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Bericht für den 17. Mai 2010 Gold & Gesellschaft: Deutschlands eurohörige Eliten Wenn es
je eines Beweises bedurfte, wie weit sich in Deutschland die veröffentliche
Meinung von der öffentlichen Meinung entfernt hat, dann braucht man sich nur
die Medienbericht-Erstattung über die gerade eine Woche alte
Euro-Rettungsaktion anzusehen: Bis auf zarte Andeutungen wird nicht darüber
berichtet, dass jeder Deutsche mit 2.000 Euro belastet wird. Es wird nicht
darauf hingewiesen – ein rühmliche
Ausnahme bildete Josef Ackermann neulich in einer Talk-Show - dass die
Hilfegelder für Griechenland praktisch verloren sind. Und keine der biederen
Zeitungen und dem Enthüllungs-Journalismus verpflichtete Magazine sagen den
Bürgern, dass die neue Politik der EZB eine versteckte Währungsreform darstellt. Deutschland
– das Land des Verhüllungs-Journalismus. Im SPIEGEL wird nicht mehr
aufgedeckt, sondern nur noch kleingeredet. Die Talk-Shows im Fernsehen
verkommen zu irrealen Schauspielen, welche man sonst nur aus Trash-TV Produktionen kennt. Und die hoch gelobten
Wirtschafts-Medien wissen nicht, ob sie jetzt hü oder hott
schreiben sollen. Der
Londoner Telegraph hat da weniger Skrupel und stellt aufgrund der negativen
Stimmung im Lande die folgende rhetorische Frage: With the Germans turning
against the euro, is there
any chance that it, too,
could be as good as dead? Will Germany, in the end,
lose patient with writing the cheques? Ja, ja
und nochmals ja – so könnte man aus Volkes Sicht antworten. Wir können
dieses Votum aber in Deutschland nicht in Form von General-Streiks oder Unruhen
vernehmen. Sondern solche Themen werden am Stimmtisch oder unter Kollegen und
Freunden offen diskutiert. Und anstatt sich mit der Polizei Straßenschlachten
zu liefern, protestieren die Bürger still und heimlich gegen den Euro - indem
sie ihre Sparkonten plündern und das Euro-Geld in Sachwerte tauschen. Das hat
zwar nicht denselben Symbolwert wie ein brennender EZB-Tower in der Frankfurter
Innenstadt. Aber im Prinzip ist das Ergebnis das
gleiche: Mit dem panischen Abverkauf des Euros werden der EZB letztlich ihre
Fundamente entzogen. Der symbolreiche Einsturz des EZB-Towers würde am Ende nur
ein unschuldiges Gebäude beschädigen. Die
hartnäckige Renitenz der deutschen Medien dies zu berichten basiert vielmehr
auf der eurohörigen Elite, die Deutschland (noch) beherrscht. Und die, so wie
es der Telegraph ausdrückt, bis zum bitteren Ende die EU verteidigen werden: The German political classs deep-seated commitment to Europe
has not been changed. ... But ultimately the German political elite will do whatever is necessary
to save the EU, and although
the parties are pretending to be nationalistic they will go along. Diese
eurohörige Elite besteht aber nicht nur aus Politikern und den System-Medien.
