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Bericht für den 28.
Oktober 2009 Gold &
Gesellschaft: Staatlicher Superbusen Bloomberg
berichtete heute unter dem Titel GMAC May Receive Third Bailout
Package From U.S.
Government über einen weiteren Finanzbedarf der ehemaligen Finanz-Tochter
von General Motors. Bislang
hat die Regierung $13,5 Mrd Dollar in GMAC gesteckt.
Nun kommen wohl weitere $5,6 Mrd an staatlichen
Hilfen hinzu. Das defizitäre Geschäft mit dem Autoleasing trägt weiter zu dem
enormen Finanzbedarf von GMAC bei. Die Obama-Regierung hat sich dafür entschieden, die
Autoindustrie unter allen Umständen zu retten. Und ohne eine Leasing-Firma wie
GMAC kann praktisch kein neues Fahrzeug verkauft werden. Auch der plötzliche
Strategie-Wechsel von GM, seine Tochter OPEL doch noch selbst zu behalten,
passt in dieses Thema. Der
Staat versorgt derzeit alle und jeden. Wer
versorgt eigentlich den staatlichen Superbusen, von dem sich ein Teil der
amerikanischen Wirtschaft nährt. Die Hälfte über neue Schulden. Wie die
Treasury Auktionen diese Woche über insgesamt $182 Mrd
zeigen. An
anderer Stelle scheinen aber neue Probleme aufzubrechen. In den Jahren
2007/2008 wurde das Weltfinanz-System mit Yen Carry Trades
angefeuert. Für fast Null Prozent Zinsen konnte man sich in Japan Geld leihen,
um dann die Asset-Märkte in den U.S.A. und Europa zu
befeuern. Der Aktien-Blase folgte eine Rohstoff-Blase, wobei gerade der Preis
des Erdöls die weltweite Wirtschaft bedrohte. Mit dem Lehman Brothers Untergang
im letzten Herbst hat man den Yen Carry Trades ein
Ende bereitet. Der
Lehman-Untergang hat zudem zu einer Kontraktion des Kredit-Geldes geführt. Ein
Großteil der Asset-Bubbles war durch eben dieses
Kredit-Geld befeuert worden. In der Folge brachen Öl und andere Rohstoffe
dramatisch im Preis ein und auch die Aktien-Märkte kollabierten. Gold war von
dieser Entwicklung nicht betroffen, da nicht mit Kredit-Geld gekauft. Als
einziges Investment-Instrument hat es seine Deflations-Festigkeit bewiesen. Ben Bernanke hat mit seiner Politik des leichten Geldes ein
neues Carry Trade Modell geschaffen: Den Dollar Carry Trade. Man kann sich
praktisch ohne Zinskosten Geld leihen und damit die Kurse verschiedener Asset-Märkte befeuern. Ein anderer Teil des Geldes ging
über die Primary Dealer Banken in die U.S.
Staatsanleihen. Die Banken hinterlegen bei der FED ihre Wertpapiere und
ersteigern mit dem frisch gedruckten Geld die angebotenen Treasuries.
Diese werden dann wieder der FED zur Monetarisierung gegeben und mit dem
frischen Geld wird die nächste Runde Treasuries
ersteigert. Ein
einträgliches Geschäft für Bank of America, Citi, JP
Morgan, HSBC, Deutsche Bank etc. Denn die Banken erhalten als Eigentümer der Treasuries natürlich die Zinseinnahmen, während sie für die
Hinterlegung der Papiere bei der FED praktisch keine Zinsen zahlen. Mit diesem
Dollar Carry Trade versucht die FED das Bankensystem zu stabilisieren. Die
Banken kaufen mit dem Geld aber auch andere Assets
wie Aktien und Rohstoffe und befeuern dort die positive Entwicklung auf den
Märkten. Der New Yorker Professor Nouriel Roubini warnt inzwischen auch vor einer riesigen Dollar
Carry Blase. We have the mother of all carry
trades wird Roubini
bei Bloomberg zitiert. Und:
Everybodys playing the same game and this game is becoming dangerous. Da
haben wir wieder einmal dasselbe gleichförmige Herden-Verhalten, das Massen von
Investoren im letzten Herbst sehr viel Geld gekostet hat. Seit
Anfang dieser Woche kann man gut erkennen, dass die FED vorsichtig versucht,
die Luft aus dieser Carry Trade Blase abzulassen. Nicht mit gravierenden
Maßnahmen, sondern wahrscheinlich durch eine Feinsteuerung der
Banken-Liquidität. Die
Entwicklung tut den Aktien-Märkten weltweit nicht gut. Denn diese sind wohl zum
großen Teil aus den Dollar Carry Trades auf Kredit
nach oben getrieben worden. Ebenso wie eine Reihe von Rohstoffen. Platin hat
seit Anfang der Woche $70 pro Feinunze abgeben müssen. Das sind gute 5 Prozent.
