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Bericht für den 28.
August 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Abschied
von Amerika ?
trägt der Titel des Anlagekommentars der Schweizer Privatbank Wegelin & Co vom 24. August. Hierin wird die sogenannte Amtshilfe, die die Schweiz den USA wegen 4.450
Kundennamen der Großbank UBS geleistet hat, scharf kritisiert. Im Rahmen dieser
Amtshilfe, begründet auf einen Verdacht auf Steuerhinterziehung, werden nun von
der UBS die Kundendaten der amerikanischen Steuerbehörde UBS übermittelt. Aber
lassen wir den Kommentator sprechen: Verlierer gibt es aber selbstverständlich ebenfalls. Das
sind die betroffenen Personen, die als mutmaßliche Steuerbetrüger nun die
Verfolgung gewärtigen müssen, und denen man bis vor relativ kurzer Zeit
versprochen hatte, dass just dies nicht eintreffen würde.
die schweizerische
Regierung, welche noch vor wenigen Monaten von Granit gesprochen hatte, auf
welchen ausländische Behörden beißen würden, wenn das schweizerische
Bankgeheimnis beispielsweise durch Fischzüge, worum es sich zweifelsohne bei
einem Amtshilfebegehren gegen mehrere tausend Kunden handelt angegriffen
würde. Man hatte versprochen, geduldet, Standfestigkeit gemimt und ist nun
umgefallen. Unter dem Schein eines Erfolgs verbirgt sich der Misserfolg eines
Treuebruchs. Auch mit den sogenannten
Moral-Aposteln, die jegliche staatliche Eingriffe immer dann für begründet
ansehen, wenn etwas angeblich zu Lasten des Staates (verallgemeinert als dem
Volk) geschieht, wird in diesem Bericht abgerechnet: Treue: Kann man davon sprechen, wenn es um so etwas
Schändliches wie Steuerhinterziehung oder gar Steuerbetrug geht? Geschieht
ihnen doch recht, diesen halbseidenen Reichen, dass sie nun vor den Richter
gezerrt werden können! Dies, die gerade auch in schweizerischen Medien mehrfach
geäußerte Position der Moralapostel. Es ist, und das wäre die zweite
bemerkenswerte Beobachtung, erstaunlich, wie selbstverständlich jene, die das
Gute zu vertreten vorgeben, sich vorschnell auf die Seite der Obrigkeit und
ihrer finanziellen Bedürfnisse schlagen. Die folgende Passage des Kommentars ist dann Balsam für die
Seelen der westdeutschen Gutmenschen, die in den USA sowieso die Inkarnation
allen Böses auf der Welt erblicken. Die Frage ist nur,
auf welche Seite man sich hier schlagen will: Auf die Seite der Steuerbehörde
IRS oder doch die vermeintlichen Steuerhinterzieher ?
Aber in Deutschland haben wir ja Peer Steinbrück; da muss
man sich diese schwierige moralische Frage nicht stellen. Auf die Gefahr hin, wieder einmal gewisse Wirtschaftsethiker
aufs Blut zu reizen, sei an dieser Stelle nur ganz kurz angedeutet, welcher
Steuerbehörde beziehungsweise welcher Art von Staat sie zudienen: einem Land,
das über die letzten 60 Jahre unbestreitbar zu den weltweit aggressivsten
Nationen gehört hat. Die USA haben mit Abstand am meisten kriegerische
Handlungen, einmal mit, meistens ohne UNO Mandat vom Zaun gerissen.
Kriegsvölkerrecht wurde verletzt, geheime Gefängnisse unterhalten, fragwürdige
Regimes werden gestützt, ein absurder Krieg gegen Drogen geführt mit
gravierenden Auswirkungen im Ausland (Kolumbien, Afghanistan) und im Inland
(nach glaubwürdigen Quellen reichen die Tentakel der Drogenmafia bis weit in
politische Kreise hinein). In geradezu atemberaubender Doppelmoral unterhalten
die USA Offshore-Oasen riesigen Ausmaßes in Florida,
Delaware und andere Teilstaaten. Die Moralapostel stellen sich auf die Seite
einer Nation, die immer noch die Todesstrafe kennt und extensiv ausübt, die
über ein Rechtssystem verfügt, in welchem sich Anwälte am Unheil ihrer Klienten
bereichern können. Haftpflichtprozesse enden oft in Urteilen mit exorbitanten
Ansprüchen, was die Geschäftsausübung namentlich für mittelständische Unternehmungen
enorm risikoreich macht. Harter Tobak für einen Kommentar einer Bank. Dieser Teil des Kommentars diente jedoch nur als Einleitung
für Maßnahmen, die die Obama-Administration im Rahmen
ihrer Steuerpläne gegen ausländische Investoren in den USA ergreifen will.
