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Bericht für den 26.
Oktober 2009 Gold &
Gesellschaft: Verteidiger des Merkellandes Weiterwursteln im Merkelland hat der SPIEGEL in seinem heutigen Leitbericht die
Ergebnisse der Schwarz-Gelben Koalition übertitelt. Während der
Koalitionsverhandlungen wird die Geisteshaltung der Unionsleute wie folgt
beschrieben: Wir ändern hier gar nix. Ist
das konservative Politik in Reinkultur, denn abgeleitet von dem lateinischen
Verb conservare bedeutet konservativ eine Richtung,
die bewahren oder sichern will. Was gilt es denn zu sichern: Trotz einer
schweren Krise weiterhin so tun, als gebe es keine Krise. Oder jegliche Kontur
einer zukunftsorientierten Politik zu vermeiden, damit man sich nicht mit
irgendeiner Wählergruppe anlegen muss. Unentschiedenheit
bleibt Programm hat der SPIEGEL diese Geisteshaltung umschrieben. Merkel
als Meisterin der enttäuschenden Kompromisse, die sich aber trotzdem als Erfolg
vor dem Volk verkaufen lassen. Was
sind eigentlich die treibenden Kräfte innerhalb der Union. Wohin will man.
Welche Perspektiven möchte man in der Zukunft umsetzen. Nun hat Merkel mit der
FDP ihr Wunschbündnis gefunden. Ausreden wie in der Großen Koalition, dass man
nur Minimal-Kompromisse erzielen könne, zählen jetzt nicht mehr. Die Union verharrt
trotzdem im Zustand der politischen Leichenstarre. Wer hätte das erwartet. Wenn
man Äußerungen von Christian Wulf oder anderen Unions-Granden während der
Koalitionsverhandlungen mit der FDP verfolgt hat, dann hat man sich eher an
kontroverse Verhandlungen der SPD mit der FDP erinnert gefühlt. Klassische
Unions-Thesen wurden anscheinend völlig über Bord geworfen. Und da wundert es plötzlich
keinen mehr, dass die Union den ausufernden Sozial-Staat verteidigt. Bloß
nichts ändern. Die Union als Verteidiger des Merkellandes. Der gesamte
sozialpolitisch-industrielle Komplex kann aufatmen. Bis auf wenige kritische
Worte haben deren Anführer ihre Truppen in den Kasernen gelassen. Die
Personal-Wahl im Kabinett zeigt das ganze Dilemma von Merkel & Co: Ein strahlender Guttenberg in den Zeitungen wäre eine
Gegenthese zu den Dienstgesichtern von Merkel und Seehofer lästerte der
SPIEGEL heute. Was sind denn Dienstgesichter: Personen, die ohne inneren
Antrieb und perspektivlos die Tage bis zu ihrer Pensionierung zählen. Die
Auswahl von dem schon als Innenminister gescheiterten Wolfgang Schäuble zum
neuen Bundesfinanzminister deutet eher auf Totengräber-Stimmung anstelle einer
Perspektive hin. Sein Vorgänger Peer Steinbrück hatte
zumindest aus seiner Tätigkeit als Finanzminister in NRW eine gewisse Erfahrung
mit Finanzen. Aber mit Schäuble haben wir ein weiteres Dienstgesicht im
Kabinett. Wie ermutigend, wenn die nächste schwere Welle des Finanz-Tsunamis auf uns zurollen wird. Man kann
sich nicht des Eindrucks erwehren, als warte die neue Regierung auf den
nächsten Einschlag. Die nächste kritische Situation wie vor einem Jahr. Abwarten
ist zwar erst einmal schonend für die Nerven des deutschen Volkes, aber
konsequent. Denn man hat ja bereits das Ende der Wirtschaftskrise verkündet. Fehlt
eine politische Perspektive und werden keine Maßnahmen sichtbar, die Krise in
den Griff zu bekommen, wird persönliche Zukunftssicherung dringender denn je. Wer
denkt, er können wie Merkel & Co auch in seiner persönlichen Lebensplanung
so weiterwusteln, den wird eher früher als später die
Realität einholen. Denn irgendwann wird es heißen: Merkelland ist abgebrannt.
Die Union geht das Risiko ein, im Strudel des untergehenden Merkellandes selbst
in die Tiefe gerissen zu werden. Der Bürger muss ohne vaterländische Händchenführung
selbst aktiv werden. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Die
größte Bond-Versteigerungsaktion in der Geschichte der Vereinigten Staaten ist
heute angelaufen. Diese Woche müssen $182 Mrd an U.S.
Treasuries am Markt platziert werden. Allein $59 Mrd am heutigen Tag. Ich habe in meinem Kommentar am
letzten Freitag schon gemutmaßt, dass dies die letzte Chance für das
Gold-Kartell sein wird, noch einmal seine Krallen zeigen zu können. Man
muss sich die Zahl $182 Mrd einmal auf der Zunge
zergehen lassen. Wir sprechen hier von einem Platzierungs-Volumen für eine
Woche. Woher soll denn dieses Geld kommen. Welche Investoren haben ein so hohes
Vertrauen in den amerikanischen Staat, um ihr Geld in solche Papiere zu
investieren. Nein,
dies ist alles nicht mehr schlüssig. Da können die FED und die Treasury noch
mit Hilfe von Flow-of-Fund Zahlen und einer angeblich
stagnierenden FED-Bilanz aufwarten so viel sie wollen. Das macht dem Beobachter
nur um so deutlicher, dass hier gezielt Daten in
großem Umfang gefälscht werden. Von
den $182 Mrd werden vielleicht noch die letzten
Investment-Affen $20 oder $30 Mrd aufnehmen. Der
Rest, das heißt über $150 Mrd wird die elektronische
Gelddruck-Maschine der FED beisteuern. Heute
musste man aber kurzfristig Liquidität vom Markt abschöpfen. Und das begann um
16:00 Uhr MEZ. Prompt ist der Euro von $1,5020 bis 19:30 Uhr MEZ auf $1,4840
gefallen. Ein Rückgang um 2 Cent oder 1,3 Prozent stellt am Devisen-Markt
eigentlich einen Dammbruch zu Lasten einer Währung dar. Welcher Damm ist heute
im Euro-Raum gebrochen. Keiner.
