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Bericht für den 6. Juli 2010 Gold & Gesellschaft: Sahras
Erkenntnisse zur Staatsverschuldung Die
Alt-Stalinistin Sahra Wagenknecht versucht sich, der
Problematik der Staatsverschuldung im Allgemeinen und den Auswirkungen auf die
breite Masse im Besonderen zu widmen. In einem Beitrag unter dem Titel Hintergründe und
Perspektiven der Staatsverschuldung vom Juni 2010 kritisiert sie
offen das allgemein vorherrschende Verständnis der Linken: Darf der Staat Schulden machen? Es gibt wohl
niemanden in der Linken, der diese Frage verneinen würde. In einem
konjunkturellen Abschwung ist eine kreditfinanzierte Ausweitung der Ausgaben
für öffentliche Investitionen oder auch soziale Leistungen ein sinnvolles
kurzfristig wirksames Mittel, um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu erhöhen
und so dem wirtschaftlichen Abwärtstrend entgegenzuwirken. Wenn man
den Beitrag von den ideologischen Phrasen einer angeblichen Umverteilung von
unten nach oben entrümpelt – denn es gibt eigentlich nur eine
Umverteilung des Mittelstandes nach unten und gleichzeitig an die neue
Herrenrasse der Banker nach oben – dann analysiert Frau Wagenknecht die
derzeitige Situation ganz treffend. Beispielsweise: So albern also eine Verteufelung öffentlicher
Verschuldung ist, so wenig Grund gibt es, eine Ausweitung öffentlicher
Kreditaufnahme von vornherein für fortschrittlich zu halten. Was für
eine Erkenntnis aus dem Munde einer Mega-Linken. Bislang haben deren Vertreter
immer proklamiert, dass ein Staat sich praktisch unendlich verschulden könne
und wachsende Schulden kein Problem darstellen würde. Staats-Pleite – das
darf und deshalb kann es das nicht geben. Das wurde bislang unter dem
wissenschaftlichen Deckmantel des Keynesianismus für
die Öffentlichkeit proklamiert. Nun versucht sich Wagenknecht aber in
Geschichts-Klitterung, in dem sie plötzlich behauptet: Am Entwicklungspfad der öffentlichen
Verschuldung lässt sich deutlich erkennen, dass die Staatsschulden nicht primär
als Ergebnis eines klassischen keynesianischen
Gegensteuerns in konjunkturellen Schwächephasen entstanden sind. ... In
Wahrheit erhielt die öffentliche Verschuldung etwa seit Beginn der achtziger
Jahre eine volkswirtschaftliche Funktion, die mit keynesianischen
Ideen wenig zu tun hatte. Sorry Sahra Wagenknecht: Wir
haben schon seit Jahrzehnten einen Dauer-Keynesianismus,
mit der unsere Politiker einfach auf Pump Wirtschafts-Wachstum erzaubern
wollten nebst der Wahlgeschenke für ihre Klientel. Die reine Lehre von Keynes
wurde nämlich überhaupt nie angewandt. Das kann
man natürlich – und hier beginnt wieder die ideologische Verblendung
einer Sahra W – auf die mutwillige Zerstörung
des Staates im Rahmen einer Ideologie des Marktradikalismus nach Milton
Friedmann schieben. Das klingt aber meine Erachtens als viel zu intellektuell
gedacht für unsere Politiker, die noch nicht einmal bei ihren Gesetzesvorhaben
einfache wirtschaftliche Zusammenhänge erfassen können. Es geht denen rein um
Machterhalt und Beibehaltung eines hohen Konsum-Lebensstandards. Das
Problem der Staatsverschuldung wird auch langsam von der Linken erkannt: Das Problem der
öffentlichen Verschuldung besteht allerdings darin, dass sie nur so lange
expansiv – also nachfragesteigernd –
wirkt, solange das Primärdefizit negativ ist, die Neuverschuldung also die
Zinsausgaben übersteigt. Denn aufgrund der Vermögensverteilung fließen
Zinszahlungen zum übergroßen Teil in die erneute Vermögensbildung und eben
nicht als Kaufkraft auf die Gütermärkte. Aha
– wir haben also anfänglich ein Konsum-Feuerwerk, dem sich ein
Konsum-Jammertal anschließt, weil die Zinseinnahmen für den Konsum fehlen und
