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Bericht für den 8.
Oktober 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Kürzlich
hat mich ein Leser mit der Frage konfrontiert, wie sich die Devisen-Reserven
der einzelnen Notenbanken konkret zusammensetzen würden. Vor dem Jahr 1998,
d.h. noch zu Zeiten, wo die Deutsche Bundesbank autark agierte, setzten sich
die Währungsreserven aus Gold, Devisen und Sorten und Reservepositionen im IWF
und SZR zusammen. Im
letzten Jahr der Deutschen Mark sah die Aufteilung wie folgt aus: (1)
Gold DM 17,109 Mrd (2)
Devisen und Sorten DM 100,363 Mrd (3)
Reservepositionen DM 16,533 Mrd Knapp
75 Prozent der deutschen Währungsreserven lagen also in Devisen und Sorten.
Dahinter verbergen sich hauptsächlich US-Dollar-Anlagen. Wenn
man die Zahlenwerke der anderen Notenbanken analysiert, z.B. die der Schweizer
Nationalbank (SNB), dann kommt man auf ähnlich hohe Werte bei den Anlagen in
US-Dollar. Die
eigene Währung, die im Prinzip die Gegenposition in der Bilanz der jeweiligen
Notenbank zu den Währungsreserven ist, wird also sehr stark auf US-Dollar-Anlagen
abgestützt. Diese Verflechtung mit der Leitwährung US-Dollar ist allgemein
bekannt. Sie begründet auf der anderen Seite aber auch eine starke Abhängigkeit
vom US-Dollar. Ein schwacher oder sogar kollabierender US-Dollar würde die
Währungs-Reserven der einzelnen Staaten vertilgen und damit die Qualität der
eigenen Währung untergraben. Im schlimmsten Fall würde sich die Notenbank
selbst überschulden, d.h. die Forderungen auf der Aktiva-Seite
(insbesondere Währungsreserven) wären niedriger als die Verbindlichkeiten auf
der Passiva-Seite (insbesondere herausgegebene
Banknoten Geldmenge M0). Deshalb
müssen die Notenbanken den US-Dollar immer stützen, weil sie so viel US-Dollar-Anlagen in ihren Bilanzen haben, dass ein
Absturz des Dollars auch den Tod ihrer Währungen bedeuten würde. Die Banken mit
einem hohen Gold-Anteil ihrer Währungsreserven wie die Bundesbank und die SNB
wären zwar noch in der Lage, die Währung in diesem Fall an die Gold-Reserven zu
koppeln. Bei einem Gold-Anteil von 13 Prozent müsste sich Gold aber mehr als verachtfachen. Aber
das sollte eigentlich nicht mein Thema für den heutigen Bericht sein. Beim
Studium der Tabellen aus den Monatsberichten der Deutschen Bundesbank ist mir
nach Integration in die Europäische Währungsunion aufgefallen, dass sich über
die letzten zehn Jahre ein Posten innerhalb der Währungsreserven und sonstigen
Auslandsforderungen stark nach oben entwickelt hat: Die Forderungen innerhalb
des Eurosystems (netto). In
den Jahren 2000 bis 2006 lag diese Position im Bereich von EUR 20 Mrd. Im Jahr
2007 dann jedoch plötzlich bei EUR 84 Mrd, im Jahr
2008 bei EUR 129 Mrd und zum August 2009 bei EUR 172
Mrd. Verbergen
sich hinter dieser Position nun die monetären Transfer-Leistungen, die
Deutschland im Rahmen der Europäischen Währungsunion für die anderen Staaten
erbringt. Das heißt werden über diesen Kanal die Leistungs-Bilanzüberschüsse
von Deutschland mit den Leistungs-Bilanzdefiziten insbesondere der PIGS-Staaten (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien) ausgeglichen. Ich
denke ja. Und ich finde es beunruhigend, dass innerhalb eines Jahres (August
2008 bis August 2009) hier EUR 50 Mrd geflossen sein
müssen. War im Jahre 1998 noch der US-Dollar mit 75 % der Devisen-Reserven das
schwache Glied der Bilanz der Deutschen Bundesbank, dann sind diese Forderungen
im Eurosystem mit EUR 172 Mrd die neue
Sollbruch-Stelle des Systems. Die Dollar-Anlagen sind mit EUR 27 Mrd da nur noch Peanuts. Zumal Gold bereits EUR 73 Mrd zu den Währungsreserven beiträgt. Die
Gefahr lauert nicht außerhalb des Euro-Raums, sondern im Euroraum selbst.
Geographisch liegt sie im Süden. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Die
neu bezogene Verteidigungs-Stellung des Gold-Kartells, über die ich gestern
berichtet hatte, wurde heute früh bereits überrannt. Im asiatischen Handel
stieg Gold bis auf $1.050 an und konnte diese Marke dabei leicht überwinden.
Mit Beginn des Handels in London schien sich der Gold-Preis dann bereits der
Marke von $1.060 zu nähern. So schlimm kam es dann aber nicht. Zum A.M. Fix
stand Gold bei $1.054,75 (EUR 713,97) und damit knapp $8 oberhalb des gestrigen
A.M. Fixes. Gestern
hatte ich die Vermutung geäußert, dass die Notenbanken den Banken des
Gold-Kartells, die mit über 800 Tonnen Gold Short an der New Yorker COMEX sind,
zur Hilfe eilen werden. Weil ansonsten durch den Rückkauf der Positionen, die
nach meiner Schätzung mit einer Milliarde Dollar unter Wasser sind, der
Gold-Preis unkontrolliert ausbrechen würde. Und es sah so aus, als wenn der
wichtige Londoner P.M. Fix für dieses Care-Paket
verwendet wurde. Kurz nach Beginn des Handels an der COMEX sank Gold wieder
unter die Marke von $1.050. Mit $1.045,00 (EUR 709,34) wurde zum P.M. Fix um
16:00 Uhr der Tagestiefstand bei Gold erreicht. Im 24-Stundenvergleich konnte
Gold heute trotzdem knapp fünf Dollar zulegen. Im
Anschluss ging es dann wieder stetig bergauf. Eine Stunde vor Ende des Handels
an der COMEX überschritt Gold sogar die Marke von $1.060. Keine Gelegenheiten
für das Gold-Kartell, seine Short-Positionen abzubauen. Das Zentralbank-Gold,
was in London als Care-Paket für das Gold-Kartell
abgeworfen wurde, ist wohl im feindlichen Lager angekommen. Die
Entscheidungs-Schlacht an der COMEX spitzt sich also zu. Zum
Schluss des Handels an der COMEX musste Gold zwar wieder etwas Federn lassen,
aber der Schlusskurs von $1.055,10 liegt um weitere $12 Dollar höher als
gestern. Im Wochenvergleich hat Gold auf Basis des COMEX-Schlusskurses
bereits mehr als $55 zulegen können. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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