Nur die EZB-Vasallen sind vor den kläglichen Hilfeschreien von Larry Summers
und Ben Bernanke wieder einmal eingebrochen. Das
stützt (wieder einmal) meine These, dass es eine isolierte Dollar-Krise nicht
geben wird. Eine Dollar-Krise wird deshalb auch alle anderen Währungen
gleichzeitig mit in den Tod reißen, wenn sie ausgebrochen sein wird. Am
Goldmarkt herrschte schon am Vormittag gespannte Stimmung. Im asiatischen Markt
tendierte Gold zwar im Vergleich zum New Yorker Schlussstand praktisch
unverändert. Aber im Londoner Handel kam langsam Druck auf. Der A.M. Fix mit
$1.055,00 (EUR 701,65) und der P.M. Fix mit $1.054,00 (EUR 702,20) haben schon
angezeigt, was sich heute in Planung befand. Mit dieser Plan A Aktivität läutet
das Gold-Kartell üblicherweise einen Angriff im verbleibenden Handel an der
COMEX ein. Und
so kam es denn auch. Die Marke von $1.050 konnte zwar im physischen Handel
trotz massiven Abwurf von Zentralbank-Gold verteidigt werden, aber das Gold-Kartell
weiß nur zu gut, dass eine Reihe von spekulativen Longs
nach dem tagelangen Ritt innerhalb des Korridors von $1.050 bis $1.070 die
Reißleine ziehen würde, wenn die Marke von $1.050 nach unten durchbrochen
werden würde. Der
Entzug von Dollar-Liquidität ist gut an der Entwicklung der Aktien-Indizes zu
beobachten. Um 16.00 Uhr MEZ begann der Druck an den Devisen-Märkten auf den
Euro (und andere Währungen) und um 17:00 Uhr MEZ drehte der Dow Jones
Industrial Average von leicht positiven Vorzeichen
stark ins Minus. Erst bei 9.800 Punkten war erst einmal Schluss. Der DJIA
ebenso wie der S&P500 leben nur von der Dollar-Liquidität der FED. Wird
diese entzogen, dann geht der Index seinen natürlichen Weg: Nach unten. Für
Bloomberg war die positive Entwicklung des Dow anfangs den
positiven Unternehmens-Zahlen von Microsoft & Co geschuldet. Nachdem der
Dow nach unten drehte, liest man nun folgendes (Anmerkung: der alte Bericht ist
natürlich verschwunden): Stocks in U.S. fall, led by Banks, on Concerns Homebuyer Tax Credit to
End. PRICE ACTION MAKES MARKET COMMENTARY. Oder besser gesagt: Ahnungslosigkeit
auf ganzer Front. Kein Wunder, dass die Investment-Gemeinschaft einer blökenden
Schaf-Herde ähndelt. Um
16:00 Uhr MEZ stand Gold noch bei $1.059 und wurde in den folgenden 3,5 Stunden
auf bis zu $1.040 zum Schluss des Handels an der COMEX gedrückt. Ein Verlust
von 1,8 Prozent. Und ein Beweis, dass das Gold-Kartell auf dem Schlachtfeld
gegen die spekulativen Teilnehmer doch noch Siege einfahren kann. Der
Entzug von Dollar-Liquidität und das massive Versteigerungs-Volumen heute haben
auch den Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes nicht gut getan: 3,6
Prozent lautete die heutige Real-Rendite, d.h. 0,1 Prozent-Punkte höher als am
Freitag. Platin
musste heute in dem Betrachtungs-Fenster $36 auf $1.330 abgeben und verlor 2,6
Prozent. Das bei solchen Gelegenheiten immer gerne vom Gold-Kartell geknüppelte
Silber verlor sogar 4,2 Prozent und musste ernsthaft um die $17-Marke kämpfen.
Man sieht, dass Silber zumindest auf der Einkaufsliste vom Big Money keinen
hohen Rang belegt. Kein Wunder bei dieser miserablen Wertdichte. Wer riskiert
bei $15.000 schon einen Bandscheiben-Vorfall, wenn er damit in Gold mehr als
$900.000 und in Platin fast $1,2 Mio unterbringen
kann. Die
heutige Entwicklung bei Gold sollte sich bis an die Grenze von $1.000
ausdehnen. Erst dann würden die zittrigen Hände den Markt verlassen und ein
freies Feld für die nächste massive Aufwärtsentwicklung in Richtung Gold $1.100
legen. Wahrscheinlich werden die ersten Jammerer auf den diversen Goldseiten
wieder in Erscheinung treten. Trotz des Bruchs der $1.050er-Marke konnte Geld
sich heute noch ganz gut halten. Silber
muss den heutigen Tiefschlag erst einmal verdauen. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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