|
Bericht für den 16. Juni 2010 Gold & Gesellschaft: Euro-Exitus ante portas Wie man
es auch drehen mag, der Euro ist tot. Die Nachrichten-Lage verschärft sich
täglich, und immer mehr beunruhigende Details des Niedergangs kommen an das
Tageslicht. Es sind inzwischen aber nicht nur die Ansichten von sogenannten
Spekulanten und vermeintlichen Euro-Gegnern, welche die gemeinsame Währung
immer mehr an den Rand des Exitus treiben. Die
bereits mehrfach pro Woche zu beobachtenden Rettungs-Versuche der weltweiten
Notenbanken zu Gunsten des Euros deuten auf die apokalyptischen Zustände hin,
die der Welt wohl drohen würde, wenn der Euro unkontrolliert implodieren würde.
Aber jede anfangs erfolgreich durchgeführte Rettungs-Aktion läuft in Folge von
noch mehr schlechten Nachrichten ins Leere. Den Euro
geht es nicht anders als Angela Merkel, die seit einigen Monaten
ihr Fortune verloren hat und von einer Katastrophe in die nächste
schlittert. Man kann auch sagen: Seit mehreren Monaten ist ihr nichts mehr
gelungen. So wie
sich verschiedene Interessens-Gruppen in der Koalition derzeit gegenseitig
zerfleischen, fangen nun auch die Euro-Länder an. Die größten Ratten, die das
sinkende Euro-Schiff derzeit verlassen, sind nach Presseberichten die
französischen Banken. Die stecken nämlich mit $700 Milliarden über alle Ohren
in PIIGS-Staatsanleihen. Aber im Gegensatz zu den
ebenfalls stark involvierten deutschen Banken versuchen die Banker aus
Frankreich, ihre PIIGS-Anleihen
der EZB im Rahmen der Ankaufpläne zur Stabilisierung der Bond-Märkte
unterzujubeln. Die
deutschen Geldinstitute ließen sich vor einigen Wochen noch vom
Bundesfinanz-Minister die Zusage abschwatzen, bloß
nicht die besonders stark betroffenen griechischen Staats-Papiere abzustoßen.
Während das deutsche Banken-System die Endsiegs-Propaganda unserer Euro-Eliten
immer noch zu glauben scheint, ergreifen deren französische Kollegen die
Möglichkeit, sich ihrer Papiere an die EZB zu entledigen. Das heißt, dass auch
die Bundesbank entsprechend ihres Anteils im Euro-System griechische
Staatsanleihen zu kaufen habe. Das Geld überweisen die Bundesbanker dann wohl
direkt auf Konten in Paris. Hier
zeigt sich wieder einmal die in Deutschland besonders verbreitete Dummheit,
nicht im Interesse des eigenen Landes beziehungsweise der eigenen Banken aktiv
zu werden, sondern mit dem Kader-Gehorsam zum Euro den Franzosen eine einfache
Methode zu eröffnen, ihre Probleme auf unseren Schultern zu lösen. Wenn
Griechenland dann später umschulden muss und die Gläubiger einen Haircut ertragen müssen, dann sind die französischen
Banken-Bilanzen bereits um diese Papiere bereinigt. Für die deutschen Institute
muss Merkel dann – wenn sie die nächsten Wochen politisch überleben
sollte – wohl das nächste Banken-Rettungspaket initiieren. Und das müsste
Deutschland allein tragen – keine europäische Solidarität. Der
zweite Punkt ist, dass die mit Rücken zur Wand stehenden Spanier nun versuchen, in ihrem Todeskampf auch Deutschland mit in den Abgrund
reißen zu wollen. Man fühlt sich auf der iberischen Halbinsel von deutschen
Presse-Berichten in die derzeit missliche Lage gebracht. Nun möchte man den
europaweit durchgeführten Banken-Stresstest veröffentlichen, weil die beiden
großen spanischen Geschäftsbanken im Vergleich zu ihren internationalen Counterparts mit einer relativ hohen Eigenkapital-Quote
ausgestattet sind. Joe Ackermann warnte zwischenzeitlich vor einer
Veröffentlichung dieser Zahlen – wahrscheinlich würde das deutsche
Bankensystem bei den Investoren ins Gerade kommen. Und wenn das deutsche
Bankensystem untergeht, dann ist es auch mit Deutschland vorbei. Eine
Politik der verbrannten Erde betreiben die Spanier hier: Wenn man schon sterben
muss, dann aber mit geschwollener Brust. Dieser Egoismus aus Frankreich und
Spanien wird durch die Zentrifugal-Kräfte den Euro, der schon jetzt schwer
unter Druck steht, endgültig aus der Bahn werfen. Denn eines hat uns die seit
dem Jahr 2007 tobende Krise gezeigt: Wenn nicht alle Parteien an einem Strick
ziehen, besteht durch Verflechtungs- und Ansteckungs-Effekte die Gefahr eines
weltweiten Total-Kollapses. Auch in
dem Wirtschafts-Magazin CAPITAL spricht der Hedge-Fond
Manager John Taylor davon, dass ein Exitus des Euros unumgänglich sei. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Es gibt Tage, da weiß man nicht, worüber man
eigentlich schreiben soll. Der Gold-Preis ist nach dem Auf und Ab (in engen
Grenzen wohlgemerkt) in seinem derzeitigen Korridor gefangen. Versucht er nach
oben hin auszubrechen, dann wird er – wahrscheinlich von den Notenbanken
– gedrückt. Versuchen die Marktteilnehmer, einen Preis-Rutsch auszulösen,
dann finden sich auf diesem Niveau ausreichend neue Käufer. Heute war so ein Tag. Es ist verdächtig still, obwohl im Hintergrund
wieder einmal um nichts weniger gekämpft wird, als das
vollkommen vermurkste Finanz-System künstlich wiederzubeleben. Die freie Presse
ist ja sowieso nur eine Mär, die wir noch aus Geschichts-Büchern von
Schulzeiten her kennen. In Wirklichkeit berichten kaum noch eine Zeitung, ein
Sender oder andere Medien mit Ausnahme der Internet-Community
über die praktisch aussichtslose Situation. Gold bewegte sich heute um die Marke von
$1.235, wobei während eines Großteil des Tages das
gelbe Metall unterhalb diese Marke notierte. Der A.M. Fix kam mit $1.235,50
(EUR 1.005,04) um dreizehn Dollar höher als noch vor 24 Stunden zustande. Auch
an diesem Kurs sieht man, dass Gold sich oberhalb der Marke von 1.000 Euro
positionieren möchte. Zum Nachmittag und vor allen Dingen kurz nach
Beginn des Handels an der New Yorker COMEX stieg Gold weiter an und erreichte
bis zu $1.238 in der Spitze. Das war dann aber der Tages-Höchststand und von
nun an ging es wieder leicht bergab. Der P.M. Fix kam mit $1.234,50 (EUR 1.002,52)
in etwa auf der Höhe des heutigen A.M. Fix zustande. Einer Stunde vor Schluss des COMEX-Handels sackte Gold dann plötzlich unter die Marke
von $1.230. Im Tagesvergleich zum COMEX-Schluss ein
Verlust von drei Dollar. Gold stand mit EUR 998,87 nun bereits wieder leicht
unter der 1.000er-Marke – ein Auf und Ab. Der US-Dollar blieb heute stabil im Vergleich
zu den anderen Papierwährungen. Auch auf Seiten der Treasuries
kam es zu keinen bemerkenswerten Verschiebungen. Langeweile kommt auf. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2010 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||