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Bericht für den 9.
Oktober 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Es
ist nun inzwischen mehr als 12 Monate her, dass die Zentralbanken die Welt mit
zweistelligen Billionen Beträgen überflutet haben. Dabei wurde insbesondere die
monetäre Basis (Geldmenge M0 plus Einlagen des Bankensystems bei der
Zentralbank, d.h. quasi-M0) massiv ausgeweitet --- um mehr als den Faktor zwei in
den Vereinigen Staaten. Die
Regierungen weltweit haben mit Banken-Rettungsprogrammen und
Stimulus-Programmen ihre Haushalte in bisher nie dagewesene
Höhe getrieben. Und das bei einem Einbruch vor allem der Steuern auf Erträge.
Die Defizite der Haushalte haben 50 Prozent der Ausgaben (U.S. und U.K.)
erreicht und stellen damit bereits weit über 10 Prozent der Wirtschaftsleistung
der Volkswirtschaft dar. Bisher
scheint das die Anleger nicht irritiert zu haben. Die Wirtschaft konnte, wie
vorgesehen, wieder stabilisiert werden. Die Haushalts-Defizite wurden zum
größten Teil --- bei den USA spricht man von 85 Prozent --- von der jeweiligen
Notenbank entweder direkt oder indirekt monetarisiert.
Das heißt nichts anderes, als dass die Notenbank frisches Geld im Austausch für
die neu geschaffenen Treasuries, Gilts,
Bunds etc erzeugt, und der Staat dieses Geld in den Wirtschaftskreislauf schleust. Aber
die Vertreter des Big Moneys riechen so langsam den
Braten. David Einhorn, Hedge Fond Manager von Greenlight Capital merkte kürzlich an, dass die offiziell
ausgewiesenen Staatsschulden der USA für das abgelaufene Haushaltsjahr zwar auf
Cash-Basis $1.500 Mrd betragen mögen. Aber würde man
die eingegangenen Verpflichtungen auf Zahlungen in der Zukunft berücksichtigen,
dann wäre das Defizit um die $5.000 Mrd. Das wäre dann bereits mehr als ein
Drittel der gesamten US-Wirtschaftsleistung. Das durch staatliche
Stimulus-Maßnahmen generierte Bruttoinlands-Produkt sei nur künstlich, merkte
Einhorn an. Ein
anderer Insider merkte an, dass unabhängig davon, wie viel Geld die FED auch
drucken mag, bestimmte Asset-Klassen immer noch
keinen Marktwert haben. Das führe zu enormous settlement problems in residential mortgage backed
securities, commercial backed securities and private equity financing. Immobilien
können in den USA fast nur noch über die staatliche Federal Housing
Administration (FHA) verkauft werden. Die FTD berichtete heute: Der FHA kommt große Bedeutung zu. Ihr Marktanteil schwoll in
diesem Jahr auf 63 Prozent an - im Geschäftsjahr bis Ende September 2008 hatte
er noch bei 24 Prozent gelegen. Nach Berechnungen der Bank of America machen FHA-Kredite mittlerweile rund die Hälfte aller neuen
Darlehen für Eigenheimkäufe aus - nach lediglich zehn Prozent Anfang 2008.
Allein das Volumen an garantierten Krediten für Einfamilien hat sich 2008 zum
Vorjahr auf 180 Mrd. $ mehr als verdreifacht. Häufig ist die Bonität der
Schuldner gering. Anscheinend
riechen nicht nur viele Big Money Vertreter den Braten, sondern handeln jetzt
auch. Der sagenhafte Anstieg des Gold-Preises die letzten Wochen hat es
angezeigt. Selbst das Gold-Kartell konnte trotz massiver Hilfe der Zentralbanken
den Anstieg nicht zum Stillstand bringen. Dass
bei Ben Bernanke nun der Angstschweiß ausbricht, kann
man an seinen verzweifelten Aussagen erkennen. Bloomberg berichtete heute: Bernanke Says Fed Ready to Tighten When Economy Improves Enough.
