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Bericht für den 5. August 2010 Gold & Gesellschaft: Der nächste Knall Die
Bundeskanzlerin ist optimistisch in den Sommerurlaub gegangen und hat uns
mitgeteilt, dass wir auch nach ihrem Urlaub mit ihr rechnen dürfen: Ob das eine
versteckte Drohung war, werden wir demnächst feststellen. Das ist
aber nicht mein heutiges Thema. Aber auch
die anderen Indikatoren scheinen einen langweiligen und ruhigen Sommer zu
versprechen. Beispielsweise der IFO-Geschäftsklima-Index, der in Richtung eines
Rekordhochs zu tendieren scheint. Viele
sprechen schon von einem Ende der Krise. Auch die Händler an den Börsen. Wenn
sie sich da nicht irren sollten. In China
wird, nachdem dort die Aktienblase erheblich Luft verloren hat, in Immobilien
spekuliert. Die Wachstums-Zahlen sind dort noch viel gewaltiger als in den
Blasen-Ökonomien der westlichen Welt. Wie viel Luft diese Blase noch aufnehmen
kann, ist unklar. Interessant ist die Analogie zu der Entwicklung in den
Vereinigten Staaten: Dort startete die Krise auch zur Jahrtausend-Wende als
eine Aktien-Blase, die ebenfalls kräftig Luft ablassen musste und schließlich
durch eine noch viel gewaltigere Immobilien-Blase ersetzt wurde. Da in China
aber alle diese Entwicklungen im Zeitraffer-Tempo vonstatten zu gehen scheinen, können wir uns nicht die nächsten zwei bis vier Jahre
beruhigt zurücklehnen. Aber auch
der Immobilien-Markt in den USA scheint nicht zur Ruhe zu kommen. Zwar sind
Privat-Immobilien seit Anfang 2007 um durchschnittlich 30 Prozent gefallen,
Gewerbe-Immobilien sogar 40 Prozent. Aber eine Preis-Erholung konnten wir seit
Ende des letzten Jahres nicht feststellen. Nur eine Boden-Bildung: Das heißt
die Preise sind nicht weiter gefallen. Aber was
waren die Gründe dafür: Die halbstaatlichen Immobilien-Finanzierer
Fannie Mae und Freddie Mac wurden nun ganzstaatlich und diejenigen, die
eigentlich keinen Kredit mehr bekommen sollten, werden durch eine US-Behörde,
die FHA, gesponsert. Die US-Notenbank hat zudem die faulen Hypothekenpapiere in
ihre Bilanz genommen, so dass die Banken nicht zum Mittel der
Zwangsversteigerung greifen mussten, um liquide zu
bleiben. Und dann gab es noch staatliche Hilfen in Form einer
Steuersubventionen, wenn sich eine Familie zum Kauf eines Hauses
entschließen sollte. Sind das
nicht die besten Voraussetzungen für die nächste Abwärtsphase. Denn die
staatlichen Hilfen laufen aus, die FED will nicht weiter die Hypotheken-Papiere
aufkaufen und wie lange die neuen Subprime-Finanzierungen halten, weiß auch
keiner. Was die
letzten Daten vom US-Immobilienmarkt uns sagen, ist
aber überhaupt nicht beruhigend. Denn die Volumina der verkauften Häuser fallen
derzeit gewaltig. Und das in diversen Statistiken erfasste Preis-Niveau
berücksichtigt nicht die wirklich zustande gekommenen Verkäufe, sondern auch
solche Transaktionen, die wegen Stornierungen gar nicht zustande kamen. In
diesem Fall wird der Angebotspreis in die Berechnung des hypothetischen
Kaufpreises eingerechnet. Nach diversen Schätzungen liegt die
Stornierungs-Quote zwischen 20 und 30 Prozent. Zuerst
fallen die Volumina – dann fallen die Preise. Die nächste
Abwärtsbewegung, auch als Double Dip bekannt, rollt
auf die Vereinigten Staaten zu. Gepaart mit der explosiven China-Mischung droht
uns dann ein vielleicht noch heftigerer Test für unser globales Wirtschafts-
und Finanzsystem, als wir ihn die letzten zwei Jahre erleben durften. Die
Staaten jedenfalls haben ihr Pulver bereits verschossen. Warten wir ab, was den
Gelddruckern in den Zentralen der Notenbanken noch so alles einfällt. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Da hat
man die letzten Wochen den US-Aktienmarkt auf fast 10.700 Punkte (Dow Jones
Industrial Average) hochgetrieben, ohne dass es dafür
eigentlich Gründe gebe. Und man hat das Gold gestern zurückgeholt, das einen
Ausbruch weit jenseits der Marke von $1.200 gewagt hatte. Heute wurde ein
ähnlicher Ausbruchsversuch erneut verhindert. Warum?
Die morgen um 14:30 Uhr MEZ zur Veröffentlichung anstehenden Arbeitsmarktdaten
für den Monat Juni lassen nichts Positives vermuten. Auch die US-Treasuries stehen fast auf Rekord-Niveau –
beziehungsweise für die sich invers verhaltenden Realzinsen
dieser Papiere auf dem Tiefpunkt. Fallen
die Zahlen schlecht aus, dann wird die FED wohl am Dienstag nächster Woche
vermeintlich konjunkturell stabilisierende Maßnahmen ergreifen. Zu gut Deutsch:
Noch mehr Geld drucken. Das würde den Goldpreis weiter anfeuern, deshalb muss
man jetzt dafür sorgen, dass er unter Kontrolle bleibt. Und wenn es
funktioniert, dann sogar sinken würde. Gold
stand mit der heutigen Eröffnung der Märkte in Asien unter leichten
Abgabedruck. Der Preis pendelte erneut in dem engen Korridor zwischen $1.190
und $1.195. Es sieht so aus, als wenn eine (oder mehrere?) Partei(en) das gelbe
Metall unbedingt unterhalb der Marke von $1.200 halten wollen. Im frühen
Londoner Handel verbesserte sich jedoch die Situation von Gold wieder etwas.
Der A.M. Fix mit $1.195,50 (EUR 906,03) kam marginal stärker als gestern zur
gleichen Zeit zustande. Erneut wurde in den ersten Minuten des Handels an der
New Yorker COMEX ein
Ausbruchsversuch nach oben probiert. Und erneut scheiterte er knapp an
der Marke von $1.200. Zum P.M.
Fix wollte man dann doch nichts dem Zufall lassen und so sank Gold plötzlich
auf $1.192,50 (EUR 906,02). Im Vergleich zum gestrigen P.M. Fix ein Rückgang
von sieben Dollar. Bis zum
Ende des Handels stieg Gold dann jedoch sogar über das gestrige Niveau an.
Warten wir ab, mit welchen Überraschungen wir im Laufe des morgigen Tages
rechnen müssen. Aber es war heute sowieso kein Tag für Edelmetalle, wie man an
den Notierungen von Platin und Palladium ablesen konnte. Der
US-Dollarindex gab heute um 0,6 Punkte auf 80,3 nach. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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