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Bericht für den 21.
Oktober 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Die
WELT fragte in ihrem gestrigen Beitrag: Droht eine
Neuauflage der Großen Depression. In der Vergangenheit waren diese
Berichte aus der System-Presse immer so geschrieben, dass die Frage eigentlich
rein rhetorischer Natur war. Auch
dieser Bericht scheint dem altbekannten Muster zu folgen. Zuerst wird zwar die
Parallelität des Absturzes im Jahre 1929 mit dem Kollaps der Investmentbank
Lehman Brothers im September 2008 verglichen. Dann erfolgt jedoch Entwarnung: Insbesondere die Erholung in der Industrie gibt Anlass zur
Hoffnung, aber auch die beharrlich nach oben strebenden Börsenkurse sind ein
gutes Zeichen. Eine neue Große Depression findet allem Anschein nach nicht
statt. Dabei
verhält sich der Aktien-Markt untypisch. Trotz starker Einbrüche im Geschäft
kam es zu einer Jahrhundert-Hausse. Diese Hausse hat die im Wesentlichen
finanzmarktgetriebenen Indikatoren wie ZEW-Index und
IFO-Index nach oben getrieben. Und beide Indikatoren waren in der Vergangenheit
ein Hinweis auf die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Was
treibt nun den Aktien-Markt: Das billige Geld der Notenbanken, das Anleger zu
Aktienkäufen auf Kredit veranlasst. Oder der gezielte Eingriff von
Investment-Banken, die im Auftrag der Regierung die Altersvorsorge ihrer Bürger
retten wollen. Oder einfache Inflations-Ängste. Frank
Veneroso stellt in seinem Bericht vom 19. Oktober
einfache Fragen:
Hier
scheint etwas fundamental nicht stimmig zu sein. Und auch die WELT äußert sich
in ihrem Bericht kritisch: Was den Großen Crash so
tückisch macht, ist, dass es ab Mitte November 1929 zu einer Gegenbewegung
kommt. In den folgenden sechs Monaten legt der Dow um rund 50 Prozent zu. Im
Frühjahr 1930 glaubten viele Beobachter, dass das Schlimmste überstanden ist.
Doch der Börsenkrach hat einen Prozess in Gang gesetzt, der nicht nur die
US-Wirtschaft, sondern die globale Ökonomie in eine nie da gewesene Misere
zieht. Die Große Depression. Drei Jahre nach dem Crash, am Tiefpunkt der Krise,
ist der globale Handel um 30 Prozent eingebrochen, das Bruttoinlandsprodukt der
Vereinigten Staaten um 40 Prozent geschrumpft. Also
erst drei Jahre nach dem eigentlichen Crash war der Tiefpunkt erreicht. Wollte
man gestern mit heute vergleichen, dann wäre der Tiefpunkt erst im Herbst 2011
zu erwarten. Aber
es darf natürlich kein Seitenhieb gegen Gold fehlen: Er spielt darauf an, dass wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen wie
das lange Festhalten am Goldstandard sowie die damit einhergehende Sparpolitik
die Weltwirtschaft in die Hölle schicken. Heute
reagieren wir genau umgekehrt: Wir drucken Geld wie die Blöden und der Staat
verschuldet sich ohne Grenzen. Sorry für den
Ausdruck: Aber das ist Schweine-Logik. Nachdenklich
wird der Leser schließlich bei folgenden beiden Passagen: Citigroup ist
die Credit-Anstalt unserer Tage. Und: Das Volumen ausstehenden Kredite belief sich 1929 auf 160
Prozent der US-Wirtschaftsleistung und kletterte innerhalb der folgenden drei
Jahre auf 260 Prozent. Vor dem Crash von 2008 lag die Quote bei 365 Prozent,
jetzt ist sie im Begriff, auf mindestens 500 Prozent anzusteigen. Die
Geschichte wird sich sicherlich nicht wiederholen. Aber Grund zu Entwarnung
gibt das lange noch nicht. Man macht die Fehler heute nur an anderer Stelle.
Eine Neuauflage der Großen Depression ist durchaus wahrscheinlich. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Gestern
konnte das Gold-Kartell seine Stellung bei $1.070 noch erfolgreich verteidigen.