Aber wird man ihm noch
glauben. Denn bis auf weiteres läuft die Gelddruck-Maschine immer noch auf
Hochtouren. Der
Dollar verfällt und die Notenbanken reagieren in Panik, so wie sie es immer in
der Vergangenheit getan haben. Sie intervenieren zu Gunsten des US-Dollars, in
dem sie frische Mengen ihrer eigenen Währung in US-Dollar tauschen. Damit
bleibt dem Big Money eigentlich nur noch Gold als die ultimative
Reserve-Währung als Alternative. Das
Gold-Kartell versucht, den Enthusiasmus für Gold durch Kurs-Manipulationen zu
bremsen. Das Big Money scheint sich aber durch die immer kurzweilig werdenden
Drückungs-Aktionen nicht beeindrucken zu lassen. Kurs-Spitzen nach unten werden
eher zum Nachkauf von Positionen verwendet. Das Gold-Kartell scheint den Kampf
zu verlieren. Diesmal
ist nicht das Gold für die Kleinanleger knapp, so wie letzten Herbst, wo die
Goldhändler gestürmt wurden und bald ausverkauft melden mussten Bei Gold-Münzen
herrscht derzeit kein Lieferengpass. Die privaten Investoren sind eher
skeptisch und warten auf eine ausgeprägte Korrektur, bevor sie erneut
einsteigen. Man braucht nur die Beiträge in verschiedenen Finanz-Foren zu
lesen. Dafür werden aber die großen Investment-Barren rar (400 oz, 100 oz, 1 kg). Mit diesen
arbeitet das Big Money, um größere Geld-Beträge zu verschieben. Es kursieren
Nachrichten, dass im Londoner Handel verkauftes Gold nur unter Mithilfe der
Bank of England und einer anderen Zentralbank wirklich geliefert werden kann. Und
dabei tauchen neue Probleme auf: Dass das gelieferte Gold gar nicht den
Standards der LMBA, d.h. ein Mindestreinheit von 995 Promille, entspricht. Die
Gold-Barren müssen erst mit aufwendigen technischen Verfahren auf den
geforderten Reinheitsgrad gehoben werden. Also müssen wohl die letzten Depots
der Notenbanken mobilisiert worden sein. Heute
konnte ich zum zweiten Mal innerhalb dieser Woche beobachten, dass das
Preis-Fixing an der LBMA zum P.M. Fix über 30 Minuten benötigte, bevor der
Preis veröffentlicht wurde. Heute waren es 47 Minuten --- sonst dauert es 15 bis
20 Minuten. Köcheln hier neue Probleme
? Der
Angstschweiß der Notenbanker wird sich wohl noch verstärken. Erst um ihre
Währung und dann um ihre Jobs. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Kitco schlüsselt seit kurzem die Preisentwicklung beim Gold in zwei
Komponenten auf: Den Rückgang/Anstieg des Preises, der bedingt durch die
Entwicklung des US-Dollars im Vergleich zu einem Korb von anderen Währungen
hervorgerufen wurde. Und einen Anteil, der durch Verkaufs- bzw.
Ankaufs-Aktivitäten hervorgerufen wurde (die reale Preisentwicklung). Der
Grund: Jon Nadler, Gold-Analyst von Kitco im Schafspelz des Gold-Kartells möchte die positive
Preisentwicklung beim Gold relativieren. Peinlich für einen der größten
Goldhändler der Welt, bei dem ich vor einigen Jahren auch Gold in größerem
Umfang gekauft habe. Dem
Gold-Kartell sind heute nach der miserablen Entwicklung des US-Dollars der
letzten Tage die Zentralbanken aller wichtigen Währungsräume zur Hilfe gekommen.
