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Bericht für den
7.September 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Gerüchte
über die Schieflage einer großen Bank oder eines großen Hedge-Fonds
machten die letzten Tage die Runde. Die Deutsche Bank wurde als Kandidat
genannt. Aber wodurch zeichnet sich denn die Sicherheit bzw
Unsicherheit einer Bank aus ? Welcher Szenarien bedarf
es, damit eine Bank Bankrott gehen kann ? Wie
bei einem Umternehmen gibt es zwei Situationen, die
zum Ende des Geschäftsbetriebs führen können: Das Unternehmen kann insolvent werden
oder illiquide. Widmen
wir uns zuerst der Liquidität einer Bank zu. Eine Bank hält nur einen Teil
seiner Einlagen als Bargeld. Darauf basiert unser sogenanntes
Fractional Reserve Banking
System: Nur ein Teil der Einlagen ist durch Bargeld gedeckt (fractional). Kommt es zu starken Abflüssen an Bargeld, z.B.
durch ein verstärktes Abheben von Geldbeträgen, dann ist der Bargeld-Bestand
der Bank erschöpft. Die Bank mag zwar profitabel sein und gute Assets in ihrer Bilanz haben, aber sie kann die Einlagen
ihrer Kunden nicht mehr in Bargeld auszahlen. Die Bank ist illiquide. Die Liquidität des Banken-Systems kann immer durch
die jeweilige Notenbank (FED für die U.S.-Banken, EZB für die Banken im
Euro-Raum) sichergestellt werden, wenn die Banken solvent (Erläuterung folgt
gleich) sind. Die Notenbanken können die notwendige Liquidität einfach mit der
Gelddruck-Maschine bereitstellen. Als Sicherheit hinterlegen die Banken bei der
Notenbank hochwertige Assets wie z.B. Staatanleihen. Das
einzige technische Hindernis kann dabei sein, die benötigte Menge an
Geldscheinen rechtzeitig herzustellen und den Banken zur Verfügung zu stellen. Die Solvenz einer Bank wird durch das Verhältnis von Assets (Bestände & Forderungen) und Liabilities
(Verbindlichkeiten) gekennzeichnet. Bei einer gesunden Bank bzw
einem gesunden Unternehmen ist die Summe der Assets
größer als die Summe der Liabilities. Der
Differenz-Betrag ist das Eigenkapital. Nur ein kleiner Teil der Ausleihungen
erfolgt auf Basis des Eigenkapitals. Für einen großen Teil geht die Bank
wiederum Verbindlichkeiten gegen Andere ein. Diese Anderen können die
Notenbank, Sparer oder beispielsweise andere Banken sein. Eine
Bank verliert ihre Solvenz, wenn durch Abschreibungen der Assets
die Summe der Liabilities größer ist als die Summe
der frisch bewerteten Assets. Jede Abschreibung auf
den Wert einer Forderung reduziert das verfügbare Eigenkapital. Ist das
Eigenkapital verbraucht, ist die Bank überschuldet bzw
nicht mehr solvent. Die
Krisen der letzten zwei Jahren haben zu einem riesigen Abschreibungsbedarf auf
eine Reihe von Assets geführt. Für Papiere, die vor
der Krise noch mit 100 Prozent ihres Wertes bilanziert werden konnten, wurden
zum Teil 50 % oder sogar noch viel weniger bezahlt. Manche Assets
waren unverkäuflich, d.h. hätten eigentlich vollständig abgeschrieben werden
müssen. Um
die Solvenz des Banken-Systems sicherzustellen, haben sich die Notenbanken und
Regierungen weltweit eine Reihe von Maßnahmen ausgedacht, wie auch aus einer
Zombie-Bank (eine eigentlich schon tote Bank, die aber mit Tricks am Leben
erhalten wird) nach außen hin wieder ein Institut wird, das Anrecht auf
Liquiditäts-Spritzen der jeweiligen Notenbank hat. Erste
Maßnahme: Die
Bilanzierungs-Vorschriften werden so geändert, dass die Banken ihre Assets nicht mehr nach dem fair value
(dem Marktwert) Prinzip bilanzieren müssen, sondern die Assets
weiterhin zum Nennwert bilanzieren dürfen. Die Abschreibungen werden damit auf
dem Zeitpunkt verschoben, wo das Asset fällig wird
(z.B. Bonds, Hypotheken). Eine
zweite Maßnahme ist, dass die Notenbank ihre hochwertigen Assets (z.B. Staatsanleihen) mit den schlechten Assets (z.B. Hypotheken) der Bank tauscht. Die Bank hat nun
hochwertige Assets in ihrer Bilanz und bleibt
solvent. Auch hier wird der Zeitpunkt der Abschreibung auf die Zukunft
verschoben, da spätestens vor Fälligkeit die Notenbank ihre Assets
wieder zurückhaben möchte. Die dritte
Maßnahme sind direkte Hilfen für die Banken vom Staat. Zombie-Unternehmen
wie AIG und HRE werden z.Zt. durch den Staat und die
Notenbanken mit zwei- oder sogar dreistelligen Milliarden-Beträgen gestützt.
