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Bericht für den 22. Mai 2012 Das System kämpft weiter um sein Überleben Das G8-Treffen am Wochenende hat keine vorzeigbaren
Ergebnisse gebracht. Allerdings scheint man sich im Geheimen verabredet zu
haben, verschärft gegen den Goldpreis vorzugehen. Kurz nach dem Londoner P.M. Fix ging es zwar wieder
auf $1.590 aufwärts – aber genauso schnell wurde der Preis des gelben
Metalls wieder gedrückt. Zum COMEX-Schluss stand Gold
dann unterhalb der Marke des P.M. Fixes. Nach kurzer
Pause brach der Goldpreis im späten Access Handel um weitere acht Dollar ein.
Insgesamt gingen so zwanzig Dollar verloren. Die beiden anderen Edelmetalle, Platin und
Palladium, tendierten am Tag dagegen praktisch unverändert. Beide Metalle kamen
erst später unter Druck. Das sind eindeutige Spuren des Gold-Kartells, mit
denen wohl eine größere Drückung am morgigen Handelstag vorbereitet wird. Die Short-Spekulanten hat man mit dem massiven Preisanstieg der
letzten Woche aus ihren Positionen getrieben – diese können also das
weitere Drückungswerk des Gold-Kartells nicht mehr gefährden. Es sei denn, sie
erkennen rechtzeitig die heutigen Indikatoren und bauen neue Short-Positionen
auf. Das Vorgehen ist ähnlich: Die Europäer beginnen im
Londoner Handel, mit physischem Gold, den Preis des
gelben Metalls unter Druck zu setzen. Heute zum A.M. Fix auf $1.575,75 (EUR 1.233,95) um fünfzehn Dollar niedriger und zum P.M. Fix
auf $1.582,50 (EUR 1.239,95) um zehn Dollar niedriger. Jede Erholungs-Tendenz
wird nachfolgend im New Yorker COMEX-Handel
unterdrückt und man versucht, zum Schluss des Handels
eine negative Preismarke zu setzen. Der New Yorker COMEX-Schlussstand
lautete heute $1.577,10 (EUR 1.238,79) – hier gingen elf Dollar im Laufe
von 24 Stunden verloren. Dann folgt die wesentlich einfacher durchzuführende
Drückung im New Yorker Access Handel. Und schließlich werden wir dann morgen
wohl eine koordinierte Drückung im Londoner Handel gefolgt von einer weiteren
Drückung im COMEX-Handel sehen. Der um 0,5 Punkte auf 81,5 steigende US-Dollarindex
(USDX) beschleunigt die Abwärtsbewegung vom Gold beziehungsweise lässt sie
einfacher gestalten. Schuld daran war der Euro, der im Laufe des Tages um mehr
als 0,7 Prozent gegen die US-Währung fiel. Das System kämpft wieder um sein Überleben. Das
spanische Bankensystem brennt lichterloh – und der spanische Staat kann
eigentlich nicht mit eigenen Rettungs-Maßnahmen den Banken zur Hilfe kommen
– weil er selbst schon kurz vor der Rettung steht. Hinzu kommen
Nachrichten, die auf erhebliche Schwierigkeiten im französischen Bankensystem
hindeuten. Frankreich ist das ganz große PIIGS der Euro-Zone. Neben Gold stand auch Silber unter Druck.
Üblicherweise gibt das weiße Metall überproportional nach, wenn das
Gold-Kartell gegen das gelbe Metall vorgeht. Heute jedoch nicht. Wahrscheinlich
ist Silber über die vergangenen Handelstage schon so stark überverkauft, dass
es enormer Anstrengungen bedarf, den Preis weiter signifikant zu drücken. Denn
im Monatsvergleich verlor Silber $3,40 oder 10,8 Prozent,
während Gold im gleichen Betrachtungs-Zeitraum $70 oder 4,2 Prozent
verlor. Abschließend ein Zitat aus dem Kapitel 2 von Thilo
Sarrazins Buch Europa
braucht den Euro nicht – Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise
geführt hat: Voraussetzungen für
gutes Geld: Das Beispiel des Goldstandards - ... Das System war stabil, weil
die jederzeitige Einlösbarkeit von Geld in Edelmetall die Freiheitsgrade der
Geldpolitik begrenzte und auch der Finanzierung von Staatsdefiziten mit
Notenbankkrediten sehr enge Grenzen setzte.
... Zu allen Zeiten – insbesondere wenn es Kriege zu finanzieren galt
– kamen Landesherren in Versuchung, den Edelmetallgehalt ihrer Münzen
herabzusetzen und so ihren Bestand an Geld quasi zu verlängern. Sobald die
Bevölkerung das merkte, wurden die guten alten Münzen aus dem Verkehr gezogen
und eingeschmolzen, bezahlt wurde nur noch mit den schlechten neuen Münzen (Greshamsches Gesetz). Zu welchen Erkenntnissen doch ehemalige Politiker
kommen, wenn sie frei von der Knechtschaft innerhalb der politischen Klasse
agieren können. Wir ziehen aus diesem Zitat zwei weitere Schlüsse: Erstens
– unser heutiges perfektioniertes Falschgeld-System hat es den modernen
Demokratien ermöglicht, praktisch ohne Rücksicht auf die Kassenlage
weltumspannende Kriege zu führen. Solche militärischen Abenteuer wären in einem
auf dem Gold-Standard basierenden System entweder unmöglich – oder sie
wären zumindest zeitlich und räumlich begrenzt. Zweitens: Unser gesellschaftliches System hat es
vollbracht, das Gefühl seiner Bürger, das vormals gute alte Münzen akkumuliert
und schlechte neue Münzen zur Bezahlung verwendet, bis auf wenige Ausnahmen zu
vertilgen – und diese Ausnahmen werden heute als Gold-Bugs oder
unmoralische Anleger von den Massenmedien diffamiert. Die von der Politik
angestrebte Bildung des Bürgers auf einheitlich niedrigem Niveau, um alle
sozialen Schichten zu nivellieren, macht es dem Volk in zunehmendem Maße
schwierig, falsches von echtem Geld unterscheiden zu können. Es ist schon eine
große Anstrengung erforderlich, um die Völker zu Entdemokratisieren,
damit sowohl Gefühl als auch Verstand wieder den Wert des eigentlichen Geldes richtig
einzuschätzen vermag. Wichtige Marktdaten im Überblick
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