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Bericht für den 5. Juli 2010 Gold & Gesellschaft: Der verdeckte Geld-Betrug Die
Regierungen und Notenbanken weltweit eilen von einer Krise zur nächsten. Die
Einschläge kommen immer näher und man bedient sich offensichtlich der Mittel
der expansiven Geldpolitik. Das heißt um den Zusammenbruch des
Kredit-Geldsystems durch eine zerstörerische Deflation zu verhindern, wird
versucht das Feuer genau mit den Mitteln zu bekämpfen, die uns erst in diese
brenzlige Situation gebracht haben – noch mehr (Kredit-)Geld. Warum, so
fragt sich der außen stehende Beobachter, warum bekommen wir dann nicht
Weimarer Verhältnisse wie in den frühen Zwanziger Jahren. Oder warum wiederholt
sich nicht das Schicksal, welches der Simbabwe-Dollar genommen hat. Eigentlich
würden wir doch eine Flucht in Sachwerte oder den sogenannten Crack-Up Boom erwarten. Indizien dafür kann man zwar bei
genauer Beobachtung erblicken – aber insgesamt steht das
Papiergeld-System offensichtlich noch auf stabilen Beinen. Der
Unterschied liegt in der Art und Weise, wie mit dem Papiergeld umgegangen wird.
In einem reinen staatlichen Falschgeld-System bestimmen Parteien hinter verschlossenen
Türen, wie viel Geld gedruckt werden soll und für welche Zwecke es verwendet
werden soll. Das läuft zwar bilanztechnisch ordentlich ab, das heißt die
Regierung begibt Schuldpapiere, welche die Notenbank in neues Geld umtauscht
und damit eine Forderung an den Staat in ihrer Bilanz begründet. Aber
letztendlich druckt die Notenbank im Auftrag der Regierung das für die Staatsausgaben
benötigte Geld. Das Verfahren ist so einfach, so dass für jeden halbwegs
gebildeten Analysen sichtbar wird, dass hier staatliche Falsch-Münzerei
betrieben wird. Die Investoren stoppen ihre Anlagen in Staatspapieren und
versuchen bereits im Bestand befindliche Papiere an den Bond-Märkten zu
verkaufen. Um dessen Zusammenbruch zu verhindern, interveniert auch dort die
Notenbank, um die Staatsanleihen liquide zu halten. So wird noch mehr frisches
Geld in das System gepumpt. Dieses frische Geld muss sich nun neue
Anlage-Möglichkeiten suchen. Die Bond-Märkte schließen aus den oben genannten
Gründen aus. Also treiben die Anleger mit dem frischen Geld die Preise der
Sachwerte in die Höhe. Kommt dieser Anstieg bei den Verbrauchern an, dann
fordern die Gewerkschaften aufgrund der höheren Preise höhere Löhne. Das heizt
wieder die Preise an, und so weiter – es kommt zu der gefürchteten Preis-Lohn-Spirale. Die
direkte Art der Falsch-Münzerei betreiben unsere derzeitigen Herren des
US-Dollars, des Euros, des Yens und des Pfunds aus geschichtlicher Erfahrung
natürlich nicht. Ihre Währung und ihre Staatsanleihen werden am offenen Markt
gehandelt. Nicht die Notenbank kauft bei der Auktionen beispielsweise des
US-Schatzamtes die Treasuries, sondern die Investoren.