Silber, das noch zusätzlich wegen seiner monetären Doppelrolle nebst Gold vom
Gold-Kartell bekämpft wird, hat seit Anfang der Woche $1,50 pro Unze oder 8,5
Prozent abgeben müssen. Gold, das nur eine monetäre Rolle spielt, ist innerhalb
dieser Woche lediglich um $25 pro Unze oder 2,4 Prozent gefallen. Dabei ist ein
Großteil des Verlusts dem steigenden Dollar zuzurechnen. Das
scheint auf eine künstlich hervorgerufene Geldmengen-Verringerung der FED
hinzudeuten. Und da dies nur Kredit-Geld betrifft, ist Gold praktisch nicht
betroffen. Auch
Ambrose Evans-Pritchard vom
Telegraph ist dies in seinem gestrigen Bericht aufgefallen: Die Kredit-Vergabe
stockt in den U.S.A. und Europa und die Geldmenge M3 verzeichnet ein
Negativ-Wachstum. Die
FED wird die Rohstoff-Märkte nur unter Kontrolle bekommen, wenn die diese Woche
beobachteten Aktionen zur Reduzierung des Dollar Carry Trades
fortgesetzt werden. Noch haben die Aktien-Märkte nur leicht reagiert. Aber
sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, dann wird die treibende Kraft für
einen weiteren Anstieg der Aktien-Märkte wegfallen. Die Fundamentals wie das
Kurs-Gewinn-Verhältnis sprechen schon seit langem für mindestens 50 Prozent
niedrigere Aktien-Kurse. Um einen zweiten Kollaps auszulösen, bedarf es wohl
eines Lehman II. Vielleicht muss die FED zu dieser Maßnahme greifen. Den
Gold-Investoren sollte das egal sein. Gold ist hyperinflations- und deflationfest. Silber-Investoren sollten die Augen offen
halten: Nicht damit sie ein ähnliches Schicksal ereilt, wie letzten Herbst. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten So
unschön es für die Gold-Investoren derzeit auch ist: Die Kurzzeit-Spekulanten
und Kreditkäufer müssen aus ihren Gold-Positionen gedrängt werden. Mit
zittrigen Händen kann man keine neue Aufwärts-Bewegung befeuern. Hinzu
kommt die im obigen Artikel beschriebene Rücknahme von Liquidität durch die
FED. Dies setzt die Kredit-Junkies an den Märkten noch weiter unter Druck. Gold
per se ist eigentlich kein Investment, das auf Kredit gekauft wird. Hier wird
Eigenkapital-Geld in Gold umgetauscht. Eine Kontraktion der verschiedenen
Kreditgeld-Teile der umfassenden Geldmenge M3 steckt Gold deshalb weg. Es sei
denn, die Gold-Investoren kommen wegen anderer Investments selbst in eine
Kredit-Klemme und müssen ihr Gold verkaufen, um die Lücken ihrer anderen
Investments zu schließen. Wie
lange wird sich der Abwärtstrend noch fortsetzen. Das ist schwer zu sagen, da
mir die Stop Loss Marken
und die Größe der Gold-Positionen der Spekulanten nicht bekannt ist. Bislang
haben wir auf Basis der Schlusskurse an der COMEX für die ersten drei Tage
dieser Woche einen Rückgang um lediglich $25 gesehen. In der Vergangenheit
waren das Preisbewegungen, die wir innerhalb einer COMEX Sitzung beobachten
durften. Seit
Tagen geht das Gold-Kartell mit allen ihren zur Verfügung stehenden Mitteln
gegen den Gold-Preis vor: Plan A (Drückung mit physischem Gold der
Zentralbanken), Plan B (Drückung mit naked-short
Futures an der New Yorker COMEX) und Plan C (Fortsetzung der Drückung im
dünnen nachbörslichen Handel). Unterstützungs-Feuer kommt von dem US-Dollar,
der insbesondere gegenüber dem Euro seit Anfang dieser Woche konsequent gehoben
wird. Heute
war wieder einmal solch ein Tag: A.M. Fix, P.M. Fix und COMEX-Schlusskurs
sind heute fast gleichläufig um $5 gedrückt worden. Der heutige A.M. Fix wurde
mit $1.035,50 (EUR 699,85) und der heutige P.M. Fix mit $1.031,75 (EUR 698,92)
festgestellt. Zum COMEX-Schluss stand Gold heute bei
$1.030,70. Im
Access Market ist das Kartell dann weiter gegen Gold vorgegangen. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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