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Bericht für den 14. Mai 2010 Gold & Gesellschaft: Deflationsschock Ein
Großteil der Marktteilnehmer erwartet Inflation. Dementsprechend sind sie in
Anlageklassen investiert, die bei steigender Geldmenge in ihrem Preis ebenfalls
steigen. Rohstoffe wie Öl, Kupfer aber auch die weißen Edelmetalle gehören
dazu. Gold nur teilweise, denn es orientiert sich an der Eigenkapital-Geldmenge
(M1). Die
unvorstellbaren Mengen Geld, die beispielsweise die Regierungen, der
Internationale Währungsfond (IWF) und die Europäische Zentralbank (EZB) in die
Märkte pumpen wollen, um den Euro zu retten, stützen diese These. Hinzu kommen
die Währungs-Swaps, mit denen die Federal Reserve
(FED) der EZB und anderen Notenbanken unbegrenzte US-Dollar Liquidität
verschaffen wollen. Die Märkte müssten also förmlich in Liquidität ertrinken. Tun sie
aber nicht: Heute haben wir einen erneuten Deflationsschock erleben dürfen.
Nicht so intensiv, aber genauso plötzlich wie wir erst kürzlich erleben
durften. Sie erinnern sich sicherlich noch an den Donnerstag Abend letzter
Woche, wo der Dow Jones unerwartet 900 Punkte abgeben musste. Ich hatte
vor wenigen Tagen schon einmal die Befürchtung geäußert, dass sich in dem
Dollar-Raum ein deflationäres Loch befindet, das eine Reihe von Marktteilnehmern
dazu zwingt, Vermögenswerte gegen US-Dollar zu verkaufen. Der US-Ölpreis hat dies
die letzten Tage angezeigt – US-Öl hat im Laufe des heutigen Tages 4,5
Prozent verloren und steht bereits nahe der Marke von $70. Eigentlich gut für
die Realwirtschaft, werden so reale Inflationsgefahren an den Märkten
zurückgedrängt. Natürlich
kann man es sich so einfach machen, wie heute Bloomberg unter dem Titel Euro, Stocks, Oil Slump on Debt Concern;
Treasuries, Bunds Gain:
The euro slid
to the lowest since the aftermath
of Lehman Brothers Holdings Inc.s bankruptcy and stocks tumbled on concern the sovereign debt
crisis will stifle economic growth and lead to a breakup of the European currency. Oil fell for a fourth day
and U.S. and German bonds rallied.
Hier wird der Euro für alles Üble, was sich derzeit an den Märkten abspielt,
verantwortlich gemacht. Sicherlich
haben auch die Aussagen von Joe Ackermann zu der Nichtrückzahlbarkeit der
griechischen Schulden und die negativen Äußerungen des US-Präsidentenberaters
und ex-FED Chefs Paul Volcker
zum Euro-Währungsraum den Euro weiter nach unten gerissen. Volcker Sees Euro Disintegration Risk From Greece schrieb Bloomberg gestern und
heute. Und ein anderer Bloomberg-Bericht unter dem Titel Euro Breakup Talk Increases as Germany Loses Its Currency Proxy spricht schon offen über den Zerfall der Euro-Zone. Der Euro
verlor heute gegenüber dem US-Dollar bis zu 1,3 Prozent. Erst danach konnte
sich die europäische Währung wahrscheinlich nach erneuten Eingriffen der
Notenbanken wieder leicht erholen. Noch schlechter ging es der
Gemeinschafts-Währung gegenüber dem Yen – dort gingen im Tagesverlauf bis
zu 2,2 Prozent verloren. Dass
gleichzeitig der US-Dollar aber gegen den japanischen Yen wieder steigt und die
weißen Edelmetalle nebst US-Öl heute Nachmittag kräftige Preisabschläge
hinnehmen mussten, das lässt sich aber nicht auf den Euro schieben. Der die
europäischen Aktien-Märkte abbildende STOXX50 gab im Laufe des Handelstages
knapp fünf Prozent ab. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Pünktlich
zum Wochenende konnte Gold heute zeitweise die Marke von EUR 1.000 pro Feinunze
überschreiten. Der zum Nachmittag einsetzende deflationäre Schock ließ aber
einen Großteil dieser Gewinne wieder zusammenschmelzen. Allerdings
war das deflationsstabile Gold wesentlich geringer von dem kräftigen Rückgang
betroffenen, der zum Nachmittag alle Anlageklassen bis auf die hochwertigen US Treasuries und German Bunds (Bundesanleihen) tief ins Minus
zog. So stiegen heute gleichzeitig der US-Dollarindex um 0,9 Punkte auf 86,0
und die Realrenditen der 10-jährigen Treasury Notes fielen um 0,2 Prozentpunkte
auf 3,4 Prozent. Der von mir ermittelte Quotient aus beiden Werten ist um
unglaubliche 1,7 Punkte auf 25,3 gestiegen. An einen solch hohen Wert konnte
ich mich überhaupt nicht erinnern, seitdem ich diesen Parameter erfasse. Gold
stieg heute früh im asiatischen Handel über die Marke von $1.135. Erneut kam es
mit dem einsetzenden Londoner Vormittags-Handel zu einem weiteren Preisimpuls
nach oben. Der A.M. Fix kam mit $1.238,75 (EUR 993,50) um vier Dollar höher als
noch vor 24 Stunden zustande. Im
Anschluss stieg Gold dann schnell auf bis zu $1.150 an. Zu diesem Zeitpunkt war
dann aber der Punkt, wo Gold zwischenzeitlich EUR 1.000 erreicht hatte, bereits
überschritten. Mit dem beginnenden COMEX-Handel
konnte Gold zwar nicht die Marke von $1.150 halten, schwankte aber oberhalb der
Marke von $1.145. Der P.M.
Fix mit $1.236,50 (EUR 993,75) überraschte die Marktteilnehmer dann aber auf
dem falschen Fuß. Im Anschluss verfiel Gold schnell um weitere $15 bis unter
die Marke von $1.120. Von nun an ging es aber wieder aufwärts, so dass Gold ein
Großteil seiner Verluste wieder wettmachen konnte. Zum COMEX-Schluss
stand Gold dann mit $1.128,00 um einen Dollar niedriger als noch gestern. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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