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Bericht für den 18. Mai 2010 Gold & Gesellschaft: French Connection Man muss
nur amerikanische Zeichen-Trickfilme sehen, um sich ein Bild der Franzosen aus
Sicht der US-Amerikaner machen zu können. Beispielsweise Die Simpsons oder American Dad. Der Tenor: Ein hochnäsiges Volk, das nur auf seinen
eigenen Vorteil bedacht ist. Während
wir in Deutschland kaum Verflechtungen zwischen der Politik und der Wirtschaft
finden, kommen die Politik-Eliten und die Wirtschafts-Eliten von unserem großen
Nachbarn fast ausschließlich aus den gleichen Kader-Schmieden: Der ecole nationale d’administration
(ENA) und der ecole polytechnique. Die
starke Verflechtung zwischen Wirtschaft und Politik zeigt sich insbesondere bei
der Durchsicht der Absolventen der eigentlich auf Ausbildung von
Verwaltungsbeamten ausgerichteten ENA: Jaques Chirac – der letzte
Staatspräsident, Louis Gallois – Chef von
Airbus, Pascal Lamy – Generalsekretär der WTO, Jean-Francois Cirelli – Vorstandsvorsitzender von GDF, Dominique
Strauß-Kahn – Chef des IWF und schließlich Jean-Claude Trichet – Direktor der EZB. Drei
ENA-Elitefranzosen sitzen an führender Position international bedeutsamer
Organisation: Der World Trade Organisation (WTO) in Genf, des Internationalen
Währungsfonds (IWF) in Washington und der Europäischen Zentralbank (EZB) in
Frankfurt. Norbert
Walter, der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank hat erst kürzlich das
deutsche Dilemma mit folgenden Sätzen kritisiert: Früher hat der Unternehmer
seine drei Söhne wie folgt ausgebildet – der erste ging in die Politik,
der zweite arbeitete für die Kirche und der dritte hat dann das Unternehmen des
Vaters weitergeführt. Das war kein Abschieben der ersten beiden Söhne in
bedeutungslose Jobs, sondern der Selbsterhaltungstrieb des Unternehmers. Der
Sohn in der Politik hat dafür gesorgt, dass eine wirtschaftsfreundliche Politik
gemacht wird. Der Sohn in der Kirche hat die Moralvorstellungen an das Volk
weitergegeben. Und der dritte Sohn setzt unter diesen günstigen
Rahmenbedingungen die Arbeit des Vaters fort. Wie
denken die Unternehmer heute: Der einzige Sohn übernimmt den Betrieb und auf
die Politiker und Kirchenvertreter wird nur lauthals geschimpft. In der deutschen
Politik engagieren sich dann nur die Zweit- oder Drittklassigen und für die Kirche
bleiben dann nur diejenigen über, die derzeit mit pädophilen
Neigungen die Nachrichten beherrschen. Der
deutsche Unternehmer darf sich also nicht darüber beschweren, welche Politiker
und Kirchen-Oberen zwei der drei wichtigen gesellschaftlichen Bereiche führen.
Auf der anderen Seite hat diese unternehmerische Unabhängigkeit auch Vorteile:
Anstatt sich an den stark zentralistisch und an der Politik orientierten
Dirigismen zu orientieren, kann man unabhängig seine unternehmerischen
Fähigkeiten ausspielen und umsetzen. Denn der etatistische
Ansatz der französischen Eliten ist nichts weiter als eine Vorstufe zu einer
Planwirtschaft. Wir sehen deshalb in Frankreich viele Großkonzerne im Bereich
der Grundversorgungs-Industrien, aber im Vergleich zu Deutschland kaum einen
funktionierenden Mittelstand. Trotz
dieser marktwirtschaftlichen Ausstattung der deutschen Industrie muss man sich
darüber im Klaren sein, dass eine zentrale Organisation die Marktwirtschaft mit
Zentralismus und Dirigismus überschattet: Die Notenbank. Zentralbanken
sind keine marktwirtschaftlich orientierten Unternehmen: Sie erbringen keine
Wertschöpfung, können dafür aber mit dem Mittel des Zinses und der
Geldsteuerung die wirtschaftliche Entwicklung wesentlich beeinflussen. Gerät
die Notenbank unter Kontrolle der einen oder anderen Interessens-Gruppe, dann
kann diese zu ihrem Nutzen die Wirtschaftpolitik maßgeblich beeinflussen.
