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Bericht für den 27.
August 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Der
Himmel in Deutschland und in den U.S.A. wird zur Zeit
von einem Feuerwerk an positiven Wirtschaftsnachrichten hell erleuchtet. ZEW-
und IFO-Index steigen auf mehrmonatige Höchststände und selbst das
Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal zeigt schon einen leichten Anstieg an. Der
DAX steht schon wieder oberhalb der Marke von 5.500 Punkten. Der
deutsche Michel, bisher als Konsumverweigerer bekannt, wird plötzlich zur
Stütze unserer Wirtschaft. Millionenfach werden Autos verschrottet und es
fahren viele kleine und frische Neuwagen herum. Leider nicht von den deutschen
Herstellern. Und das Verbrauchervertrauen ist so hoch wie lange nicht. Der
Anstieg der Arbeitslosigkeit hält sich in Grenzen. Und der Anteil der
Unternehmer-Einkommen und des Einkommens aus Finanzanlagen sinkt im Bezug auf
das Volkseinkommen: Also steigen die Einkünfte aus nichtselbständiger
Erwerbstätigkeit und natürlich die Einkünfte durch Transferleistungen.
Lafontaine und die Gewerkschaften müssten eigentlich jubeln: Die Kapitalisten
verlieren und die arbeitende Bevölkerung gewinnt. Der deutsche Michel befindet
sich im Wirtschaftswunderland. Die
Politiker haben weltweit mehr als $10.000 Mrd Gelder,
die bislang eigentlich nicht existierten, in das System gepumpt. Dieses Geld
muss irgendwann einmal ankommen und eine gewisse Wirkung entfalten. Wenn ich
mich in meinen Keller verziehe und EUR 100.000 drucke, um damit einzukaufen,
ein neues Auto anzuschaffen, Reisen zu bezahlen usw,
dann freuen sich die Unternehmen und die Wirtschaft zieht an. Die positiven
Auswirkungen dieses Falschgeldes sehen wir zur Zeit.
Aber ist das nachhaltig ? Natürlich nicht. Wenn man
feststellt, dass mein Geld Falschgeld war, dann habe ich zwar gut gelebt. Sitze
aber nun im Gefängnis. Und auch die Unternehmen, die mein Geld genommen haben,
werden leiden müssen. Der Tag der Abrechnung kommt irgendwann bestimmt.
Derjenige, der zu diesem Zeitpunkt das Falschgeld in der Hand hat, hat die
A-Karte gezogen. Fernab
der wahlkämpfenden Jubel-Maschinerie dringen aber auch
die harten Fakten an die Oberfläche: Vielen Unternehmen geht durch den massiven
Rückgang der Aufträge bei gleich bleibenden Kosten das Geld aus. Im deutschen
Mittelstand kennt man zwar die Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung.
Aber Cash Flow und Liquiditäts-Betrachtungen werden
meistens erst dann angestellt, wenn kein Cash mehr zum Bezahlen der Rechnungen
und Arbeitslöhne vorhanden ist. So treiben gerade die aufbauenden Parolen der
Politiker und Branchenvertreter, unterstützt mit Reizen wie das
Kurzarbeiter-Geld, die Unternehmen scharenweise in das Risiko einer Insolvenz.
Man wollte wenige Arbeitsplätze retten und wird plötzlich viele verlieren. Auch
das lernen wir aus dem Schicksal von Meckele, Schickedanz
und Schäffler: Man hat sich mit seinem milliardenschweren Privat-Vermögen bis
zum Schluss für das Unternehmen und die Mitarbeiter eingesetzt. Und nun ist das
Vermögen weg. Vom Milliardär zum Tellerwäscher --- das ist die deutsche Antwort
auf Amerika. Paradoxerweise
haben diejenigen Spieler wie beispielsweise Goldman Sachs, JP Morgan und
Deutsche Bank aus der Krise am meisten Profit gezogen. Sie alle standen am
Abgrund und wurden durch den Staat und die Notenbanken gerettet. Ihre faulen
Bilanzen wurden entweder durch Aufweichung der Regeln gesund gebetet oder der
schlimmste Giftmüll schwimmt nun in den Bilanzen der EZB und der FED. Nun
machen sie so weiter wie bisher. Sie wissen, dass die Politiker den Erfolg
brauchen und die Aktien-Märkte oben sehen wollen. Und sie helfen ihnen dabei
und ziehen hohe Profite daraus. Und wenn es wieder einmal schief gehen sollte:
Sie sind systemrelevant und werden deshalb durch die Politiker gerettet. Dagegen
blutet der eigentlich gesunde Mittelstand mit guter Kapitalausstattung wegen
der hohen Remanenz-Kosten aus. Die Politik legt noch eine besonders starke
Kanüle nach: Aderlass modern. Die stocksoliden Sparkassen und Volksbanken,
