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Bericht für den 22.
September 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Wer sind eigentlich diejenigen, die
zur Bundestags-Wahl am 27. September ein schwarz-gelbes Wunder erwarten. Sind
es nicht diejenigen Meinungs-Forscher und öffentlich-rechtliche Medien, die
damit den Wählerstamm aus dem linken Lager aktivieren wollen. Oder glaubt nach
den Ergebnissen der Landtagswahlen vor wenigen Wochen in drei Bundesländern,
bei denen die Partei DIE LINKE jeweils mehr als 20 Prozent der Stimmen erreicht
hat, wirklich ernsthaft noch jemand an eine bürgerliche Mehrheit. Der TAGESSPIEGEL hat heute einen Bericht mit dem Titel RCDS-Vorschlag --- Rentner und Arbeitslose als Wähler
zweiter Klasse veröffentlicht. Darin wird der Vorsitzende des unionsnahen
Studentenverbandes RCDS, Gottfried Ludewig mit Vorschlägen
zitiert, die Leistungsträger bei Wahlen gegenüber den Transfer-Empfängern zu
stärken: Diejenigen, die den deutschen
Wohlfahrtsstaat finanzieren und stützen, müssen in diesem Land wieder mehr
Einfluss bekommen. Die Lösung könnte ein doppeltes Wahl- und Stimmrecht
sein." Allein mit "Hartz-IV-Beziehern und
Rentnern" könne der soziale Ausgleich in Deutschland nicht funktionieren. Prompt kam die Kritik aus einer Partei, die man bisher nicht
der Kaste der Betroffenheits-Politiker zugerechnet hatte --- der FDP. "Jede Stimme zählt gleich viel. Es gibt keine Wähler
erster und zweiter Klasse", erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer
der FDP-Bundestagsfraktion, Jörg van Essen, in Berlin. "Es ist ärgerlich,
dass ausgerechnet der Vorsitzende eines Studentenverbandes offenbar nicht mit
unserem Grundgesetz vertraut ist." Die Vorschläge des RCDS (Ring
Christlich-Demokratischer Studenten) seien "ein Schlag ins Gesicht der
Rentner unseres Landes und verhöhnen Menschen, die nach Arbeit suchen."
Zwar teile die FDP die Sorge, dass dieses Land politisch nach links rutscht.
"Entmündigung der Wähler ist aber die falsche Antwort", erklärte van
Essen. Nur einen Tag nach meinem Bericht über die Zensur durch Political Correctness wird nun
wieder einmal schweres Geschütz aufgefahren. Ein weiteres Denkverbot wurde
ausgerufen. Und wieder einmal fühlt sich der sozialpolitisch-industrielle
Komplex auf den Schlips getreten. Das ist ja auch verständlich, weil eine Neubewertung
der Stimmengewichte der Transferleistungs-Empfänger bei Wahlen deren Einfluss
auf die Politik im Allgemeinen und die Parteien im Besonderen stark schmälern
würde. Da hat man sich Jahrzehnte lang abgerackert, die strategische Mehrheit
über die Leistungsträger zu erlangen. Und dann kommt so ein Jungspund und will
alles wieder kaputtmachen. Diese Diskussion ist aber nach meiner Ansicht nicht nur
legitim, sondern auch dringend erforderlich. Die CDU muss sich aus dem
Würgegriff der Merkelschen Sozialdemokratisierung der Union befreien. Die
konservative und rechte Wählerschaft in Deutschland fühlt sich in der Union
nicht mehr heimisch. Franz-Josef Strauß hat einmal gesagt, dass die Union keine
Partei rechts von ihr dulden würde. Nun vertritt selbst Oskar Lafontaine
Thesen, die eigentlich ihre Heimat in der Union haben sollten. Prompt fand eine
Wählerwanderung bei den Landtagswahlen im Saarland von der CDU zur der Partei
DIE LINKE statt. Paradoxerweise von Wählern, die eher dem politisch rechtem
Spektrum zugeneigt sind. Das Beste, was der Union bei den bevorstehenden Wahlen
passieren kann ist, dass die konservative & rechte Wählerschaft in der FDP ein
neues Auffangbecken findet. Glauben tue ich daran aber nicht. Siehe die
Reaktion aus der FDP auf den RCDS-Vorschlag. Insoweit läuten die Anregungen von Gottfried Ludewig durchaus einen bevorstehenden Richtungs-Wechsel
innerhalb CDU ein. Weg von Angela Merkel und ihrer Feigheit, dem
Sozial-Faschismus Paroli zu bieten und hin zu den klassischen Grundfesten der
Union: Das Subsidaritäts-Prinzip. Jeder ist erst
einmal für sich selbst verantwortlich. Und der alles und jeden versorgende
Staat erst an zweiter Stelle mit großem Abstand. Ein weiteres Waterloo droht Merkel bei dem G20-Gipfel in
Pittsburgh. Nach einem Bericht der FTD bedrängt Obama
Deutschland, seine Handels-Überschüsse zu reduzieren. Noch weiter gehen die
Politiker von der Insel: Nach britischen
Vorstellungen soll künftig der Internationale Währungsfonds (IWF) Ländern mit
überhöhten Leistungsbilanzdefiziten oder -überschüssen vorschreiben können, wie
