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Bericht für den 30.
September 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Die Diskussion um eine gerechte Gesellschaft wird
hierzulande leidenschaftlich und kontrovers geführt. Parolen der Partei DIE
LINKE wie Reichtum für alle und Reichtum besteuern bringen dies plakativ zum
Ausdruck. Aber ist die Betrachtung der momentanen Verteilung von
Einkommen und Vermögen nicht zu kurz gegriffen. Verschließen wir bei dieser
Diskussion nicht den Blick auf weitaus stärkere Verteilungs-Konflikte, die
unsere Gesellschaft erwartet. Auf einer Veranstaltungsreihe der CDU-Landtagsfraktion in
Wiesbaden hat Kurt Biedenkopf gestern zum Thema
Verantwortung für künftige Generationen referiert. Professor
Biedenkopf sieht, dass die derzeitige Gerechtigkeits-Debatte zwei wesentliche
Aspekte außer Betracht lässt. Eine Gerechtigkeits-Diskussion, die sich nur mit
Verteilungs-Fragen der heutigen Generation beschäftigt, sei nicht nachhaltig im
Hinblick auf die Erfordernisse der folgenden Generation. Seit Mitte der
70er-Jahre muss der Staat mit immer mehr Geld und durch Aufnahme von immer mehr
Schulden in die Wirtschaft eingreifen, um so ein hohes Wirtschaftswachstum zu
ermöglichen. Warum --- damit soziale Konflikte vermieden werden. Der Keynesianismus als staatliches Instrument, der Wirtschaft im
Falle einer Rezession mit gezielten Geldspritzen wieder auf die Beine zu
helfen, verkommt damit zum Dauer-Stimulus. Die Politik hat sich ohne Not von einer kulturellen
Institution, in der die Demokratie gelebt wird, künstlich in eine
wirtschaftliche Institution gewandelt. Welche politischen Diskussionen standen
denn in der 70er und 80er Jahren im Vordergrund und worauf beschränkt sich die
Politik heute: Nur noch auf rein wirtschaftliche Themen. Eine Demokratie als
reine wirtschaftliche Institution kann jedoch nicht funktionieren. Die
Gesellschaft im Allgemeinen und die Politik im Besondern macht
sich damit selbst zum Knecht des Wachstums. Und kommt dieses Wachstum nicht,
dann wird wegen des Wirtschafts-Primates der Politik die Demokratie an sich in
Frage gestellt. Deshalb der Dauer-Stimulus, das Perma-Wachstum
und die Mega-Staatsverschuldung. Wie steht die Bevölkerung aber zu dieser Philosophie. Ein
Großteil will auch weiteres Wirtschafts-Wachstum. Aber 40 Prozent sind mit
ihrem Status Quo zufrieden und wollen nicht mehr Leistung erbringen. Lediglich
20 Prozent wollen sich auch stärker für das Wachstum engagieren. Zusätzlich
erschwerend kommt hinzu, dass die Alters-Pyramide kippt. Immer weniger Jüngere
müssen die Leistung erbringen, die heute viele zukünftig Alte erbringen. Beides
spricht nicht für Perma-Wachstum. Der zweite Aspekt der Gerechtigkeits-Diskussion ist die
globale soziale Frage. Die Gesellschaften des Westens stellen einen kleinen
Teil der Weltbevölkerung, konsumieren aber einen Großteil der Resourcen. Andere Staaten wie China haben das erkannt.
Gerhard Hauptmann hat in seinem Werk Die Weber
die Konflikte des 19ten-Jahrhunderts beschrieben. Der Fabrikbesitzer wusste
auch nicht, warum seine Arbeiter streiken. Befinden wir uns nicht heute auch in
der Position des Fabrikbesitzers, der den Status Quo erhalten möchte und nicht
versteht, warum der Rest der Welt andere Ziele verfolgt. Eine Debatte um nachhaltige Gerechtigkeit darf sich diesen
beiden Fragen nicht entziehen: Der Zukunft der künftigen Generation aber auch
der globalen Entwicklung. Ist es nachhaltig, wenn wir eine ganze Generation zu
Wirtschaftswissenschaftlern (BWLer, VWLer, MBAs) ausbilden und dabei
noch ernsthaft glauben, diese kann nach rein mathematischen Methoden die Wirtschaft
voraussagen und steuern. Aber nicht bedenkt, dass das Individuum nicht immer
rational entscheidet. Entscheiden ist menschlich und eben nicht
wissenschaftlich. Hat dies nicht zu dem Herden-Verhalten der Investoren
geführt, die die derzeitige Krise mit ausgelöst hat. Wir haben nun den
Nachwuchs für die Stelle des Fabrik-Besitzers ausgebildet, während die Arbeiter
um uns herum bereits beginnen zu streiken. Sollen wir diese Probleme aussitzen. Nach Meinung von Kurt
Biedenkopf steigen die Kosten der Lösung eines Problems mit dem Quadrat der
Zeit, die man verstreichen lässt. Und es ist schon sehr viel Zeit verstrichen.
