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Bericht für den 21. Juni 2010 Gold & Gesellschaft: Bürgschafts-Ermächtigungs-Gesetz Der
überraschende Rücktritt unseres Bundespräsidenten Horst Köhler wegen der
öffentlichen Kritik auf ein Radiointerview zur Bundeswehr hat mehr Fragen
aufgeworfen als beantwortet. Praktisch keiner in der Öffentlichkeit sieht dies
als den wahren Grund des Rücktritts. Der
bislang schon für seinen eigenen Kopf bekannte CSU-Bundestagsabgeordnete Peter
Gauweiler fordert in einem eine ganze Seite umfassenden offenen Brief im SPIEGEL
Horst Köhler dazu auf, sich zu diesem Thema zu erklären. Gauweiler:
Aber die
Botschaft des Tapferen muss verstanden werden. Ich will Ihnen nicht zu nahe
treten – aber auch der rangniedrigste Beamte müsste ein so ungewöhnliches
Handeln in seiner Sphäre auf Dienstpflicht erklären. Weil sein Handeln nicht
nur ihn persönlich, sondern die Allgemeinheit angeht. Diese
Fluchmentalität eines Politikers haben wir schon einmal zu Beginn der Ära
Gerhard Schröder beobachten können. Damals hat der SPD-Finanzminister Oskar
Lafontaine von einem Tag auf den anderen sein Amt hingeworfen und sich völlig
ins Privat-Leben zurückgezogen. Wir wissen heute, dass er sich gegen seinen
Rivalen Schröder nicht mehr durchsetzen konnte. Gut, denn so sind weitere
Steuer-Erhöhungsrunden, die er und sein Staatssekretär Heiner Flassbeck geplant hatten, verhindert worden. Außerdem haben
Flassbeck und sein Chef zusammen mit dem damaligen
französischen Finanzminister Strauss-Kahn (jetzt IWF-Chef) versucht, eine keynesianische Finanz- und Währungspolitik auf europäischer
Ebene zu etablieren. Gauweiler
vermutet, dass die Rücktritts-Gründe ganz andere Ursachen haben: Zum Rücktritt haben
Sie sich in engem zeitlichen Zusammenhang mit Ihrer Unterschrift unter das
sogenannte Euro-Schutzgesetz entschlossen. Er spricht wegen dieses
extrem weit reichenden Gesetzes, das Ermächtigungen für die Regierung in
dreistelliger Milliardenhöhe enthält, von einem Bürgschafts-Ermächtigungs-Gesetz. Betrachten
wir also einmal den beruflichen Werdegang des Horst Köhler: Horst Köhler war in
seiner Zeit von 1990 bis 1993 als Staatssekretär im Bundesfinanz-Ministerium
verantwortlich für finanzielle und monetäre Beziehungen und damit der
maßgebliche deutsche Unterhändler bei den Verhandlungen zum Vertrag von
Maastricht. Mit diesem Vertrags-Werk wurden die Grundlagen der europäischen
Währungsgemeinschaft geschaffen, und damit war Köhler maßgeblich an der
Definition der Stabilitäts-Kriterien für den Euro beteiligt. Nach
weiteren Zwischen-Stationen während der letzten Jahre der Kanzlerschaft von
Helmut Kohl wurde Horst Köhler schließlich auf Vorschlag von Gerhard Schröder
im Jahr 2000 geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds
(IWF). Diesen Posten hatte er bis zum Jahr 2004 – seiner ersten Wahl zum
Bundespräsidenten – inne. In seinem Amt beim IWF folgte ihm im Jahr 2007 dann
der Franzose Dominique Strauss-Kahn. Strauss-Kahn war bekanntlich neben dem
EZB-Präsidenten Trichet maßgeblich an den
Rettungs-Aktionen für den Euro beteiligt. Beide entstammen derselben französischen
Elite-Universität für Verwaltung - ENA (Ecole Nationale dAdministration).
Wir erinnern uns: Trichet und Strauss-Kahn reisten nach
der ablehnenden Haltung der Bundesregierung zur Griechenland-Rettung extra nach
Berlin, um die Abgeordneten des Bundestages von der dringenden Notwendigkeit
dieses Vorhabens zu überzeugen. Peter
Gauweiler äußert in seinem offenen Brief auch Details über den Prozess, mit dem
Köhler praktisch zu seiner Unterschrift unter das Gesetz zwecks Verkündung im
Bundesgesetzblatt genötigt wurde: Die Bundesregierung teilte mir auf meine Anfrage schriftlich
mit, sie habe das Gesetz zur Euro-Stabilisierung am Nachmittag des 21. Mai 2010
nach Beendigung der Sitzung des Bundesrates dem Bundespräsidenten übermittelt.
