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Bericht für den 23. August 2010 Gold & Gesellschaft: Legitimation von Steuererhöhungen Verkehrte Welt: Hat man doch früher einmal den
Linken vorgeworfen, den Weg in den Steuer- und Abgabenstaat zu betreiben, so
zeichnet sich derzeit das zweite größte Steuererhöhungs-Paket der deutschen
Nachkriegsgeschichte unter Unions-Regentschaft von Angela Merkel ab. Wir erinnern uns noch an die Anfänge der Großen
Koalition, wo sich beide Seiten auf eine dreiprozentige Erhöhung der
Mehrwertsteuer einigten. Gleichzeitig wurden eine Reihe vermeintlicher
Steuer-Privilegien gestrichen, was als Ergebnis auf dasselbe hinauslief:
Steuererhöhungen. Ein Teil wurde zwar wieder vom Bundesverfassungs-Gericht
kassiert – aber solche Verfahren dauern oftmals viele Jahre und der Finanzminister
hebelt Entscheidungen beispielsweise des Bundesfinanzhofs in München regelmäßig
mit Nichtanwendungs-Erlassen aus. Dabei ist es für
den Bürger sowieso schon schwierig genug, bei diesen stark politisch
beeinflussten Richter-Gremien überhaupt Gehör zu erhalten. So rekrutieren sich
ein Großteil der Finanzgerichte aus ehemaligen Beamten der Finanz-Behörden des
Bundes und der Länder. Und um die Posten in den höchstrichterlichen Senaten
wird zwischen Politikern aller Parteien hart gerungen. Angela Merkels zweite Regierung scheint nun die
Steuererhöhungs-Orgie der Großen Koalition noch toppen
zu wollen. Selbst der SPIEGEL stellt heute lapidar in seinem Bericht unter dem
Titel Die
Mogelpackung fest: Der Verlierer steht
fest - Auf den Bürger kommen neue Lasten zu. War die schwarz-gelbe Koalition im September
letzten Jahres noch mit dem Motto angetreten, die Steuern zu senken, so spricht
man heute nur noch von Steuervereinfachungen. In Wirklichkeit stellen sich
diese sogenannten Vereinfachungen als ein noch gigantischeres
Steuererhöhungs-Paket heraus, als wir es zu Beginn der Großen Koalition erleben
durften. So sind formal gesehen der geplante Anstieg des
Beitrags zur Gesetzlichen Krankenversicherung – das Belastungsvolumen für
den Bürger beträgt 6,0 Milliarden Euro – und zu der
Arbeitslosenversicherung – hier warten 1,6 Milliarden Euro an
zusätzlichen Belastungen – keine Steuererhöhungen. Und auch der mit einem
erwarteten Steueraufkommen von 1,5 Milliarden Euro geplante Abbau der
Ökosteuer-Privilegien für energieintensive Branchen ist keine Steuererhöhung,
die den Bürger direkt trifft. Luftverkehrsteuer, Kernbrennelementesteuer und
Finanzmarktsteuer – hiermit will der Staat doch nur Gewinne bei den im
Volke unbeliebten Branchen abschöpfen. Das ist ein durchaus geschicktes Vorgehen der
Politik, wenn die Steuererhöhungen den Normalbürger vermeintlich verschonen.
Denn die Politik hat ein Vertrauens-Problem: Nach einem zweistelligen
Milliardenhilfs-Programm für das bankrotte Griechenland und einem über 100 Milliarden
Euro umfassenden Hilfs-Programm zur Rettung des Euros haben die Politiker
jegliche Legitimation nicht nur für Ausgaben-Kürzungen, sondern auch für
Steuererhöhungen verloren. Die Debatte um Ausgabe-Kürzungen bei dem
ausufernden Sozialstaat werden doch längst schon mit Verweis auf die zum Teil
in anderen Ländern wie Griechenland herrschenden sozialen Paradieszuständen
gekontert. Wie soll man einem deutschen Arbeitnehmer begreiflich machen, dass
er noch weitere Kürzungen seiner Rente bei einem noch späteren Eintrittsalter
hinnehmen soll, wenn in Griechenland die Pensionäre mit unter 60 Jahren mit
ihren vollen Netto-Bezügen in den Ruhestand gehen können. Genauso auf der Einnahmen-Seite: Warum soll der
deutsche Steuerzahler, der die vergangenen zehn Jahre einen erheblichen
Real-Nettoverlust erleiden musste, um die deutsche Wirtschaft wieder
international konkurrenzfähig zu machen, jetzt noch zusätzliches Geld für
diejenigen Arbeiter und Arbeitnehmer in den EU-Ländern beisteuern, welche über
Jahre kräftige Lohnsteigerungen erzielen konnten und nun vor einer ruinierten
Industrie ihren Landes stehen. Machen wir uns nichts vor: Die Brennelemente-Steuer
wird letztlich eins-zu-eins auf den Strompreis aufgeschlagen. Die
Luftverkehrssteuer zahlt der Bürger in vollem Umfang über höhere Ticket-Preise
und die Finanzmarktsteuer mindert die Ablaufleistungen der eigenen
Lebensversicherung und Geldanlagen. Auch die von Unions-Seite durch Peter
Müller geforderte Erhöhung des Spitzensteuersatzes ist nur eine auf Neid-Mehrheiten
fixierte Ausplünderungs-Strategie: Das wird in erster Linie nicht die
Spitzenverdiener belasten, sondern die besser verdienenden Facharbeiter und
Ingenieure. Und da Deutschland nach Aussage von dem politisch
inkorrekt argumentierenden Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin immer
