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Bericht für den 2. November
2009 Gold &
Gesellschaft: Reformen - Unwort des Jahres Ist
Ihnen auch schon aufgefallen, dass keine Partei mehr von Reformen redet. Jeder
hat nach der Wahl mit Grausamkeiten gerechnet: Seien es nun Steuererhöhungen
oder der soziale Kahlschlag, wie die Vertreter des
sozialpolitisch-industriellen Komplexes polemisierten. Selbst der FDP-Westerwelle will den Hartz IV
Empfängern ein höheres Zurechnungsvermögen zugestatten. Die selbst genutzte
Immobilie, für Viele der damalige Inbegriff des sozialen Aufstiegs soll verschont
bleiben. Alle
Parteien trauen sich nicht an den Abbau des immer mehr ausufernden Sozial-Staates.
Das sich wie ein Krake ausbreitende System ist am Ende. Alle wissen es; wenige
sprechen es aus; aber keiner traut sich, das System wieder auf stabile Füße zu
stellen. Was in Realität hieße, grobe Einschnitte in das Leistungssystem
vorzunehmen. Reformen
bedeuten Einschnitte und Einschnitte bedeuten Verlust sozialer
Errungenschaften. Oder besser gesagt die Aufgabe von Besitzständen. Deutschland,
die Besitzstandswahrer-Gesellschaft: Deutschland
ist gelähmt, denn mit einer reformunwilligen Gesellschaft kann man weder die
Zukunft planen, noch sie gestalten. Man nimmt weiter Fahrt auf in Richtung des
Wasserfalls, den viele erkennen aber keiner wahrhaben will. Der Schiffbruch,
den wir erleiden werden, ist wohl unausweichlich. Der
ausufernde Sozial-Staat lässt sich am besten anhand eines Beispiels beschreiben.
Wie hat sich über die Zeit der Begriff Solidarität entwickelt? Vielleicht
erkennt sich jeder im nachfolgenden fünf Phasenmodell wieder: Phase
1: Die Großfamilie Hier
herrschte Lastenteilung zwischen den Generationen. Solidarität war gelebte
gegenseitige Hilfe innerhalb des Verbundes der Familie (Kinder, Eltern,
Großeltern). Phase
2: Staatliche Grundsicherung Der
Staat ermöglichte eine Grundabsicherung gegen Hunger und Elend, wenn die Hilfe
in der Familie eben nicht zur Verfügung stand. Solidarität wurde als
gegenseitige Hilfe innerhalb der Gesellschaft gesehen; quasi nur eine
Ausweitung des Hilfsgedanken der Großfamilie auf alle Bürger des Staates. Phase
3: Sozial-Staat gestern Der
Staat ermöglichte den Sozialhilfe-Empfängern nun bereits einen bestimmten
Lebensstandard. Die Zahl der Bedürftigen nimmt stark zu. Die ersten Missbräuchs des Systems werden beobachtet und in diesem
Blickfeld wird Solidarität von Einigen schon als ein Synonym der sozialen
Hängematte kritisiert. Phase
4: Sozial-Staat heute Die
Sozial-Systeme werden nun systematisch ausgenutzt. Der Staat hat sich das Heer
der Bedürftigen selbst herangezüchtet. Das System braucht immer mehr Geld und
deshalb wird die eingeforderte Solidarität inzwischen von der arbeitenden
Bevölkerung als Gefahr verstanden. Wenn sich gegenseitige Hilfe zur Bedrohung
für die Zahler und zum Selbstbedienungsladen für die Empfänger entwickelt, dann
herrscht Parasitentum vor. Phase
5: Sozial-Staat morgen Mit
einbrechenden Steuereinahmen und Problemen, die Schuldpapiere am Markt
abzusetzen, kann der Staat nicht mehr weiter aufschulden. Mit den
Sozial-Systemen bricht auch der Staat auseinander. Die bisherigen Zahler nutzen
die Chance, sich ihren Zahlungs-Verpflichtungen soweit es geht zu entziehen. Zu
der Zeit, wo Solidarität am meisten gefordert wäre, herrscht nur noch der
Gedanke an das eigene Überleben vor. Der Zyklus kann nun von neuem beginnen;
d.h. mit Phase 1. Auch
