Bericht für den 28. Mai 2010

 

Gold & Gesellschaft: Merkels Politzwerge

 

Selbst der inzwischen zu einem Regierungs-Organ verkommene SPIEGEL sieht die Kanzlerin in der Misere. Unter dem Titel Merkels sieben Plagen listet der SPIEGEL sieben konkrete Herausforderungen auf, die Angela Merkel bewältigen muss. Wobei der Titel Plagen wieder regierungsamtlich gefärbt ist – die sieben Sünden der Angela Merkel müsste man eigentlich diesen Bericht übertiteln. Denn die angeführten Probleme sind nicht wie eine biblische Plage über die Regierungs-Chefin hereingebrochen, sondern sind im Wesentlichen selbstverschuldet.

 

Das Problem: Merkel umgibt sich mit einem Stab gefälliger Mitkämpfer, die aufgrund ihrer Qualifikation nie in diese Positionen gekommen wären. Deren einzige Qualifikation: Sie können Merkel nicht gefährlich werden. Die erste Schutzschicht dieser Politzwerge bilden Ronald Profalla, ex-Generalsekretär der Union und jetziger Kanzleramts-Minister, Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender der CDU im Bundestag und Thomas de Maiziere, ex-Kanzleramtsminister und jetziger Innen-Minister. Es folgen Norbert Röttgen, Umwelt-Minister, Annette Schavan, Bildungs-Minister, Hermann Gröhe, CDU-Generalsekretär und Ursula von der Leyen, Arbeits- und Sozialminister.

 

Alle diese Personen sind nicht dazu in der Lage, politische Akzente zu setzen. In den verschiedenen Talkshows und anderen öffentlichen Auftritten fallen sie stets durch belanglose und ausweichende Redebeiträge auf. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich hier um politische Tiefflieger – dadurch dass sie unter dem Radar der kritischen Pressebeobachtung fliegen, stehen sie auch nicht in der Kritik. Denn was sollte man denn kritisieren, wenn es keine Positions-Äußerungen gibt, außer die Botschaften der Kanzlerin im Land zu verbreiten.

 

Die Koch-Lücke, wie der SPIEGEL Merkels Plage V umschreibt, sollte in einer großen Volkspartei eigentlich nicht auftreten. Denn rhetorische Brillanz, das Image des Konservativen und eine gewisse wirtschaftliche Erfahrung sollten doch in einer Partei vorhanden sein, die Personen wie Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Franz-Josef Strauß hervorgebracht hatte.

 

Nun ist Roland Koch weg, nach Friedrich Merz, der noch mit Oskar Lafontaine interessante Redeschlachten zum Thema Wirtschaft führen konnte. Und wer vertritt eigentlich noch das konservative Gesicht der Union nach Alfred Dregger? Bei den LINKEN gibt es hier den Gregor Gysi, der zumindest noch Polarisation in die politische Landschaft bringt. Mit wen in der Union sollen die beiden Zugpferde der LINKEN denn eigentlich noch kontroverse Diskussionen führen? Wo bleibt die Aggressivität in der Politik, die notwendig ist, um die Bürger für Politik zu interessieren?

 

Nichts – alles wurde platt gewalzt.  Politik verkommt nur noch zu einer dog and pony show. Da müssen sich die Parteien nicht wundern, dass immer weniger Bürger sich an der politischen Diskussion beteiligen. Wenn alles platt ist, wen soll man dann eigentlich für was wählen.

 

Bei Roland Koch wusste man das noch. Bei Oskar Lafontaine auch – wobei dessen bedingungsloser Einsatz für die verschiedenen Rettungsaktionen doch noch einem zu Denken geben sollte.

 

Aber wenn man um sich wie Angela Merkel nur einen Stab willenloser und gefälliger Politzwerge sammelt, dann muss man sich nicht wundern, wenn einem die Politik aus den Händen gleitet.

 

Dann kann plötzlich die French Connection Deutschland und die Europäische Zentralbank überfallsartig in eine gemeinsame europäische Haftungs- und Transfergemeinschaft zwängen: Die Habenichtse bestimmen, dass Deutschland und andere Länder noch mehr zur Aufrechterhaltung des Club Med Lebensstils zahlen müssen. Auch wenn Griechenland schummelt: Macht nichts, Deutschland zahlt gerne die Rechnung.