Deshalb ist es höchstgefährlich, dass mit Jean-Claude Trichet
ein ENA-Elitefranzose der EZB vorsteht. Und es ist noch gefährlicher, wenn die
französische Politik über die alten Seilschaften Einfluss auf diese Notenbank
erhalten kann. Genauso
wie beim IWF, der immer mehr zum Spielball der sozialistisch-elitären
Vorstellungen von Weltwirtschaft des ENA-Absolventen Dominique Strauß-Kahn
wird. Nun
scheint der US-Senat in einem einstimmig verabschiedeten Votum diesem Treiben
des staatsdirigistisch agierenden Franzosen einen Riegel vorgeschoben zu haben:
Der Senat drängt die US-Regierung dazu, die Hilfen des IWF unter anderem an
Griechenland zu blockieren. Die mühsam erarbeitete Lösung für die Euro-Krise
steht vor einem Trümmer-Haufen. Die auf
marktwirtschaftliches Handeln orientierte Weltgemeinschaft muss deshalb dafür
sorgen, dass diese French Connection aufgelöst wird.
Sie richtet derzeit erhebliches Unheil an – das betrifft nicht nur
Deutschland, sondern auch die anderen Staaten der westlichen und auch östlichen
Hemisphäre. Trotz
aller Kritik an dem Verhalten von Angela Merkel kann man es nicht von einer
deutschen Regierungs-Chefin verlangen, allein gegen diese geballte und eingespielte
Seilschaft in extrem kritischen Situationen ihres Heimatlandes (Frankreich
stand ja am Freitag vorletzter Woche kurz vor dem Staatsbankrott) zu obsiegen.
Zumindest der US-Senat scheint sich als ein neuer Verbündeter
herauszukristallisieren. Hoffentlich ist es noch nicht zu spät. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Das haben
sich die vier großen Zentralbanken anders vorgestellt: Gestern wollten sie den
Euro gegen den US-Dollar heben und den Yen absenken. Heute früh sollten dann
die Währungs-Paare stabilisiert werden und man wollte sich dem Goldpreis
widmen. Es sah
zwischenzeitlich danach aus, als wenn diese Strategie aufzugehen schien: Der
Euro und der Yen blieben in dem verordneten Korridor und Gold konnte in
mehreren Stufen auf bis zu $1.206 gedrückt werden. Für den Handels-Zeitraum an
der COMEX war man schon auf weitere Verluste von $20, $30 oder sogar noch mehr
vorbereitet. Aber die
Strategie schien nicht aufzugehen. Dabei ist überhaupt nicht verständlich,
warum die um ihr Überleben kämpfenden Notenbanken nicht einen Teil ihrer
Gold-Reserven zur Währungsrettung eingesetzt haben. Denn als Ultima Ratio
werden die Reserven genau zu diesem Zweck gehalten. Ist es vielleicht so, dass
das Gold überhaupt nicht mehr in verkaufbarer Form, das heißt als 400 Unzen
London Good Delivery Bars vorliegt? Und was
ist mit den knapp 200 Tonnen des noch zum Verkauf stehenden IWF-Goldes? Warum
schmeißt man nicht 50 Tonnen in London kurz vor dem P.M. Fix in den Markt
– da könnte man doch einen schönen $20-Abstieg provozieren. Zumal die
Inder wegen der hohen Preise Kaufzurückhaltung üben. Ist es
vielleicht so, dass auch dieses Gold nicht existiert? Oder
halten die Notenbanken ihr Gold zurück für den Fall eines Falles – für eine
goldgedeckte nationale Notwährung, wenn die heutigen
Maßnahmen nicht greifen sollten? Ich weiß
es auch nicht. Aber ab 17:00 Uhr MEZ ging den Notenbanken dann auch noch die
Kontrolle über den Euro verloren. Die Währung verlor innerhalb weniger Stunden
1,5 Prozent ihres Wertes. Und gleichzeitig schoss Gold von EUR 970 auf über EUR
1.000 hoch – in US-Dollar wurden die Verluste von zeitweise über $15
wieder ausgeglichen. Mir kommt
die Situation so vor, wie eine Gruppe von Notenbanken, die in den Abgrund
blickt und optimistisch verkündet: Gestern standen wir noch vor dem Abgrund und
heute sind wir einen Schritt weiter. Die
Situation, die gestern und heute bis zum frühen Nachmittag noch sehr
kontrolliert aussah, ist völlig entglitten. Ich bin gespannt, mit welchen
Maßnahmen die Regierungen und Notenbanken diese Situation wieder glätten
wollen. Um 22:20
stand der US-Dollarindex bereits wieder bei 87,2. Die 10-jährigen Treasury
Notes sind auf einen Real-Zinssatz von 3,4 Prozent gefallen. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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