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Bericht für den 25.
September 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Der SPIEGEL berichtete heute unter dem Titel Bald gehen die Lichter aus über die Finanzmisere
in den Kommunen: Steuereinnahmen brechen ein,
Sozialausgaben steigen, Deutschlands Kommunen schlagen Alarm - so auch
Esslingen bei Stuttgart. Angesichts leerer Kassen kommt alles auf den
Prüfstand: das Freibad, die Sporthalle und die Entsorgung von Weihnachtsbäumen.
Die Bürger reagieren verstört auf das Spardiktat. Die Misere geht im Wesentlichen von den einbrechenden
Gewerbesteuer-Einnahmen aus: Die Gewerbesteuereinnahmen sind dramatisch eingebrochen, 17
Millionen Euro wird die 90.000-Einwohner-Stadt voraussichtlich dieses Jahr
verbuchen. 2007 flossen noch satte 70 Millionen in die Kassen. Die Wirtschaftskrise
hat vor allem die Autoindustrie getroffen - von der Esslingen als Nachbar der
Daimler-Stadt Stuttgart lange Zeit ziemlich gut gelebt hat. "Was früher
unsere Stärke war, ist jetzt unsere Schwäche", sagt Schiebel.
Dann hält der 52-jährige Mann im aprikotfarbenen Sacko mit spitzen Fingern ein Papier hoch, das ihm derzeit
einen Haufen Ärger eingebracht hat. "Die sogenannte
Giftliste." Sie soll helfen, das 50-Millionen-Haushaltsloch irgendwie zu
stopfen. Drei Viertel der Gewerbesteuer-Einnahmen sind in einem Jahr
dieser Stadt weggebrochen. Weil sie bisher gut vom
Daimler gelebt hat, dem es jetzt schlecht geht. Die Gemeinden sind an dieser
Misere aber auch nicht ganz Unschuld: Laut dem Monatbericht der Bundesbank
haben die Gemeinden im Jahr 2008 EUR 52,5 Mrd an
reinen Gemeindesteuern eingenommen. Das ist ein Zuwachs von 57 Prozent im
Vergleich zum Jahr 2002, wo diese Einnahmen noch EUR 33,4 Mrd
betrugen. Die Gewerbesteuer hat im Jahr 2008 dabei allein EUR 41 Mrd ausgemacht. Ein Zuwachs von 75 Prozent im Vergleich zum
Jahr 2002 (dort betrugen die Einnahmen noch EUR 23,5 Mrd). Die Gemeinden haben sich also darauf verlassen, dass ihre
ansässigen Unternehmen weiterhin so gut verdienen, wie in den vergangenen
Jahres. Daraufhin hat man seine Ausgaben ausgerichtet. Das brisante an
Gewinn-Steuern, wie es die Gewerbesteuer neben der Körperschaftssteuer und zum
Teil der Einkommensteuer ja ist, ist die Tatsache, dass wenn die Unternehmen
wegen eines Wirtschaftsabschwungs in die Verlustzone geraten, diese Steuereinnahmen
komplett ausfallen. Und das hat wegen der Möglichkeit, die Verluste in
spätere Jahre vorzutragen auch Auswirkungen auf die nächsten Jahre. Obwohl dort
vielleicht schon wieder ein Gewinn erwirtschaftet wird. Auf der Ausgabenseite sieht es nicht viel besser aus. Die
dramatischen Zuwächse der Gewerbesteuern haben diese Situation jedoch nur
kaschiert und nicht gelöst: Der Fluch der Städte
und Gemeinden: In Krisenzeiten bricht ihre Haupteinnahmequelle, die
Gewerbesteuer, weg. Die Sozialausgaben aber drohen "erstmals in die Höhe
von 40 Milliarden Euro" zu steigen, warnt Petra Roth, Frankfurter
Oberbürgermeisterin und Präsidentin des Deutschen Städtetags, im Gespräch mit
SPIEGEL ONLINE. Das wäre "ein Anstieg um mehr als 80 Prozent seit 1992". Dabei ist die Lage der Haushalte der Kommunen nur ein
Früh-Indikator dafür, worauf sich die Haushalte der Länder und des Bundes in
nächster Zeit einstellen müssen. Dem Einbruch der Gewinnsteuern folgt durch
Arbeitslosigkeit beziehungsweise durch niedrigere Gehälter ein Einbruch der
Lohnsteuer-Einnahmen. Dann folgt die Mehrwertsteuer, weil wegen fehlender
Einnahmen nicht mehr soviel konsumiert werden kann. Die explosive Mischung
wandert von den Gemeinden über die Länder bis zum Bund hinauf. Einbrechende
Steuereinnahmen auf der einen Seite und steigende Ausgaben für
Transfer-Leistungen machen jede solide Finanz-Planung praktisch unmöglich. Auch Steuererhöhungen sind kein Mittel, dem Staat
nennenswerte zusätzliche Einnahmen zu verschaffen. Den Mittelstand hat man die
letzten Jahre schon soweit ausgepresst, dass immer mehr Bürger zum Mittel der
Steuervermeidung greifen. Jegliche weitere Ausweitung des Steuer- und
Abgabenstaates wird diese Tendenz noch verstärken. Da können die verschiedenen
Betroffenheits-Politiker noch so stark über die vermeintlichen
Steuer-Hinterzieher schimpfen. Wir befinden uns auf dem direkten Weg in
Richtung italienischer Verhältnisse. Dort ist Steuervermeidung eher der Normal-
als der Ausnahmefall ist. Es ist ja nicht so, dass der Staat zu wenige Einnahmen aus
Steuern und Abgaben erzielt. Obwohl uns bestimmte Politiker das weismachen
wollen. Mit dem größten Steuererhöhungs-Programm der Geschichte der
Bundesrepublik Deutschland ist die Regierung Merkel vor knapp vier Jahren
angetreten. Zusätzlich hat die stark wachsende Wirtschaft dem Staat erhebliche
Mehreinnahmen beschert. Aber wir erinnern und vielleicht noch an die Aussage vor
weniger als zwei Jahren, dass der Aufschwung beim Bürger nicht angekommen sei.
