Bericht für den 27. Oktober 2009

 

Gold & Gesellschaft: Neue Rolle für die Kirchen

Was passiert eigentlich, wenn die Depression wirklich anfängt zu wüten. Wenn Big Government, der allumfassende und für jeden sorgende Staat eben nicht mehr in der Lage sein wird, für seine Abhängigen zu sorgen. Bricht dann neben dem Konsum-Imperium für Viele die Welt endgültig zusammen.

Welche Lebensorientierung haben die Menschen dann, wenn das Eigenheim zwangsversteigert, das Leasing-Auto eingezogen, der Flachbildschirm gepfändet und die Mallorca-Reise storniert ist. Gerade in dieser Zeit, wo ein dickes Fell vor dem rauen Äußeren schützen soll, werden wir Scharen von bibbernden Schafen sehen.

Der Staat wird genug damit zu tun haben, die Sicherheit und die Grundversorgung sicherzustellen. Seine von ihm Abhängigen werden nun jedoch auf sich selbst gestellt sein. Wahrscheinlich werden die Kirchen wieder Zulauf erhalten. Nicht weil sie den spendablen Sozial-Staat ersetzen können, sondern weil viele Menschen orientierungslos geworden sind. Hat nicht die geldorientierte Gesellschaft einen neuen Götzen geschaffen, den die Menschen orientierungslos wie das Goldene Kalb angebetet haben. Ist aus dieser Konsum-auf-Teufel-komm-raus Mentalität nicht die Keimzelle gemeinschaftlichen Zusammenlebens, die Familie, systematisch zerstört worden. Und hat der Staat diese Entwicklung nicht noch mit seinem Sozial-System gefördert und alimentiert, welches Alleinstehenden in allen Lebenslagen ein Rettungs-Netz bietet. Wozu dann noch in die nächste Generation investieren.

Diese Menschen werden in einer Depression orientierungslos herumtreiben. Insbesondere, wenn ihr Götze keine goldenen Eier mehr legen kann.

Unsere derzeitige Sozial-Politik ist zerstörerisch. Denn sie fördert die Gier nach Konsum jetzt und heute. Ohne an die Zukunft zu denken. Die Kinderlosigkeit und damit einhergehende Überalterung der Gesellschaft sind dafür symptomatisch. Und das ohne denjenigen Dank und Anerkennung zukommen zu lassen, die dieses Gebilde durch eigene Arbeit täglich mitfinanzieren müssen. Wenn die Hilfe durch den Sozial-Staat am dringendsten wird, dann werden diese Ausgebeuteten nur noch an sich und ihr eigenes Wohl denken. Der Sozial-Staat ist dann das Opfer seines eigenen Solidaritäts-Dogmas geworden. Denk- und Redeverbote in Form von Political Correctness führen dazu, dass sich jeder Einzelne diesem System still entziehen wird. Wenn heute von Solidarität gesprochen wird, dann werden doch nur noch neue Steuern und Abgaben damit assoziiert. Der Begriff ist zur Bedrohung des Einzelnen geworden. Die beklagte Entsolidarisierung der Gesellschaft macht die Ankläger selbst zu den Schuldigen.

Die Kirchen müssen aufpassen, dass sie nicht die Fehler machen, wie der Sozial-Staat. Subsidiarität, das heißt das Primat des eigenverantwortlichen Handels vor dem Staat, ist ein Kernbaustein der katholischen Soziallehre. Solidarität gehört auch dazu: Der Begriff muss aber wieder die Bedrohung verlieren, den er zu Recht innehat. Das sollte sich auch die Union zuherze nehmen, die sich ihrer katholischen Wurzeln eher zu schämen scheint. Vom Gedanken der Subsidiarität hört man schon lange keinen Politiker der CDU/CSU mehr reden.

Den Kirchen kommt die Aufgabe zu, den Menschen wieder Orientierung zu verschaffen. Und nicht den zerstörerischen Sozial-Staat von neuem wieder aufleben zu lassen.