Erklärung: Siehe meinen obigen Bericht. Was Kitco eigentlich
mit seiner Unterteilung erreichen wollte ist, dass der Gold-Preis im
Wesentlichen durch Dollar-Schwäche nach oben getrieben wird. Heute ist diese
Strategie nach hinten losgegangen: Der Gold-Preis ist gesunken und die Zahlen
von Kitco sagen eigentlich aus, dass allein der
Dollarpreis-Anstieg dafür verantwortlich sei. Also keine nervösen Investoren,
die plötzlich ihr Gold abgeben wollen. Schon
im asiatischen Markt stand Gold durch die Eingriffe der Zentralbanken in den
US-Dollar FX (foreign exchange)
Markt unter Druck. Gold tendierte schnell unterhalb der Marke von $1.050. Diese
Entwicklung setzte sich im Londoner Vormittags-Handel fort. Wo die letzten Tage
Gold immer stark war, war es heute schwach. Der A.M. Fix kam mit $1.046,75 (EUR
710,24) um $8 niedriger als noch vor 24 Stunden zustande. Am
Nachmittag haben wir dann auf den eigentlichen Schlag des Gold-Kartells während
der COMEX gewartet. In der Vergangenheit wurde ein moderat starker Rückgang im
Vormittags-Handel mit einem kräftigen oder sogar sehr kräftigen Rückgang
während der Handelszeiten der COMEX begleitet. Diese Aktion blieb heute jedoch
aus. Gold
bewegte sich eher in die andere Richtung: Zurück zur Marke von $1.050. Um 16:00
Uhr (also zum Zeitpunkt des P.M. Fixes) herrschte
etwas Verwirrung. Der Grund: Die Veröffentlichung des P.M. Fixes
dauerte ganze 47 Minuten. Und der ermittelte Preis lag mit $1.051,50 (EUR
712,88) sogar um knapp $7 höher als gestern. Houston we
have a problem. In
den verbleibenden Handelsstunden wurde Gold zwar wieder unter die Marke von
$1.050 gedrückt, aber der Schlusskurs von $1.047,80 war nach der neuen
Gliederung von Kitco einzig und allein auf die
Entwicklung des US-Dollars zurückzuführen. Das
Gold-Kartell hat heute eine weitere Schlacht trotz massiver Hilfe der
Zentralbanken praktisch verloren. Gold ist die letzten Tage stark gestiegen und
ein Rückgang wäre in einem freien Markt durchaus verständlich gewesen. Der
USDX ist heute um 0,4 Punkte auf 76,4 gestiegen, Dank der Hilfe der anderen
Notenbanken. Die Renditen der 10-jährigen Treasuries
sind heute stark auf 3,4 Prozent gestiegen. Die Versteigerung der 30-jährigen Treasuries lief gestern anscheinend nicht so gut wie
erwartet. Der Quotient aus beiden Werten ist heute stark auf 22,5 (Donnerstag:
23,8) gesunken. Was der Dollar gewonnen hat, haben die Treasuries
doppelt und dreifach verloren. Der
heutige COT-Bericht ist wirklich interessant. Während
die Commercial Shorts ihre Positionen lediglich um 3.285 Positionen ausgeweitet
haben, sind nun eine Reihe von eher spekulativ orientierten Non-Commercials
Short gegangen: + 8.603 Positionen. Die Stimmung im Markt ist negativ und
einige Trittbrett-Fahrer glauben noch, dass die Gold-Kartell Banken einen großen Sell-Off herbeiführen
können. Tritt dieser nicht ein, denn werden die Non-Commercial
Shorts geschlachtet und Gold wird wieder einen großen Satz nach oben machen.
Die Commercial Shorts haben über die FED genug Funding,
um die Entwicklung durchzustehen. Deren Archilles-Ferse
ist das physical settlement
von COMEX-Kontrakten. Aber diese
Entscheidungs-Schlacht steht erst Ende Dezember an, wenn der nächste große Future-Kontrakt (Dezember 2009) ausläuft. Gold
hat diese Woche eine Super Performance hingelegt. Das Gold-Kartell ist im
Panik-Mode und der Angstschweiß der Notenbanker dürfte heute weiter ansteigen. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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