Bericht für den 10.September 2009

 

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

 

Jeder kann es beobachten: Der Kampf um die Marke von $1.000 Gold wird mit harten Bandagen geführt. Es gibt eine oder mehrere Parteien, die einen Anstieg auf über $1.000 unbedingt vermeiden wollen.

 

Diejenigen, die eine durch Regierungen und Zentralbanken koordinierte Drückung dahinter vermuten, wurden in der Vergangenheit ignoriert. Dann hat man damit begonnen, sie als Konspirationisten zu verunglimpfen und sie an der Öffentlichkeit lächerlich zu machen.

 

Dennis Gartman, Herausgeber der The Gartman Letter (TGL) hat in der Vergangenheit auch immer heftig dieser These widersprochen. TGL hat immer abenteuerlichere Gründe herangeführt, warum der Goldpreis plötzlich stark einbricht. Die Leugnung der Goldpreis-Drückung hat TGL aber bereits eine ganze Menge Geld gekostet. Wenn TGL in Gold wegen technischer Marken Long gegangen ist, dann ist der Goldpreis plötzlich eingebrochen. TGL musste seine Positionen mit Verlust auflösen. Aber auch die Short-Geschäfte von TGL waren nicht erfolgreich. Zwar steigt Gold nicht so stark und schnell an wie es fällt, aber TGL schafft es immer wieder, auch aus seinen Short-Positionen einen nennenswerten Verlust zu erzielen.

 

Nun scheinen TGL aber langsam selbst Zweifel an seiner These zu bekommen : Clearly... or at least clear to us… the governments of the world would prefer seeing gold trade below $1000, for they know the psychological importance of that level, and although they cannot openly intervene in the market to keep the price below there, we’ve no doubt but that they shall try to use what "weaponry" they can to try to keep it "south" of that level. Eventually, however, they shall fail in doing so, for the world in general is being dissuaded from holding any and all currencies…

 

Aha. Die Regierungen auf der Welt mögen keinen Gold-Preis von über $1.000. Und sie können auch nicht offiziell intervenieren, weil dann jeder Investor nachvollziehen könnte, wie viel Munition (= Gold-Vorräte) die Regierungen noch hätten. Die Regierungen benutzen trotzdem ihr verfügbares Waffenarsenal, um den Gold-Preis unter die Marke von $1.000 zu drücken. Welche Instrumente können denn das sein ? Eigentlich nur ein heimlicher Verkauf der Gold-Reserven der Zentralbanken. Bingo: Das ist exakt die Bestätigung, auf die wir warten. Mehr ist nicht nötig.

 

Wie heißt es doch: Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du. Bei der Goldpreis-Drückung sind wir auf dem Weg zum Punkt Vier.

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

Im asiatischen Markt hat sich der Gold-Preis auf Basis des gestrigen Schlusskurses in New York gut halten können. Wesentlich über die Marke von $995 konnte Gold dabei jedoch nicht steigen. Mit Beginn des Handels in London nahm dann jedoch wieder der Druck zu. Das riecht wieder schwer nach Zentralbank-Gold. Kurz vor dem A.M. Fix ist Gold dann plötzlich unter die Marke von $990 gefallen. Es war deshalb keine Überraschung, dass A.M. Fix mit $988,50 (EUR 679,99) zustande kam. Im 24-Stundenvergleich musste Gold weiter $7 abgeben

Danach wurde zweimal erfolglos die Marke von $985 nach unten durchbrochen. Anscheinend gibt es bei diesem Niveau ausreichend Käufer, die einen weiteren Rückgang nicht zulassen. Mit Beginn des Handels an der COMEX stieg Gold dann wieder über die Marke von $990. Der P.M. Fix kam mit $990,75 (EUR 681,31) knapp oberhalb dieser Marke zustande. Gestern stand der P.M. Fix bei knapp $1.000, so dass Gold im Tagesvergleich $9 abgeben musste.

Nachdem der Londoner Handel geschlossen hat, stieg Gold wieder langsam aber stetig bis zum Ende des Handels um 19:30 Uhr MEZ auf $996,00 an. Damit hat er im Vergleich zu gestern knapp einen Dollar zulegen können. Bei den Aktionen des Gold-Kartells im Londoner Markt eine kleine Überraschung.

Zur Zeit sind 458.828 Gold-Future Kontrakte (100 oz pro Kontrakt) offen stehend. 7.115 Kontrakte mehr als noch gestern gemeldet wurde. Am 1. September waren es lediglich 384.703. Die Gold-Kartell Banken haben innerhalb von einer guten Woche über 74.000 neue Kontrakte gezeichnet. Das sind immerhin läppische 230 Tonnen Gold. Entweder das Gold-Kartell schafft es, die neuen Käufer der Futures durch einen Abverkauf wieder aus den Markt zu drängen. Oder Ende Dezember 2009 wollen ein Teil der Käufer ihr Papier-Gold in echtes Gold einlösen. Bei 327.656 offenen Positionen (entspricht 1.020 Tonnen Gold) im Dezember 2009 Kontrakt ist das Potential riesig.

Der U.S.-Dollar Index (USDX) musste heute weitere 0,4 Punkte auf 76,6 abgeben. Dafür stiegen die 10-jährigen Treasury Notes, d.h. die Renditen fielen auf 3,4 Prozent. Dadurch konnte der von mir ermittelte Quotient aus beiden Werten auf 22,5 (Mittwoch: 22,0) ansteigen.

Sollten sich die Nachrichten bewahrheiten, dass die Deutsche Bank mit einem Bilanzvolumen von EUR 2.200 Mrd in ernste Schwierigkeiten gerät und vom deutschen Staat gerettet werden muss, dann wird das Kartell wohl die selbst definierte Marke von $1.000 nicht halten können. Zumal die Deutsche Bank eine der Gold-Kartell Banken ist. Wenn die Probleme zu einem Run auf die nicht gedeckten Gold-Konten dieser Bank führen würde, dann müssen wohl Bundesbank und EZB mit ihren verbliebenen Gold-Reserven aushelfen. Wenn überhaupt davon noch merkliche Mengen verfügbar sind.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$988,50
(€679,99)

$995,75
(€686,58)

- $7,25

Gold P.M. Fix (LBMA)

$990,75
(€681,63)

$999,50
(€685,01)

- $8,75

COMEX Schlusskurs

$996,00

$995,30

+ $0,70

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

76,6

77,0

- 0,4

Renditen 10-jährige Treasuries

3,4 %

3,5 %

- 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

22,5

22,0

+ 0,5

 

Über Ziemanns Gold News

Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht.
Er ist erreichbar unter: ziemann@bullionaer.de

 

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