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Bericht für den 24.
September 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Bloomberg macht sich in seinem Bericht zu dem heute
beginnenden G20-Gipfel Sorgen um die $9.000 Milliarden Schulden, die die
Staaten im Rahmen der Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zusätzlich
angehäuft haben. Und in diesem Betrag sind bei weitem noch nicht die in
verschiedenen Schatten-Haushalten versteckten Hilfen und staatliche Garantien
für das marode Banken-System enthalten. Die Regierungs-Chefs und Notenbanken wollen jedoch den
Patienten nicht vom Tropf der staatlichen Hilfe abhängen. Zu stark ist die
Befürchtung, dass die Erholung noch zu schwach sei, um auf eigenen Beinen
stehen zu können. Auch die gestern Abend veröffentlichte Erklärung der Teilnehmer
der FOMC-Sitzung der FED deutet in diese Richtung.
Dort wurde sogar das Ankaufs-Programm für verbriefte Hypotheken-Darlehen (MBS)
um ein halber Jahr verlängert. Das zeigt, dass bestimmte Sektoren sogar noch
mehr Hilfe benötigen, als bisher angenommen. Nun ist die beobachtete Erholung in Wirklichkeit ein
Phantom, das mit Ende der Reflationierung (sprich
Flutung der Märkte mit frischem Geld) sich so schnell wieder in Luft auflösen
würde, wie es gekommen ist. Das können sich die Regierungs-Chefs und
Notenbanken aber nicht erlauben, da ihr persönliches Ehrenwort (und damit ihr
Job) mit dem Erfolg ihrer Maßnahmen untrennbar miteinander verbunden ist. Trotzdem wagt Bloomberg einen Ausblick auf die Zeit nach der
Krise, d.h. wenn sich das System ohne staatliche Hilfe wieder selbst tragen
sollte: Their challenge will be to reduce the
resulting debt before it sparks
higher bond yields and erodes their governments creditworthiness. Diese Aussage zeigt das ganze Dilemma der Regierenden. Um zu
verhindern, dass die Zinsen für Staatsanleihen steigen oder die Staaten selbst
für die Investoren als nicht mehr kreditwürdig angesehen werden, müssen die
Schulden zurückgeführt werden. Der Bund muss für Zinszahlungen seiner Schulden
bereits EUR 42,5 Mrd pro Jahr aufwenden. Das ist mit
knapp 15 Prozent des Gesamtvolumens von EUR 288 Mrd
der zweitgrößte Haushaltsposten nach dem Sozial-Etat über EUR 124 Mrd. Und der
Bund zahlt bereits historisch gesehen niedrige Zinsen. Würde der Bond-Markt
erkennen, dass zur Erzielung von positiven Real-Renditen ein eigentlich doppelt
so hoher Zinssatz erforderlich sei, würden sich die Zinszahlungen des Bundes
langfristig auf EUR 85 Mrd verdoppeln. Das wären dann
bereits 30 Prozent aller Ausgaben des Bundeshaushaltes. Man erkennt unschwer,
welcher Sprengstoff hier ungezündet noch lagert. Auf der anderen Seite wäre es historisch betrachtet eine
Sensation, wenn Schulden getilgt würden. Bislang ist es nur wenigen Ländern
gelungen ist, aufgetürmte Staatsschulden wieder abzutragen. Oder meint der
Bericht lediglich eine Rückführung der Neu-Verschuldung der Haushalte --- die
Schulden wachsen weiter, aber nicht mehr so schnell. There
is no question that the most significant vulnerability as we emerge from
recession is the soaring government debt wird Professor Kenneth Rogoff von
der Havard Universität zitiert. Und weiter heist es dort: It
is very likely that will trigger the next crisis as governments have be
stretched so wide. Sollte man es wirklich schaffen, die erste Krise zu
überwinden, dann wird die nächste Krise ihr direkt auf dem Fuß folgen. Dann
gibt keinen mehr, der helfen kann. Der Staat war der letzte Rettungs-Anker und
wenn auch er bricht, ist das System verloren. Der Gold-Preis wird es der Masse
anzeigen. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Das
Gold-Kartell hat heute bis zum Ende des Handels in London gewartet, bis es
seine Aktionen gestartet hat. Der P.M. Fix kam noch mit $1.009,75 (EUR 685,41),
praktisch unverändert gegenüber dem gestrigen Stand zustande. Gleichzeitig
wurde der USDX um 0,7 Punkte gestützt. Das war wohl eine koordinierte Aktion
der Notenbanken im Vorfeld des heute beginnenden G20-Gipfels. Kaum
war der Handel in London beendet, brach der Gold-Preis innerhalb von Minuten um
$15 auf unter $995 ein. Das Gold-Kartell hat seit längerer Zeit wieder erfolgreich
Plan B zur Ausführung gebracht. In den nachfolgenden Handels-Stunden konnte
sich Gold zwar wieder bis auf $1.000 befestigen. Aber heute wollte man sich vor
versammelter G20-Runde keinesfalls die Blöße geben. Zum Schluss des Handels an
der COMEX wurde ein erneuter Angriff auf Gold gestartet. Mit $997,10 ging Gold
wenige Dollar unterhalb der Marke von $1.000 aus den Handel. Im Tagesvergleich
verlor Gold $16. Im
Access Handel schloss sich dann nahtlos Gold-Kartell Plan C an: Gold sank
innerhalb von Minuten nach Ende des Handels um 19:30 Uhr MEZ auf $990, konnte
sich im weiteren Handelsverlauf aber wieder etwas stabilisieren. Der
US-Dollar Index (USDX) konnte heute um 0,7 Punkte auf 76,9 zulegen. Die
Renditen der 10-jährigen Treasury Notes verharrten bei 3,4 Prozent. Der
Quotient aus dem USDX und den Renditen ist auf 22,6 (Mittwoch 22,4) gestiegen. Wie
werden die neuen Käufer auf die Gelegenheit, Gold wieder unter $1.000 kaufen zu
können, reagieren. In den vergangenen zwei Wochen hat das Gold-Kartell solche
Schlachten stets verloren. Vielleicht geht es aber auch nur darum, sein Gesicht
für das G20-Treffen zu wahren. Und das ist bekanntlich am Freitag zu Ende. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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