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Bericht für den 29.
Oktober 2009 Gold &
Gesellschaft: Zukunft eines staatlich begründeten Steuerstaates Was
man doch im Feuilleton-Teil der Frankfurter Allgemeinen so interessantes
findet: Beispielsweise einen Aufsatz von Peter Sloterdijk unter dem Titel Die Revolution der gebenden Hand. Oder Enteignung qua Einkommensteuer. Den
modernen Steuerstaat zu kritisieren, fällt leicht. Ihn aber an seiner Wurzel in
Frage zu stellen, ist revolutionär. Denn damit werden im gleichen Atemzug dem
heutigen Sozial-Staat seine Fundamente entzogen. Wer von Enteignung per Einkommensteuer spricht, dabei die
progressive Einkommensteuer als ein funktionales
Äquivalent sozialistischer Enteignung charakterisiert, ruft zu
nichts weniger auf, als zum Aufstand der heutigen
Steuerdultsamen. Queen
Victoria soll sich schon bei der erstmaligen Erhebung der Einkommensteuer in
England in Höhe von fünf Prozent Gedanken darüber gemacht haben, ob man die
Grenze des Zumutbaren hiermit nicht überschritten habe. Aber heutzutage habe
man sich längst an Zustände gewöhnt, in denen eine Handvoll Leistungsträger
gelassen mehr als die Hälfte des nationalen Einkommensteuer-Budget bestreitet. Ein
Blick in die Zahlen des Statistischen Bundesamtes verrät uns, um wie viele
Leistungsträger es sich dabei handelt: Es sind zehn Prozent, die ein Einkommen
von mindestens EUR 67.779 pro Jahr versteuern müssen. Diese
voll ausgebauten Steuerstaaten
reklamieren laut Peter Sloterdijk jedes Jahr die Hälfte aller
Wirtschaftserfolge ihrer produktiven Schichten. Ohne dass die Betroffenen im antifiskalischen Bürgerkrieg ihre Zuflucht
suchen. Die
Erklärung dafür kann ich nachliefern: Unser Steuerstaat ist nicht nur eine Kleptokratie, sondern fußt auf einer fein dosierten Abhängigkeit
der Zahlenden. Machen uns nicht Kredit-Schulden, im Grundbuch eingetragene
Immobilien und vom Staat jederzeit einsehbare Konten zum einfachen Opfer staatlicher
Sanktionen. Wie will man mit solchen Gelähmten einen antifiskalischen
Bürgerkrieg entfesseln. Unser
System ist keineswegs ein kapitalistisches, sondern ein massenmedial
animierter, steuerstaatlich zugreifender Semi-Sozialismus. Die
eigentumswirtschaftliche Grundlage ist eher Fassade als Fundament. Unglücklich
empfand ich Peter Sloterdijks Charakterisierung des Finanzministers als ein moderner
Robin Hood. Zumal im folgenden Kapitel Umgekehrte
Ausbeutung kritisiert wird, dass die Unproduktiven auf Kosten der
Produktiven leben. Robbing Hood, ein außer Kontrolle geratener Frankenstein, der mit dem Gewehr des
sozialen Friedens seine Leistungsträger demokratisch legitimiert überfällt und
ausraubt, wäre wohl eine bessere Bezeichnung für den Finanzminister gewesen. Schließlich
sieht auch Peter Sloterdijks das Ende des Sozial-Staates nahen. Denn wenn gut
die Hälfte jeder Population moderner Nationen aus Beziehern von Null-Einkommen
und abgabebefreiten Einkommen besteht, dann wird es zu Desolidarisierungen im großen Stil kommen.
Wenn sich diese Wahrnehmung bekräftigte, dann zöge das postdemokratische Konsequenzen nach sich. Reden
wir doch einmal Klartext: Wenn die Demokratie dazu missbraucht wird, den
Sozial-Staat auf Teufel komm raus am Leben zu erhalten, dann wird sich die
Reaktion der so Ausgebeuteten nicht primär gegen den Sozial-Staat, sondern
gegen die Demokratie selbst richten. Das gilt in gleichem Umfang für die
Nutznießer des Sozial-Staates: Fiele die Staats-Knete nur für wenige Wochen
aus, dann würde auch von dieser Seite die Demokratie in Frage gestellt werden. Interessant
ist seine Abrechnung mit den Schulden-Politikern, die ihr Handeln auf die Theorien
von Keynes basieren. Keynes hatte einst Gold ein barbarisches Relikt
verteufelt. Nicht ohne Grund: Denn damit sollten nur Einblicke in das
staatliche Falschgeld-System vermieden werden. Keynesianisch
vergiftete Staaten sind im Prinzip Schuldner, die ihre Gläubiger wieder einmal
enteignen wollen. Egal ob durch Währungsreform oder Inflation. Die
Anhängerschaft, die den demokratisch begründeten Steuerstaat beseitigen wollen, gewinnt nun auch auf intellektueller Ebene Zulauf.
