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Bericht für den 3. August 2010 Gold & Gesellschaft: Dankes-Briefe Bei der
derzeitigen Diskussion um die Erhöhung der Regelsätze für Arbeitslosengeld II
Bezieher – auch volkstümlich als Hartz IV-Empfänger bekannt –
überbieten sich verschiedene gesellschaftliche Gruppen derzeit an Vorschlägen,
wie hoch man die Mindestsicherung nun eigentlich treiben solle. Dabei scheint
sich selbst die katholische Kirche als Interessens-Vertreter des
sozialpolitisch-industriellen Komplexes zu outen. Nichts
mehr mit der katholischen Sozial-Lehre, welche die Selbstverantwortung des
Menschen in den Vordergrund stellt. Erst wenn der Mensch nicht mehr aufgrund
von Behinderung oder anderer widriger Umstände für sich sorgen kann, sollen
Staat und Kirche einspringen. Dieses sogenannte Subsidiaritäts-Prinzip ist
völlig aus der politischen und gesellschaftlichen Diskussion vertilgt worden. Kein
Wunder, sind doch Caritas und Diakonisches Werk als Außenposten der beiden
großen Kirchen auch nur weitere Köpfe der sozialpolitischen Hydra, die einen
immer größer werdenden Anteil am erwirtschafteten Volkseinkommen in Deutschland
für sich beansprucht. ALG II
beziehen nach Angaben des SPIEGEL 6,81 Millionen
Bürger. Der Bund plant dafür Kosten über 37,9 Milliarden Euro im Jahr 2010 ein.
Hinzu kommen in etwa 2 Millionen Sozialgeld-Empfänger, so dass insgesamt wohl
45 Milliarden Euro pro Jahr durch die Leistungsträger zu erbringen sind. Bei 40
Millionen Erwerbstätigen sind das immerhin 1.125 Euro pro Jahr oder knapp 94
Euro pro Monat – für jeden Erwerbstätigen. Und diese verdienen im Schnitt
nicht viel. Das
Problem des Sozial- und Umverteilungsstaates ist, dass er für die
Leistungsbezieher eine abstrakte und ewig sprudelnde Geldquelle, den Staat
nämlich, schafft, der sowieso für alle vermeintlichen Fehlentwicklungen in der
Gesellschaft gerade zu stehen habe. So entsteht der Eindruck, dass man ein
ewiges Recht auf diese Leistungen habe – und viele nutzen das dazu aus,
sich von der Gesellschaft ohne eigenen Beitrag alimentieren zu lassen. In Wirklichkeit
ist es aber nicht der abstrakte Staat, der die Zeche dafür bezahlt, sondern
jeder einzelne Erwerbtätige – sei er nun Niedrigverdiener oder
Topverdiener. Wenn ein Bezieher von Leistungen nach SGB II (Hartz IV oder
Sozialhilfe) im Schnitt mit 500 Euro pro Person und Monat zu Buche schlägt, dann zahlen durchschnittlich fünf Erwerbstätige die Zeche
für diesen Sozialfall. Wäre es
in Anbetracht dieser Situation nicht angebracht, wenn ein Bezieher von SGB II
Leistungen regelmäßig fünf Briefe an die Erwerbstätigen schreibt, die ihn mit
ihrem Einkommen ein mehr oder weniger ausreichendes Einkommen am Rande des
Existenz-Minimums ermöglichen. Vielleicht mit dem Tenor, dass man unverschuldet
in diese Situation gekommen sei und sich darüber freue, dass sich fünf sozial
eingestellte Mitbürger gefunden haben, ihn über diese schwierige Situation
hinwegzuhelfen. Vielleicht
wird dann das Verständnis in der Bevölkerung für diese Fälle größer. Gleichzeitig
müsste sich jeder Bedürftige eigentlich dafür rechtfertigen, warum er ein Teil
des Einkommens seiner Unterstützer verkonsumiert. Und er müsste im Prinzip einen
Ausblick geben, wie er gedenke, aus dieser Situation
wieder herauszukommen. Das ist ja keine Fiktion, sondern die statistische
Realität. Verantwortung
ist keine Einbahnstraße – sie gilt nicht nur für den Bedürftigen, der
Geld von der Allgemeinheit fordert. Sondern sie gilt in genau dem gleichen Maße
für die zahlenden Erwerbstätigen, die fordern, dass der Bedürftige einen
konkreten Plan vorlegt, wie er aus seiner derzeitigen Situation herauskommen
könne. Und ein
solches Schreiben wäre auch keine menschenunwürdige Unterwerfungs-Erklärung.
