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Bericht für den 24. August 2010 Gold & Gesellschaft: Einstürzende (Gewerbe-)Bauten Die Systempresse ist oftmals ein Spätzünder. Schon
lange wackeln die Gewerbe-Immobilien in den Vereinigten Staaten und die Gefahr
wird immer größer, dass bestehende Hypotheken nicht prolongiert werden. Im
Gegensatz zu den Privat-Immobilien steckt in diesen Objekten jedoch noch eine
Menge Eigenkapital von Investoren, die im Extremfall einem Komplettverlust
ihrer Beteiligung verkraften müssen. Aber das führt keinen in den Bankrott oder
lässt ihn plötzlich zum Obdachlosen werden. Nur wenn der Wertverlust so groß
wird, dass selbst die Hypotheken-Darlehen durch Notverkäufe nicht mehr getilgt
werden können, leidet das Bankensystem. Das wird aber sowieso um jeden Preis
gerettet werden. Unter dem Titel Der Markt für Gewerbeimmobilien wackelt
beschreibt die Financial Times Deutschland (FTD) dasselbe Problem nun auf dem
europäischen Markt für Gewerbe-Immobilien: Käufer
von Gewerbeimmobilien müssen Kredite in Billionenhöhe umschulden. Scheitern
sie, droht die nächste Finanzkrise. Was für eine Überraschung. Man muss sich nur in den
großen Bürozentren der Innenstädte genauer umsehen. Beispielsweise der
Frankfurter-Bürostadt (Niederrad) in Nähe des Flughafens. Dort hat die DEKA
(Sparkassen-Gruppe) ein Objekt nach dem anderen errichtet. Das schönte –
oder wahrscheinlich weil nicht anders vermietbar – als repräsentative
Zentrale. Dafür stehen die anderen Gebäude zum Teil schon seit Jahren leer.
Vielfach sogar noch mit dem Firmen-Logo derjenigen Unternehmens, das schon
lange in die gewerbesteuermäßig viel günstigeren Gegenden wie Eschborn
umgezogen sind. Als letzter Auto-Händler fristet jetzt nur noch Mercedes-Benz
sein Dasein, während Lidl, Aldi & Co die Chance ergriffen haben, die
Freiflächen zur Versorgung der Bürger der angrenzenden Wohngebiete zu nutzen. Dabei gehört Frankfurt noch zu den besseren
Gewerbeimmobilien-Räumen in Deutschland. Vor diesem Hintergrund muss man also
die konsequenterweise folgende Entwicklung sehen, welche die FTD in ihrem
Bericht wie folgt beschreibt: Sie haben es krachen lassen.
2.570 Milliarden Dollar, umgerechnet 2.000 Milliarden Euro, haben Europas
Banken Immobilieninvestoren für den Kauf von Büros oder Einkaufszentren
geliehen – eine Summe so groß wie das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP). Nur zur verständlich, dass sich eine Bank in
Anbetracht der Situation auf diesem Markt ernsthaft überlegen muss, ob es noch
weiter Sinn macht, gutes Geld dem schlechten hinterherzuwerfen.
Denn viele Investoren in Immobilien-Fonds haben nur noch Zombie-Werte in ihren
Portfolios. Wer nicht zu niedrigen Preisen vermietet, der kann eben weiterhin
Phantasie-Mieten und daraus abgeleitete Objekt-Werte in seinen
Hochglanz-Broschüren publizieren. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache,
dass das Eigenkapital der Investoren weg ist. Oder dass selbst die Bank bei der
Verwertung des Objektes einen Teil der von ihr ausgeliehenen Summe abschreiben
muss. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Der heutige Handelstag war nicht nur beeindruckend,
sondern auch belehrend. Zeigt er doch dem aufmerksamen Beobachter die
Möglichkeiten, aber auch die Grenzen, die den Notenbanken derzeit mit ihren
geldpolitischen Mitteln zu Verfügung stehen. So wurde Gold schon heute früh im asiatischen
Handel um fünf Dollar gedrückt. Mit Beginn des Londoner Vormittags-Handels fiel
dann relativ schnell die Marke von $1.220. Zum A.M. Fix stand Gold bei
$1.218,00 (EUR 964,14) und somit bereits neun Dollar unterhalb des gestrigen A.M.-Fixkurses. Kaum hatte die New Yorker COMEX ihre Pforten
eröffnet, da wurde zum nächsten Schlag auf Gold ausgeholt: Innerhalb weniger
Minuten sank der Preis des gelben Metalls um weitere acht Dollar auf $1.210. Es
war nun mit dem schlimmsten zu rechnen – einen Test der $1.200er-Marke.
