|
Bericht für den 8.September
2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld In
meinem gestrigen Bericht Wie sicher ist das
Bankensystem habe ich dargestellt, wie sich das Quartett aus Staat,
Bankensystem, Notenbank und Zombie-Institutionen (AIG, HRE) durch gegenseitige
Verflechtungen solvent und liquide hält. Ich hoffe, jeder Leser hat verstanden,
dass die innerhalb des Quartetts durchgeführten Maßnahmen nur Versprechungen
sind, die niemals eingelöst werden können. Das System trägt einen Geburtsfehler
in sich, der irgendwann einmal sein Ende einläuten wird. Viele
Leser fragen zu Recht, ob und wenn dann wie sich dieses angeblich
wieder stabilisierende System zum Einsturz gebracht wird. Dazu müssen wir
wieder einen Schritt zurückgehen: Die Banken sind de facto insolvent, d.h. ihre
Verbindlichkeiten sind höher als ihre (fair value bewerteten)
Bestände. Die Banken werden wieder solvent gemacht, indem man bestimmte
Bewertungsvorschriften außer Kraft setzt (z.B. die fair
value Bewertung nach US GAAP) und den
Banken gute Assets (z.B. Staatsanleihen) im Tausch
für deren schlechte Assets (z.B. MBS, CDO) leiht.
Vereinfacht kann man sagen: Verlust-Löcher und Risse werden mit frisch
gedrucktem Geld gekittet. Das betrifft nicht nur eine oder wenige Banken,
sondern bis auf wenige Ausnahmen das komplette Bankensystem. Immer
mehr Bürger erkennen diesen Betrug: Ihr Vermögen wird durch die Geldvermehrung
entwertet und ihre Einkünfte (Arbeitnehmer/Arbeiter, Selbständige, Rentner,
Sozialhilfe-Empfänger) verfallen ständig im Wert. Was
diese Bürger auch erkennen ist, dass die Banker und bestimmte Berufsgruppen
trotz unproduktiver Arbeit in Saus und Braus leben. Diese Elite aus Pfeifen im
Anzug sind ja nicht Menschen mit unternehmerischem Hintergrund, sondern fristen
eher als normale Angestellte ihr Dasein. Dafür fühlen sie sich als die Herren
der Welt. Der CEO von Goldman Sachs ist auch kein Unternehmer, sondern ein
Angestellter aus einfachen Verhältnissen. Alle Macht dem Proletariat ! Verschlimmert
wird diese Entwicklung dadurch, dass sich die Politik mit der Rettung des
Bankensystems selbst abhängig gemacht hat. Es ist nicht nur die Systemrelevanz
der Bank, die die Politiker fürchten. Nein, auch die Staatsschulden könnten
ohne die Hilfe der Banker nicht mehr finanziert werden. Die beispielslose Arroganz
dieser Herren eskaliert darin, dass man sich noch nie dagewesene
Millionen-Boni und Abfindungen zahlt. Regeln will man
für sich selbst nicht gelten lassen. Sodom und Gomorrha. Eine
biblische Heimsuchung wird es nicht sein, die diesem Spuk ein Ende bereiten
wird. Vielmehr ganz pragmatische Ansätze. Zum
Ersten kann man die Strukturen des Systems durch einen Systemwechsel zerstören.
Das klingt auf den ersten Blick unrealistisch. Aber schaut man sich den Hass
Chinas auf den US-Dollar, den Regierungswechsel in Japan und die
Linksverschiebung in Deutschland an, dann bringt sich hier gerade ein Endgegner
des Dollar-Imperiums in Stellung. Frankreich buche ich ebenfalls in diese
Gruppe ein. Das US/UK-Bankenkartell hat durch Betrug so Viele um die Früchte
ihrer Arbeit gebracht, dass man gemeinsam in seinem Wunsch vereinigt wird, dem
ganzen Spuk ein Ende zu bereiten. Der
zweite Ansatz ist, aus dem System und seinen Strukturen zu flüchten. Wenn sich
diese Fluchtbewegung verstärken sollte, dann wird Panik ausbrechen. Das
Geldsystem wird sich dann als die leere Hülle herausstellen, die es wirklich
ist. Gold wird die Fluchtwährung sein. Nun
wissen wir natürlich, wie sich das System gegen diese Bewegung zur Hilfe setzen
wird: Dadurch, dass die Politik und andere wichtige Strukturen der Macht (z.B.