Wie viel Untertanentum müssen sich niedrige und
selbst mittlere Erwerbstätige von ihren Chefs tagtäglich gefallen lassen. Oder
Selbständige und Unternehmer von ihren Auftraggebern. Da kann man einen solchen
Dankes-Brief durchaus erwarten. Plötzlich
wache ich auf und stelle fest, dass dies nur ein Traum gewesen sein kann. Denn
schon fordern die Sozialverbände, die Kirchen, die SPD und die anderen
staatlich, das heißt aus unseren Steuergeldern, bezahlten Gutmenschen einen
noch höheren Anteil für ihre vermeintlichen Schützlinge am
Bruttoinlands-Produkt. Und dann höre ich auch wieder den mit treudoofen
Dackel-Augen agitierenden DGB-Chef, der behauptet, dass man auf den Rücken der
sozial Schwachen unserer Gesellschaft so eine Diskussion überhaupt nicht führen
dürfe. Willkommen
in der realen Welt des anonymen Sozial-Staates. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die
geldpolitischen Rahmen-Bedingungen für Gold haben sich die letzten Tage
verändert. Nicht länger drückt die EZB auf den Goldpreis zu den physischen
Marken im Londoner Handel. Dafür kommen jetzt die geldpolitischen Spielchen der
Notenbanken wieder zum Vorschein, die mit Hilfe der
Veränderung von Devisen-Carry Trades
kontrollierte Deflation oder Inflation spielen können. Das kostet zumindest
kein physisches Gold. Heute
standen deflationäre Impulse im Vordergrund. Und wieder wird diese Nachricht,
welche die Notenbanken durch Geldsteuerung innerhalb der großen Devisen-Märkte
marktgängig platzieren wollen, durch die Systempresse wie Bloomberg verstärkt.
Waren nämlich gestern, als es noch in Richtung Geldmengen-Ausweitung (mit
steigendem Öl, Aktien-Märkten, Platin/Palladium) positive Nachrichten wie better than expected zu
vernehmen gab, dann lesen wir heute bei Bloomberg genau das Gegenteil. Das ist kein
Zufall, sondern Bestandteil der behavioural
finance Strategie, die menschlichen Instinkte in der
Finanzbranche in die eine oder andere Richtung beeinflussen zu wollen. Schauen
wir also erst einmal auf die beiden Devisen-Paare USD/JPY und EUR/USD: Der Yen
ist gegenüber dem US-Dollar heute um 0,8 Prozent gestiegen – also Carry-Trade downwinding, das
heißt eher deflationäre Impulse für die Märkte. Der Euro ist gegenüber dem USD
um 0,5 Prozent gestiegen, im direkten Handel mit dem Yen aber ebenfalls
gefallen. Die Carry-Trade downwinding
Theorie sagt: Dann müssen die non-interest bearing assets wie Öl, Aktien,
Platin/Palladium eigentlich fallen und die Treasuries
steigen. Genau das konnten wir heute wieder einmal beobachten. Gold ist in
diesem Umfeld ein Zwitter, da es wegen der fehlenden Kredit-Finanzierung nicht
zu der Gruppe der non-interest bearing
assets gehört, die sensibel auf Kreditkontraktion
reagieren. Es sei denn – in Ausnahmefällen – dass bestimmte Investoren
sehr liquide Goldpositionen erst liquidieren, bevor sie sich vor anderen weniger
liquiden Positionen trennen. Auf der anderen Seite kann Gold auch nicht mit Treasuries verglichen werden, da es keine Zinsen
erwirtschaftet. Aber der
praktische Zuwachs des Goldpreises zeigt an, dass es doch einen virtuellen
Zinssatz von Geld gegenüber Papiergeld gibt. Dieser liegt – wenn wie die
Krisenereignisse einmal aus unserer Betrachtung ausblenden – in dem
Wachstum der Eigenkapital-Menge (M0 und zum großen Teil auch M1) begründet. Performt Gold besser
als Treauries, dann zeigt dies im Prinzip an, dass wir ein negatives Realzins-Niveau haben. Investoren verlieren
in langfristigen Treasuries investiert Kaufkraft. In
Gold nicht. Interessant
ist derzeit auch die Kurs-Entwicklung beim Silber. Vielfach orientiert es sich
an Palladium/Platin als non-interest bearing asset. So auch die letzen
Tage, als es mit Platin und Palladium gestiegen ist. Auf der anderen Seite
scheint es bei der heutigen Aktion gewisse Stärke wie beim Gold zu zeigen. Das
ist eine markante Wende, hatte Silber doch immer stark unter deflationären
Tendenzen zu leiden und wurde darüber hinaus noch mit Gold für dessen
Global-Währungsersatz-Charakter bestraft. Jetzt scheint sich hier das Blatt
gewendet zu haben. Gold ist trotz
eines negativen Umfelds weiter auf dem Weg nach oben. Die wichtigen Widerstände
sind der Euro-Gold Kurs von 900 Euro und $1.200. Beiden Marken müssen
signifikant nach oben durchbrochen werden, damit die nächste Aufwärtsbewegung
beim Gold einsetzen kann. Zwei wichtige Termine für die nächsten fünf
Handelstage sind dabei zu überwinden. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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