dümmer und ärmer wird, besteht Hoffnung, dass die Politik mit dieser
Mogelpackung auch noch Erfolg haben wird. So wird das Land der Dichter und
Denker, der erfolgreichen Unternehmer und der an diesem Erfolg partizipierenden
Arbeitnehmer auf dem Altar der Demokratie der immer größer werdenden Gemeinde
der künstlich dumm und arm gemachten Bevölkerungs-Schichten geopfert. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Der freie Fall des US-Öls an den Märkten hielt
heute unvermindert an. Der Grund: Der Öl-Preis hat direkte Auswirkungen auf die
Konsum-Ausgaben der Haushalte. Steigt Öl zu stark an, dann können die diversen
Wahrheitsministerien die galoppierende Inflation nicht mehr hinter ihren
Fassaden von Warenkörben oder hedonistischer Inflations-Herunterrechnerei
verstecken. Die Notenbanken hinterlassen allerdings bei ihrem
Treiben verlässliche Spuren: Der US-Dollar steigt weiter gegen den Korb der
wichtigsten internationalen Papier-Währungen. Gleichzeitig steigt der japanische
Yen gegen den US-Dollar. Wir können also erneut die seit Monaten beobachteten
Einbrüche bei den non-interest bearing
assets, also denjenigen Anlageklassen, die keine
Zinsen erzielen, wie Rohstoffe, Edelmetalle aber auch Aktien beobachten. Ohne einen Blick auf die heutige Entwicklung der
Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes geworfen zu haben, erwarte ich
einen weiteren Rückgang – ich musste jetzt doch schauen und wahrhaftig
wurde der am Freitag Nachmittag einsetzende Aufwärtstrend der Renditen dieser
Papiere unterbrochen und die Renditen fielen heute wieder leicht. Zwar nicht
bedeutend, aber wenn man bedenkt, dass derzeit nur 2,6 Prozent pro Jahr für
Anleihen, die über einen Zeitraum von zehn Jahren laufen, gezahlt werden, fragt
man sich doch ernsthaft, wer damit noch eine Realrendite zu erzielen glaubt. Was vermeldet denn Bloomberg, die Finanz-Prawda, als Organ ihrer Auftraggeber: Housing Slide in U.S. Threatens
to Drag Economy Into Recession
- Housing led the U.S. out of seven of the last eight recessions. This time, it may kill the
recovery. Derzeit wird wieder auf Deflation gemimt. Denn wenn
die Lebenshaltungskosten um fünf oder mehr Prozentpunkte pro Jahr steigen
sollten, was haben dann die mit einer Real-Verzinsung von unter drei Prozent ausgestatteten
Staatspapiere überhaupt noch für einen Wert. Wesentlich weniger als derzeit
– aber man kann sich keinen panikartigen Bond-Ausverkauf leisten. Zu groß
ist diese Blase in den letzten zwei Jahren aufgeblasen worden. Auch Anti-Gold Kommentator Jon Nadler
schlägt in die gleiche Bresche: Black gold rose from the lowest
levels it traded at in more than six weeks
but indications are that it
could continue to slide in coming days if the
US economic recovery shows further signs
of faltering. Stockpiles of
certain petroleum products are at their highest level
in two decades.
Der sinkende Ölpreis wird einfach verklärt mit der US-Rezession und hohen
Lagerbeständen. Zum Gold lässt Nadler
wieder einmal Andere negative Kommentare abgeben: Da wird von einer Gold-Blase
gesprochen, die jederzeit platzen kann. Anhand der aktuellen Demand/Supply-Rechnungen müsste Gold doch eigentlich
sinken. Und dann wird die Null-Zinspolitik der Notenbanken auch noch zum
Vorteil von Gold ausgelegt. Der Goldpreis schwankte zum heutigen Handelbeginn
in Asien um die Marke des Freitags-Schlusskurses in New York. Mit Beginn des
Handels in London trat Gold in einen Korridor zwischen $1.226 und $1.228 ein.
Der A.M. Fix kam mit $1.227,00 (EUR 966,68) in der Mitte zustande.
Bemerkenswert ist erneut der starke Euro-Goldkurs, der um zwei Euros im
Vergleich zum Freitags-A.M. Fix zulegen konnte. Das Nachmittags-Geschäft im Vorfeld der COMEX und
zu den ersten beiden Stunden verlief relativ ruhig. Der P.M. Fix kam mit
$1.226,00 (EUR 964,00) zustande. Im Anschluss geriet Gold aber unter
erheblichen Druck und wurde bis auf $1.222 gedrückt. Von diesem Tiefschlag
konnte sich das gelbe Metall allerdings erholen und einen Großteil der heutigen
Verluste wieder wettmachen. Der COMEX-Schlusskurs war
mit $1.226 dann auf dem gleichen Niveau wie der Londoner P.M. Fix 3,5 Stunden
vorher. Platin und Silber konnten ihre anfänglichen
leichten Rückschläge im Laufe des Tages wieder wettmachen. Palladium entzog
sich der heutigen Notenbank-Show und notiert um neun Dollar höher als noch zum
Freitags-Schluss. Der US-Dollarindex nahm heute leicht um 0,1 Punkte
auf 83,1 zu. Bei unveränderten Real-Renditen der 10-jährigen Treasuries stieg der von mir ermittelte Quotient aus beiden
Werten um 0,1 Punkte auf 32,0 an. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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