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Bericht für den 21.
August 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Ich
möchte heute an meinem Bericht vom letzten Freitag anschliessen.
Dort hiess es: "Der Staat muss sich
sowieso einen neuen "Ankerpunkt" für seine Staatsanleihen suchen,
will er nicht selbst das Opfer des fast unausweichlich erscheinenden Endes des
Papiergeld-Systems werden." Um das Banken-System zu retten, wurde
durch die Notenbanken weltweit die Monetäre Basis (monetary
base) massivst ausgeweitet.
Dieses als "high powered money"
bezeichnete Geld besteht aus den umlaufenden Banknoten (Geldmenge M0) und den
Rücklagen des Bankensystems bei der Zentralbank. Die Monetäre Basis wurde
beispielsweise von der FED seit Herbst letzten Jahres von $800 Mrd auf heute $1.700 Mrd
ausgeweitet. Ein
Investment-Haus hat auf Basis dieser Daten Überlegungen angestellt, wie Gold
vor diesem Hintergrund als Alternative Monetäre Basis zu bewerten wäre. In
diese Rechnung gingen die von der FED veröffentlichen Zahlen der Monetary Base als auch die offiziellen Goldreserven der USA
ein. Gold müsste vor diesem Hintergrund mit $6.000 pro Unze bewertet werden.
Deren Überlegungen sind nicht abwegig: Bis zum Jahr 1971 stellte Gold de facto
die monetäre Basis der USA dar. Dass
die massiv ausgeweitete Monetäre Basis sich noch nicht als Teuerung bemerkbar
gemacht hat, liegt daran, dass die Geldumlaufgeschwindigkeit ("velocity of money") zur Zeit sehr niedrig ist. Die Banken vergeben derzeit nur
widerwillig Kredite und die Leute horten Bargeld oder zahlen ihre Schulden
zurück. Eine hohe Geldumlaufgeschwindigkeit kommt mit einer relativ geringen
Geldmenge aus, um Waren und Dienstleistungen zu erwerben. Wächst die Geldmenge
bei zurückgehender Geldumlaufgeschwindigkeit, dann beschleunigt diese Entwicklung
noch nicht die Teuerung. Zu der derzeit niedrigen Umlaufgeschwindigkeit trägt
auch die Tatsache bei, dass die Banken einen Grossteil der neu erzeugten
monetären Basis "behalten", d.h. sie verwenden dieses Geld nicht zur
Ausweitung ihres Kredit-Geschäfts. Der "money multiplier", der das Verhältnis des Anstieges der
Geldmenge M1 (Geld auf Bankkonten und Bargeld) zur Monetären Basis anzeigt, ist
derzeit unter 1. D.h. das Fractional Reserve Banking System, das aus einer geringen Menge
Zentralbankgeld eine grosse Menge Kreditgeld über das
Bankensystem schaffen kann, funktioniert nicht. Es ist aber nur ein Frage der Zeit, bis die Kreditgewährung wieder anziehen
wird. Und dann werden aus jedem neu geschaffenen Dollar im
Zentralbankgeld-System viele Dollars im Bankensystem. Mit
einem Tender über beispielsweise $3.000 pro Unze Gold könnte die FED ein
Grossteil des privaten Goldvermögens in den USA anziehen. Schon allein die Grösse des US-Goldschatzes (8.134 Tonnen nach offiziellen
Zahlen), also $785 Mrd als neue Monetäre Basis wäre
ein so massiver Machtblock, dass sich die Investoren schon zweimal überlegen
müssen, dieses Angebot nicht anzunehmen. Die Aussicht auf einen solchen
massiven Gewinn würde auch das private Gold aus anderen Ländern aufsaugen, es
sei denn, die dortigen Notenbanken führen ähnliche Massnahmen
durch. Dazu wären aber nur die grossen europäischen
Notenbanken in Deutschland, Italien und Frankreich in der Lage, die offiziell zumindestens noch über massive Gold-Vorräte verfügen. So
werden gerade diejenigen Staaten auf dem asiatischen Kontinent kalt enteignet,
die sich durch viel Fleiss und Akkumulieren von
Dollar-Reserven in den letzten Jahren hochgearbeitet haben. Obwohl
diese Massnahme stark inflationär wäre, weil die im
Tausch für das Privat-Gold geschaffenen US-Dollar von der FED lediglich
gedruckt würden, hätte man das System wieder auf eine stabilere Basis gesetzt.
