Bericht für den 6. August 2010

 

 

Gold & Gesellschaft: Gewollt schlechte Arbeitsmarkt-Daten

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

Bloomberg zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarkt-Daten: U.S. companies hired fewer workers than forecast in July, evidence of what Federal Reserve Chairman Ben S. Bernanke has called an “uncertain” economic environment that may keep him focused on reviving growth. Private payrolls that exclude government agencies rose by 71,000 after a June gain of 31,000 that was smaller than previously reported, Labor Department figures in Washington showed today. Overall employment fell by 131,000, reflecting the dismissal of temporary census workers, and the jobless rate held at 9.5 percent.

 

Wie erwartet sind die Zahlen vom US-Arbeitsmarkt schwächer ausgefallen, als dies die Beobachter prognostiziert hatten. Und wie so üblich für das Wahrheitsministerium BLS wurden im Vormonat für den Juni 2010 erst einmal bessere Zahlen gemeldet, die heute nach unten revidiert werden mussten. Warten wir Anfang September ab, auf welchen endgültigen Wert die Zunahme der Beschäftigten von den heute gemeldeten 71.000 zurückgenommen werden muss.

 

Es gibt zwei Zahlenreihen, die besonders starken Manipulationen der Regierungs-Organisationen ausgesetzt sind: Zum einen die Arbeitsmarkt-Zahlen und zum anderen die Inflationsrate im Lande. Denn dieser sogenannte Consumer Price Index (CPI) wird vielfach für die Anpassung von Sozialleistungen an die aktuelle Inflationsrate verwendet. Außerdem schafft ein viel zu niedrig gemeldeter Wert Vertrauen der Arbeitnehmer, die mit ihren kargen Lohnerhöhungen sich noch einen realen Einkommens-Zuwachs errechnen können. Dass das alles Lug und Trug ist, erkennen wir bei genauerer Betrachtung der Entwicklung der Lebenshaltungskosten über die letzten fünf bis zehn Jahre.

 

Die Arbeitsmarkt-Zahlen sind wohl der politischste statistische Wert, den die Regierungs-Statistiker verbreiten. Denn hohe und niedriger Arbeitslosigkeit sind für die Bürger ein direkter Indikator dafür, wie erfolgreich die Wirtschafts-Politik einer Regierung letztendlich ist. Aber Arbeitslosen-Zahlen sind immer auch ein nacheilender Indikator für eine Kontraktion oder eine Expansion der Wirtschaft. Da die Ampeln bei den vorauseilenden Daten langsam wieder auf Rot springen, ist mit einer weiteren Zuspitzung der Situation am Arbeitsmarkt für die nächsten Monate zu rechen.

 

Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Frage, wie viele neue Arbeitsplätze eine bevölkerungsmäßig weiterhin noch steigende US-Nation monatlich schaffen muss, um den Nachwuchs in Lohn und Brot zu bringen. Hier sind selbst die gemeldeten 71.000 neuen Arbeitsplätze längst nicht ausreichend – der wirkliche Bedarf besteht bei weit über 100.000 Jobs monatlich.

 

Interessanterweise hat das korrupte Net Birth/Death Model nach vorläufigen Zahlen der BLS diesmal nur 6.000 neue Phantom-Jobs geschaffen. Man hätte aber wie im Juli mit 147.000 Phantom-Jobs die Statistik leicht nach oben manipulieren können. Zumal keiner die zugrundeliegenden Schätzungen dieses Modells nachvollziehen kann.

 

Ich behaupte deshalb: Man wollte absichtlich relativ schlechte Zahlen verbreiten, um den Druck auf die FED für das Dienstag-Meeting des Offenmarkt-Ausschusses  (FOMC) zu erhöhen. Dort erwartet man sich weitergehende Stimulus-Maßnahmen im Hinblick auf die wegen der schlechten Zahlen einsetzende Panik der Politiker auf Capitol Hill.

 

Es ist also nicht verwunderlich, dass die Zahlen mit der verbreiteten Bewertung durch Bloomberg & Co den US-Dollar plötzlich nach unten trieben. Der US-Dollarindex (USDX) ist nach Veröffentlichung der Zahlen um 0,8 Punkte auf 80,1 gesunken.

 

Das führte schließlich zu einem sprunghaften Anstieg des Goldpreises auf über $1.210. Da der Euro jedoch gleichzeitig auf fast $1,33 stieg, zeigte sich Euro-Gold unbeeindruckt.

 

Der US-Aktienmarkt brauchte – wie gestern von mir gemeldet – den geschaffenen Abstand zur Marke von 10.000, um den heutigen Schock ohne das Risiko des Unterschreitens dieser Marke wegzustecken.

 

Zum konkreten Geschehen an den Goldmärkten von heute. Während der früh öffnenden asiatischen Märkte kamen keine wesentlichen Impulse beim Gold zum Vorschein. Das gelbe Metall pendelte um die Marke von $1.195, die in etwa den gestrigen Schlussstand im Access Handel in New York bildete.

 

Auch zum Londoner Vormittags-Handel waren die Händler abwartend. Keiner wollte sich im Vorgriff auf die Arbeits-Marktzahlen um 14:30 Uhr MEZ falsch positionieren. Denn es gibt eine Reihe von Insidern, die diese Zahlen bereits vor der offiziellen Verkündung gesehen haben und das Messaging der Presse kennen. Der A.M. Fix kam mit $1.194,50 (EUR 906,09) praktisch unverändert zustande.

 

Bis zur Eröffnung der COMEX zehn Minuten vor den BLS-Zahlen blieb es verdächtig still. Jeder wartete auf das Kaninchen, dass man um 14:30 Uhr aus dem Hut gezaubert hatte. Und dieses führte – wie oben bereits ausgeführt – zu einem Anstieg von Gold in einer ersten Welle um über zehn US-Dollar.

 

Der nahende P.M. Fix mit $1.207,75 (EUR 906,26) bestätigte diesen Anstieg. Euro-Gold Beobachter werden feststellen, dass Gold zwischen dem A.M. und dem P.M. Fix praktisch nur wenige Euro-Cent angestiegen ist.

 

Nach dem P.M. Fix wurde das erwähnte Tageshoch von $1.212 erreicht. Nachdem eine gute halbe Stunde später die Marke von $1.210 erneut nicht verteidigt werden konnte, gab das gelbe Metall auch im Zusammenhang mit dem sich wieder etwas erholenden US-Dollar nach. Der COMEX-Schlusskurs beendete die Gold-Woche mit $1.204,00 über den wichtigen Marken von $1.200 und 900 Euro.

 

Die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes sanken heute weiter auf nur noch 2,8 Prozent. Der Quotient aus USDX und den Renditen stieg kräftig um einen ganzen Punkt auf 28,7.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.194,50

(€906,09)

$1.195,50

(€906,03)

- $1,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.207,75

(€906,26)

$1.192,50

(€906,02)

+ $15,25

COMEX Schlusskurs

$1.204,00

NA

$1.195,00

NA

+ $9,00

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$18,30

(€13,90)

$18,35

(€13,88)

- $0,05

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.571,00

(€1.184,75)

$1.577,00

(€1.194,70)

- $6,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$491,00

(€370,30)

$497,00

(€376,50)

- $7,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

80,4

80,3

+ 0,1

Renditen 10-jährige Treasuries

2,8 %

2,9 %

- 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

28,7

27,7

+ 1,0

 

Über Ziemanns Gold News

Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht.
Er ist erreichbar unter:
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