Aber stattdessen konnte sich Gold erst einmal wieder auf $1.215 befestigen,
bevor es zu einer plötzlichen und massiven Aufwärtsentwicklung kam: Erst bis
$1.225 um den P.M. Fix, der mit $1.222,00 (EUR 964,48) immer noch durch die
Drückungs-Anstrengungen bestimmter Marktteilnehmer beeinflusst war. Und nachdem
der Londoner Handel seine heutige Tätigkeit beendete, dann auf bis zu $1.235
anstieg. Innerhalb von zwei Stunden vollzog sich also ein
Kurswechsel, der bei einem Tagesverlust von $16 seinen Höhepunkt hatte und
schließlich zu einer Aufholjagd um $25 eskalierte. Die beabsichtigte
Golddrückung hat sich, wie schon am letzten Mittwoch – dort allerdings in
einer weit weniger dramatischen Art und Weise – genau in das Gegenteil
verkehrt. Mit $1.232,10 und damit einem Tagesplus von sechs
Dollar beendete Gold den Handel an der COMEX. Was sind nun die übergeordneten Aktivitäten der
Notenbanken, welche diese heutige Entwicklung ausgelöst haben: Die FED hat ein
Problem – den stark steigenden Ölpreis. Dieser hat sich zuletzt über die
Marke von $80 bewegt und bedroht so vor allem die stark ölimportabhängige
Wirtschaft der Vereinigten Staaten. Ein Ölpreis-Anstieg von einem Niveau bei
$70 auf ein Niveau von $82 bedeutet immerhin ein Preisanstieg um 17 Prozent.
Dieser hat sich nicht innerhalb eines Jahres vollzogen, sondern innerhalb
weniger Wochen. Der US-Verbraucher ist auf billiges Öl für seine Kraftfahrzeuge
angewiesen. Da der Benzin-Preis in den USA nicht so wie in Europa zum großen
Teil auf staatlichen Abgaben basiert, schlägt der höhere Ölpreis fast
vollständig auf den Preis an der Zapfsäule durch. Außerdem – welcher US-Konsument glaubt denn
unter diesen Rahmenbedingungen noch die gefälschten Inflationsraten der
staatlichen Statistiker, die immer noch von einer jährlichen Preissteigerung
von unter zwei Prozent sprechen. Und wenn diese Zahlen langsam nicht mehr vom
Konsumenten geglaubt werden und sich herumsprechen sollte, dass die wahre
Inflationsrate bei sieben Prozent und höher läge, wer würde da nicht in Panik seine
weit unter drei Prozent pro Jahr verzinsenden langfristigen (10 Jahre)
US-Staatsanleihen abstoßen. Denn die Anlage in diese Papiere wäre ein
jährliches Verlustgeschäft um die fünf Prozent. In zehn Jahren würde die
Realkaufkraft eines solchen bis zur Endfälligkeit gehaltenen Papiers nur noch
60 Prozent betragen. Selbst die dümmsten Bond-Affen würden das einmal einsehen
und in Panik aus diesen Papieren flüchten. Wohin – vielleicht auch in
Gold. Das Ziel der FED ist es also, den Ölpreis in
Richtung der Marke von $70 zu drücken. Dieser Korridor zwischen $80 am oberen
Ende und $70 am unteren Ende scheint derzeit die Komfortzone zu sein. Um jetzt eine Anlage-Klasse wie Öl, in die vielfach
Investoren mit geliehenem Geld spekulieren, zu drücken, setzen die Notenbanken
weltweit in meist koordinierter Art und Weise ihre Währungen und die
unterschiedlichen Zinsniveaus in ihren Währungsräumen dazu ein, Liquidität
zuzuführen oder zu verknappen. Das können sie zwar auch offiziell über
Offenmarktgeschäfte tun, aber diese Aktionen wären wegen der
Veröffentlichungs-Pflicht für jeden gebildeten Investor leicht nachvollziehbar.