sie die Ungleichgewichte wieder beseitigen sollen. Nun wissen wir,
dass mit Ronald Reagan in den USA und Margaret Thatcher in Großbritannien nicht
nur der Monetarismus die gestaltende Kraft wurde, sondern gleichzeitig eine
beispielslose Deindustrialisierung insbesondere in
den USA und UK einsetzte. Gleichzeitig wurde eine riesige Finanz-Industrie
aufgebaut, die die Länder mit Export-Industrie zu Lieferanten und die Länder
mit Asset-Bubbles zu Konsumenten gemacht hat. Die
Finanz-Industrie hat das dafür notwendige Geld aus dem Nichts geschaffen. Das Problem für eine Konsens-Politikerin wie Merkel
ist, dass sie sich schwerlich den Forderungen Obamas
entziehen wird können. Zu stark hat sie sich von den U.S.A. und der Idee einer
europäischen Integration abhängig gemacht. Beides auch Dogmen, an denen nicht
gerüttelt werden darf. Obwohl uns die Finanz-Krise gelehrt hat, dass von den
USA lernen eben nicht siegen lernen heißt. Und die EU hat sich in der
Finanz-Krise eher als Hindernis herausgestellt, die notwendige Struktur-Reformen
insbesondere in den Südländern ausbremst. So krass es auch klingen mag: Die CDU kann sich nur dann regenerieren,
wenn die Bundestagswahl eine solche Katastrophe für die Union wird, dass Merkel
(und der ihr ergebene Hof-Staat) vom allen Ämtern zurücktreten muss. Bitte RCDS
und andere Organisationen in der Union: Führt die Diskussion offen und lasst
Euch nicht durch Denkverbote und dem Political Correctness Bullshit aus dem Konzept bringen. Würde man die jetzt eingeschlagene Richtung fortsetzen, dann
würde man sich an der wirtschaftlichen Zukunft von Deutschland versündigen. Auch
mit Gold & Silber in der Tasche wollen wir nicht die einzigen bleiben, die noch
eine Zukunft haben. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Was
für eine Blamage für das Gold-Kartell. Gestern konnte man noch die beiden
Londoner Marken unter $1.000 drücken und heute sind sie zurück jenseits von
$1.010; als wäre am Freitagnachmittag und am gestrigen Tag nichts geschehen.
Der gestrige COMEX-Schlusskurs oberhalb von $1.000
hat es bereits vermuten lassen. Der
Kampf gegen die Marke von $1.000 entwickelt sich langsam wie Don Quichottes
Kampf gegen die Windmühlen. Wann gibt das Kartell diese Schlacht endlich
verloren und sucht sich eine neue Verteidigungs-Linie. Wir haben nun an bereits
zwei Wochenenden Gold bei über $1.000 gesehen und die Welt ist immer noch nicht
untergegangen. Und auch die Investoren sind nicht massenweise auf den Goldzug
aufgesprungen. Die Fahrt läuft eigentlich langsam und gemächlich. Nur die permanenten
Interventionen des Gold-Kartells machen aus der Goldpreis-Entwicklung eine
Achterbahnfahrt. Aber
vielleicht will man ja nur Störfeuer legen, wenn man nicht mehr in der Lage
ist, den Preis unter Kontrolle zu bringen. Dann steigen zumindest die Furchtsamen
nicht in den Markt ein. Schon
im asiatischen Markt heute früh konnte sich Gold oberhalb der Marke von $1.005
etablieren. Das war in etwa der Stand, mit dem Gold ins letzte Wochenende
gegangen ist. Im Londoner Vormittags-Handel konnte Gold dann ohne Widerstand
die Marken von $1.010 und später $1.015 nehmen. Zum A.M. Fix stand Gold mit
$1.015,75 (EUR 686,55) um knapp $17 höher als noch vor 24 Stunden. Der gestrige
Verlust konnte also mehr als nur wettgemacht werden. Mit
Beginn des Handels an der New Yorker COMEX setzte Gold zum Sprung über die
Marke von $1.020 an. Das wollte aber heute nicht gelingen. Der nahende P.M. Fix
ließ Gold dann kurzzeitig unter die Marke von $1.015 abgleiten: $1.014,00 (EUR
686,11) lautete die Notierung zum Schluss des Handels in London. Ein ebenfalls
satter Gewinn von $17. Gold
beendete den Handel an der COMEX mit $1.014,00. Der
Dollar leidet zunehmens
unter Schwindsucht. Der USDX sank heute um 0,7 Punkte auf 76,1. Das hat dem
Gold-Kartell ihr Drückungswerk zusätzlich erschwert. Die 10-jährigen Treasury
Notes verharrten jedoch auf dem gestrigen Stand von 3,5 Prozent. Der Quotient
aus dem USDX und den Renditen sank heute auf 21,7 (Montag: 21,9). Morgen
um 20:15 Uhr MEZ werden Ben Bernanke und sein Team
des FOMC eine mögliche Zins-Entscheidung der FED verkünden. Die Quantitative Easing (QE) Initiative zum Ankauf von Staatsanleihen sollte
die nächsten Wochen eigentlich auslaufen. Wird das Programm morgen verlängert,
dann kann es einen signifikanten zweistelligen Sprung beim Goldpreis geben. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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