Diese beiden Unternehmen tätigen dann Derivate-Geschäften
(z.B. CDS Kreditausfall-Versicherungen) mit den zu rettenden Banken. Die an die
Banken erfolgten Auszahlungen wirken wie ein Zufluss von Eigenkapital. Das
Institut kann so wieder solvent gemacht werden. Das ist also die vierte
Maßnahme. Aber
woher bekommt der Staat das Geld für die Rettungen. Und was passiert, wenn die
Notenbank alle ihre guten Assets verliehen hat ? Die
Notenbank lässt sich vom Staat helfen. Der Staat erlaubt eine Bilanz-Ausweitung
der Notenbank durch Verkauf von neuen Staatsanleihen. Die Notenbank hat jetzt
wieder ausreichend gute Assets, um diese gegen
schlechte Assets der Banken zu tauschen. Der
Staat erhält sein zusätzlich benötigtes Geld durch Verschuldung. Entweder die
Notenbank kauft die Staatsanleihen direkt an und zahlt das (frisch geschaffene)
Geld an den Staat aus (direkte Monetarisierung). Oder die Banken kaufen die
Staatsanleihen auf und die Notenbank kauft sie dann wieder den Banken ab
(indirekte Monetarisierung). Natürlich auch mit frisch geschaffenen
Geld. Man
sieht, dass sich folgendes Vierecksverhältnis zwischen Notenbank, Staat, Banken
und den Zombies bildet (Geber in blau,
Empfänger/Begünstigter in rot):
Nur mit
Punkt 1 wird Liquidität bereitgestellt. Alle anderen Maßnahmen stellen die
Solvenz der jeweils anderen Parteien sicher. Letztendlich wird durch das
Vierecksverhältnis zwischen den Teilnehmern frisches Geld aus dem Nicht
geschaffen. Keiner der beteiligten Parteien hat dabei eine Leistung erbracht,
die eine Zunahme der Geldmenge rechtfertigen würde. Das
System schützt sich auf diese Weise selbst vor dem Bankrott. An der Stelle, wo
Geld durch Verluste zerstört werden würde, wird sofort frisches Geld in diesem
System geschaffen. Eine
Bank wird deshalb unter diesen Voraussetzungen weder insolvent noch illiquide
werden können, solange dieses System in Gänze hält. Dem
Leser wird wahrscheinlich auffallen, dass Jeder in diesem System eine
Verpflichtung auf Rückzahlung eingeht. Aber keine Partei ist in der Lage, ihre
Verpflichtungen jemals zu erfüllen. Im
morgigen Kommentar gehe ich darauf ein, wie dieses stark miteinander
verschweißte System trotzdem untergehen kann. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Die
U.S.-Märkte waren heute wegen Labor Day geschlossen. Ein Versuch die Marke von
$1.000 zu knacken, war deshalb nicht zu erwarten. Und
so kam es dann auch. Trotzdem
konnte Gold zu den beiden Londoner Marken (A.M. Fix und P.M. Fix) die
Jahres-Höchststände vom Februar überschreiten. Der A.M. Fix kam mit $992,75
(EUR 692,10) und der P.M. Fix mit $993,00 (EUR 692,95) zustande. Gold hat zwar
nicht ganz den Schluss-Kurs vom letzten Freitag einholen können, aber die
Marken an der Londoner Edelmetall-Börse haben sich den zuletzt gehandelten
Kursen angenähert. Treasuries wurden heute auch nicht gehandelt. Dafür aber der
US-Dollar. Dessen Preisbewegungen sind meines Erachtens aber ohne den
U.S.-Markt nicht besonders aussagekräftig, so dass ich den heutigen Wert des
USDX für meine Statistik einfach ignoniere. Der
morgige Tag wird interessant, da diese Woche wieder Staatsanleihen in Höhe von
$128 Mrd zur Versteigerung anstehen. Im Detail werden
folgende Papiere versteigert: 90-Tage Treasury Bills am 8-Sep über $29 Mrd 180-Tage Treasury Bills am 8-Sep über $29 Mrd 3-jährige
Treasury Notes am 8-Sep über $38 Mrd 10-jährige
Treasury Notes am 9-Sep über $20 Mrd 30-jährige
Treasury Notes am 10-Sep über $12 Mrd In
der Vergangenheit hat das Gold-Kartell an diesen Tagen Gold unter Druck
gesetzt. Aber schon letzten Freitag hat dies bei der Veröffentlichung der
monatlichen Arbeitsmarkt-Zahlen durch das BLS auch nicht geklappt. Gold muss
morgen beweisen, ob seine neue Kraft auch für die Versteigerung von einer hohen
Summe an Treasuries gilt. Vielleicht muss Walter
Eichelburg doch noch seinen neuen Goldbullen einige Tage zurückhalten. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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