Abhängig davon, wieviel Gold-Reserven in Wirklichkeit
noch existent sind und wieviel Gold man auf diesem
Weg von den Bürgern und Ausländern einsammeln könnte, würde wohl eine spätere
Neubewertung des US-Dollars im Bereich von $6.000 bis $15.000 erfolgen. Man
braucht für diese Massnahme kein Goldverbot wie in
der 30er-Jahren, da ein Angebot der FED von $3.000 pro Unze wohl über 90
Prozent des verfügbaren Privat-Goldes zurückspülen würde. Nur die ganz harten
Gold-Investoren werden auf den dann wenige Monate später folgenden Zeitpunkt
warten, wo der Dollar dann noch kräftiger gegen Gold abgewertet wird. Ist Gold
der "Trade of the Century"
fragt sich vor diesem Hintergrund dieses Investment Haus. Ja.
Egal ob dieses Szenario eintreten wird oder ein unkontrollierbarer Kollaps des
Systems mit den Eichelburg'schen $50.000 pro
Feinunze. Oder vielleicht eine Hyperinflation mit einer schon nicht mehr
zählbaren Zahl von Nullen. Sicher ist nur, dass alle Wege eines neuen
Finanzsystems zum Gold führen werden. Gold ist einfach auf dem heutigen
Preisniveau ein "no brainer". Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Gold
wurde heute im frühen asiatischen Handel unter die Marke von $940 gedrückt.
Gestern hat man mit einem Rückgang der wöchentlichen Jobs Lost Zahlen gerechnet
gekommen war dann aber eine Zunahme. Diese schlechten Daten vom Arbeitsmarkt
haben wieder einmal zu einem Angriff auf den Gold-Preis geführt. Der
fallende Dollar hat dann aber diese Taktik des Gold-Kartells im Laufe des
Vormittags zunehmens schwieriger gemacht. Zum A.M.
Fix stand Gold dann bereits mit $941,50 (EUR 658,30) wieder oberhalb der Marke
von $940. Auf der anderen Seite hat Gold den seit gut einem Monat stabilen
Korridor von €660 bis €670 nach unten leicht durchbrochen. Nach
dem Londoner A.M. Fix hat sich Gold im frühen Nachmittags-Handel der Marke von
$945 angenähert. Mit Beginn des Handels an der New Yorker COMEX ist der
Gold-Preis dann plötzlich auf bis zu $958 angestiegen. Dieses Niveau konnte
aber nicht gehalten werden, so dass Gold relativ schnell wieder unter die Marke
von $955 zurückfiel. Im Vorfeld einer Ansprache von Ben Bernanke
um 16:00 Uhr MEZ darf es im Gold-Markt nicht zu viel Euphorie geben. Der
P.M. Fix von $952,50 (EUR 663,58) war wohl der Grund für den Rückgang. Aber im
24-Stundenvergleich können wir uns nicht beschweren: Ein Plus von $12. Gold in
Euros hat sich auch wieder in seinen bekannten Korridor zurückbewegen können. Gold
beendete den Handel an der COMEX mit $952,90. Im Wochenvergleich konnte Gold
trotz der fortgesetzten Drückungs-Versuche des Gold-Kartells am Beginn dieser
Woche (Tiefstand war am Montag $930) doch noch $6 zulegen. Die
Bullen am Aktien-Markt können sich über weitere Kurs-Gewinne made by Goldman "Government"
Sachs freuen. Egal ob die Nachrichten nun gut oder schlecht sind, es findet
sich immer noch eine gute Nachricht unter vielen schlechten, die als Begründung
für einen weiteren Anstieg von Dow und S&P500 gefunden werden kann. Der
USDX ist wie vorher erwähnt auf 78,2 gefallen. Zwischenzeitlich sah es sogar
noch schlimmer für den US-Dollar aus: Tages-Tiefstand war bei 77,7. Da der
Aktien-Markt kräftig zulegte, sind auch die Renditen der 10-jährigen Treasury
Notes auf 3,6 Prozent angestiegen. Der Quotient aus USDX und den Renditen gab
kräftig auf 21,7 nach (Donnerstag: 22,4). Der Wert ist zwar noch fast zwei Punkte
von dem Tiefpunkt entfernt. Aber warten wir die nächste Woche erst einmal ab. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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