Sie wissen, dass zu diesem Zeitpunkt bereits meine Klage beim
Bundesverfassungsgericht vorlag. Tatsächlich waren Sie zu dieser Zeit noch auf
dem Rückweg von Ihrem Truppenbesuch in Afghanistan, von dem Sie erst kurz vor
Mittagnacht zurückkehrten und das Gesetz noch nicht persönlich in Augenschein
nehmen konnten. Gleichwohl berichteten die Agenturen noch vor Ihrer Rückkehr,
dass Sie am Samstag – 22. Mai 2010 – das Gesetz unterschreiben
wollten. Die
Presseabteilung des Bundespräsidialamtes verschickte trotzdem am Freitag, angeblich
versehentlich, eine fertig gestellte Pressemitteilung, wonach das Gesetz schon
ausgefertigt wäre. Obwohl Köhler zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Rückweg
gewesen ist. Der Druck
kam wohl von Angela Merkel persönlich, die Sarkozy, Trichet und Strauss-Kahn versichert hat, dass das Gesetz bis
zur Eröffnung der Märkte am Montag früh in Asien in Kraft treten solle. Köhler
hat also nicht nur mit seiner Unterschrift zum Euro-Schutzgesetz praktisch
seinen selbst verhandelten Stabilitäts-Vertrag von Maastricht zu Grabe
getragen. Er war insbesondere während seiner Tätigkeit beim IWF für die
praktisch grenzenlose Ausweitung der Globalisierung und weltweiten Verflechtung
der Finanzmärkte beteiligt. Wohin uns das geführt hat, wissen wir spätestens
nach der Pleite von Lehman Brothers im Herbst 2008. Es gab ja
in der deutschen Geschichte nach Eintreten externer Ereignisse schon mal einen
Regierungs-Chef, der den Präsidenten zur Unterschrift für ein
Ermächtigungs-Gesetz gedrängt hatte. Dass diese Entwicklung in der größten
Katastrophe der deutschen Geschichte endete, dürfte vielen hier bekannt sein. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Der Goldpreis-Anstieg am Ende letzter Woche
ist bei den Regierenden nicht besonders beliebt. Während die Schulden-Krise der
Staaten die Staatspapiere der Länder für Investoren immer unattraktiver macht,
wachsen durch die gegenseitig mit massiven Gelddruck-Programmen aufgeblähten
Papiergeld-Währungen die Geldströme in das Gold. Das ist nicht nur eine Gefahr für einen
Währungsraum, sondern das komplette Papiergeld-System. Immer mehr Berichte in
der Presse tauchen auf, in denen den Lesern langsam klar wird, dass Papiergeld
durch nichts und niemanden gedeckt ist. Im Krisenfall verfällt dessen Wert auf
seinen inneren Wert – das heißt Null. Zwar sanktioniert der Staat durch die Erhebung
von Steuern ausschließlich in seiner eigenen Währung einen gewissen Wert des
Papiergeldes. Und Schulden müssen gesetzlich verbrieft mit der jeweils lokalen
Währung rückzahlbar sein. Aber wenn die Herde großflächig gegen das Falschgeld
unserer Eliten streikt, dann ist auch dieses Experiment gescheitert. So versucht man wieder Scheinangriffe auf das
Gold zu führen, damit der Finanztest-Verbrecher Tenhagen
guten Gewissens seinen Lesern das Märchen von dem bösen Gold auftischen kann. Seit 19:00 Uhr wird jetzt zurückgeschossen: Da
brach Gold, nachdem es schon seit Beginn des Londoner Vormittags-Handels unter
Druck gestanden hatte, plötzlich um über zehn Dollar ein. In dem für das
Gold-Kartell typischen wasserfallartigen Chart. Das gelbe Metall beendete den
New Yorker COMEX-Handel mit $1.238,90 (EUR 1.004,47)
auf dem Tages-Tiefstand. Interessant ist die heutige Nachricht in der
Financial Times Deutschland, dass Saudi Arabien doppelt so viel Gold gebunkert
hat, wie bislang offen zugegeben. Man spricht von 322,9 Tonnen, mit denen seit
dem ersten Quartal 2008 die bislang offengelegte Menge von 143 Tonnen nach oben
revidiert worden ist. Das entspricht einem durchschnittlich monatlichen Zuwachs
der Gold-Reserven von knapp sieben Tonnen. Komisch, dass unsere Gold-Analysten
bei ihren Supply- and Demand-Analysen
ohne Berücksichtigung dieser Zahlen trotzdem immer einen ausgeglichenen
Gold-Markt vermelden. Noch nicht einmal vor der Wahl, während des
Krieges und nach der Jagd zusammen wird so häufig gelogen, wie beim Gold.
Natürlich sollen damit die versteckten Gold-Verkäufe der westlichen
Zentralbanken verschleiert werden, mit denen der Goldmarkt nach unten
manipuliert wird. Da wundert es niemanden, wenn sich Länder wie zuletzt China
mit mehreren hunderten Tonnen und jetzt Saudi-Arabien auf ähnlich versteckte
Art und Weise ihre Gold-Reserven aufstocken. Der Londoner A.M. Fix kam, nachdem Gold zu
Anfang des Londoner Vormittags-Handels kurzzeitig die Marke von $1.265 nach
oben durchbrechen konnte, mit $1.259,50 (EUR 1.015,15) um $16 stärker als noch
zum Freitags-A.M. Fix zustande. Bis zu Beginn des Handels an der COMEX konnte
sich Gold zwar wieder auf $1.263 befestigen, wurde dann aber in den ersten
Minuten wieder unter die Marke von $1.260 gedrückt. Es erfolgte dann eine
kontinuierliche Drückung, die zum P.M. Fix mit $1.254,50 (EUR 1.012,27) Gold
schon leicht in den negativen Bereich trieb. Um 19:00 Uhr stand Gold dann
bereits bei $1.250, bevor das Gold-Kartell-Imperium dann endgültig zum
Generalangriff überging. Der US-Dollar Index (USDX) konnte sich um 0,5
Punkte auf 85,8 verbessern. Die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes
verharrten bei 3,3 Prozent. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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