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Bericht für den 27. August 2010 Gold & Gesellschaft: Fällt die Welt ins Jackson Hole? Das Düsseldorfer Handelsblatt scheint sich heute
unter dem Titel Krisenangst
dominiert Gipfel der Notenbanker der Vergangenheitsbewältigung der
Situation in den Vereinigten Staaten angenommen zu haben. Denn die Aussage in
dem Bericht – die Vertreter der Notenbanken
befürchten dort einen Rückfall. Kann die FED eine neue Rezession verhindern?
– war vielleicht vor mehreren Monaten eine valide
Frage. Natürlich kann man naivgläubig den gefälschten
Statistiken der Obama-Administration glauben, die
offiziell schon seit langer Zeit ein Ende der Rezession anzuzeigen scheinen.
Aber das einzige, was derzeit in den Vereinigten Staaten zu steigen scheint,
sind neben den Boni der Banker die Unverschämtheiten,
mit welchen der Bevölkerung die Lügen vom angeblichen Aufschwung präsentiert
werden. Praktisch keiner in dem sonst daueroptimistisch gestimmten Amerika
glaubt mehr dieser Propaganda – viele sehen ihre eigene Lage weiterhin im
Sinkflug. Das ist auch kein Wunder bei seit den siebziger Jahren
sinkenden Realeinkommen einer Mittelschicht, die nur noch mit Billigjobs und
Kreditaufschuldung über die Runden kommt und einer Finanz-Wirtschaft, die mit
der Globalisierung einen Großteil der einstmals mächtigen
US-Industrieinfrastruktur zu einem großen Museum heruntergewirtschaftet hat.
Heute stehen die Architekten dieses Gebildes, die allmächtigen Banken und ihre
Helfershelfer, vor den Trümmern ihres eigenen Tuns. Die USA sind kaputt und keiner weiß derzeit, wie
man sie wieder aufbauen kann. Bedarf es also eines erneuten Pearl Harbor, um die Kräfte der Vereinigten Staaten wieder in
Gang zu bringen? Diesmal erscheint es nicht so einfach – es will sich
kein mächtiger Feind zeigen, der die USA auf ihrem Territorien anzugreifen
wagt. Was wollen Ben Bernanke
und seine Notenbanker dann eigentlich in Jackson Hole bewirken. Noch mehr Geld
drucken, für das es keine industrielle Grundlage gibt. Der US-Verbraucher lässt
sich derzeit von der Welt versorgen, ohne selbst Leistungen für die anderen
Staaten zu erbringen. Natürlich haben Staaten wie China davor Angst, dass ihr
größter Abnehmer irgendwann einmal ausfallen würde. Aber was will man
eigentlich der hart arbeitenden Bevölkerung verkaufen, die sich für den Konsum
der Verbraucher in den USA den Rücken krumm schuftet: Sorry
– das Geld für eure Arbeit ist eigentlich nichts mehr wert. Oder: Eure
Ersparnisse sind verloren, weil ihr nur bunt bedruckte Dollar-Scheinchen
haltet. Die Welt im Allgemeinen und die Vereinigten Staaten
im Besonderen werden nicht in Jackson Hole das Ende ihres Finanz- und
Wirtschaftsystem feststellen müssen. Denn dieses System ist spätestens seit dem
Herbst 2008 längst untergegangen. Es geht vielmehr darum, den Schein zu wahren, den
Betrug zu verlängern und die Auswirkungen für die Menschen zu verschlimmern.
