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Bericht für den 15.
Oktober 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Die
Wochenzeitung DIE ZEIT hat im März diesen Jahres auf dem Tiefpunkt der Stimmung
an den Aktien-Märkten ein Essay über ein Musterland veröffentlicht, mit dem
seinerzeit Island gemeint war. Lesen
wir, was DIE ZEIT über Musterland schreibt: Der
Staat ist im Musterland zum entscheidenden ökonomischen Akteur geworden. Nicht
weil er wollte: weil er musste. Er hat Milliarden in die Banken gesteckt,
Milliarden in Konjunkturprogramme, Milliarden direkt in Unternehmen. Der Staat
will retten und stürzt sich in immer höhere Schulden. Würde
der Bericht heute veröffentlicht werden, wäre wirklich Island unser erster Tipp
gewesen. Oder nähern sich nicht Irland, Deutschland, Großbritannien und die
U.S.A. auch dem Geschehen in Musterland an. Aber
Musterland hatte noch mehr zu bieten: Musterland
hatte bislang einen tadellosen Ruf. Es konnte problemlos den Kapitalmarkt
anzapfen die Investoren konnten ja sicher sein, ihr Geld zurückzubekommen.
Bei den Rating-Agenturen, den globalen
Bonitätswächtern, hatte Musterland stets die Bestnote AAA. Die
Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls lag bei nahezu null. Musterland ist aus heutiger Sicht immer noch ein Synonym für eine
große Masse der heutigen westlichen Industrie-Staaten. Auch diese hatten (und
haben zum Teil noch) das Triple-A Rating
von Standard & Poors, Moodys
und Fitch. Musterlands Schuldentitel werden wöchentlich im Rahmen einer
Auktion angeboten. Die letzte Auktion wird mangels Bietermasse verschoben. Musterland
geht das Geld aus. Nun sind wir wieder in der Zukunft. Und ist die folgende Aussage nur die fortgeschrittene Zukunft oder
bereits schon Realität: Musterland hat eine eigene Währung. Nun fällt sie, denn an
den Devisenmärkten bricht Panik aus. Wie viele Länder in Osteuropa hat
Musterland sich auch in ausländischer Währung verschuldet. Die Anleihen von
Musterland gelten jetzt an den Finanzmärkten als junk,
als Schrott. Niemand will sie mehr haben. Ich frage mich, ob Musterland nicht ein Synonym für unsere heutige
Welt ist. Egal ob Deutschland, die U.S.A. oder Japan. Alle agieren wie
Musterland. Alle sind hoch verschuldet. Bei allen ist der Staat derjenige, der
die Wirtschaft steuert. Was ist nun die ausländische Währung, in der sich Musterland
verschuldet hat. Die eigene Währung, ob sie nun Dollar, Pfund, Euro oder Yen
heißen mag, kann nicht gemeint sein. Musterland I ist abgebrannt in Musterland II lodern noch die
Flammen. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Das
Gold-Kartell hat es heute einmal mit einer anderen Taktik versucht. Anstatt den
Gold-Preis zum Londoner P.M. zu attackieren, um die COMEX-Longs
zu Verkäufen zu bewegen, ging das Spiel heute einmal umgekehrt: Zum
Vormittags-Handel wird Gold stark gedrückt, so dass die COMEX-Longs
schon vor Beginn des Handels um 14:20 Uhr MEZ kalte Füße bekamen. Dabei
fing es heute früh, wie wir die letzten Tage beobachten durften, im asiatischen
Handel noch positiv an. Gold konnte sich wenige Dollar oberhalb des gestrigen
Schlusskurses im New Yorker Access Handel befestigen. Aber um 8:00 Uhr MEZ ging
auf dem Niveau von $1.065 der Angriff los. Gold wurde vor Beginn des Handels in
London (9:50 Uhr MEZ) auf bis zu $1.057 gedrückt. Zu Beginn des Handels in
London konnte sich das Metall zwar wieder befestigen. Aber diese Erholung
dauerte nur 15 Minuten. Dann ging es stetig bergab und erst der A.M. Fix mit
$1.052,50 (EUR 705,71) beendete die Abwärtsbewegung. Einen
Preisrutsch von $13 innerhalb von 3,5 Stunden außerhalb des COMEX-Handels
hervorzurufen, muss wohl ziemlich viel echtes, d.h. glänzendes, Metall gekostet
haben. Es ging dann zwar wieder etwas bergauf. Aber eine Stunde vor Beginn des
Handels an der COMEX wurde Gold von seinem wieder mühsam erklommenen Niveau von
$1.055 auf bis zu $1.047 heruntergeprügelt. Wir
stehen jetzt bereits $18 niedriger, als zu dem Zeitpunkt, als das Gold-Kartell
mit seinem bösen Spiel anfing. Die
Taktik ist schon so offensichtlich, dass es schon wehtun muss, wenn ein
aufmerksamer Beobachter die Beweggründe hinter dieser Aktion nicht erkennen
mag. Die Inhaber der Long-Position an der COMEX sollen vor Angst zum Schwitzen
gebracht werden und mit Handelsbeginn auf ihre Verkaufs-Taste drücken. In der
Vergangenheit hätte solch eine Aktion Panik ausgelöst und die Gold-Kartell Trader hätten den Gold-Preis in mehreren Wellen um weitere
$20 bis $40 drücken können. Aber
wir haben heute eine andere Situation. Die Rezepte von gestern backen keinen
Kuchen mehr. Anstatt zu sinken, stieg der Gold-Preis. Erst der P.M. Fix mit
$1.053,50 (EUR 707,00) konnte den Anstieg zwischenzeitlich aufhalten. Wir sind
um 16:00 Uhr MEZ jetzt $11 niedriger als um 8:00 Uhr MEZ. Nach
dem P.M. Fix setzte Gold wieder zu einer Aufholjagd an. Um 17:15 Uhr MEZ stand
Gold bereits wieder bei $1.060. Nur noch $5 niedriger als um 8:00 Uhr MEZ. Die
neuen Käufer freuen sich über die niedrigen Einstiegspreise bei Gold.
Vielleicht sind es diejenigen Insider, die die letzten Monate stark gehebelt
Aktien gekauft haben und nun ihre Riesen-Gewinne vergoldet haben. Haben die FED
und andere Zentralbanken mit der künstlich angefeuerten Aktien-Hausse mit
Massen von neuem Kreditgeld nun eine mächtige Gruppe von Investoren und Tradern geschaffen, die jetzt aus dem Aktien-Markt
aussteigen, ihre Kredite zurückzahlen und die durch das gehebelte Investment in
Aktien erzielten Gewinne (Anmerkung: das ist jetzt kein Kreditgeld mehr, weil
es den Investoren und Tradern gehört - das
Kreditrisiko tragen jetzt die Investoren, die ihnen die Aktien abgekauft haben)
in wertbeständiges Geld anlegen also Gold. Hat Ben Bernanke
ein Frankenstein-Monster geschaffen, das sich durch seine Aktionen nun gegen
den eigenen Herren richtet. Eine
Stunde vor Schluss des Handels an der COMEX hat man sich heute aber doch noch durchgesetzt.
Ein plötzlicher Dollar-Anstieg verhalf dem Kartell, den Goldpreis zum Schluss
des Handels wieder auf knapp unter $1.050 zu drücken. Kein Grund zur Panik.
Aber JP Morgan & Co sind doch keine reinen Papier-Tiger: Das haben sie
heute zumindest unter Beweis gestellt. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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