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Bericht für den 25. Juni 2010 Gold & Gesellschaft: Ein Virus verlässt die Union Jürgen
Rüttgers, selbsternannter Arbeiter-Führer in Nordrhein-Westfalen hat sich dazu
entschlossen, nicht mehr als Minister-Präsident zu kandieren und auch seinen
Parteivorsitz in NRW zur Verfügung zu stellen. Nach Roland Koch hat die Bundes-CDU nun im Herbst noch einen weiteren Stellvertreter-Posten
für Angela Merkel zu finden. Die Union
hat sich nun einer ihrer schwersten Ziegelsteine entledigt, welche die Partei
seit mehreren Monaten immer weiter unter Wasser drücken. Aber solch ein Abgang
fällt natürlich einem Jürgen Rüttgers schwer, der bislang dachte, die Republik
mit seinen sozialdemokratischen Thesen beglücken zu müssen. Nun scheinen
plötzlich alle seine Parteifreunde im Landesverband erleichtert, dass er aufhört und sind voll des Lobes über seine
Entscheidung. Was ist
übrigens die Steigerung von Gegner in der CDU, wo man sich nicht mit Genosse,
sondern mit (Partei-)Freund begrüßt: Gegner
è Feind è Parteifreund. Nach der
NRW-Wahl sah sich Rüttgers noch genauso als Sieger der Wahl wie seinerzeit
Gerhard Schröder. Der musste sich in der legendären Parteienrunde nach seinem
Machtgehabe von Westerwelle die Frage stellen lassen, was er denn geraucht
hätte. Rüttgers konnte nach der Wahl im Mai trotz eines katastrophalen
Ergebnisses auch nicht von seinem Machtanspruch ablassen. Was hat
nicht dieser Rüttgers für einen fast irreparablen Schaden in der Union gesorgt.
Er hat praktisch mit der Forderung nach Aufweichung der Agenda 2010-Gesetze der
rot-grünen Regierung zu Zeiten der Großen Koalition dafür gesorgt, dass die CDU
die SPD von Schröder links überholt hat. Dann hat er nach der Bundestags-Wahl
mit der Etablierung einer schwarz-gelben Koalition mit Blick auf seine Wahl in
NRW dafür gesorgt, dass über ein halbes Jahr keine Entscheidungen mehr in
Berlin getroffen wurden. Auch das
ganze politische Desaster der Griechenland- und Euro-Rettung ist nur dem Blick
auf seinen Machterhalt in NRW geschuldet. Mit Rüttgers geht nicht der Lotse von
Bord, der das deutsche Schiff auf Kurs halten sollte. Nein, wir haben den
Navigations-Offizier auf der Titanic verloren, der Deutschland kurzerhand auf
den Eisberg des politischen Opportunismus gesteuert hat. Wer
allerdings vermutet, der Linksruck in der Union sei damit beendet und die
Partei könne sich wieder auf ihre konservativen Leitideale konzentrieren, den
muss man wohl enttäuschen. Denn es
hängt noch mindestens ein weiterer Mühlstein um den Hals dieser Partei. Und
dieser – oder besser gesagt diese – Person hängt mindestens genauso
an der Macht, wie ihr Landesfürst in NRW. Wer nur nach der Stimmung im Land
handelt und die politische Arbeit einstellt, der
braucht sich nicht zu wundern, dass der Wähler ihn irgendwann einmal abstraft.
Das hat gar nichts mit einem politischen Linksruck der Gesellschaft zu tun. Dann wird
vielleicht Oskar Lafontaine unsere derzeitige Bundeskanzlerin in einer der
politischen Runden nach einer verlorenen Wahl fragen, was Angela Merkel nun
geraucht hätte. Es ist eben schwer, sein Scheitern einzugestehen und
rechtzeitig abzutreten. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die positive Entwicklung beim Gold setzte sich
heute fort. Im asiatischen Handel heute zeigte sich Gold stabil um den
gestrigen Schlusskurs im New Yorker Access Handel um $1.243. Zum Londoner Vormittags-Handel änderte sich an
dieser Stimmung nichts. Der A.M. Fix kam mit $1.242,50 (EUR 1.011,89) deshalb
in etwa auf diesem Niveau zustande. Zum Nachmittags-Handel kam es dann knapp zwei
Stunden vor Beginn des New Yorker Handels zu einem plötzlichen Anstieg des
gelben Metalls über die Marke von $1.250. Diese positive Tendenz setzte sich in
den ersten Stunden bis zum Londoner P.M. Fix fort. Dieser lautete dann
$1.254,00 (EUR 1.019,26) und lag damit schon achtzehn Dollar über dem gestrigen
Stand zur gleichen Zeit. Bis auf einen versuchten (und misslungenen)
Ausbruch in Richtung der Marke von $1.260 blieb Gold auf dem Niveau
des P.M. Fixes stehen und ging dann mit $1.255,30 aus dem COMEX-Handel ins Wochenende. Ein deutliches Plus von zehn
Dollar immerhin. Die weißen Edelmetalle konnten sich heute auch
wieder erholen. Große Initiativen nach oben gehen von diesem Sektor derzeit
aber nicht aus. Trotzdem wird am Markt davon berichtet, dass
Platin und Palladium schwerer zu beschaffen seien als Gold selbst. Die Notenbanken hatten im Vorfeld des
G20-Treffens am Wochenende im kanadischen Toronto genug damit zu tun, die Aktienmärkte oberhalb der kritischen Marken zu halten.
Beispielsweise den Dow Jones Industrial Average, der
nach seinem gestrigen Rückgang nur noch 150 Punkte von der 10.000er-Marke
entfernt war. Der US-Dollarindex (USDX) verlor zum Abend
plötzlich wieder mehr als 0,7 Punkte, nachdem er
zwischenzeitlich schon bei über 86 Punkten lag. Mit 85,3 Punkten bedeutet dies
ein Tagesverlust von 0,3 Punkten. Die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen
tendieren weiterhin mit einem niedrigen Real-Zinssatz von 3,1 Prozent stark. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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