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Bericht für den 30. Juli 2010 Gold & Gesellschaft: Champagner-Sozialisten Zu Zeiten
der DDR-Diktatur hat die seinerzeit staatstragende Partei, die Sozialistische
Einheitspartei Deutschlands (SED), die ja aus der Zwangsvereinigung der SPD und
der KPD in der sowjetisch besetzten Zone (SBZ) hervorgegangen ist, ein
beträchtliches Parteivermögen ansammeln können. Ein nicht unerheblicher Teil
dieses Vermögens überstand auch die Wirren der Wiedervereinigung und die damit
verbundene Währungsreform in Ostdeutschland. Die PDS
als Nachfolgeorganisation der SED hat sich damit als reichste politische Partei
im wiedervereinigten Deutschland etablieren können. Gleichzeitig
wurden in den neunziger Jahren dem damaligen SPD-Vorsitzenden und
Bundesfinanz-Minister Oskar Lafontaine nachgesagt, das er gerne das Luxusleben
genieße: Schon gar kein Selters, auch kein Sekt, nämlich Champagner musste es
für Oskar sein. Interessanterweise
war dies in der Öffentlichkeit nie ein Kritikpunkt gewesen. Denn die PDS und
Oskar Lafontaine haben sich besonders für die Belange der Unterschicht in
dieser Gesellschaft eingesetzt. Nun haben beide wirklich nicht Selters
gepredigt und Sekt getrunken. Aber man hat seinen Wählern zumindest Sekt
versprochen. Dass es für die Herren dieser Bewegung Champagner sein musste,
dafür hat sich keiner so richtig interessiert. Klassenkämpfer
sind auch Eliten unserer Gesellschaft und stellen ihre Forderungen an einen
elitären Lebensstandard. Die
Vereinigung der von der SPD abgespaltenen Linken nebst Lafontaine mit der PDS
hat schließlich die Luxus-Linken vereint. Nach Gysi
und Lafontaine sollen nun jüngere Jahrgänge die Bewegung führen: Mit dem Wessi
Klaus Ernst hat sich wahrlich ein ebenbürtiger Nachfolger für Oskar Lafontaine
gefunden. Primär was die Anforderungen an den Lebensstandard betrifft –
an der Rhetorik eines Lafontaines muss Ernst noch kräftig arbeiten. Nur dumm,
dass Ernst durch die vielen unterschiedlichen Aufgaben, die er zur Zeit
wahrnimmt, wohl auch nicht mehr richtig durchzublicken scheint. Da ist er
einmal gewählter Bundestagsabgeordnete seiner Partei, jetzt Parteivorsitzender
mit einem eigenen Einkommen, dann noch leitender Funktionär in der IG Metall
und so weiter. Dabei kann es schon einmal passieren, dass private Reisen über
das Parlament abgerechnet werden. Das
sollte nicht passieren, denn derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin
wegen Betrug und Untreue. Ernst
nagt wirklich nicht am Hungertuch. In den monatlichen Einkünften von 17.000
Euro pro Monat sind neben der Diät als Abgeordneter nebst der steuerfreien
Kostenpauschale noch 3.500 Euro für das Amt des Parteivorsitzenden und knapp
2.000 Euro aus der Fraktionskasse seiner Partei enthalten. Nachdem Ernst auch
noch bekennender Porsche 911-Fahrer ist, gehört er zu der Gruppe der Gesellschaft
an, die seine Partei mit den schärfsten Steuern und zusätzlichen
Vermögensabgaben belegen möchte. Diese
Unglaubwürdigkeit wird der Partei, die sich sonst als Anwalt der
Sozialhilfe-Empfänger und Niedrigverdiener sieht, so langsam zur Belastung. Die WELT
schreibt unter dem Titel Champagner-Sozialist Ernst erzürnt die Parteibasis:
Wie groß der
Unmut an der Basis ist, zeigt jetzt eine Initiative aus Baden-Württemberg, wo
sich am Samstag der Landesausschuss in Stuttgart trifft ... Beide fordern: Der
Landesausschuss möge beschließen: Der Genosse Klaus Ernst wird aufgefordert,
von seiner Funktion als Vorsitzender der Partei Die Linke mit sofortiger
Wirkung zurückzutreten. Und die
Parallelen von Ernst zu Lafontaine bleiben auch den WELT-Redakteuren
nicht unverborgen: In Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wird
bereits seit Wochen gegen den kleinen Oskar – Ernst gilt als Ziehsohn von
Ex-Parteichef Oskar Lafontaine – gestänkert. Auch dem Saarländer wurde
einst vorgeworfen, ein Luxus-Linker zu sein. Genossen
sind wohl für Die Linke diejenigen, die gerne genießen. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Wie
vermutet, drehte der Goldpreis heute pünktlich zum Wochenende in den positiven
Bereich. Nach Wochen des Niedergangs und dem kräftigen Dämpfer vom Dienstag
scheint sich Licht am Ende des Gold-Tunnels abzuzeichnen. Das gelbe
Metall konnte sich zum Ende des Handels an der New Yorker COMEX oberhalb der
Marke von $1.180 etablieren. Und auch der besonders abgesunkene Euro-Goldpreis
konnte die Marke von 900 Euro wieder nach oben durchbrechen. Ein Wermuts-Tropfen
ist jedoch der weiterhin schwache Kurs zu den beiden Londoner Fixing-Marken:
$1.168,00 (EUR 897,01) lautete heute der A.M. Fix und $1.169,00 (EUR 897,92)
der P.M. Fix. Diese Entwicklung gilt es in der nächsten Woche genauer im Auge
zu haben. Denn sollte der heutige Ausbruch in New York nur auf das Eindecken
von Short-Positionen zurückzuführen sein, dann kann sich ein wie heute erlebter
Anstieg als Eintagsfliege erweisen. Gold wird
es Ende der nächsten und Anfang der übernächsten Woche sowieso noch einmal
schwer haben: Am Freitag werden die monatlichen Zahlen vom Arbeitsmarkt für den
Monat Juli durch das BLS veröffentlicht, und am Dienstag der dann folgenden
Woche tagt der Offenmarktausschuss (FOMC) der FED. Sollten die
Arbeitsmarkt-Zahlen schlecht ausfallen und die FED weitere Quantitative Easing (QE) Maßnahmen, wie bereits schon angedeutet,
beschließen, dann muss man sich wieder einen Spielraum für Gold nach oben
schaffen. Aber
warten wir erst einmal die Entwicklung für die nächste Woche ab und widmen wir
uns wieder dem heutigen Marktgeschehen. Der erste
Ausbruchsversuch von Gold wurde heute nach Eröffnung des Handels an der New
Yorker COMEX bei einem Stand von $1.175 gestoppt. In der Folge verfiel Gold
wieder schnell auf $1.168 und der P.M. Fix kam nur einen Dollar stärker
zustande. Nach diesem Anfangs-Schock ging es für das gelbe Metall dann jedoch
kontinuierlich nach oben. Erst bei $1.183 war dann kurz vor Ende des Handels an
der COMEX Schluss. Mit $1.182 beendete Gold diese Woche zwar etwas gerupft,
aber stark erholt von dem Rückschlag am Dienstag, wo wir Kurse unterhalb von
$1.160 gesehen haben. Der
US-Dollar zeigte sich heute wenig verändert. Im Hinblick auf die schlechter als
erwarteten Quartalszahlen des Bruttoinlands-Produkts in den Vereinigten Staaten
stiegen die 10-jährigen Treasuries wieder an –
beziehungsweise die Real-Rendite gab 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent ab. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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