Manche werden entgegnen: Schafft Ihr mit der Vergötterung des Goldes Euch nicht einen neuen Götzen, den Ihr anbetet. Ich denke nicht. Wer in Gold investiert, ist eben gerade nicht Anhänger der Konsum-Kirche, wie Viele anderen. Und er glaubt auch nicht an die Allheilkraft des eigentlich zerstörerischen Sozial-Staates. Er legt sich das dicke Fell zu, das im Notfall Wärme spendet. Das ist Selbstvorsorge und eine Entlastung für die Gemeinschaft und kein neues Götzentum.

Gold ist zudem ein Fundament, auf dem man einen neuen Staat aufbauen kann. In mehreren tausenden Jahren unserer Geschichte wurde der Beweis dafür erbracht. Natürlich gibt es Ketzer, die Gold als barbarisches Relikt der Vergangenheit diffamieren. Aber nur um den eigenen Betrug mit staatlichem Falschgeld zu kaschieren. Gold ist kein Selbstzweck, weil gerade diejenigen, die in Gold investieren nicht diejenigen sind, denen es auf heutigen Konsum ankommt. Aus diesem Investieren-statt-Konsumieren Geist, man kann es schlichtweg als neues Unternehmertum bezeichnen, wird eine neue Pflanze heranwachsen.

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

Nach dem gestrigen Bruch der $1.050er-Marke war das primäre Ziel des Gold-Kartells heute, den gestrigen Schluss-Kurs im Londoner Handel durch Verkauf einer entsprechend hohen Menge Zentralbank-Gold abzusichern. Danach hätte man sich im COMEX-Handel die spekulativen Longs mit einem neuen hervorgerufenen Preisrutsch vorgenommen. Diese sind sowieso schon beim Zittern wegen des Bruchs der Marke von $1.050.

Bei Silber und Platin hat diese Strategie heute funktioniert. Obwohl Platin kein für das System gefährliches Metall ist. Die Entwicklung bei Pt zeigt aber an, dass im Hintergrund Fäden bei der Dollar-Liquiditäts-Steuerung gezogen wurden. Das kann man auch am Aktien-Markt ablesen: Der Dow stagnierte heute trotz anfänglicher Gewinne. Bloomberg hat dafür die besonders erfolgreiche Versteigerung von weiteren Treasuries verantwortlich gemacht. Welch ein Bullshit.

Platin fiel durch diese Maßnahmen um $20 oder 1,5 Prozent. Das auf der Abschuss-Liste stehende monetäre Edelmetall Silber musste über $0,40 abgeben oder weitere 2,4 Prozent. Die Euro-Vasallen lassen sich einen weiter steigenden Dollar und ein weiter steigendes Britische Pfund gefallen: Der Euro musste einen weiteren Cent abgeben.

Gold hielt sich vor diesem Hintergrund relativ gut, obwohl es dem Kartell mit der Plan A Drückung gelang, das Metall im physischen Handel auf den gestrigen COMEX-Stand zu drücken. Der A.M. Fix kam mit $1.040,75 (EUR 698,96) und der P.M. Fix mit $1.036,50 (EUR 699,82) zustande. Die Verluste auf 24-Stundenbasis von $14,25 bzw $17,50 geben im Prinzip die gestrige Drückung im späten COMEX-Handel (Plan B) und im Access Handel wieder (Plan C). Die Gold-Kartell Banken JP Morgan, HSBC und Deutsche Bank hatten deshalb heute keine Gelegenheit, ihre gestrigen Short-Positionen mit Gewinn zurückzukaufen.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.040,75
(€698,96)

$1.055,00
(€701,65)

- $14,25

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.036,50
(€699,82)

$1.054,00
(€702,20)

- $17,50

COMEX Schlusskurs

$1.036,00

$1.039,50

- $3,50

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

76,2

76,0

+ 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

3,5 %

3,6 %

- 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

21,8

21,1

+ 0,7

 

Über Ziemanns Gold News

Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht.
Er ist erreichbar unter: ziemann@bullionaer.de

 

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