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Bericht für den 16. August 2010 Gold & Gesellschaft: Demokratisch legitimierte Abzocker So langsam dämmert es auch dem Düsseldorfer
Handelsblatt, mit welchen Gemeinheiten der Staat seine Bürger nicht nur
zukünftig, sondern auch rückwirkend auspressen kann. Da werden sogenannte
Steuerspar-Modelle, bei denen üblicherweise jedoch die gesparten Steuern nicht
beim Steuerzahler, sondern den Anbietern nebst Banken dieser Modelle auf den
Konten landen, rückwirkend für ungültig erklärt. Plötzlich erkennt der Anleger,
dass er allein mit seinem Privatvermögen für alle Schandtaten nebst 0,5 Prozent
– pro Monat versteht sich – Verzinsung auf die eingesparte
Steuerschuld der letzten Jahre haftet. So sind dann nicht nur mehrere 10.000
Euro an vor Jahren eingesparten Steuerschulden zu begleichen, sondern hinzu
kommt dann noch eine mehrere tausend Euro umfassende staatliche
Zinsnachzahlung. Aber vielleicht hat der Anleger sein Geld ja auch
in Luxus-Immobilien-Objekten in den neuen Bundesländern versenkt oder in
Container-Schiffe gesteckt, die trotz eines kräftig ausgeweiteten Welthandels
von einem Negativ-Geschäftsjahr zum nächsten schippern. Die Fond-Manager finden
immer gute Gründe, warum es derzeit gerade schlecht läuft. Und dann gibt es noch – um das Bild zu
vervollständigen – die auf einem Schneeballsystem beruhenden
Anlagesysteme, die jahrelang hypothetische Zinsen erwirtschafteten und sich zum
Schluss mit einem großen Knall in Luft auflösen: Totalverlust für den Anleger.
Aber es kommt noch schlimmer: Das Finanzamt will für die Luftgewinne der Jahre
vor dem Knall noch echte Steuer-Euros sehen. Ob das nun Gier, Leichtsinn oder eine Kombination
aus beidem ist: Bei Anlage-Modellen, die darauf abzielen, Steuern zu sparen,
verdienen viele, aber nicht der geschundene Steuerbürger. Die Fond-Branche,
Lebensversicherungen, findige Vermittler, Banken und nicht zuletzt die
publizistischen Propagandisten dieser Modelle, zu denen auch das Handelsblatt
als Sprachrohr dieser feinen Gesellschaft zählt, haben hunderttausende steuerspargierige
Bürger auf dem Gewissen. Wenn es sich nicht sogar um Millionen geprellter
Anleger handelt. Nun holt sich der Staat, befeuert durch die
demokratisch gelenkte Neid-und-Missgunst Debatte dieses
Geld zurück, das der Bürger in Vertrauen auf die Verlässlichkeit der
Steuergesetze eigentlich schon als sein eigen nennen durfte. Die Bullshit-Bingo
Parade des unterfinanzierten Staates, dessen Schulen verfallen, Schwimmbäder
geschlossen und Straßen verkommen, können wir ja landauf landab täglich
mitbekommen. Gut, der Kapitalismus hat auch seine Risiken
– aber nur theoretische Chancen und alle Risiken zu tragen klingt nicht
nach einem guten Geschäftsmodell. Irgendwie ist dieser Imperien-Bau dem
gutverdienenden Steuerzahler aber nicht auszureden. Da zählt Masse in der Steuererklärung
mehr als Klasse. Wer bietet mehr Brutto-Arbeitslohn in der ANLAGE N
– man fühlt sich schließlich als weitgereister Corporate Man wichtiger
als nur so ein mittelständischer Unternehmer. Obwohl dieser Mittelständler dann
vielleicht nur die Hälfte der Einkünfte erzielt – in der Steuererklärung
natürlich, da ein Großteil seiner Kosten eben in dem Betrieb anfallen - aber
trotzdem besser lebt als der hoch besteuerte Angestellte. Und in der Anlage zu den Kapital-Einkünften zeigt
man protzig dem Finanz-Beamten, mit welchen verschiedenen Anlageformen man in
der Lage ist, herumzujonglieren. Die Krönung sind dann Auslands-Anlagen, denn
man glaubt ja an die Kraft der abgeschlossenen Doppelbesteuerungs-Abkommen, welche
einen niedrige Steuern sichern sollen. Selbst wenn die Kavallerie des
Finanzministeriums nicht ausreitet, die in der Machtkette niederen Nationen
(also nicht beispielsweise die USA) zu demütigen und die entscheidenden
Passagen des völkerrechtlich abgeschlossenen DBA einfach nicht anzuwenden, schlägt das Finanzamt mit der von vielen
immer noch nicht verstandenen Keule des Progressionsvorbehalts eben mit höheren
Steuersätzen auf die anderen Einkommens-Bestandteile zu. Wer mit seiner Senator-Karte
öfters im Ausland reist, anstatt an seinem Schreibtisch Arbeit zu verrichten,
dem wird die Investment-Welt in Deutschland einfach viel zu klein. Ich behaupte: Wer die Anlagen KAP (Kapitaleinkünfte
Inland) und AUS (Einkünfte im Ausland) überhaupt abgeben muss, der wird sich
zukünftig auf noch intensivere staatliche Repressionen gefasst machen dürfen.