Eine Fraktion wartet händeringend auf die Selbstauflösung des Systems im Rahmen
eines Staatsbankrotts. Andere entsolidarisieren sich
heimlich. Und die dritte Fraktion stellt das derzeitige System in Gänze in
Frage. Dass es so nicht weitergehen kann, sollte jedem bewusst sein. Revolutionäre
Stimmungen benötigen immer intellektuelle Führer, um den Willen in die Tat
umsetzen zu können. Der Wille ist schon seit geraumer Zeit da und er wird
täglich stärker. Nun scheinen sich auch die Ausführenden
herauszukristallisieren. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Die
FED hat heute die Liquiditäts-Schleusen wieder geöffnet. In der Folge sank der
Dollar, die Renditen der 10-jährigen Treasuries
stiegen an und die Aktien-Märkte jubilierten. Der Druck auf Gold / Silber /
Platin ließ nach und alle drei Metalle sind heute kräftig gestiegen. Warum:
Die $182 Mrd Treasuries
wurden erfolgreich platziert. Gleichzeit
verkündet das Wahrheitsministerium ein Ende der Rezession. Trotzdem verlieren in
den U.S.A. immer noch mehr als 500.000 Bürger pro Woche ihren Job. In
Deutschland sinken die Arbeitslosen-Zahlen sogar. Der Grund: Man hat mit dem
neuen Berechnungsmodell immer mehr Gruppen von Arbeitslosen aus der Statistik
eliminiert. Das frisch in den Wirtschafts-Kreislauf eingeschleuste Falschgeld
scheint seine Wirkung zu entfalten. Zumindest kurzfristig. Das
sind also unsere freien Märkte. Und unser wertbeständiges Geldsystem, das die
Notenbanken gegen staatliche Ausgaben-Auswüchse
verteidigen. Nein,
nein und nochmals nein: Hier wird uns mehr Schein als Sein präsentiert. Das
letzte Aufgebot. Eine Kriegsbericht-Erstattung kurz vor dem vollendeten
Endsieg. Wer
diese beispielslosen Manipulationen und Falsch-Berichterstattungen nicht
erkennt, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Der kämpft eine schon lange verlorene
Schlacht für ein Ideal, das längst seinen Glanz verloren hat. Heute
wollte man uns weismachen, dass die Zahlen zum Bruttoinlands-Produkt die
Aktien-Märkte befeuert haben. Und Bloomberg bzw CNBC
freuen sich, dass man die Bears nun endgültig besiegt
hätte. Welcher Investor geht in diesem Klima schon Short. Das sind alles
Nebelkanonen, die den eigentlich Grund für den Anstieg verstecken: Die
Liquiditäts-Steuerung der Notenbanken im Allgemeinen und der FED im Besonderen. Gold
wurde gestern Abend im späten Access Handel noch unter die Marke von $1.030
gedrückt. Heute früh im asiatischen Markt tendierte Gold wieder oberhalb der
$1.030er Marke. Der A.M. Fix im Londoner Handel kam mit $1.034,00 (EUR 700,92)
noch knapp zwei Dollar niedriger als vor 24 Stunden zustande. Die
Liquiditäts-Schleusen der FED öffneten sich nach den heute erfolgreich
abgeschlossenen Versteigerungen der Staatanleihen. Der P.M. Fix stand dann
schon bei $1.040,50 (EUR 702,57) um knapp acht Dollar höher als gestern zum
P.M. Fix. Im Anschluss ging es weiter bergauf: Der Schlusskurs an der COMEX lag
mit $1.046,90 um $16 höher als am gestrigen Tag. Ganz plötzlich rückt die Marke
von $1.050 wieder in greifbare Nähe. Für
die geschundenen Silber-Investoren gab es auch Entwarnung: Der monetäre Blutsverwandte
zu Gold stieg um über $0,50 an. Nächste
Woche gibt es eine weitere Versteigerung von Treasuries
im Umfang von $59 Mrd. Das sind jedoch nur Kurzläufer. Niemand zweifelt daran,
dass diese Papiere ausreichend Nachfrager finden werden. Ich
bin gespannt, wie schnell immer mehr Investoren erkennen werden, dass sie mit
Falschgeld abgespeist werden. Das System, das Madoff
jahrelang betrieben hat ohne einen Dollar zu verdienen. Auch unsere
Finanz-Akrobaten in den Notenbanken und Finanzministerien verdienen kein Geld
und produzieren keine Wirtschaftsleistung. Das sind alles reine Luftbuchungen
oder Blindleistung in der Elektrotechnik. Wer
mich fragt, wie viel Geld er denn in Gold und Silber anlegen soll, dem werde
ich die Frage zurückstellen, wie viel seines Vermögens er denn durch die Inflationierung des Papiergeldes verlieren will. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. © Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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