Heute verließen ihre Kämpfer die Schützengräben und wollten erneut die Stellung
bei $1.050 stürmen. Aber wieder gab es schwere Verluste auf Seiten von JP
Morgan, HSBC und der Deutschen Bank. Am Schluss des Handels musste man letztlich
seine Stellung bei $1.070 beziehen und die Wunden lecken. Zurückgelassenes
schweres Gerät in Form von 400 oz-Barren ist nun
wieder einmal in die Hände des Feindes gelangt. Es
gibt eine (oder mehrere) starke Hände, die bei Kursen nahe der Marke von $1.050
beherzt zugreifen. Egal wie viel Gold-Munition das Kartell noch in die Schlacht
werfen kann. Wenn sich stets bei $1.050 ein oder mehrere Käufer finden, die die
in die Schlacht geworfenen Gold-Mengen neutralisieren, kann der Preis nicht unter
diese Marke fallen. Bestimmte Markt-Gesetze kann das bisher allmächtig
scheinende Gold-Kartell auch nicht außer Kraft setzen. Wie
der permanente Sturm auf die Marke $1.000 vor einigen Wochen gezeigt hat,
scheint nun die Marke bei $1.050 das nächste Waterloo für den Finanz-Napoleon Larry Summers zu werden. Die Geschichte
dieser Herren bestehend aus Notenbankern und Vertretern des einflussreichen
Banken-Oligopols nebst propagandistischen Hilfstruppen wie Jon Nadler von Kitco wird jetzt und
heute geschrieben. Und später werden uns unsere Kinder fragen: Warum habt ihr
das nicht gesehen --- und warum habt ihr keinen Widerstand geleistet. Nun,
eine bestimmte Gruppe von Investoren leistet jetzt heftigen Widerstand. Der
heutige Gold-Tag schien zuerst von Langeweile geprägt zu sein. Im asiatischen
Markt bewegte sich Gold leicht unterhalb des gestrigen Schlusskurses im New
Yorker Access Handel von ($1.054,70). Mit Beginn des Londoner Handels drehte
Gold in den grünen Bereich und erreichte fast die Marke von $1.060. Dann ging
es aber wieder stetig bergab. Der A.M. Fix kam mit $1.053,50 (EUR 705,06)
zustande. Im Tagesvergleich ein Rückgang von knapp $11. Kurz
vor Beginn des Handels in New York und zweimal kurz nach Eröffnung des Handels
an der COMEX wurde die Marke von $1.050 nach unten durchbrochen. In allen
Fällen misslang dieser Versuch jedoch kläglich. Der P.M. Fix mit $1.053,75 (EUR
703,06) bestätigte den massiven Einsatz schweren Geräts durch das Gold-Kartell. Nach
Schluss des Londoner Handels kam dann der Gegenangriff: In drei Wellen eroberte
sich Gold zuerst die Marke von $1.055 zurück, dann die Marke von $1.060. Der
Schluss-Angriff auf Gold $1.065 blieb jedoch stecken und der letzte Kurs an der
COMEX wurde mit $1.063 festgestellt. Der
Tag heute ist nicht gut für das Kartell gelaufen. Die eingesetzten schweren
Goldbarren blieben im nachgebenden Dollar-Sumpf stecken und konnten ihre volle
Wirkung nicht entfalten. Wann kommt der Hilfeschrei von Bernanke
& Summers an ihre Kollegen in Europa und Asien. Und werden diese Schreie
noch erhört. Oder ignoriert man die Großmacht inzwischen. Der
USDX fiel heute um 0,5 Punkte auf 75,0. Der Euro hat heute die kritische Marke
von $1,50 überwunden. Und auch der Schweizer Franken ist mit $0,9963 nur noch
37/100 Cent von der Marke $1,00 entfernt. Der Ölpreis kletterte heute um über
$2 und erreichte mit fast $82 einen neuen Höchststand seit über einem Jahr. Rollen
hier neue Hyperinflations-Tendenzen auf uns zu, die wir letzten Sommer
beobachten durften. Müssen Bernanke & Co wieder
eine große Bank opfern, damit die dann eintretenden deflationären Entwicklungen
die Rohstoffe wieder zur Ruhe bringen. Würde das System das erneut überleben,
nachdem sich die Staaten selbst nun über alle Köpfe verschuldet haben. Meines
Erachtens sieht das nach einem heftig verlaufenden System-Knall aus. Egal für
welche Richtung sich Bernanke, Summers & Co auch
entscheiden mögen. Die
10-jährigen Treasuries zeigen mit einem leichten
Rendite-Anstieg auf 3,4 Prozent keine Richtung an. Kein Wunder, da er Markt
durch eine Vielzahl von Maßnahmen durch die FED praktisch beliebig manipuliert
werden kann. Der Quotient aus USDX und den Realrenditen fiel heute stark auf
22,0 (Dienstag: 22,9). Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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