Aber falls die Investoren die Lust an den Papieren verlieren, greift die FED
für den US-Markt mit Offenmarkt-Geschäften in den Bond-Markt ein – sie
kauft von den Investoren einen Teil der Treasuries
an. Diese Geschäfte können permanent oder für einen bestimmten Zeitraum
getätigt werden. Das
ändert natürlich nichts an der Art und Weise des Betrugs. Denn weder die von
der FED geschaffenen US-Dollar sind einlösbar, noch die von dem US-Schatzamt
emittierten Staatanleihen. Wenn man zur FED geht und fragt, welchen Wert man
für die Banknote erhält, denn wird man zu hören bekommen, dass die Banknote mit
staatlich verbürgten Schulden gedeckt sei. Und geht man zur US-Treasury,
um seine Staatsanleihen einzutauschen, dann erhält man US-Dollar
gutgeschrieben. Da weder
das US-Schatzamt die Intention hat, seine Schulden zurückzuführen, noch die FED
beabsichtigt, die US-Dollarmenge zu reduzieren (das heißt ihre Verpflichtungen
zu begleichen), weitet sich das System immer weiter aus. Auslaufende Treasuries nebst Zinsen werden mit der Ausgabe neuer Treasuries finanziert. Und die ausufernde Menge an
US-Dollar wird mit Ankauf neuer Staatsanleihen gedeckt. Das System ist also
nichts anderes als eine moderne Form der Scheckreiterei – oder vielleicht
zutreffender formuliert ein Schneeball-System. Wie
verhindert man in einem solchen System, dass die Investoren in Panik erst die Treasuries verkaufen und dann den US-Dollar zum Einsturz
bringen? Man bindet sie in das System offiziell ein, lässt ihnen bei der
Ersteigerung der Staatsanleihen den Vortritt. Verspricht aber gleichzeitig über
die FED, einen Teil der Papiere zu Marktpreisen aufzukaufen oder zumindest die
Papiere temporär zu beleihen. Solange die Investoren mit diesem Versprechen
leben können, kann sich die Staatsverschuldung und Geldmenge weiter aufblähen. Nun führt
dieses System zu allerhand Arbitrage-Modellen, das heißt
Geschäfts-Möglichkeiten, Geld ohne (oder mit streng kalkulierbaren) Risiko zu
verdienen. Die erste Methode sind kurz laufende Schatzwechsel (T-Bills) der Regierung. Erahnen die Investoren, dass die
FED T-Bills im Rahmen von Offenmarktgeschäften
aufkaufen will, dann ersteigern sie bei den Auktionen der Treasury die Papiere
zu günstigen Preisen. Durch die Nachfrage treiben sie aber deren Preis hoch und
die Real-Rendite sinkt. Die FED kauft die Papiere nun am Markt von den Händlern
zu höheren Preis an und der Investor kassiert die Preis-Differenz. Diese ist
zwar sehr klein, aber die Ausgabe von T-Bills ist ein
Massen-Geschäft, das sich wegen der geringen Laufzeit der Papiere auch ständig
wiederholen lässt. Die FED
ermutigt mit ihren Offenmarkt-Geschäften die Investoren, meist Großbanken, zu
diesem Vorgehen. Denn damit wird der Anschein eines transparenten Marktes
gewahrt, der nach außen sichtbar einen großen Appetit auf die Staatspapiere
hat. Die Aufgabe der FED wird um so schwieriger, je größer der Berg der
emittierten T-Bills wird. Mit immer neuen
Offenmarkt-Geschäften ermutigt die FED den Markt, dieses Treiben fortzusetzen. Ein
zweites Geschäftsmodell ist das Ausnutzen der Zins-Kurve. Längerlaufende
Staatsanleihen verzinsen im Allgemeinen besser als die Kurzläufer. Auch hier
eröffnen sich Geschäfts-Möglichkeiten für die Investoren: Man verkauft die T-Bills an die FED und ersteigert mit dem Erlös die lang
laufenden Staatanleihen. Oder man ersteigert direkt die Langläufer und beleiht
sie bei der FED für 0,5 Prozent, wenn man eine Geschäftsbank ist, die Zugang zu
dem Beleihungs-Fenster der FED hat. Die Zins-Differenz kassiert der Investor. Auch
diese Methode führt zum Anstieg der Nachfrage nach diesen längerfristigen
Papieren und demzufolge zu steigenden Kursen beziehungsweise fallenden
Renditen. Im
Prinzip ist das System aber genauso ein Geld-Betrug wie das direkte
Monetarisieren und Gelddrucken. Es ist einfach nur geschickt dadurch versteckt,
dass man bestimmten Marktteilnehmern ein risikoloses Einkommen zusichert, damit
diese ihre Klappe halten und weitermachen wie bisher. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Wegen des Independance
Days in den Vereinigten Staaten war ein Großteil der Märkte heute geschlossen.
Soweit es überhaupt zu Notierungen wie beim Gold kam, sind die heutigen Zahlen
mit Vorsicht zu genießen. Die einzigen verlässlichen Preismarken heute
waren der Handel an der LBMA in London. Aber auch dieser litt vor allen Dingen
unter dem Fehlen des US-Handels am Nachmittag. Der A.M. Fix mit $1.208,50 (EUR 964,87) und
der P.M. Fix mit $1.208,00 (EUR 964,86) sind deshalb mit Vorsicht bezüglich der
weiteren Entwicklung des Gold-Preises zu genießen. Ebenfalls geschlossen waren die Bond-Märkte. Der US-Dollarindex (USDX) stieg heute nach dem
kräftigen Verfall der letzten Woche um 0,2 Punkte auf 84,6. Aber ohne den
dominierenden US-Handel ist auch diese Zahl mehr erratisch, als dass sie eine
Richtung vorzugeben mag. Das einzige auffallenswerte beim Gold ist, dass
man im Laufe des Tages das gelbe Metall von anfangs $1.214 auf $1.206 drücken
konnte. Der Rückgang von insgesamt acht Dollar verlief dabei relativ
gleichbleibend. Ein Zeichen, dass man zumindest an einen tendenziell weiter sinkenden
Gold-Preis arbeitet. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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