Schon jetzt gelten verschiedene Regelungen, über die sich ausländische Investoren
in den USA zum Teil gar nicht bewusst sind. Stirbt beispielsweise der Investor,
dann fällt das Vermögen unter die US-Erbschaftssteuer-Regelungen. Die hohen
Freibeträge, die wir in Deutschland für den Ehepartner und nahe
Familien-Angehörigen kennen, gibt es in den USA so nicht. Man läuft bei einem
Vermögen von mehreren hunderttausenden von Dollar also Gefahr, einen großen
Teil durch die Erbschaftssteuer zu verlieren. Abgesehen davon, dass das
Vermögen nach dem Tod des Eigentümers erst einmal eingefroren wird. Hier kommen
sicherlich noch erhebliche Anwalts- und Reisekosten auf den Erben zu. Nun ist gerade der kontinuierliche Zustrom von Geldern der
Investoren für die USA deren Achilles-Ferse. Dazu wieder der Anlagekommentar: Ihre
einseitig auf Maximierung des Steuereinkommens ausgerichteten
Regulierungsvorschläge gehen von einer völlig problemlosen, unangefochtenen
Attraktivität der USA als Zielland für Investoren weltweit aus. Diese Annahme
ist unseres Erachtens kreuzfalsch. Nachfolgend werden dann die verschiedenen Probleme der USA
diskutiert und auch darauf hingewiesen, dass US-Investoren das eigene Land zunehmens verlassen: Die Ratten verlassen den Kahn.
Warren Buffet von Bill Gross, zwei Manager von
riesigen Investment-Fonds haben vor kurzem vor der Anlage in Dollars im
Allgemeinen und US-Staatsanleihen im Besonderen gewarnt. Jim Rogers hat schon
längst die USA in Richtung Asien verlassen. Außerdem scheint er Redeverbot bei
den Systems-Sendern CNBC und BLOOMBERG zu haben. Der Bericht schließt mit folgender Empfehlung: Deshalb
ist man wohl gut beraten, ganz generell den Abschied von Amerika zu vollziehen.
Das schmerzt, denn die USA waren einmal die vitalste Marktwirtschaft der Welt.
Aber bis auf weiteres muss es heißen: Its time to say Goodbye. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Heute ist Tag 1 nach den vier großen Versteigerungs-Wellen
von US-Staatsanleihen. Ein Leser heute hat meinen gestrigen Kommentar entweder
missverstanden oder ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Es gibt sicherlich
eine Reihe von Wirtschafts-Journalisten, die diese Gegebenheiten auch erfassen.
Aber die Methoden sind schon sehr trickreich und verschachtelt. Welchen
Chef-Redakteur möchte man mit einem solchen Bericht überzeugen. Zumal die
Wirtschaftspresse gerade von denjenigen lebt, die sie im Prinzip mit einer
solchen Veröffentlichung bloßstellen würden.. Seine
Bitte an mich war: Pardon: Nicht nur die Finanz-Presse, sondern auch ich
verstehe leider nicht, was hier passiert. Könnten Sie mir eine kurze Erklärung
geben. Meine Antwort war die Folgende: Mit SOMA kauft die FED
einen Teil der Treasuries für "eigene"
Zwecke auf. D.h. sie erzeugt neues Geld, um die $1,2 Mrd
zu kaufen. Das ist eine klare und direkte Monetarisierung von Staatsschulden.