Da brauchen wir keine komplizierte Erfassung der Vermögenswerte, denn die
Zahlen sind ja schon längst aus den in der Steuererklärung gemachten Erträgen
ablesbar. Das Repertoire staatlicher Gemeinheiten, natürlich
immer durch unsere Regierenden, Parlaments-Beschlüsse nebst den von ihnen bestimmten
Richter-Gremien (insbesondere BVerfG, BFH) völlig
demokratisch legitimiert, ist ja schon lange bekannt – jedenfalls
denjenigen, die diese Berichte lesen: Substanz-Steuern (wie Grundsteuern) auf
Vermögen, Zwangshypotheken, eine Vermögensabgabe – kann bis zu 50 Prozent
betragen wie nach der Währungsreform 1948 in Deutschland –
Gewinnabschöpfungen aller Art. Demokratisch, das heißt mit Mehrheitsentscheid
verloren schon zu Zeiten der Französischen Revolution viele ihren Kopf. Wer
Freiheit und Rechtssicherheit mit Demokratie gleichsetzt, bei dem hat die
Schulbildung seit den siebziger Jahren die beiden Gehirnhälften zusammenschmelzen
lassen. Dann gibt es da noch einige Publizisten, die
denjenigen wenigen, die ihre Vermögenswerte dem Staat unsichtbar machen wollen,
in dem sie beispielsweise Edelmetalle in Bank-Schließfächern lagern, Angst vor
staatlich kontrollierten Öffnungen machen wollen. Ganz abgesehen davon, dass in
mehr als 90 Prozent aller Schließfächer nur unwichtige Unterlagen nebst
vielleicht noch etwas Schmuck lagern, sind doch 99 Prozent aller Vermögenswerte
für den Staat mehr oder weniger transparent: Im Grundbuch, durch die
verschiedenen Steuererklärungen ableitbar, durch diverse Konten-Abfragen und so
weiter. Und mit einer zwangsweisen Schließfachöffnung
erwischt man noch immer nicht die Goldverbuddeler
– was soll dieses dumme Geschwätz um eine Vermögensmasse unter einem
Prozent also. Der deutsche Finanz-Beamte ist hinter seinem Schreibtisch viel
effektiver in seinem Handwerk, als am Eingangs-Portal des Schließfach-Bereichs
einer Bank. Es wird zukünftig gesünder sein, ein Vermögen nicht
zu haben – wobei ich damit meine, entweder das Vermögen ist nicht
vorhanden oder es ist einfach nicht sichtbar. Denn eines wird so sicher sein
wie das Amen in der Kirche: Die demokratisch legitimierten Abzocker werden
notfalls alle verfassungsmäßigen Eigentums-Rechte bei Seite wischen, wenn es um
die Rettung ihrer eigenen Haut gehen wird. Da sollte es dann eigentlich (anti-)demokratische
Tugend sein, sich diesem Rechtsverstoß durch Anonymität zu entziehen –
prophylaktisch versteht sich. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die US-Treasuries steigen
und steigen. Und das heute trotz des etwas schwächeren Dollars. Der Quotient
aus dem US-Dollarindex (USDX), der das Verhältnis des US-Dollars zu den anderen
wichtigen Weltwährungen widerspiegelt, und den Real-Renditen der 10-jährigen
US-Staatsanleihen ist heute um 1,0 Punkte auf 31,7 gestiegen. Gold und auch die anderen Edelmetallen folgten
dieser Entwicklung. Gold konnte sogar kurz nach Eröffnung des Handels an der
New Yorker COMEX erst bei einem Stand von $1.228 abgefangen werden. Die Woche begann für das gelbe Metall schon zum
asiatischen Handel, welcher als erster öffnete, positiv: Kurse knapp unterhalb
der Marke von $1.220 konnten dort erzielt werden. Im Londoner Vormittags-Handel
stagnierte der Gold-Preis, bis zum A.M. Fix dann eine plötzliche Steigerung
sichtbar wurde: $1.222,00 (EUR 953,57) lautete die Notierung. Ein Gewinn von
sieben Dollar im Vergleich zum letzten Freitags-A.M.
Fix. Das war nun die neue Marke, mit der Gold in den
frühen Nachmittags-Handel bis zu Beginn der COMEX ging. Ein plötzlicher
Ausbruchsversuch bis $1.228 wurde an dieser Marke gestoppt und ein großer
Anteil dieses Zuwachses verfiel bis zum Londoner P.M. Fix um 16:00 Uhr:
$1.223,50 (EUR 954,37) lautete schließlich diese wichtige Marke. Damit war im Prinzip der Korridor für die weitere
Goldpreis-Entwicklung gesetzt und der COMEX-Schlusskurs
von $1.223 überraschte keinen mehr. Bei den Weißen Edelmetallen stach heute
insbesondere Palladium mit einem Zuwachs von neun Dollar hervor. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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