Die Renten-Problematik beispielsweise ist schon seit den 70er-Jahren bekannt. Der
Verschuldung wird man sich mit dem Mittel der Inflation zu entziehen versuchen
--- mit Wirtschaftswachstum kann dies nicht mehr funktionieren. DIE LINKE führt deshalb derzeit eine Gerechtigkeits-Debatte,
die am wenigsten nachhaltig ist. Man kann den Nachwuchs nicht mit immer mehr
Steuern und Sozial-Abgaben dazu knebeln, immer mehr für die Gerechtigkeit der
konsumierenden Gesellschaft zu leisten. Ohne Ausblick auf eine eigene Zukunft
im Alter --- das ist im höchsten Maße ungerecht. Die kürzlich beschlossene Rentengarantie
zeigt die Fehler der Politik: Aus Angst vor den Zwischen-Gewalten (z.B. die
Lobby-Gruppen des sozialpolitisch-industriellen Komplexes) greift die Politik
zum Instrument der Intervention und schafft damit augenblicklich neue
Besitzstände. Und man wird auch die Chinesen und andere Völker nicht mehr lange
mit unseren bunt bedruckten Scheinchen als Arbeits-Bienen für unsere Reichtum für Alle
Gesellschaft abspeisen können. Lediglich die Inder haben hier intuitiv richtig
gehandelt, in dem sie Papier mit virtuellen Zahlen in etwas Reales getauscht
haben. Wir sind Konsumenten und frisch ausgebildete Fabrik-Besitzer.
Die Frage: Wird uns die Welt in jener Rolle auch noch in der Zukunft
akzeptieren. Dieser Diskussion müssen wir uns stellen und nicht der Frage, ob
wir die Villen der Fabrikbesitzer mit dem gleichen Luxus ausstatten können.
Leider hat die Biedenkopfsche Problem-Quadratgleichung schon so große Zahlen
hervorgebracht, dass ich befürchte, die obige Frage ist nur noch rein
rhetorisch. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Vorweg
zum Geschehen am heutigen Tag. Erstens: Gold will sich über dem Niveau von
$1.000 stabilisieren trotz aller Anstrengungen des Gold-Kartells. Zweitens: Das
Gold-Kartell scheint wirklich Zugriff auf das IWF-Gold zu haben. Dem
entsprechend verlief das Geschehen an den Gold-Märkten geteilt. Gold konnte
sich heute früh im asiatischen Markt oberhalb der Marke von $995 befestigen.
Mit Beginn des Handels in London wurde dann relativ schnell die Marke von
$1.000 nach oben durchbrochen. Der A.M. Fix mit $1.001,25 (EUR 682,61) konnte
diese Preismarke bestätigen. Im 24-Stundenvergleich konnte Gold um knapp $10
zulegen. Zum
Nachmittags-Handel hielt diese Marke vorerst. Auch mit Beginn des Handels an
der COMEX konnte sich Gold eher befestigen. Jedoch je näher der Londoner P.M.
Fix rückte, desto stärker verfiel Gold im Preis. Die Marke von $1.000 wurde
wieder signifikant nach unten durchbrochen und Gold erreichte erst bei $995
seinen Tiefpunkt. Der P.M. Fix mit $995,75 (EUR 682,63) bestätigte meine
Vermutung: Das Gold-Kartell hat mit einer großen Menge physischen Goldes wieder
einmal nachgeholfen. Anscheinend sind diese Herren doch noch in den Besitz von
Teilen der 400 Tonnen des IWF-Goldes gekommen. Anschließend
stieg Gold aber wieder stetig nordwärts bis zur Marke von $1.010. Diese Marke
konnte aber die letzten Minuten des Handels an der COMEX nicht ganz verteidigt
werden. Gold beendete den Handel mit $1.008. Trotz
der verbreiteten Nachricht, dass der rapide sinkende Dollar an dem
Goldpreis-Anstieg Schuld sei, sank der USDX heute nur um 0,4 Punkte auf 76,7.
Man sieht, dass die üblichen Kommentatoren die beiden oben dargestellten Aspekte
ignorieren. Die 10-jährigen Treasury Notes tendierten erneut unverändert mit
einem Realzins von 3,3 Prozent. Der Quotient aus USDX und den Real-Renditen ist
heute auf 23,2 (Dienstag: 23,4) gesunken. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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