in die Vermögensbildung gehen. Der Keynesianismus
– ein reines Betrugssystem mit der Verschiebung der derzeitigen Probleme
in die Zukunft. Dort dann aber um so schlimmer: Die
Steuern dagegen werden überwiegend von den Mittelschichten, mit dem wachsenden
Gewicht von indirekten Steuern auch von Geringverdienern bezahlt. Wird daher
auch nur ein Teil der Zinsen aus dem Steueraufkommen beglichen, reduziert das
die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zusätzlich. Das ist
eine gut begründete Kapitulations-Erklärung der Linken, dass die von dieser
Gruppe proklamierte Politik der zunehmenden Staatverschuldung in die
unverschuldete Zinsknechtschaft des Mittelstandes und der Geringverdiener
führt. Denn diese zahlen über ihren Spitzensteuersatz, ihre progressive
Einkommens-Steuerkurve, ihre Sozialabgaben und die indirekten Steuern auf
Energie nebst Mehrwertsteuer die Zinsen des gescheiterten keynesianischen
Experiments. Die Auswirkungen: Die bezahlten Zinsen fehlen im Geldbeutel und
landen eben nicht in den dringend benötigten Konsum. Wie
versucht sich Wagenknecht nun zu rechtfertigen? Nun es gab ja auch eine private
Schuldenblase, eines von ihr selbst so gekennzeichneten Privat-Keynesianismus,
mit dem sich die Privathaushalte Nachfrage steigernd in großem Umfang
verschuldet haben. Da der Staat in fürsorglicher Absicht deshalb nicht unser
System riskieren wollte, hat der Staat mit noch mehr Verschuldung einfach alle
diese Risiken in die eigene Bilanz übernommen. Folge: Die Zinsbelastung steigt
weiter und noch mehr Steuerzahler aus der Mittelschicht nebst Geringverdiener
werden noch weniger Geld in der Tasche zum Konsumieren haben. Nun
kommen wir zu der Analyse der Handlungsoptionen aus Sicht von Frau Wagenknecht:
Wichtig bei solchen Texten ist zu verstehen, dass die zuerst angeführten
Argumente immer die am Unwahrscheinlichsten sind. Diejenigen, die zuerst
verworfen werden – und an die sich der Leser beim fortgesetzen
Studieren des Inhaltes eigentlich nicht mehr richtig erinnern kann. Die letzte
These ist deshalb üblicherweise der Punkt, der am Schluss die höchste Präferenz
genießt. Die erste Variante ist: Weiter
so bis zum Crash. Wagenknecht orakelte einen Zusammenbruch der Währung mit den
Mittelschichten, die dann wohl am stärksten betroffen wären. Voll auf der Linie
von Walter Eichelburg – hört man hier Hochzeitsglocken über eigentlich
unüberbrückbare Charaktere läuten. In der zweiten Variante geht es um das
mögliche Herauswachsen aus den Schulden. Wagenknecht: Bei der Bewertung
der Schuldenblase sollte man davon ausgehen, dass selbst bei einer
wirtschaftlichen Erholung aus privaten Schulden keine guten Schulden mehr
werden. Und auch was die Regierungen weltweit versuchen, wird von
ihr für wenig erfolgversprechend gesehen: Es sollte
auch in niemanden Interesse sein, solche Blasen künstlich wiederzubeleben.
Danke für diese Erkenntnis: Das sollte sie einmal Bernanke,
Geithner, Summers und Obama
klarmachen – die glauben nämlich noch an diesen Unsinn. Die dritte Option ist laut Sahra Wagenknecht eine harte Vermögensbesteuerung, die
Luft aus der Vermögensblase lassen will, dadurch dass diese Vermögen durch ein
Abgabe abgeschöpft würden und zur Tilgung der Staatsschulden herangezogen
werden würden. Hier sprechen wir aber von einer Vermögensabgabe, die Einnahmen
für den Staat von weit über 1.000 Milliarden Euro allein für Deutschland
erzielen müsste. Zwischen den Zeilen hört man durch, dass sie selbst nicht an
den Erfolg einer solchen Maßnahme glauben mag. Die Entschuldung durch Inflation – die
vierte Variante – wird schnell verworfen, weil sie gerade die
Mittelschichten mit ihren geldigen Spargroschen besonders hart treffen würde.