 

In der Bewältigung der Finanzkrise macht das Kabinett Merkel einen Fehler nach dem anderen. Zuerst ist man zögerlich, dann lässt man sich zu einer Griechenland-Rettung hinreißen und plötzlich gibt man in einem Zug den kompletten Euro-Stabilitätspakt auf. Gab es wirklich keine Alternative dazu? Schon – aber darauf sind natürlich die Gehirnschrumpf-Germanen in Angelas Regierungs-Mannschaft nicht gekommen.

 

Dieses Problem kann die Union eigentlich nur dadurch lösen, dass sie auf breiter Front durch die Wähler von der Macht vertrieben wird. Das NRW-Debakel hat hier die erste Runde der Götterdämmerung der Angela Merkel eingeläutet. Weitere Niederlagen werden folgen müssen, damit die kritische Masse erreicht sein wird, einen Putsch gegen die Kanzlerin zu wagen. Man kann natürlich auch auf ein Zusammenbrechen der Koalition hoffen – da besteht allerdings die Chance, dass sich Merkel mit der SPD erneut retten kann.

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

Während die Notenbanken weltweit damit beschäftigt sind, den Euro zu retten beziehungsweise dessen Leben künstlich zu verlängern, tut sich am Goldmarkt relativ wenig.

 

Erneut verlief der heutige Tag relativ langweilig. Bis eine Stunde nach Eröffnung des Handels an der COMEX eine kräftige Preisbewegung nach unten den Markt überraschte. Wir sind nicht überrascht, denn es war der Versuch der bekannten Freitags-Drückung. Gold sollte im Wochenverlauf nicht zu positiv dastehen.

 

Die Drückung wurde in zwei Wellen vorgenommen. Die erste Welle bis zum Londoner P.M. Fix ($1.207,50 / EUR 976,23) hat Gold um acht Dollar auf die $1.205er-Marke gedrückt. Anschließend konnte sich Gold wieder auf knapp $1.210 befestigen, bevor nach weiteren 30 Minuten die nächste Drückungs-Welle folgte. Diesmal fiel Gold auf bis zu $1.203.

 

Aber die Marke von $1.200 wurde nicht unterschritten, so dass sich der Goldpreis in drei Aufwärts-Bewegungen bis zum Ende des COMEX-Handels auf $1.213,00 befestigen konnte. Nur der A.M. Fix zum Londoner Vormittag mit $1.214,00 (EUR 978,32) kam etwas fester zustande.

 

Im Wochenvergleich konnte Gold vierzig Euro beziehungsweise vierzig US-Dollar zulegen. Die weißen Metalle tendierten heute anfänglich positiv, mussten dann aber ihre Tagesgewinne wieder abgeben und schlossen letztlich im negativen Terrain.

 

Obwohl US-Öl heute 40 Cent abgeben musste, liegt der Öl-Preis inzwischen wieder über der Marke von $75 pro Barrel. Beim Defla-Spiel der letzten Woche fiel Öl zeitweise kräftig unter die Marke von $70. Diese Woche konnte man die Geldschleusen kräftig öffnen, da ein Anstieg des Öls verkraftbar erschien. Das sieht man insbesondere an den Notierungen der weltweiten Aktienmärkte von gestern. Obwohl der Dow Jones (DJIA) heute im Laufe des Tages wieder einen Teil seiner gestrigen Gewinne abgeben musste. Aber wir kennen ja das PPT – es wird schon bis zum  Schluss des Handels um 22:00 Uhr MEZ dafür sorgen, dass das Minus nicht zu stark ausfällt.  

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.214,00

(€978,32)

$1.210,75

(€987,16)

+ $3,25

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.207,50

(€976,23)

$1.211,00

(€991,73)

- $3,50

COMEX Schlusskurs

$1.213,00

NA

$1.212,60

(€978,51)

+ $0,40

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$18,53

(€14,93)

$18,36

(€14,92)

+ $0,17

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.555,00

(€1.257,60)

$1.535,00

(€1.253,55)

+ $20,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$471,00

(€380,90)

$455,00

(€371,60)

+ $16,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

86,6

86,3

+ 0,3

Renditen 10-jährige Treasuries

3,3 %

3,3 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

26,2

26,2

unverändert

 

Über Ziemanns Gold News

Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht.
Er ist erreichbar unter:
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