Kreditgeber des Mittelstandes werden wohl die nächsten großen Opfer werden. Wirtschaft
paradox --- oder Fehlallokation von Ressourcen würde wohl der Wissenschafter
dazu sagen. Viele
Bürger fühlen sich wie der Mittelstand: Stocksolide und gut mit Kapital
ausgestattet. Aber was ist die Realität ? Fast die
Hälfte des Vermögens des Michels steckt in der (selbstgenutzten)
Immobilie. Viel Geld steckt in Lebensversicherungen oder Produkten für die
Altersvorsorge. Ist das das Vermögen, mit dem man seine Lebenshaltungs-Kosten
bestreiten könnte, wenn der Arbeitsplatz futsch ist. Natürlich nicht: Viele der
Vermögenswerte sind reine Fiktion. Vielleicht 20 Prozent der Haushalte bilden
überhaupt richtiges Vermögen. Der Rest ist vom nächsten Gehalts-Scheck oder vom
Staat abhängig. Wenn
die Musik aufhört zu spielen und alle um den einen verbliebenen Stuhl kämpfen,
dann wird wohl nur noch der Gold-Besitzer einen Platz finden. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Mit
der heutigen Versteigerung der 7-jährigen Treasury Notes sind die Aktionen des
US-Schatzministeriums für diese Woche erst einmal abgeschlossen. Man kann die
Nervosität der Markt-Teilnehmer an den erratischen Ausschlägen nicht nur des
Gold-Preises ablesen: Auch die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes an den
Bond-Märkten und der US-Dollar Index schwankten heute zum Teil kräftig. Von
der heutigen Versteigerung haben die Primary Dealer
Banken mit $10,27 Mrd mehr als ein Drittel des
versteigerten Volumens aufgekauft. Weitere $843 Mio
gehen direkt in das Security Lending
Program (SOMA) der New Yorker FED. D.h. die FED kauft
diese Securities an, um diese gegen Giftmüll der
Banken oder anderer Berechtigten zu tauschen. Interessant ist auch, dass die Primary Dealer Banken den fünffachen Betrag geboten haben,
den sie nachher zugeteilt bekommen haben. Die Versteigerungen verkommen immer
mehr zu einer offensichtlichen Farce. Das
Ergebnis der gestrigen Versteigerung der 5-jährigen Treasury Notes zeigte ein
ähnliches Bild: Die FED hat für SOMA erst einmal $1,2 Mrd
selbst gekauft, die Primary Dealer Banken haben
wieder mehr als ein Drittel des Volumens aufgekauft (bei wiederum mehr als
vierfachen Angeboten). Einzig und allein die Finanz-Presse versteht nicht, was
hier passiert. Oder darf sie das nicht verstehen ? Während
man sich in Deutschland und anderen Ländern Gedanken macht, wie man die
Defizite des Staatshaushaltes durch drastische Ausgabenkürzungen und/oder
Steuererhöhungen reduzieren kann, kümmert das die USA (und auch die U.K.)
überhaupt nicht. Hier werden die Ausgaben über die Notenpresse finanziert. Gold
startete heute früh den Tag auf dem Niveau, auf dem New York gestern
geschlossen hatte. Der Gold-Preis pendelte zu der Handelszeit in Asien um diese
Marke herum. Mit Beginn des Handels in London kam jedoch Druck auf den
Goldpreis auf, der den Spot-Preis bis auf $943 fallen ließ. Der A.M. Fix kam
dann auf diesem Niveau ($943,50, EUR 661,92) zustande. Ein Verlust um $6
gegenüber dem gestrigen A.M. Fix. Die
Marktteilnehmer ließen sich aber trotzdem nicht entmutigen und trieben Gold im
Vorfeld des beginnenden Handels an der COMEX auf bis zu $950 hoch. Mit Beginn
des Handels an der COMEX setzte dann aber wieder die Preisdrückung ein, die
Gold zum P.M. Fix auf $943,00 (EUR 662,73) einbrechen ließ. Die U.S.-Regierung
hat ein direktes Interesse daran, dass ihre Versteigerungen nicht in Gefahr
geraten und hat deshalb wieder kräftig mit Gold-Barren in London nachgeholfen. Der
P.M. Fix konnte auf 24-Stundenbasis trotzdem wenige Dollar zulegen. Danach
wiederholte sich die Entwicklung des gestrigen Tages. Gold stieg im Verlauf des
Handels wieder an und beendete den Handel an der COMEX mit $946. Im späten
Access Handel ging es wieder nordwärts in Richtung der $950er-Marke. Bis 22:00
Uhr MEZ konnte diese aber nicht überwunden werden. Der
USDX fiel heute scharf auf 77,9 ab. Und auch die Renditen der 10-jährigen
Treasury Notes stiegen wieder auf 3,5 Prozent an. Der Quotient aus beiden
Werten fiel ebenfalls stark auf 22,3 (Mittwoch: 23,1). Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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