Die Reichen hätten dagegen ihr Vermögen zwischen Geldanlagen, Aktien und
Betriebsvermögen, Immobilienvermögen, zusätzlich oft Gold und anderes
Sachvermögen aufgeteilt. Außerdem befürchtet sie, dass im Falle einer
Stark-Inflation die Bezieher von Renten und Sozialleistungen verheerend
getroffen würden. Die dann folgende diskutierte Abkoppelung der
Staatsschulden von den Kapitalmärkten ist mehr ein hypothetischer
Wunsch als eine realistische Vorstellung. Wenn die Notenbank die Staatsschulden
direkt aufkauft, dann passiert genau das, was ich in meinem gestrigen Bericht
beschrieben habe: Wir bekommen Verhältnisse wie im Weimar der Zwanziger Jahre
und wie in Simbabwe vor noch nicht all zu langer Zeit. Weil der Betrug für alle
plötzlich sichtbar würde. Die letzte und damit von Wagenknecht präferierte Variante ist die Reduzierung der Altschulden durch Umschuldung. Auf gut
Deutsch: Eine Währungsreform mit erheblichem Haircut
für die Besitzer von Geldvermögen. Aber mit einem Freibetrag, der nicht berührt
werden würde. Sahra Wagenknecht formuliert das jedoch
vorsichtig und mit dem ihr eigenen ideologischen Hintergrund: Dieser Ausweg
beinhaltet zum ersten die Verstaatlichung der großen Finanzkonzerne, womit die
faulen Schulden zwar definitiv auf die öffentliche Hand übergehen, aber eben
auch die werthaltigen Assets der Banken und
Versicherungen, die es ja auch noch gibt. Erster
Schritt also: Die Sachvermögen möglichst umgehend unter staatliche Kontrolle zu
bringen. Anschließend ist ein Großteil der
öffentlichen Schulden, die auf die verfehlte Politik der letzten Jahrzehnte
zurückgehen, zu streichen, allerdings mit einer Einschränkung, die Argentinien
seinerzeit auch praktiziert hat: Privatanleger unterhalb einer gewissen
Anlagesumme sollten nicht getroffen werden. Alles
klar wohin die Reise nun gehen wird? Aber der
nächste Schritt wird bereits schon angekündigt: Die Finanzinstitute sind dann mit öffentlichem
Geld zu rekapitalisieren ... Die nötigen Mittel
sollte sich der Staat durch eine einmalige Vermögensabgabe auf sehr hohe
Vermögen (jenseits 1 Million Euro) zurückholen. Das ist nichts
anderes als ein Lastenausgleich oder eine Zwangsenteignung für die (nach der
Bankenverstaatlichung unter Entwertung der Gläubiger) noch verbliebenen
Sachvermögens-Werte, welche die vorhergehende Währungsreform mit Haircut unbeschadet überstanden haben. Preisfrage:
Welche Sachvermögen sind dann am einfachsten und welche am schwierigsten zu
besteuern? Ich denke, die Luxus-Linken Lafontaine, Ernst und auch Wagenknecht
wissen die Antwort. Unsere Angela Merkel jedoch nicht – die hofft weiter
auf ihre Pensions-Zahlungen in der Zukunft. Lassen wir ihr einfach einmal
diesen Glauben. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Kurz vor dem Londoner P.M. Fix hat eine
– oder waren es vielleicht mehrere – Parteien eine große Menge Gold
in den Markt geworfen. Auch der US-Dollar fiel plötzlich gegenüber dem Euro
zurück. Das sieht nach einer Fortsetzung der EZB gesponserten Interventionen im
Goldmarkt aus. Auf welche schlechten Nachrichten will man uns
vorbereiten? Wird es doch eine Umschuldung der desolaten griechischen
Staatsanleihen geben – mit einem kräftigen Haircut
für die Gläubiger-Banken und Versicherungen. Oder steht ein weiteres
Mitgliedsland im Euro-Raum vor erheblichen Refinanzierungs-Problemen? Oder betreibt man nun die deflationäre
Selbstzerstörungs-Politik der Peoples Bank of China (PBoC), welche nach der Dubai-Krise die Märkte mit
deflationären Schocks durchgerüttelt hatte. Verbünden sich diese beiden
deflationären Elemente, dann können wir uns auf massive Kurs-Rückschläge
insbesondere bei Aktien, Öl und den weißen Edelmetallen gefasst machen. In Gold auch bedingt – denn dieses ist
ja nicht mit Kreditgeld finanziert, sondern mit Eigenkapital-Geld. Hier wird es
erst dann kritisch, wenn größere Bestände physischen Materials aus den letzten
Ecken der Keller der Zentralbanken das Licht des Marktes erblicken. Der zweite
