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Bericht für den 13.
Oktober 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Bloomberg berichtete gestern: The four biggest Marking up by
$11 billion in the second quarter heißt nichts anderes, als dass die vier Banken JP Morgan Chase, Citigroup, Bank of America und Wells Fargo
im zweiten Quartal Gewinne in Höhe von $11 Milliarden zusätzlich ausgewiesen
haben. Anscheinend
haben diese Banken sogenannte mortgage-service
rights (MSRs) verkauft, die
im Wert steigen, falls die Hypotheken-Zinsen steigen. Und im zweiten Quartal
sind die Zinsen um 35 Basispunkte gestiegen. Die MSRs
nach dem fair-value Prinzip damit um 26 Prozent. Aber
im dritten Quartal sind die Zinsen auf Hypotheken-Darlehen im Durchschnitt um
26 Basispunkte gesunken. Also müsste ein erheblicher Verlust für JP Morgan
& Co im dritten Quartal ausgewiesen werden. Aber
vielleicht werden wieder einmal die Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung,
in den U.S.A. GAAP, in diesem Fall außer Kraft gesetzt. Buchgewinne werden
ausgewiesen und Verluste werden verschwiegen. Im
Prinzip läuft auf dem Hypothekenmarkt sowieso überhaupt nichts mehr ohne
staatliche Organisationen. Die Federal Housing
Administration (FHA) muss bei Hypotheken für Subprime Gläubiger einspringen.
Und das sind derzeit mehr als 50 Prozent aller abgeschlossenen Verträge. Den
Rest finanzieren die vom Staat am Leben erhaltenen Hypotheken-Finanzierer
Freddie Mac und Fannie Mae. Und dazu gibt es noch
einen Zuschuss vom Staat in Form einer Einmal-Zahlung, wenn man jetzt ein Haus
kauft. Bloomberg
erwartet, dass die Gewinne von JP Morgan für das dritte Quartal um 27 Prozent
auf $2 Milliarden fallen werden. Bei der Citigroup
wird ein Verlust von $2,5 Milliarden erwartet, nach einem Gewinn von $4,3
Milliarden im zweiten Quartal. Der Gewinn von Bank of America soll um 95
Prozent auf nur noch $165 Millionen sinken. Für Wells Fargo
wird ein Gewinn von $2,1 Milliarden erwartet ein Minus von 34 Prozent. Die
Immobilien-Krise köchelt weiter und die letztlich
stabilisierten Verkaufszahlen hängen eigentlich nur am seidenen Faden der
Regierungs-Subventionen. Wir
sehen nun die zweite Runde der Immobilien-Krise auf uns zurollen. Und wieder
werden die Banken betroffen sein. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Heute
mussten die Zentralbanken dem Gold-Kartell wieder einmal zur Hilfe eilen: Nicht
um den Dollar zu stützen. Das hat letzten Freitag schon nicht richtig
funktioniert. Deshalb musste heute physisches Gold (400 oz-Barren)
auf den Markt geworfen werden. Am
Vormittag stieg Gold noch über die Marke von $1.060 und näherte sich bedenklich
dem Wert von $1.070. Obwohl Gold heute früh im asiatischen
Handel noch wenige Dollar leichter notierte. Aber zum Londoner
Vormittags-Handel kam (schon) wieder Kauf-Laune auf. Der A.M. Fix kam sehr
stark bei $1.064,50 (EUR 719,50) zustande. Im 24-Stundenvergleich ein Anstieg
um $12,50. Für den physischen Handel eher ungewöhnlich hoch. Es muss wohl eine
weiterhin starke Nachfrage herrschen. Im
Anschluss versuchte Gold dann einen weiteren Ausbruch jenseits der
$1.065er-Marke. Kurz vor $1.070 wurde das Metall in seinem Höhenrausch jedoch
gestoppt. Mit dem beginnenden Handel an der New Yorker COMEX wurde Gold schnell
unter die Marke von $1.065 gedrückt und konnte sich erst wieder bei $1.060
stabilisieren. Der P.M. Fix signalisierte die Entschlossenheit der
Zentralbanken, Gold vorerst nicht weiter steigen zu lassen. $1.057,50 (EUR
713,76) lautete das Fixing ein Verlust von einem Dollar im Tagesverlauf. Das
Gold-Kartell wird durch die steigenden Preise trotz ihrer großen
Short-Positionen an der COMEX nicht aus dem Markt geworfen (Short Squeeze). Denn diese Banken um JP Morgan, HSBC und Deutsche
Bank haben im Prinzip unbegrenzte finanzielle Rückendeckung durch die FED.
