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Bericht für den 22.
Oktober 2009 Gesamtwirtschaftliches
Umfeld Warum
regt man sich in Deutschland über die Pläne der neuen Koalition zur Auslagerung
bestimmter Verpflichtungen in Schattenhaushalte eigentlich so auf. Nach Japan,
Großbritannien und den Vereinigten Staaten haben nun auch die deutschen
Politiker kapiert, wie unser Geldsystem funktioniert. Oder besser gesagt: Wie
man sich das Geldsystem zu Nutze macht. Gratulation.
Warum das Privileg der ungezügelten Staatsverschuldung, gegenfinanziert durch
ein ebenso ungezügeltes Gelddrucken der Notenbank eigentlich nur den Anderen
zuteil werden lassen. Wenn deutsche Leistungsbilanz-Überschüsse schon recycled werden müssen, dann in deutsche Staatsprojekte und
nicht italienische Staatsanleihen, verbriefte spanische Hypotheken oder sogar
US Treasuries. Die
U.S.A. haben offiziell im letzten Haushaltsjahr $1.500 Mrd
neue Schulden gemacht und praktisch jeder zweite Dollar, den der Staat
ausgegeben hat, wurde mit neuen Schulden finanziert. Nach meiner Schätzung
wurden diese Schulden zu mehr als 85 Prozent auf direktem und indirektem Weg
von der FED monetarisiert. Aber auch die U.S.A. haben
ihre Schattenhaushalte: Wenn man das Cash-Defizit vom letzten Haushaltsjahr
betrachtet (die erwähnten $1.500 Mrd) und die
Verpflichtungen, die der Staat durch MediCare und
andere Sozialprojekte für die Zukunft eingeht, dann betragen die Schulden im
letzten Haushaltsjahr eher $6.000 Mrd. Ein Schattenhaushalt in Höhe von $4.500
Mrd. Da stellt
sich der diskutierte Schattenhaushalt über EUR 60 bis 70 Mrd
von Schwarz-Gelb eher wie ein Griff in die Portokasse dar. Wolfgang
Münchau, Kommentator der FTD und der FT, schreibt in
seiner heutigen Kolumne Happy Hour vor der Schuldenbremse zu Recht
folgendes: Es ist die wahrscheinlich letzte Chance
unserer Generation auf Steuersenkungen.
Und wer jetzt die Steuern nicht
senkt, wird es ebenfalls nicht mehr tun. Natürlich
kommen jetzt wieder die Mahner, die die nächste Generation, unsere Kinder und
Enkelkinder mit dem Schuldenberg belastet sehen. Aber diese Mahner haben nicht
verstanden, wie unser Geldsystem funktioniert: Nicht die nächste Generation hat
die Suppe auszulöffeln, sondern die Bestehende. Durch Entwertung ihrer
Ersparnisse und Deflationierung der Realeinkommen.
Der Staat verschuldet sich nicht mit dem Hintergrund, seine Schulden irgendwann
einmal in der Zukunft zurückzahlen zu müssen. Das wird nie passieren. Entweder
es finden sich Dumme, die dem Staat Geld leihen. Oder der Staat druckt sich
über die Notenbank sein benötigtes Geld selbst. Im ersten Fall ergeht es so wie
den Anlegern von Madoff: Den letzten beißen die
Hunde. Oder solange man viele neue Anleger findet, mit deren Geldern man die
Zinsen und Auszahlungen an bestehende Anleger leisten kann, geht alles noch
gut. Der zweite Fall entwertet die Währung und damit die Ersparnisse. Wenn
die Dummen schon geschoren werden wollen, dann bitte schön von unserer eigenen
Regierung. Und nicht von ausländischen Mächten. Warum sollen wir die Wolle nach
Italien, Spanien und die U.S.A. freiwillig abgeben, wenn sie hier genauso
dringend benötigt wird. Die
Politiker von Schwarz-Gelb haben das verstanden. Das ist gut so. Die
Leser dieser Berichte hoffentlich, wie man seine Wolle selbst behält. Einfach
einmal über das Wort Schattenhaushalt genauer nachdenken. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Im
Londoner The Telegraph wird
Cheng Siwei, former vice chairman of the Standing
Committee mit folgenden Worten zitiert: China
würde gerne mehr Gold kaufen, will aber dabei seine Dollar-Reserven nicht
selbst entwerten. Die Hürde bei $1.050, an der bereits viel Blut von den vielen
Angriffen des Gold-Kartells klebt, wird also von den Chinesen gehalten. Und
vielleicht von Anderen, die das ebenfalls kapiert haben. Das
ist eine riskante Strategie für China. Denn wenn die Hedge
Fonds und andere Mega-Investoren mitbekommen, dass Chinas Endziel die
Umschichtung der Devisen-Reserven von $2.000 Mrd in
Gold ist, dann wäre es geradezu fahrlässig, nicht ebenfalls Gold zu kaufen. Und
das tun sie sicherlich auch. Deshalb wird China früher oder später auf einem
großen Trümmerhaufen der nicht rechtzeitig eingelösten Dollar-Anlagen sitzen
bleiben. Es
ist genauso eine riskante Strategie für die auf eine ausgeprägte Korrektur
wartenden Investoren in unserem Land. Man hofft noch darauf, billiger zukaufen
zu können. Aber die Chinesen und Hedge-Fonds stehen
dem im Wege. Die
Masse inklusiv der sogenannten Gold-Bugs ist bearish, während die makroökonomischen Rahmenbedingungen
weiterhin bullish sind. Die
Lunte für den nächsten kräftigen Preisanstieg beim Gold brennt schon. Es ist
nur die Frage, wer noch rechtzeitig das vorhandene Gold abgreifen kann. Derzeit
spielen die Interessierten Mikado; wer sich als erster bewegt, der hat
verloren. Der
heutige Tag ist wieder bezeichnend für diese Situation. Ich kann meine
Gold-Kommentare derzeit schon am Nachmittag beenden. Zu vorhersehbar ist die
Entwicklung. Heute kam Hilfe für den US-Dollar. Woher ist eigentlich egal. Aber
das Gold-Kartell dachte, dass dies für einen Angriff auf die $1.050er-Linie reichen
würde. Die Kalkulation: Mit den gestern eingesetzten Gold-Barren und einem
stabilen Dollar wäre Gold zum Londoner Fixing rein rechnerisch unter die Marke
von $1.050 gefallen. Tat
es aber nicht. Der A.M. Fix kam mit $1.054,75 (EUR 705,19) und der P.M. Fix mit
$1.053,00 (EUR 702,94) zustande. Gegenüber dem gestrigen Tag praktisch
unverändert. Die Marke von $1.050 ist inzwischen mit so viel Blut von den
erfolglosen Gold-Kartell Angriffen getränkt, dass sie bei jedem erneuten
Versuch darin zu ertrinken scheinen. Man braucht nur abwarten und kann das
Schauspiel genießen. Auch
heute wieder. Der Dollar gab seine anfänglichen Gewinne wieder ab und Gold
stieg wieder in Richtung der Marke von $1.060. Heute jedoch nur bis auf
$1.057,30 zum Schluss des Handels an der COMEX. Langweilig.
Seit langer Zeit wieder einmal die Gelegenheit, den Rechner früh abzuschalten. Bullionaer Aufgrund häufiger Nachfragen und der
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Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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