Denn deren Einkommen sind trotz kräftigem Wirtschafts-Aufschwung bestenfalls
nicht weiter gesunken. Wer hat dann die zusätzliche Wirtschafts-Leistung
konsumiert: Richtig --- im Wesentlichen der Staat. Was aus dem Ruder gelaufen ist, sind die staatlichen
Ausgaben. Insbesondere in dem Sozial-Sektor. Hartz IV
hat interessanterweise ja nicht zu einer Verringerung dieser
Transfer-Leistungen geführt. Sondern das Volumen wurde sogar erheblich
ausgeweitet. Man hat Arbeitslosenhilfe-Empfänger gesellschaftlich und zum Teil
finanziell abgewertet, aber gleichzeitig Sozialhilfe-Empfänger aufgewertet. Die Wirtschaftskrise bringt jetzt zum Vorschein, was
jahrelang kaschiert wurde: Der Sozial-Staat muss abgewrackt werden --- wir
sprechen hier um einen Rückgang der Kosten von mindestens 25 Prozent. Deshalb
möchte ich auch nicht das Wort Reform verwenden. Geschieht das nicht, dann wird
der Kapitalmarkt das für die Politiker besorgen. Dieser Staatsbankrott wird
dann aber alle vom Staat Abhängigen zu Verlierern machen. Dann wäre der
Sozial-Staat nicht nur abgewrackt, sondern eingestürzt. Wer weiterhin glaubt,
Geld mit der Druckmaschine unter das Volk zu verteilen, dem werden eines Tages
sowohl das Geld als auch seine Macht abhanden kommen. Der dann folgende Gold-Standard wird die zukünftigen Grenzen
für die Politiker setzen. Egal was Volks-Tribune oder Populisten auch
verbreiten mögen. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Das
G20-Treffen ist heute noch voll im Gange. Deshalb war nicht zu erwarten, dass
die Regierungschefs und ihre Notenbanken beim Druck auf den Gold-Preis
nachlassen werden. Vielmehr wurde ausreichend neues Zentralbank-Gold
bereitgestellt, um die gestern vom Gold-Kartell im COMEX-Handel
eingeleitete Preis-Drückung am physischen Markt in London abzusichern. Der
A.M. Fix mit $997,00 (EUR 678,88) hat diese These bestätigt. Mit einem Verlust
von $17 ging auch gestern Gold aus dem Handel in New York. Einige
Kommentatoren haben gestern auslaufende Optionen für den Preis-Einbruch beim
Gold verantwortlich gemacht. Nun haben sicherlich die Optionen schreibenden
Gold-Kartell Banken ein Interesse daran, dass die Käufer dieser Optionen diese
nicht zu ihren Lasten ausüben können. Aber der Angriff gestern war so massiv,
dass dieses Argument meines Erachtens ins Leere läuft. Die Verluste aus den
Options-Geschäften wären für die Banken tragbar gewesen. Man
will vielmehr mit diesen Aktionen beweisen, dass der US-Dollar weiterhin die
dominierende Weltreserve-Währung ist und auch bleiben wird. Bei der
Goldpreis-Drückung geht es nicht um eventuell zur Zahlung fällige Call Optionen mit einem Strike-Price
von $1.000, sondern um die Zukunft des US-Dollar basierten
Papiergeld-Finanzsystems schlechthin. Und da sitzen auch Deutschland, China,
Japan und Frankreich in einem Boot mit den USA. Deren Währungen sind im
Wesentlichen auf den US-Dollar abgestützt. Fällt der Dollar, dann fallen auch
die Währungen dieser Staaten. Und damit deren Sozial-Systeme und danach die
Macht der Politiker, wie ich in meinem obigen Beitrag ausgeführt habe. Man kann
zwar den bellenden Hund gegenüber den USA mimen, aber sobald man zubeißen möchte,
würde man sich in das eigene Fleisch schneiden. G20 löst G7/G8 als
Schicksals-Gemeinschaft der Papier-Junkies ab. Staaten wie China können nur im
Untergrund gegen den US-Dollar vorgehen. Oder indirekt wie zum Beispiel mit der
Forderung an die Bevölkerung, Gold und Silber zu kaufen. Die Inder tun das
schon lange. Am
Nachmittag heute wieder dasselbe Spiel: Der zwischenzeitlich wieder
einbrechende Dollar wird aus heiterem Himmel (so wie gestern) wieder gehoben.
Und das Gold-Kartell nutzt diese Situation, um Gold weiter zu drücken. Der P.M.
Fix kam mit $991,50 (EUR 674,40) zustande und zeigt an, dass das Kartell heute
über erhebliche Mengen physischen Goldes verfügen dürfte. Gold
beendete den Handel an der COMEX bei $989,90. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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