So bedient man sich des Instrumentes der kurzzeitigen Verschiebung der
Währungskurse – meist in den Währungen US-Dollar, Euro und Yen. Ein steigender
Yen verknappt das Geld-Angebot im US-Dollar und Euro-Raum, in dem es geliehene
Yen-Liquidität, die in den anderen Währungsräumen die Asset-Preise
treibt, nach Hause holt. Das heißt die Anleger müssen ihre Anlagen zum Teil
liquidieren, um ihre Yen-Schulden zurückzuzahlen. Ein Kursverfall dieser
Anlagen ist die Folge. Zum Leidwesen der Notenbanken schießt diese Kanone
sehr breitbandig: Denn sie trifft auch die
Aktien-Märkte, die mit geliehenem Geld in die Höhe getrieben werden. Diesen Kollateral-Schaden müssen die Notenbanken in Kauf nehmen,
wenn sie beispielsweise Öl drücken wollen. Denn eines haben die weltweiten
Notenbanken nicht – große Tanklager oder Ölquellen, mit denen sie
physisch Öl in die Märkte pumpen können. Heute gegen 16:00 Uhr war dieser Schaden dann
allerdings zu groß: Da ist nämlich der Leit-Aktienindex der Vereinigten
Staaten, der Dow Jones Industrial Average, zeitweise
unter die Marke von 10.000 Punkten gefallen. Schauen wir nun auf das
Wechselkurs-Paar EUR/USD: Dort wechselte um die gleiche Zeit der Euro von einem
Verlust um 0,4 Prozent in einen Gewinn von 0,4 Prozent gegenüber dem US-Dollar.
Nun schauen wir auf das Währungs-Paar YEN/USD: Um 16:00 Uhr war der Dollar noch
mit 1,8 Prozent im Minus, dann betrugen die Verluste nur noch knapp ein
Prozent. Das reichte, um Öl weiterhin um fast zwei Dollar
drücken zu können. Aber die Edelmetalle hielten sich, wie schon seit Ende
letzten Jahres beobachtet, an dem starken Euro. Quod
erat demonstrandum. Bemerkenswert ist das deflationssensible Silber
angestiegen: Von $17,80 auf $18,50 – und das innerhalb weniger Minuten.
Auch um 16:00 Uhr MEZ. Der DJIA konnte sich nach dieser Hilfe doch noch
oberhalb der Marke von 10.000 Punkten halten: 10.040 lautete der heutige
Endstand – trotzdem ein Rückgang um 134 Punkte. Die US-Treasuries –
wie sollte es in diesem Marktfeld auch anders sein – erfreuten sich an
diesen künstlich geschaffenen deflationären Impulsen. Mit einem schließlich bei 83,1 Punkten
unveränderten US-Dollarindex und einer auf 2,5 Prozent gefallenen Realrendite
der 10-jährigen Treasury Notes stieg der von mit ermittelte und langsam zu
einem Folterinstrument für die Renditen der Versicherungen werdende Quotient
aus beiden Werten um 1,2 Punkte auf 33,2. Bill Murphys täglicher Gold-Kommentar unter
lemetropolecafe.com (kostenpflichtig) sprach noch in Anbetracht der gestrigen
Aufholjagd bei Gold von: GATA Love The Gold/Silver
Action Today/Dawson City Points
"Come True". Hierzu muss man
wissen, dass in Dawson City im Jahr 2005 GATA eine Konferenz abgehalten hat,
die schließlich mit dem Beginn der heute noch andauernden Gold-Hausse verbunden
wird. Erst in diesem Jahr konnte sich Euro-Gold von seiner Umklammerung lösen,
die bei 350 Euro pro Feinunze lag. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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