Medien) korrumpiert werden. Für die etablierten Parteien gilt: Mitgefangen ist mitgehangen. Die
Politiker, die sich durch das Finanz-System haben vereinnahmen lassen, werden
nur überleben können, wenn das System überleben wird. Für Gold gibt es die
systematische Goldpreis-Drückung. Provokativ
gesagt: Die Reichen, die das erkannt haben, kaufen Gold und diejenigen ohne
Vermögen wählen den Oskar Lafontaine. Das ist nur oberflächlich ein Widerspruch: Derjenige, der
sein Vermögen in Gold umgeschichtet hat, hat es damit automatisch auch vor
Oskar in Sicherheit gebracht. Sicher wird Gold durch dessen neue Politik in
ungeahnte Dimensionen aufsteigen. Dass hier nicht unbedingt ein besseres System folgen wird,
ist zu vermuten. Vielleicht wird sich die Brot und Spiele Unterhaltung von
faden Trash TV Produktionen hin zur Guillotine
verschieben. Für Viele hätte das sicherlich einen hohen Unterhaltungswert. Nur
der Mittelstand wird wieder einmal der Dumme sein: Er wird sein Vermögen nebst
Altersversorgung verlieren und muss dann wohl zukünftig auf sein Eigenheim und
die zwei Autos verzichten. Arbeiten solange es geht oder Hartz
IV auf reduziertem Niveau wird dann die Alternative sein. Merkel sei Dank. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Heute
früh um 8:00 Uhr MEZ war es soweit: Gold schnellte von $997, die es im
asiatischen Markt heute früh erreichen konnte, auf $1.006 hoch. Zum Beginn des
Handels in London konnte Gold zwar wieder um $5 gedrückt werden, die Marke von
$1.000 hielt jedoch. Gold kämpfte sich aber wieder rasch bis auf $1.007 hoch.
Wie erwartet kam dann Widerstand auf.
Der gleichzeitig sinkende Dollar-Kurs hat es dem Gold-Kartell
schwieriger gemacht, die Drückung aufrecht zu halten. Der A.M. Fix kam mit
$1.004,50 (EUR 696,31) um $11,75 höher als gestern zu gleichen Zeit zustande.
Im Londoner Markt hat Gold dieses Jahr die $1.000er-Marke überhaupt noch nicht
erreichen können. Der
Nachmittags-Handel verlief erst einmal ruhig. Kurz vor Beginn des Handels an
der New Yorker COMEX verlor Gold wieder an Boden und eröffnete den Handel knapp
oberhalb der Marke von $1.000. Dann brach Gold aber erneut aus und konnte nur
knapp unterhalb der Marke von $1.010 gebremst werden. Der bald folgende P.M.
Fix ließ dann Gold wieder einbrechen. Das Kartell kämpft auch am physischen
Markt erbittert: Zum P.M. Fix konnte man Gold fast unter die Marke von $1.000
drücken: $1.000,75 (EUR 690,98). Das Zentralbank-Gold ist wieder einmal in
Massen in die Hände der Guten gelangt: Und das ist auch gut so. Dass es gar
nicht um den Preis von Gold in anderen Währungen ging, kann man an den
Euro-Notierungen des A.M. Fixes und des P.M. Fixes ablesen: Gold hat über EUR 5
verloren. Es geht dem Kartell einzig und allein um die Marke von $1.000. Nothing else matters. Nach
Schluss des Handels in London ist das Gold-Kartell nun in altbekannter Plan B
Manier gegen den Goldpreis im reinen Derivate-Handel
an der COMEX vorgegangen. Gold wurde innerhalb von Minuten von $1.005 auf $995
gedrückt. Auf diesem Niveau konnte es von nun an bis zum Schluss des Handels an
COMEX gehalten werden. Mit $997,60 beschloss Gold den Handel knapp unter der
magischen $1.000er-Marke. Das
Gold-Kartell entwaffnet sich mit dem erbitterter Kampf um die $1.000er-Marke
selbst. Anstatt die Gold-Investoren vom Gold-Markt zu verdrängen, in dem man
den Anstieg sich totlaufen lässt und dann einen scharfen Rückschlag provoziert,
schafft das Kartell noch günstige Kaufgelegenheiten für die letzten Investoren,
die noch auf den Goldzug aufspringen wollen. Liebes
Gold-Kartell (das sich diese Berichte wohl in die englische Sprache übersetzen
lässt): Mit der $1.000er Marke haben Euch die Gold Bugs in eine Falle gelockt,
aus der Ihr jetzt nicht mehr herauskommt. Ihr habt unseren Prophezeiungen
geglaubt, dass mit Gold $1.000 der System-Kollaps einsetzen würde. Die Wahrheit
ist: Ihr seit uns auf den Leim gegangen. Nun verschießt Ihr Euer letztes Pulver
Zentralbank-Gold: War vor einiger Zeit noch ein geordneter Rückzug möglich, aus
dem Ihr zurückschlagen hättet können, habt Ihr uns Eure Waffen freiwillig
ausgehändigt. Ihr werdet mit Euren letzten hinkenden Kavalleristen am Ende der $1.000er-Schlucht
aufgerieben werden. Ihr könnt Euch nicht mehr nach $1.100 oder $1.200
zurückziehen. Wir werden jedenfalls keine Gefangenen machen. Der Anstieg um den
Faktor zehn und größer wird die Folge sein. Der
USDX ist heute um 0,9 Punkte auf 77,2 eingebrochen. Gleichzeitig sind die
Renditen der 10-jährigen Treasuries wieder auf 3,5
Prozent angestiegen. Der Quotient aus beiden Werten ist um 0,9 Punkte auf 22,1
(Freitag: 23,0) eingebrochen. Auch hier scheinen sich die Probleme zu häufen. Once again: Gold $1.000 does not matter. You are
f
.. !!! Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
||||||||||||||||||||||||||||||||