommen wird. Nach den
obigen Gerüchten über Spanien und der Widerstände von Bundestag-Abgeordneten
der schwarz-gelben Koalition, die bei einer Probeanstimmung zum Bailout-Gesetz die Kanzlermehrheit gefährdet hatten, muss
Angela Merkel nun doch Plan B in Erwägung ziehen: Den deutschen Ausstieg aus
der Euro-Zone. Jedenfalls
haben wir heute einen mächtigen deflationären Schock für die Märkte gesehen,
der sich mit einem um 1,4 Prozent abschwächenden Euro gegenüber dem US-Dollar
bemerkbar gemacht hat. Gegenüber dem Yen betrug der Euro-Verlust sogar 1,6
Prozent. Diese Devisen-Carry-Trades haben den
heutigen Schock noch verstärkt. In der
Folge fielen die Aktienmärkte in Europa um 3,9 Prozent (STOXX50) und der Dow
Jones in New York um 2,0 Prozent (kurz vor Handelsschluss). Öl musste
$3,40 auf $82,80 abgeben und verlor fast vier Prozent. Von den
weißen Edelmetallen erwischte er erneut Silber mit minus 95 Cent am stärksten.
Dort gingen mehr als fünf Prozent des Wertes verloren. Palladium hielt sich mit
einem minus von 4,6 Prozent etwas besser. Platin performte
mit einem Minus von 2,8 Prozent heute besser als Öl und die Aktienmärkte in
Europa. Selbst
das deflationsfeste Gold konnte trotz anfänglicher Stärke (A.M. Fix mit
$1.184,25 / EUR 901,46 und P.M. Fix mit $1.185,00 / EUR 907,28) dem Druck des
Marktes nicht widerstehen. Der Verlust mit einem Prozent hielt sich jedoch in
Grenzen. Die Euro-Halter von Gold konnten sogar einen leichten Anstieg
beobachten. Das war
heute trotz anders lautender Nachrichten keine gezielte Gold- oder
Silberpreis-Drückung. Den
10-jährigen US-Staatsanleihen tat der heutige Spuk gut: Mit 3,6 Prozent wurde
ein Zinssatz erreicht, der seit mehreren Monaten nicht mehr so tief stand. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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