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Bericht für den 4. August 2010 Gold & Gesellschaft: China-Immobilien-Blasen-Bank-Stress Das Thema
Immobilien-Blase in China beherrscht derzeit die Berichterstattung in den
Finanz-Medien. Kein Wunder, ist der Preis für private Immobilien doch innerhalb
eines Jahres nach einem Bericht von Bloomberg um 68 Prozent gestiegen. Und die
gleiche Quelle spricht auch von zusätzlichen Ausleihungen chinesischer Banken
in Höhe von $1.400 Milliarden, welche die Immobilien-Blase zusätzlich anheizen. Nun
scheint diese Aufwärtsentwicklung jedoch zum Stillstand gekommen zu sein. Der
SPIEGEL berichtet in seiner wöchentlichen Ausgabe, dass die Preise im Juni
gegenüber dem Vormonat erstmals seit knapp anderthalb Jahren um 0,4 Prozent für
Neubauwohnungen und 0,1 Prozent für Altbauwohnungen zurückgegangen sind. Kein
Wunder, berichtet das Blatt im gleichen Bericht: In manchen Städten
wurden schon mehr Wohnungen gebaut als neue Haushalte gegründet. In Metropolen
wie Peking und Shanghai müssen die Chinesen etwa das 20fache
ihres durchschnittlichen Jahresgehalts bezahlen, um auch nur ein Apartment zu
ergattern. Selbst in teuren Großstädten wie Tokio liegt der entsprechende
Faktor bei rund acht. Bei einem
Jahreseinkommen von 100.000 Euro wäre das umgerechnet auf chinesische Verhältnisse
ein Objekt zum Preis von 2 Millionen Euro. Schon allein bei 5 Prozent Zinsen
auf solch ein Darlehen wäre das gesamte Jahreseinkommen verbraucht. Da sind
noch nicht einmal Tilgungs-Leistungen mit eingerechnet, die man ja braucht, um
das Objekt langsam vom Komplett-Besitz der Bank in den eigenen Besitz zu
überführen. Und beim
Geldverdienen mit Spekulieren waren die Chinesen die letzten Wochen anscheinend
auch nicht besonders erfolgreich. Wenn man sich beispielsweise die Entwicklung
des Aktien-Marktes ansieht, der von Zockern, Spielern und Spekulanten geradezu
überrollt wurde: Dann kann man erahnen, dass kein zusätzliches Eigenkapital für
die Vorfinanzierung solcher Objekte vorhanden ist. Das ist
US-Subprime Niveau, falls diese Zahlen stimmen sollten. Aber auch das
Tokio-Modell würde Objektkosten von 800.000 Euro bedeuten. Bei
einer 7 prozentigen Annuität, das heißt 5 Prozent
Zinsen nebst 2 Prozent Anfangstilgung, wäre die jährliche Belastung schon bei
57.000 Euro. Das ist im Prinzip auch nicht zu bezahlen – es sei denn man
hat das entsprechende Vermögen, das man einsetzen
kann. Die
Indikatoren deuten also klar auf ein Platzen dieses Immobilien-Monsters hin. Wo
kommt das Geld dafür her: Von den chinesischen Banken, die seit vergangenen
Sommer ihren Bestand an Immobilien-Krediten um mehr als 40 Prozent ausgeweitet
haben. Die
Banken scheinen also wie in der US-Immobilienkrise diejenigen zu sein, die bei
deren Platzen als erstes unter die Räder kommen. Wie stark der Einbruch des
Immobilien-Sektors sein kann, untermauert der heutige Bericht auf Bloomberg:
Dort fordert die chinesische Bankenaufsicht einen Stresstest, bei dem die
Banken annehmen sollen, dass die Preise für private Immobilien um bis zu 60
Prozent sinken sollen. Bislang durchgeführte Stress-Tests sind von einem
maximalen Rückgang von 30 Prozent ausgegangen. Viele
hoffen derzeit, dass China mit seinem Extrem-Wachstum die Weltwirtschaft wieder
in Gang bringt und damit das Finanz-System retten kann. Aber es sieht so aus,
dass mit China eine Ersatzblase für die in den Vereinigten Staaten zuletzt
aufgeblasene Immobilien-Blase gesucht und gefunden wurde. Da die Verfehlungen
nun in die gleiche Richtung wie in den USA gehen dürften, werden wir wohl demnächst
auf den nächsten großen Knall warten. Diesmal nicht aus dem fernen Westen,
sondern dem noch ferneren Osten. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Auf bis
zu $1.204 ist der Goldpreis im Verlaufe der ersten 90 Minuten des heutigen Handels
an der New Yorker COMEX gestiegen, bis zuerst der Londoner P.M. Fix um 16:00
Uhr MEZ das gelbe Metall mit $1.199,50 (EUR 911,06) knapp unter die Marke von
$1.200 gedrückt hat. Aber auch im weiteren Verlauf der COMEX wollte man Gold
wohl nicht so weit oben sehen – der Schlusskurs mit knapp $1.195 ist der
Tiefstand des gut fünf Stunden laufenden Handels in New York. Der Tag
startete bereits im asiatischen Handel sehr positiv, wobei
Gold die Marke von $1.190 leicht überwinden konnte und in einen Korridor
zwischen $1.190 und $1.195 eingetreten war. Zum
Londoner Vormittags-Handel orientierte sich Gold dann eher an der oberen Marke
und konnte diese zeitweise leicht überwinden. Bis zum A.M. Fix mit $1.194,50
(EUR 904,31) konnte diese Hürde aber noch nicht
genommen werden. Im frühen
Nachmittags-Handel – etwa eine Stunde vor Beginn des Handels in New York
- ist diese Barriere gefallen. Im Anschluss wurde Gold zum COMEX-Handel
schnell in Richtung der Marke von $1.200 gehoben. Kurz vor dem P.M. Fix war das
Hoch mit $1.204 jedoch erreicht. Im
Anschluss an den fast punktgenau bei $1.200 zustande gekommenen P.M. Fix ging
es dann aber mit Gold wieder bergab. Um den COMEX-Schlusskurs
wurde merklich gekämpft. So viel Euphorie möchte das Gold Kartell seinem
Widersacher auch nicht gönnen. Der US-Dollar
konnte sich heute wieder leicht erholen, zu Lasten der US-Treasuries
allerdings, deren Realzinssatz für die 10-jährigen Papiere auf 3,0 Prozent
stieg. Der von mir ermittelte Quotient aus dem USDX und der Rendite gab kräftig
um 0,8 Punkte auf 27,0 nach. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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