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Bericht für den 17.
September 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Der
Londoner Telegraph sieht in Folge der Schrumpfung des Kredit-Geldes mit der
Geschwindigkeit der Großen Depression einen neuen Abschwung auf uns zukommen: Both bank credit
and the M3 money supply in the United States have been
contracting at rates comparable to the onset of the Great Depression since early summer,
raising fears of a double-dip recession in 2010 and
a slide into debt-deflation. Zitiert wird der Professor Tim Congdon vom International
Monetary Research: Gleichzeitig
weist dieser Professor darauf hin, dass die Geldmenge M3 annualisiert
um 5 Prozent fallen würde. Seit
Februar 2006 wird die Geldmenge M3 in den U.S.A. jedoch nicht mehr offiziell berichtet.
Der letzte berichtete Wert im Februar 2006 weist M3 mit $10.276,1 Mrd aus. Davon waren $3.560,7 Mrd
Elemente, die nicht der Geldmenge M2 (Anmerkung: M1 und M2 werden weiter
berichtet) zuzurechnen waren. Man
kann durch Analyse des Wachstums der Geldmenge M2 überschlägig die Entwicklung
der Geldmenge M3 abschätzen. Genauer ist hier ein Zugriff auf die Webseite von
John Williams (www.shadowstats.com). Dabei
hat er ermittelt, dass M3 Anfang des Jahres 2008 mit einer jährlichen Rate von
18 Prozent explodiert ist, während die Geldmenge M2 lediglich um 7 Prozent
gewachsen ist. Das war die Zeit, wo die Kredit-Expansion noch im vollen Maße
lief. Schauen
wir uns einmal die Entwicklung der Geldmenge M2 genauer an: Zum 15. Juni 2009
hatte sie mit $8.417,4 Mrd ihren vorläufigen
Höhepunkt erreicht. Am 31. August betrug M2 aber nur noch $8.254,9 Mrd. Das ist
ein Rückgang von $162,5 Mrd innerhalb von 2 1/2
Monaten. Oder 1,93 Prozent. Und wenn ich für die folgenden 9 1/2 Monate eine
lineare Fortsetzung dieser Entwicklung berücksichtige, beträgt der jährliche
Rückgang von M2 fast 9,3 Prozent. Rollt
jetzt auf uns eine wirklich schwere Deflations-Welle zu ? Schauen
wir uns zu diesem Zweck die Geldmengen-Entwicklung im Euro-Raum an. Seit Anfang
2009 ist auch hier eine Verlangsamung der Geldmengen-Ausweitung zu beobachten.
Während M3 in den ersten sechs Monaten des vorangegangenen Jahres um EUR 331,5 Mrd gewachsen ist, stagniert für die ersten sechs Monate
diesen Jahres M3 mit einem Zuwachs von EUR 5,8 Mrd
praktisch. Dafür ist die Geldmenge M1 (Bargeld und Sichteinlagen) in den ersten
6 Monaten um EUR 254 Mrd explodiert. Eine
Deflations-Welle kann ich aufgrund der Zahlen der EZB nicht erkennen. Eher eine
Flucht der Anleger aus Einlagen mit vereinbarter Laufzeit nebst
Schuldverschreibungen in liquide Mittel. Auch
die Analyse der Geldvermögen und Verbindlichkeiten der deutschen Unternehmen im
Vergleich Q3/2008 zu Q1/2009 gibt keine Hinweise auf eine deflationäre
Entwicklung. Die Unternehmen haben zwar ihr Geldvermögen um EUR 260,1 Mrd und damit fast 10 Prozent innerhalb eines halben Jahres
abgebaut. Dem stand aber ein Abbau der Schulden von EUR 191,1 Mrd gegenüber. Der Saldo von EUR 70 Mrd
ist wohl im Wesentlichen den Verlusten der deutschen Unternehmen aus der
Wirtschaftskrise geschuldet. Die
Gefahr einer weiteren Deflations-Welle sehe ich nicht. Die Kredit-Expansion in
den Jahren 2007/2008 war in den USA so gewaltig, dass ein zeitweiser
und moderater Rückgang der Geldmenge keine erneute Gefahr für das System
darstellt. Die fehlende Kredit-Geldmenge wird nämlich durch die
Ausgaben-Explosion der Staatshaushalte mehr als kompensiert. Insoweit
ist die Gefahr, die von der Inflations-Politik der Regierungen und Notenbanken
ausgeht, viel höher einzuschätzen als ein angebliches Deflations-Potential. Der
Telegraph war schon die letzten 12 Monate ein starker Verfechter der Politik
des grenzenlosen Gelddruckens. Sollte
jedoch die Aktien-Blase platzen und ggf die Rohstoffe
einbrechen, dann verschwindet das ganze künstlich geschaffene Kredit-Geld
wieder. Ab diesem Zeitpunkt könnten wir uns dann wieder ernsthaft über
Deflations-Gefahren unterhalten. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Das
Gold-Kartell scheint bei $1.020 seine neue Verteidigungs-Marke gefunden zu
haben. Diese Marke wurde nicht nur gestern, sondern auch heute wieder erbittert
verteidigt. Dabei
ist heute früh Gold noch im asiatischen Markt bis auf $1.025 angestiegen. Im
Londoner Vormittags-Handel konnte sich Gold noch oberhalb der Marke von $1.020
halten. Der A.M. Fix kam mit $1.020,50 (EUR 692,01) zustande. Im Vergleich zu
gestern konnte Gold knapp vier Dollar zulegen. Kurz
nach dem A.M. Fix ging die Drückung an den Papiergold-Märkten weiter. Gold
schwankte dabei um die Marke von $1.015. Der P.M. Fix mit $1.018,50 (EUR
691,12) zeigte, dass die physische Nachfrage nach Gold weiterhin stark ist. Im
Anschluss nahm dann der Druck auf Gold zu. Während der verbleibenden
Handels-Stunden an der COMEX wurde Gold um mehrere Dollar gedrückt. Der
Schlusskurs von $1.011,90 markierte gleichzeitig den Tages-Tiefstand. Der
Druck, genau zum Schluss des Handels an der COMEX Gold unten zu haben, trägt
eindeutig die Handschrift des Gold-Kartells. Bei den vielen offenen Positionen
an der COMEX hätte man sonst auch erwarten können, dass eine Reihe von Longs nach den Anstiegen der letzten zwei Wochen erst
einmal Kasse machen wollten. Aber im Access Handel stieg der Gold-Preis dann
wieder. Der
Dollar kommt aus seiner komatösen Stimmung nicht so recht heraus. Mit einem
Wert von 76,2 tendiert der USDX heute weitere 0,1 Punkte niedriger. Dafür sind
die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes wieder auf 3,4 Prozent gefallen.
Dadurch konnte der Quotient aus dem USDX und den Renditen auf 22,4 zulegen
(Mittwoch: 21,8). Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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