die WELT AM SONNTAG thematisierte in ihrem gestrigen Beitrag das Entstehen
einer neuen Unterschicht. Heinz Buschkowsky, SPD-Bürgermeister
des Berliner Bezirks Neukölln kritisierte in seiner natürlich vollkommen polical incorrecten Art und Weise
das geplante Betreuungsgeld für Familien: Zusätzliches
Geld würde von den einen versoffen, von den anderen für den Hausbau in der
alten Heimat verwendet, prophezeite er. Hans-Werner
Sinn, Chef des Ifo-Institutes merkte an, dass fast ein Drittel des deutschen
Sozialproduktes in soziale Leistungen fließt. Die
Phase 5 scheint also unmittelbar bevorzustehen. Die Wähler haben die Politiker
gewählt, die nichts ändern wollen. Weil sie anscheinend selbst nichts ändern
wollen. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Diese
Woche verspricht erneut spannend zu werden. Heute mussten noch zwei Auktionen
über Treasuries von insgesamt $59 Mrd
über die Bühne laufen. Am Dienstag und Mittwoch tagt dann der
Offenmarkt-Ausschuss (FOMC) der FED in Washington D.C. Und am Freitag
veröffentlicht das Wahrheitsministerium BLS die Monatszahlen zum Arbeitsmarkt
im Oktober. Eigentlich
drei Gründe, warum der Gold-Preis unter Kontrolle gehalten werden sollte. Wenn
man zumindest das Geschehen der letzten Monate und Jahre auf heute projizieren
würde. Zuerst
aber einmal ein weiterer Schock für die Finanzmärkte: Der
Mittelstandsfinanzierer CIT hat am Sonntag Gläubigerschutz (Chapter
11) beantragt. Das ist die größte Banken-Pleite seit Lehman Brothers im
September letzten Jahres. Die
Banken-Krise nimmt also erneut Fahrt auf. Gold
startete die heutige Woche im asiatischen Handel mit stabilen bis leicht
nachgebenden Notierungen. Mit Eröffnung des Handels in London übersprang das
gelbe Metall dann aber schnell die Marke von $1.050. Eine Stunde später war mit
$1.057 erst einmal der Höhepunkt am Vormittag erreicht. Der A.M. Fix wurde
wenig später mit $1.052,00 (EUR 712,26) festgestellt. Ein Anstieg um knapp acht
Dollar im Vergleich zum A.M. Fix vom Freitag. In
den Vereinigten Staaten wurde erst am Wochenende die Zeit umgestellt, so dass
der übliche Abstand zwischen MEZ und EST nun wieder sechs Stunden beträgt. Mit
Eröffnung des Handels an der COMEX konnte Gold zum zweiten Mal am heutigen Tag
die Marke von $1.055 nehmen. Zum P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ ging es plötzlich
steil nach oben: $1.062,00 (EUR 716,84) lautete der heutige P.M. Fix. Im
Vergleich zum Freitag eine Zuwachs von $22. Zeit,
um die Anwendung der Zwei-Prozent-Regel durch das Gold-Kartells zu überprüfen:
Der Freitags-Schlusskurs betrug $1.044,70. Also darf dieser Regel folgend Gold
nicht auf einen höheren Preis als $1.065,60 steigen. Den höchsten Tageskurs
habe ich bei der Marke von $1.064 gesehen. Die Zwei-Prozent Grenze hat heute
also gehalten. Wenn auch nur knapp. Zum Schluss
des Handels verlor Gold wieder einige Dollar und ging mit $1.055 aus den New
Yorker COMEX Handel. Bullionaer Bullionaer - Dr.Neugebauer
präsentiert sich erneut mit eigenem Stand auf der Internationalen Edelmetall- & Rohstoffmesse vom 6. bis
7. November 2009 in München. Das Bullionaer-Team
erwartet Sie in der Event Arena des Olympiaparks während der kompletten zwei
Messetage in der Zeit von 9:00 bis 17:30 Uhr. Neben dem Verkauf von Edelmetallen
wird auch Herr Peter Ziemann, Goldanalyst und Verfasser der wochentäglichen Ziemanns GoldNews für
Gespräche am Stand zur Verfügung stehen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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