Risikofaktor sind die Gold-Investoren, die ihre Vorräte angreifen müssen, um
ihre Firmen am Leben zu erhalten. Viele Mittelständler haben zwar mit Gold das
richtige Investment zum Schutz ihres Vermögens gewählt, wollen aber auf Teufel
komm raus ihr nicht mehr lebensfähiges Unternehmen retten: Hier wird vielfach
gutes Gold dem schlechten Unternehmen hinterher geworfen. Das mag auch ein
Faktor sein, der zu einem Preisdruck auf dem Gold lastet. Ich weiß es auch nicht konkret, aber diese
wasserfallartige Preis-Drückung vor dem P.M. Fix deutet darauf hin, dass ein
Marktteilnehmer hier überaus nervös ist. Und sich lieber von größeren Mengen
seines physischen Goldbestands trennen möchte, als sich von dem Markt später überraschen
zu lassen. Erneut steigt der Euro kräftig gegenüber dem
US-Dollar in Begleitung zu einer den Dollar-Goldkurs drückenden
Abwärtsbewegung. Euro-Gold hat es also heute erneut doppelt erwischt. Im Prinzip stehen wir derzeit vor zwei
rivalisierenden Parteien, die an den Märkten mit Hilfe der Macht der
Zentralbanken um eine unterschiedliche Geldpolitik kämpfen: Die FED nebst BoJ
und BoE auf der einen Seite, die weiterhin massiv
Geld in den Kreislauf pumpen wollen. Andererseits die PBoC
und die EZB, die dagegen schießen. Dabei haben die USA bereits den Schweizer
Franken als Ersatz-Fluchtwährung anstatt des Goldes aufgebaut, um trotz
expansiver Geldpolitik eine Massenflucht aus dem Papiergeld zu verhindern und
in den Franken umzulenken. Aber in Europa will man selbst Stärke demonstrieren
– wo eigentlich nur Leid und Elend herrscht. Notenbankpolitik in Aktion. Die These, dass es sich um eine
sektorspezifische Goldpreis-Drückung handelt, wird auch durch die
Kursentwicklung der anderen Edelmetalle gestützt. Silber – nebst Gold
immer besonders hart von Drückungs-Aktionen seines großen Bruders betroffen,
tendierte heute sogar fester. Da war kein JP Morgan am Markt – der hätte
Silber noch kräftiger geschlachtet als Gold. Da waren Deutsche Bank & Co,
instruiert aus den Türmen in Frankfurt, hier aktiv am Markt einzugreifen. Was bei mir einen gewissen Grad der
Unsicherheit zurücklässt, sind die Beweggründe der heutigen Aktion der EZB: Ist
es eine präventive Drückung von Gold und Hebung des Euros im Vorgriff auf kurz
bevorstehende Verwerfungen bei Euro-Ländern, die Gold steigen und den Euro
fallen lassen würden. Oder begeht die EZB-Spitze gemeinsam mit der PBoC monetären Harakiri, indem man das deflationäre
Schlachtross gegen die FED, BoJ und BoE reitet. Dann
können wir uns auf die Gegenattacke bereits jetzt schon freuen. Im Prinzip
erlaubt der noch gemäßigte Ölpreis eine weitere monetäre Expansion. Zu dieser
wird es meines Erachtens auch kommen. Egal, was die Herren im Frankfurter
Euro-Tower auch noch so aushecken mögen. Die FED und BoJ sind ein bereits im
langjährigen Deflations-Endkampf erfahrenes Team. Im Prinzip kann uns Goldbesitzern das auch
egal sein: Die FED/BoJ/BoE-Politik würde uns
weiterhin steigende Goldpreise ohne kurzfristige Gefahr eines System-Kollaps
ermöglichen. Die EZB/PBoC-Politik würde dagegen eher
zu Verwerfungen der Märkte mit der Gefahr eines deflationären Kollapses führen.
Gold würde wohl in der Zwischenzeit erratische Bewegungen mitmachen, die viele
sogenannte Gold-Zitterer aus dem Markt drängen würde.
Aber innerhalb kurzer Zeit hätten wir dann den (von einigen Parteien erhofften)
System-Kollaps, der Papiergeld endgültig entwerten würde; und für den Goldkurs
wäre dann wohl nur noch der Himmel die obere Grenze. Dann gibt es natürlich noch die Chartisten, die technischen Kaffeesatz-Leser und
Elliott-Wellen-Idioten, die aufgrund ihrer angeblich nichtfehlbaren Ideologie
solche Theorien und offensichtlichen Machtkämpfe generell nicht betrachten.
Diese Gruppe wird zu den ewigen Verlierern gehören, weil sie noch nie begriffen
hat, welches große Kino uns hier in Wirklichkeit vorgeführt wird. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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