Jeder Tag, an dem diese Notenbanker nebst Nobelpreisträgern wie Paul Krugman
und Chef-Ökonomen von Banken, Fonds und Versicherungen uns die Mär eines
deflationären Kollaps auftischen wollen, ist ein verschenkter Tag. Verschenkt
für den Wiederaufbau einer neuen und konkurrenzfähigen Industrie; verschenkt in
der Zerschlagung der Banken-Oligopole, die außer gesamtwirtschaftlichem Chaos
keine binnenwirtschaftlichen Impulse imstande sind zu liefern. Das Handelsblatt beschäftigt sich in der
Zwischenzeit mit Nebensächlichkeiten wie beispielsweise dieser: Die Vertreter Europas, darunter der Präsident der
Europäischen Zentralbank (EZB); Jean-Claude Trichet,
und Bundesbankpräsident Axel Weber, wollen sich diesmal in Jackson Hole eher im
Hintergrund halten. Sie stecken im gleichen Dilemma wie die Fed
und haben ähnliche Meinungsverschiedenheiten wie die Amerikaner. Als Trichet im Mai ankündigte, die EZB werde Staatsanleihen
aufkaufen, gab Weber öffentlich sein Missfallen kund. Welche verlogene Bande: Die Staatsanleihen werden
derzeit sowieso auf verschiedene Umwege von den Notenbanken aufgekauft. Kein
noch so dummer Privat-Investor legt sich solche Papiere ins Depot. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die Aktien-Junkies haben heute persönlich von dem
Ober-Dealer Ben Bernanke ihren erlösenden Schuss
bekommen. Bloomberg heute: Bernanke Says Fed
Will Do `All It Can' to Ensure U.S. Recovery. Das haben die Märkte verstanden: Um 20:20 Uhr MEZ
stand der Dow Jones mit 135 Punkten im Plus. So einfach ist dies in der Welt
der Finanz-Akrobaten. Oder vielleicht doch nicht. Denn die heutigen
Nachrichten maskieren nur die massiven liquiditätstreibenden
Aktionen, welche die Notenbanken – insbesondere die FED und die Bank of
Japan – heute losgetreten haben. Wen interessiert da eigentlich noch der bereits
wieder auf knapp $75 gestiegene Ölpreis. Dieser zeigt die eigentliche Pleite
an, in der sich das derzeitige System befindet: Auf einem schmalen Grad
zwischen Deflation und Inflation. Den Märkten wurde nach soviel Balancieren
schwindlig, so dass ein unkontrollierter Marktabsturz drohte. In Jackson Hole
hat man den tiefen Fall in das schwarze Loch der Finanzmärkte noch einmal
abwenden können. Vielleicht widmet man sich dem Thema Inflation
– aka steigender Ölpreis – zu einem
späteren Zeitpunkt. Wer Gold regelmäßig beobachtet, der weiß, dass die
Kursentwicklung auch abhängig von dem Kalender der wichtigen Ereignisse an den
Finanzmärkten ist. Das mögen zwar manche oberwichtigen Chart-Techniker und
Elliott-Wellen-Idioten bezweifeln: Aber wenn sich die Trading Position im Stop Loss oder sogar Margin Call Bereich befinden,
dann stellen diese Oberschlauen immer und immer wieder fest, dass sich der
Markt bei Gold & Co eben nicht an diese Gesetze hält. Das Verhalten der
Märkte ist logisch, wenn man einigermaßen durchblickt (und vielleicht Nadler, Bloomberg & Co als nachträgliche Rechtfertigung
von Zentralbank-Interventionen einreiht). Gold stand den heutigen Tag unter strenger
Beobachtung der Teilnehmer des FED-Meetings in den Bergen von Wyoming. Und Gold konnte sich dafür sehr gut
behaupten. Obwohl die FED praktisch angekündigt hat, weitere Liquidität in die
Märkte zu pumpen. Vielleicht durften ja auch die ebenfalls teilnehmenden
Jean-Claude Trichet (EZB) und Axel Weber (Deutsche
Bundesbank) in unterwürfigster atlantischer Tradition ihren heutigen Beitrag
leisten: Beispielsweise mit einem durch physische Goldverkäufe beeinflussten
P.M Fix von $1.235,00 (EUR 972,14) – oder auch den Londoner A.M. Fix mit
$1.234,50 (EUR 970,60). Insgesamt war der heutige Goldpreis-Verlauf sehr
ruppig – er schwankte zwischen einem leichten Tagesgewinn und einem
moderaten Verlust. Nichts außergewöhnlich außer dass
Öl und andere Asset-Klassen zum Teil heftige Gewinne
hinlegen konnten. Gold wurde also gedrückt, obwohl man dies am absoluten
Kursniveau nicht hat ablesen können. Nach dem Treffer zum P.M. Fix konnte sich Gold
trotzdem wieder oberhalb der Marke von $1.240 befestigen. Diese Stellung wurde
aber erneut von dem Gold Kartell angegriffen und bis auf das Niveau von $1.233
zurückgedrängt. Aber der COMEX-Schlusskurs kam
trotzdem mit $1.236,50 mit einem ganz leichten Tagesgewinn zustande. Der eigentliche Schocker des Tages: Die Real-Renditen
der 10-jährigen Treasury Notes sind heute um 0,2 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent
explodiert. Das ist eine sehe markante Entwicklung – vor allen Dingen
wenn man sich den Rückgang des von mir ermittelten Quotienten auf USDX und den
Renditen um 2,5 Punkte auf 30,7 genauer betrachtet. Hier brennt die Luft. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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