Sollten größere Verluste anfallen, dann werden diese Banken sicherlich Gold OTC-Derivate der FED-/Treasury-Geldwaschanlage
AIG präsentieren. Mit den Zahlungen werden die Verluste der Banken wieder
ausgeglichen und die Staatsschulden werden sowieso direkt von der FED monetarisiert. Da muss kein Steuerzahler höhere Steuersätze
fürchten und kein Sozialhilfeempfänger weniger Staatsknete. Das
Problem sind die kleineren Commercials und die
spekulativen Non-Commercials an der COMEX, die stark
Short in Gold gegangen sind. Jeder vermeintliche Experte sieht eine starke
Korrektur beim Gold kommen. Und davon möchte man ja schließlich partizipieren.
Aber diese Marktteilnehmer haben nicht die Rückendeckung der FED und werden
durch Stop Loss und Margin Calls bei steigendem
Gold-Preis irgendwann einmal aus dem Markt geworfen. Und passiert das, dann
stehen die Future-Kontrakte zum Settlement
auf erhöhtem Niveau zur Disposition. Ein kräftiger Preissprung wäre wohl die
Folge. Also
muss das Gold-Kartell diese Marktteilnehmer schützen; egal ob die Marken nun
bei $1.070, $1.080 oder sogar $1.100 liegen. Wäre es so weitergegangen wie
heute Vormittag, dann hätten wir wohl Gold $1.100 zum Ende der Woche erreicht.
Sonst müssten die o.g. Banken auch noch deren
Short-Positionen übernehmen. Moment
einmal der CFTC Bank Participation Report für den
6. Oktober wurde gerade veröffentlicht. Zwei U.S. Banken sind nun mit 116.780
Positionen in Gold netto Short. Ein Anstieg von 41.739 Positionen (entspricht
130 Tonnen Gold) im Vergleich zum 1. September. Also erscheint mir das weitere
Ausweiten der Short-Positionen durch JP Morgan und HSBC unwahrscheinlich. Gold
ließ sich durch die Aktion im Londoner Nachmittags-Handel aber nicht richtig
beirren. Der COMEX-Schlusskurs war $1.063,20. Die 400oz-Barren
wurden anscheinend bereitwillig von den Marktteilnehmern aufgesaugt. Auch
die eingefleischten Gold-Freunde warten inzwischen auf eine Korrektur. Diese
kann durchaus kommen aber dann nur mit massivem Gold-Abwurf durch die
Zentralbanken und einer starken Einschüchterung der LONGs
an der COMEX. Fundamental hat Gold noch einen sehr langen Weg nach oben zu
gehen. Und wenn erst einmal die vermeintlichen Gold-Investoren merken, dass die
Gold-Pyramide aus Gold-Konten, -Zertifikaten, -Optionen, OTC-Derivaten
und -Futures nicht mehr auf der kleinen Spitze des wirklich physisch
vorhandenen Goldes stehen kann, dann ist es zu spät. Dann werden die Gold-Konten
geräumt und die Zertifikate verkauft. Und da die emittierenden Banken kaum Gold
zur Deckung haben, müssen die Notenbanken wieder mit frisch gedrucktem Geld
nachhelfen, um die Kunden-Konten auszahlen zu können. Dieses Geld wird dann
augenblicklich in echtes Gold flüchten wollen, denn man möchte ja eigentlich
nur sein Papier-Gold eintauschen. Der physische Markt würde bei dem Volumen von
mehreren tausenden von Tonnen Gold auf der Nachfrageseite augenblicklich
kollabieren. Es
ist nur Gold, was wirklich glänzt. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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