Die Primary Dealer Banken sind verpflichtet, bei der
Versteigerung für Treasuries zu bieten. Der hohe
Umfang des Angebots dient jedoch dazu, möglichst hohe Preise (d.h. niedrige
Realrenditen) für die Treasuries zu erzielen. Die Primary Dealer Banken haben selbst für die Treasuries keine Verwendung und die New York FED wird wohl
einen Großteil im Rahmen ihrer permanent Open Market Operations
(POMO) zurückkaufen. Auch wieder mit frisch geschaffenem
Geld. Das ist der zweite Schritt der Monetarisierung. Nun kommen noch (habe ich
in meinem Bericht nicht erwähnt) die "indirect Bidders" hinzu. Dahinter verbergen sich ausländische
Zentralbanken, die wiederum mit frisch geschaffenem Geld (diesmals
Euro, Yen, sFr) Teile der Treasuries aufkaufen. Das
ist der dritte Schritt der Monetarisierung. Nun floaten die restlichen Treasuries an den Bond-Märkten herum. Dort kauft die FED
zeitweise im Rahmen von Quantitative Easing (QE) Treasuries an. Auch wieder mit frisch gedrucktem
Geld. Das ist der vierte Schritt der Monetarisierung. Wahrscheinlich kaufen nur
noch wenige "wirkliche" Investoren mit ihrem eigenen Geld diese
Anleihen. Der Rest ist de facto frisch gedrucktes FALSCHGELD. Zurück zum heutigen Geschehen an den Gold-Märkten. Gold
startete den Handel heute früh an den asiatischen Märkten mit leicht positiven
Vorzeichen um die Marke von $950. Diese Entwicklung setzte sich auch im
Londoner Vormittags-Handel fort (Anmerkung: Sorry,
dass ich hier fast jeden Tag dieselbe Formulierung verwende. Aber so stellt
sich die Situation dar). Der A.M. Fix kam etwas über der Marke von $950 mit
$950,75 (EUR 661,90) um $7 höher als vor 24 Stunden zustande. Im Vorfeld des Handels zum Nachmittag konnte Gold leicht
zulegen, verzeichnete aber seinen starken Anstieg erst nach Beginn des Handels
an der COMEX. Gold stieg schnell über $960. Ron Paul, republikanischer
Kongressabgeordneter und Vertreter der wirtschaftswissenschaftlichen Thesen der
österreichischen Schule der Nationalökonomie, will eine Initiative durch den
Kongress bringen, dass die FED einem Audit (was ist
der deutsche Begriff dafür: eine intensive Prüfung ?)
unterzogen wird. Ron verspricht sich davon, dass die Machenschaften der
Manipulatoren damit zum Vorschein kommen. Dementsprechend werden von
interessierter Seite Geschäftsordnungs-Tricks angewandt, um die Initiative ins
Leere laufen zu lassen. Jeder der sich Anhörungen vor dem Kongress
beispielsweise über www.cnbc.com angesehen
hat, wo Ron Paul der Fragesteller an Ben Bernanke und
andere Politiker war, wird mir zustimmen, dass Ron eher lange Monologe führt,
als die zu Befragenden unter Druck zu setzen. Dadurch ist seine begrenzte Zeit
schnell abgelaufen und er hat im Prinzip nichts erreicht. Nun
hat Barney Frank, Chairman des House Financial
Service Committee in einem Townhill
Meeting (wie übersetzt man das nun eigentlich ? Ich
arbeite schon zu lange für eine englischsprachige Firma) angemerkt, dass
die Initiative von Ron Paul zum Audit der FED im
Oktober 2009 vom Kongress verabschiedet werden wird.
Nun ist Barney Frank kein Außenseiter wie Ron Paul
und zugleich auch Vertreter der regierenden demokratischen Partei. Es ist
interessant zu beobachten, ob die WALL STREET als größter Lobbyist in
Washington dieses Thema noch erden kann. Allein die Geschäfte der FED, mit denen
US-Gold trotz fehlender Zustimmung des Kongresses in die Märkte gepumpt wurde,
können ein Erdbeben großer Stärke in Washington auslösen. Eines verstehen die
Politiker besser als die Banker: Den Schuldigen auf der anderen Seite zu
identifizieren. Nach
dem Anstieg auf über $960 setzte wieder eine leichte Drückungs-Welle ein, die
Gold einige Dollar nach unten bewegte. Der P.M. Fix
kam mit $955,50 (EUR 665,30) zustande. Das sind immerhin fast $13 mehr als
gestern. Zum Schluss des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder auf
$957,00 befestigen. Der
letzte Kurs um 23:15 Uhr MEZ kam im Access Handel mit $955,60 zustande. Treasuries und US-Dollar haben sich kaum verändert. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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