Auch die Führungsetagen der deutschen Industrie gehören dazu. So widersprach
neulich der Vorsitzende der Metro-Gruppe vehement dem Vorhaben, den Euro gegen
eine neue Deutsche Mark zu opfern. Die
Industrie-Lobby sieht nur die Export-Vorteile, die der Euro der deutschen
Industrie gebracht hat, aber ignoriert die Tatsache, dass die Auslands-Aufträge
mit von deutschen Banken geliehenen Kundengeldern deutscher Sparer bezahlt
werden. Wenn es schief geht: Dann rettet Banken und Sparer einfach der Staat. Nicht
unser Problem – so krakeelen die Industriemanager. Hier wird nach dem Sankt-Florians-Prinzip gehandelt: Verschon mein Haus / Zünd
andere an. Ist die
öffentliche Meinung in Deutschland nun wirklich so unbedeutend, dass die Eliten
weiter gegen sie agieren kann? Oder wie es der Telegraph ausdrückt: There is no chance that
the popular will can break through
– the German system is much more
elite-driven. Ich denke
nicht - hier irrt der Reporter des Telegraph. Die deutsche Öffentlichkeit macht
sich sehr wohl tiefe Sorgen um seine Zukunft. Wären wir wirklich so
elitegetrieben, wie der Bericht suggeriert, dann hätten wir den Versicherungen
unserer Politiker und Medien vertraut, dass ja alles nicht so schlimm sei. Denn
es werden ja voraussichtlich gar keine Steuergelder fließen. Aber die
Bevölkerung flieht aktiv aus dem Euro – das Vertrauen in diese Währung
ist nicht nur erschüttert. Es ist vielmehr im höchsten Maße beschädigt, wenn
nicht sogar irreversibel zerstört. Die
Euro-Eliten können weiter so tun, als ob es den Euro und die europäische
Integration in Zukunft weiter geben wird. Aber die Sichtweise im Volk ist eine
andere: Stell Dir vor, es gibt den Euro und keiner nimmt ihn mehr an. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die
Märkte werden derzeit fast ausschließlich durch das Vorhandensein oder das
Nichtvorhandensein der großen Notenbanken bestimmt. Das
heutige Beispiel für das Nichtvorhandensein der Notenbanken: Früh im
asiatischen Handel ist der Euro erneut um 0,9 Prozent auf $1.224 gesunken, der
Yen gegenüber dem Euro sogar um bis zu 1,3 Prozent. Und nun
die konzertierte Aktion der Notenbanken zur Euro-Rettung: um 16:00 Uhr steht
der Euro gegenüber dem Yen nun im Plus mit 0,7 Prozent. In US-Dollar beträgt
der Anstieg 0,5 Prozent. Die Notenbanken haben nicht nur den Euro wieder in den
Griff bekommen, sondern auch den gegenüber den US-Dollar ausufernden
japanischen Yen. Diese
Aktionen mussten auch den Goldpreis entsprechend begleiten. Zum Euro-Tiefstand
heute früh im asiatischen Handel erreichte er bereits die Marke von $1.242. Bis
15:00 Uhr wurde er dann schließlich auf $1.224 gedrückt. Man kann sich
vorstellen, wie groß der Drückungs-Aufwand war, da man Gold gegen einen
künstlich gedrückten US-Dollar (gegen Euro) nicht ausbrechen lassen wollte. Besser
konnte man dies am Euro-Goldkurs verfolgen: Heute früh erreichte er noch mit
EUR 1.012 seines Tages-Höchststand und wurde bis 15:00 Uhr MEZ auf EUR 990
gedrückt. Gegen
18:00 Uhr MEZ drehte der Euro jedoch wieder scharf ins Minus. Ebenso stieg der
Yen erneut gegen den Dollar an. Also mussten die Notenbanken ein zweites Mal
kräftig intervenieren. So konnte sich der Euro zumindest stabil gegen den
Dollar und Yen zum Schluss der Märkte behaupten. Beim Gold
wurde nach dem Londoner P.M. Fix ($1.236,00 / EUR 998,95) ein zweite
Drückungs-Runde eingeläutet, die das gelbe Metall bis zum Schluss des Handels
an der COMEX auf $1.227,00 drücken konnte. Im Access Handel wurde Gold dann bis
22:00 Uhr MEZ um weitere sieben Dollar gedrückt. Man hat mit Gold wohl für den
nächsten Tag größeres vor. Das
heutige Marktumfeld war eher für Day Trader geeignet
– zumal der schwache Euro und der starke Yen eine kräftige Intervention
der Notenbank sprichwörtlich herausgefordert hat. Ansonsten drohte die Gefahr
einer erneuten deflationären Spirale nach unten. Gold war (natürlich) auch das
Ziel der Angriffe, obwohl die Drückung anfangs nicht besonders erfolgreich verlief
(kein Wunder, wenn man gleichzeitig die Märkte mit Liquidität flutet). Die
weißen Edelmetalle und Öl, das zwischenzeitlich unter die Marke von $70 fiel,
hat es dagegen schwer erwischt. Um 22:00 Uhr war Silber mit 43 Cent im Minus,
Platin mit $50 und Palladium mit $19. Die Aktien-Indizes drehten immer dann ins
Plus, wenn die Notenbanken mit ihren Devisen-Swap
Geschäften die Märkte fluteten. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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