Bericht für den 16. Oktober 2009

 

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

 

Wie gut ging es im letzten Herbst den deutschen Sparern im Vergleich zu ihren amerikanischen und englischen Kollegen. Denn während in den U.S.A. und Großbritannien zum großen Teil in Aktien gespart wurde, stecken die Sparer in Deutschland einen großen Teil ihrer Ersparnisse in liquide Anlagen wie Sparkonten, Geldmarktfonds, Versicherungen und Staatsanleihen.

Und auch die Altersvorsorge ruht in den U.S.A. im Wesentlichen auf private Sparpläne, Firmen-Sparpläne und Pensions-Fonds. Hier werden Aktien bevorzugt. Im Rahmen der Finanz-Krise haben viele ihre Altersvorsorge verloren.

Wie gut ging es da den Deutschen mit der gesetzlichen Rentenversicherung, die laut unseren Sozial-Politikern schon mehr als 100 Jahre überlebt hat. Kinder werden immer geboren, soll der erste deutsche Bundeskanzler Adenauer auf den Vorwurf erwidert haben, dass der Umstieg der Rentenversicherung von einem kapitalgedeckten System auf den Generations-Vertrag ein Risiko darstelle. Madoff wurde verhaftet, weil er ein System professionell betrieben hat, bei dem Auszahlungen mit Einzahlungen von neuen Anlegern geleistet wurden. Unser Sozial-System ist ein gigantisches Madoff-Imperium. Oder die Riester-Rente: Da müssen von der Versicherung mindestens die Einlagen garantiert werden. Wenn der Gesellschaft dennoch etwas passieren sollte, dann greifen die verschiedenen Rettungs-Fonds und andere Sicherungs-Einrichtungen.

Eigentlich sah es letzten Herbst für die deutschen Sparer noch vergleichsweise gut zu ihren Kollegen aus den angloamerikanischen Staaten aus. Dann stellte sich plötzlich heraus, dass die deutschen Banken noch schlechter aufgestellt waren, als diejenigen in den U.S.A. Langfristige Investments an den Bilanzen vorbei wurden mit kurzfristigem Geld getätigt. Und die Immobilien-Krise in den U.S.A. hat diese Investments plötzlich um mehr als 50 Prozent abgewertet. Plötzlich saßen die deutschen Sparer mit den amerikanischen Aktien-Besitzern wieder in einem Boot – einem stetig sinkenden.

Die Idee der Banker in New York und London war: Neues Geld solange zu drucken, bis die wertlosen Assets wieder nominal ihren alten Wert angenommen haben. Das haben die natürlich nicht ohne Hintergedanken getan. Man wollte mit dem neu geschaffenen Geld eine neue Aktienblase generieren. Das rettet die eigenen Bürger.

Den Deutschen blieb zwar ihr nominelles Vermögen, aber gerettet hat man mit diesen Aktionen die Amerikaner. Das Beste, was den Deutschen in dieser Lage noch passieren kann, ist dass sie ihre Einlagen nominell wieder zurückerstattet bekommen. Das Geld wird dann aber nur noch einen Bruchteil seines Wertes haben.

Wieder einmal hat man uns über das Ohr gehauen. Wir sind anscheinend doch entweder ein Volk von gutgläubigen Schafen (beim Geld) oder patriotischen Dummköpfen (in Kriegen).

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

Der heutige Kommentar muss etwas kürzer ausfallen wegen einer Reise nach Brüssel (Freitag bis Sonntag). Aber wirklich Bewegendes ist heute sowieso nicht passiert.

Nachdem gestern kurz vor Schluss des Handels an der COMEX die Erholung beim Gold durch einen erneuten Angriff des Gold-Kartells neutralisiert wurde, war für den heutigen Tag keine Erholung beim Gold-Preis zu erwarten.

Und so kam es dann auch. Gold ging gestern aus den New Yorker Handel mit einem Preis von ca $1.050. Im frühen asiatischen Handel konnte Gold zwar wenig zulegen. Aber dann gingen die Gewinne wieder schnell verloren und das gelbe Metall tauchte in einen Preis-Korridor ein, der innerhalb einer Spanne von $1.045 bis $1.050 verlief. Der Londoner A.M. Fix kam mit $1.047,75 (EUR 703,00) zustande und bestätigte damit die gestrige Preisentwicklung im späten COMEX-Handel.

Nach Beginn des Handels an der COMEX wurde zwar versucht, Gold unter die Marke von $1.045 zu drücken. Aber dieser Versuch misslang. Der P.M. Fix lautete: $1.047,50 (EUR 704,34). Anschließend konnte sich Gold zwar wieder oberhalb der Marke von $1.050 befestigen und die Grenze von $1.055 erreichen. Zum Schluss des Handels verfiel der Preis jedoch wieder und Gold ging mit $1.050 in das Wochenende.

Der Dollar und die Renditen der Staatsanleihen haben sich heute praktisch nicht verändert.

Die heutige Preis-Entwicklung war sehr konstruktiv für eine weitere positive Entwicklung beim Gold. Nach einer Aktion (des Gold-Kartells) wie der Gestrigen war heute eigentlich die Fortsetzung der Angriffe auf den Gold-Preis zu erwarten gewesen. Dies wurde zwar ansatzweise versucht, ist aber misslungen. Von einer ausgeprägten Korrektur können wir sicherlich nicht sprechen.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.047,75
(€703,00)

$1.052,50
(€705,71)

- $4,75

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.047,50
(€704,34)

$1.053,50
(€707,00)

- $6,00

COMEX Schlusskurs

$1.050,00

$1.049,20

+ $0,80

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

75,6

75,6

unverändert

Renditen 10-jährige Treasuries

3,4 %

3,4 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

22,2

22,2

unverändert

 

Über Ziemanns Gold News

Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht.
Er ist erreichbar unter: ziemann@bullionaer.de

 

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